AUFRUF Revolutionärer 1.Mai Bündnis: In Bewegung bleiben! Liebig34 verteidigen! Gegen die Stadt der Reichen!

Die Liebig34 ist ein anarcha-queerfeministisches Hausprojekt in Berlin-Friedrichshain und akut räumungsbedroht. Der Prozesstermin ist am 3. Juni 2020. Wir rufen dazu auf, im Vorfeld des Prozesstermins aktiv zu werden, in Form einer gemeinschaftlichen Aktion am 2. Juni in Friedrichshain. Einen Monat nach dem 1. Mai wollen wir uns erneut die Straßen nehmen, um für den Erhalt der Liebig34 und aller anderen linken Projekte wie Potse, Meuterei, Syndikat und vielen anderen zu demonstrieren. Kommt am 2. Juni bis 18 Uhr in den Friedrichshainer Südkiez, zu Fuß oder mit Fahrrädern. Ab 18.15 Uhr werden wir über Twitter (@Rev1MaiBerlin und @Liebig34Liebig) nacheinander mit zeitlichem Abstand verschiedene Orte angeben, zu denen wir uns dann über verschiedene Wege begeben werden. Informiert die anderen, die kein mobiles Internet haben. Wir wollen die Straßen mit unserer Solidarität fluten, die Orte, die wir jeweils mit einer Uhrzeit angeben, sind nur kurze Orientierungspunkte. Auf unterschiedlichen Neben- und Seitenstraßen kommen wir dorthin, werden unsere Inhalte vermitteln und uns danach zerstreuen, um uns bald wieder woanders zu begegnen.

Es gibt keine Anmeldung und auch keine organisierte Performance, was auf der Straße passiert entscheiden wir alle. DIY! Überlegt euch, wie ihr auf diesen Wegen und all den Orten eure Solidarität auf Tüchern, mit Transparenten, lauten Parolen und Wurfzetteln verbreiten könnt oder mit Rauchtöpfen, Sprühereien und Farbbeuteln Akzente setzt. Unsere Bewegungsfläche ist der ganze Kiez. Mit unserem Aktionskonzept wie am 1.Mai wollen wir möglichst vielen Menschen ermöglichen, sich an den Protesten zu beteiligen. Jede*r nach ihren eigenen Vorstellungen und Risikobereitschaft. Ob allein mit einem Plakat, gemeinsam mit Freund*innen und Genoss*innen, in kleinen Gruppen, mit Fahrrad oder zu Fuß oder auch von Hausdächern und Balkonen aus. Wenn es Absperrungen durch die Polizei gibt, versuchen wir diese zu umgehen oder zu umfließen. Seid dabei achtsam, vermeidet enge Zusammenkünfte und bleibt stets in Bewegung und vermeidet jegliche statische Situation. Haltet den Mindestabstand ein und tragt einen Mund-Nasenschutz oder Schal. Die Liebig34 ist ein zentraler Bestandteil der linken und queerfeministischen Bewegung Berlins. Zeigen wir unsere Solidarität!

Das Projekt Liebig34 ist ein Haus von Frauen, Lesben, Inter-, Nicht-binären und Transpersonen (FLINT) und organisiert sich ganz ohne cis-Männer. Die Liebig34 wurde 1990 besetzt und hat eine lange Geschichte als Ort der Selbstorganisierung und des Widerstandes. Bereits seit Ende 2018 ist der Pachtvertrag mit dem Vermieter Padovicz ausgelaufen. Beim letzten Gerichtstermin am 30.01.2020, hat die Liebig34 einen Befangenheitsantrag gegen den vorsitzenden Richter gestellt, aufgrund der von ihm verfassten, nicht gegenderten sitzungspolizeilichen Anordnung. Der Antrag wurde vom Kammergericht abgelehnt. Es sei aufgrund von „erheblichem wirtschaftlichem Mehraufwand“ nicht möglich Sprache individuell anzupassen, deswegen halte man es mit der „männlichen“ Form „allgemein“. Das generische Maskulinum ist aber nicht neutral und umfasst nicht alle Geschlechteridentitäten. Geschlechterneutrale Sprache zielt darauf ab Geschlechtervielfalt abzubilden und Menschen nicht auszuschließen. Queerfeministische Räume verteidigen! Liebig34 stays!

Die Unternehmensgruppe Padovicz, mit Sitz am Kurfürstendamm 178/179, ist durch das systematische Aufkaufen und Entmieten von Wohnungen, Modernisierungen und Verdrängen von Mieter*innen in Berlin berüchtigt. Seit den 90er Jahren kauft er im großen Stil Wohnhäuser in Berlin. Während die Instandhaltung in den Häusern verweigert wird, erhöhen sich beständig die Kaltmiete und die Betriebskosten. 2008 hatte Padovicz das Haus der Liebig34 für rund 600 000 Euro gekauft. Allein in Friedrichshain besitzt das Unternehmen mehr als 200 Häuser. Nicht nur die Liebig34 ist von Zwangsräumung und Verdrängung betroffen, sondern sehr viele Menschen in Berlin. In den Innenstadtbezirken wird durch Luxusbauten, Eigentumswohnungen und Bauprojekten wie dem Amazon-Tower die Gentrifizierung weiter vorangetrieben. Menschen mit geringen Einkommen werden gezwungen, ihre Kieze zu verlassen. Durch die Corona-Krise verschlimmert sich die Situation für viele Mieter*innen zusätzlich, wenn das Einkommen wegbricht, die Miete aber weitergezahlt werden soll. Keine Rendite mit der Miete! Wohnraum vergesellschaften!

Geflüchtete müssen auf engstem Raum in Sammellagern leben und sind einer erhöhten Gefahr der Ansteckung mit dem Corona-Virus ausgesetzt. Statt einer dezentralen Unterbringung werden Geflüchtete noch weiter abgeschottet und Lager werden komplett unter Quarantäne gestellt, wie zum Beispiel in Hennigsdorf bei Berlin. Dort haben sich über 20 Prozent der Bewohner*innen inzwischen infiziert. Massenunterkünfte auflösen! Wohnungen statt Lager!

In der Corona-Krise nimmt patriarchale Gewalt gegen FLINT zu. Auch die geschlechtshierarchische Arbeitsteilung verschärft sich. Für Hausarbeit und Kinderbetreuung waren schon vor Corona vor allem Frauen zuständig, durch die Einschränkungen bei Schule und Kita wird die bestehende patriarchale Ungleichheit noch weiter verstärkt. Wir müssen feministische Kämpfe stärken und brauchen dafür queerfeministische Räume wie die Liebig34!

Gerade jetzt in der Krise, wenn reaktionäre und faschistische Kräfte an Zulauf gewinnen, müssen wir als linke Bewegung sichtbar sein und unsere Perspektive einer solidarischen Gesellschaft ohne Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat deutlich machen! Gegen die Stadt der Reichen! Für uns ist der 1. Mai an jedem Tag!

Aktuelle Infos:
Twitter @Rev1MaiBerlin
https://1mai.blackblogs.org

Bullengewalt erinnern und bekämpfen! Der 2. Juni – ein bewegter Tag und Vorabend der Liebig 34 Urteilsverkündung!

Am 2. Juni 1967 erschoss ein Bulle den Studenten Benno Ohnesorg brutal, ohne Bedrängnis aus nächster Nähe in den Hinterkopf. Ein geübtes Zusammenspiel von Polizei, Staat und Justiz hat Beweise vernichtet und manipuliert, den Täter geschützt und seine Tat vertuscht. Der Bulle wurde trotz gegenteiliger Beweise frei gesprochen, das Verfahren trotz neuer Beweise Jahre später nicht wieder aufgerollt. Von Alt-Nazis durchsetzte Strukturen bei der Polizei und Justiz machten dies möglich. Trotz eines Generationenwechsels sind die rechten Strukturen und das Gedankengut weiter fest verankert bei Polizei und Staat. Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans Georg Maaßen und rechte SEK Polizisten, die massenhaft Munition aus ihren Lagern klauen, sind nur die Spitze des Eisbergs der rechten Realität der Staatsgewalt. Das strukturelle Problem der rechten Strukturen bei den Cops wird als Einzelfälle heruntergespielt, verharmlost und durch den Korpsgeist und Beamtenstatus der Cops geschützt.
Es gibt zahlreiche Beispiele für eskalative Polizeigewalt: Jüngstes Beispiel die Erschießung der Antifaschistin Maria im Januar in Berlin, unvergessen natürlich auch der gewaltsame und rechtlich nicht aufgearbeitete Tod von Oury Jalloh in einer Gefängniszelle in Dessau. Gewalt gegen Demonstrant_innen bei Stuttgart 21 Protesten, beim G20 in Hamburg – diese Liste lässt sich unendlich fortsetzten. In der Rigear 94 wurde erst letzte Woche ein Notarzt Einsatz verhindert und über 1 Stunde verspätet. Auch wieder eine geschichtliche parallele – auch Benno Ohnesorg wurde eine Erstversorgung verweigert.

Der Berliner Verfassungsschutz hat erst grade bewiesen, dass er keine Legitimität hat und erst recht kein ernsthaftes Interesse rechte Strukturen zu bekämpfen- Kilmaschützer_Innen werden als radikal eingestuft, Reichsbürger_innen nicht.Auch die Liebig 34 taucht im Verfassungsschutzbericht auf – diffus wird irgendwas unterstellt (und nein, in der L34 wohnen nicht nur cis-Frauen, wie der VS super investigativ recherchiert hat). Auch werden feministische und queere politische Ziele des Projektes nicht genannt. Dies hat durchaus Tradition – auch in den 60ern und 70ern gab es militante Feminist_innen, die in der Geschichtsschreibung oft vergessen bzw. ausgelassen wurden. Doch der widerständige Kampf gegen das System, den Staat und den Bullenapparat bedeutete schon immer auch den Kampf gegen das Patriarchat.

„Es gibt Bemühungen im linksextremistischen Spektrum, Anschluss an gesellschaftliche Bewegungen zu finden“, sagt Geisel. Kampf gegen Gentrifizierung, Umweltzerstörung, Sexismus, Trans- und Homophopbie, Antirassismus, Kapitalismus und der Wunsch, Menschen nicht im Mittelmeer ertrinken zu lassen, scheinen für den Berliner Innensenator zu extrem zu sein und den Linken als Themen nicht zuzustehen. Geisel versucht mit seinem missglückten Verfassungsschutzbericht seine rechtsoffene Politik zu rechtfertigen. 2020 will der Berliner Senat etliche linke Projekte räumen lassen, zur Legitimierung wird die Rigaer und Liebigstraße nicht nur im Verfassungsschutzbericht genannt, sondern seit 2016 von den Cops terrorisiert und zum Gefahrengebiert erklärt. Aber es kommt doch immer noch dicker: seit einigen Monaten wird die so genannte Brennpunkt- und Präsenzeinheit (BPE) an den kriminalitätsbelasteten Orten also in den Gefahrengebieten eingesetzt. Diese Sondereinheit besteht aus besonders gewaltbereiten Bullen, was einige Menschen hier in der Straße schon bitter zu spüren bekommen haben. Dass die Bullen sich freiwillig zum Einsatz in dieser Truppe gemeldet haben, lässt erahnen wie sie zu allem Alternativen, Aufständischen, nicht in ihr patriarchales, staatstreues Weltbild passenden ,stehen.Hier im Kiez haben sie nicht nur einmal gezeigt wie viel Bock sie haben gewaltätig gegen Linke vorzugehen, ihre Haustüren zu belagern oder völlig willkürlich Personalien zu kontrollieren und Platzverweise zu erteilen.

Der militante Widerstand der Ende der 60iger Jahre in Deutschland gegen das System, den Staat und dem brutalen Bullenapparat aufkeimte, wird bis heute weitergeführt. Mit den Gruppen der 2. Juni Bewegung und der RAF war die militante, radikale Selbstorganisierung auf dem Vormarsch und mit ihr radikale, militiante Aktionen gegen Staat und Funktionäre, die in Deutschland als Terrorismus kriminalisiert werden. Vielleicht unterscheiden sich die Art der Selbstorganisierung und das Level von Militanz über die letzten Jahrzehnte voneinander, doch die Wut und der Traum an die Zerstörung von Staat, Grenzen und des patriarchalen Systems sind immer noch in uns! Wir werden weiter selbstorganisiert und selbstbestimmt gegen die Herrschaft ankämpfen, sei es hier in Berlin ,um unsere Häuser und Räume, sei es in Griechenland mit den Protesten in Athen, sei es in Chile, wo die Bevölkerung auf die Straßen geht um gegen den Staat anzukämpfen.

Die Eskalation der Gewalt geht vom Staat aus! 1967 wie 2020. Fünfzig Jahre nach der Ermordung Ohnesorgs und den Studentenprotresten hat sich der Justizsenator übrigens für den brutalen und willkürlichen Polizeieinsatz von damals entschuldigt. Wiedergutmachung ist das natürlich nicht. Wenn am 3. Juni das Räumungsurteil gegen die Liebig 34 ergeht und die Räumung vollzogen wird, dann hilft sicherlich auch keine Entschuldigung 50 Jahre später…. Es könnte also kein besseres Datum für den Tag vor unserem Gerichtstermin geben – als den 2. Juni. Mit allen räumungsbedrohten Projekten und Einzelpersonen solidarisieren wir uns und vereinigen uns im Widerstand!

Damals wie heute ist es unerlässlich, dass wir uns gegen Staat und Repression wehren!
Auch wenn sie Sondereinheiten vor unsere Haustüren stellen, wird das unseren Widerstand und unseren Willen unsere Utopie in selbstgestalteten Freiräumen zu leben nicht brechen!
Sie können nicht überall sein!
Schließt euch zusammen und seid kreativ.
Das 1.Mai-Bündnis ruft in Solidarität mit uns am 2. Juni zu Aktionen auf!Lest hier den Aufruf:https://de.indymedia.org/node/83838

Am 3. Juni um 9:00 zur Urteilsverkündung haben wir dann natürlich auch noch was vor….! Achtet auf Ankündigungen!

und so enden wir hier mit einem Gedicht von Berthold Brecht:

Also seid ihr verschwunden, aber
nicht vergessen
Niedergeknüppelt, aber
nicht widerlegt
Zusammen mit allen unverbesserbar
Weiterkämpfenden
Unbelehrbar auf der Wahrheit
Beharrenden.

Befangenheitsantrag abgelehnt – Liebig34 Prozess vom 30.04. erneut verschoben! Fortsetzung: 03.06.20

Der Befangenheitsantrag gegen den vorsitzenden Richter Vogel vom Landgericht Berlin wurde abgelehnt und der Prozess um die Räumungsklage der Liebig34 geht somit weiter. Am 30.04.2020 sollte eine Entscheidung verkündet werden. Entweder ob es zu einem Versäumnisurteil kommt, wie Padoviczs Anwält*innen es gerne hätten, oder ob weiter verhandelt wird. Der Termin wurde nun auf den 30.06. aus „gerichtlichen Gründen“ verschoben. Wir waren und werden weiterhin vorbereitet sein.

Dieser Text ist ein Statement zur Befangenheit staatlicher Institutionen und Aufruf dazu sie weiter zu sabotieren. Wir haben es geschafft, unsere Gerichtsprozesse mehrere Male zu verhindern und werden dies auch weiterhin mit euch tun.

Was bisher geschah:

20.09.19: Prozesstermin verschoben
15.11.19: 1. Prozesstag wird abgebrochen – Nippel, Blut & Bomben (https://de.indymedia.org/node/46376)
13.12.19: Prozesstermin verschoben
16.12.19: Prozesstermin verschoben
30.01.20: 2. Prozesstag – durch Befangenheits- und Versäumnisantrag unterbrochen
30.04.20: Entscheidungsverkündung verschoben
03.06.20: Entscheidungsverkündung zu Befangenheits- und Versäumnisantrag

Zur Erinnerung: Beim letzten Gerichtstermin am 30.01., haben wir ein Befangenheitsantrag gegen den vorsitzenden Richter Vogel aufgrund der von ihm verfassten, nicht gegenderten sitzungspolizeilichen Anordnung gestellt. Als trotzdem weiter verhandelt werden sollte, hat unser Anwalt seinen Platz verlassen und sich ohne Anwaltsrobe in den Zuschauer*innenraum gesetzt. Daraufhin hat Padoviczs Anwalt Wrobel Antrag auf Versäumnis gestellt, das heißt, dass wir selbst-verschuldet nicht an der Verhandlung teilnahmen und deshalb den Prozess verlieren würden. In dem Befangenheitsantrag ging es darum, dass Vogel vornehmlich das generische Maskulinum verwendet hatte (z.B. „Vertreter der Parteien“). Seit 2012 existiert jedoch der „Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache in der Verwaltung“. Dieser Berliner Senatsbeschluss besagt, dass in öffentlichen Schreiben „genderneutral“ geschrieben oder, „wenn nicht anders möglich“, die „männliche“ und „weibliche“ Form immer zusammen genannt werden muss. Außerdem verpflichtet das Landesgleichstellungsgesetz Berlin ausdrücklich Gerichte des Landes Berlin zu dessen Umsetzung, also auch Richter*innen. Sie sind verpflichtet aktiv auf die Gleichstellung hinzuarbeiten. Dies stellt die juristische Grundlage für den Befangenheitsantrag dar. Besonders schwer wiegend wirkt die Befangenheit gegenüber unserem Verein, dessen erklärter Zweck die „Repräsentation von FLINT*-Personen, die Bekämpfung von Ungleichheiten und strukturellen Diskriminierungen jeglicher Art sowie die gesellschaftliche Bildung und Aufklärung“ ist.

Am 05.03.2020 wurde uns schriftlich mitgeteilt, dass der Befangenheitsantrag gegen Vogel von seinen restlichen Kolleg*innen aus seiner Kammer abgelehnt wurde. Daraufhin haben wir erneut Beschwerde eingereicht, sodass der Fall in nächster Instanz, also am Kammergericht verhandelt wurde. Dort wurde er ebenfalls abgelehnt und wir sollen nun die Kosten für die Beschwerde tragen. Als Gründe für die Ablehnung wurde genannt, dass laut Bundesgerichtshof die Verwendung des generische Maskulinums „allgemein üblicher Sprachgebrauch“ sei und deshalb gerechtfertigt. Die „männliche Personenbezeichnung“ umfasse ihrer Auffassung nach „jedes natürliche Geschlecht“. Es sei aufgrund von „erheblichem wirtschaftlichem Mehraufwand“ nicht möglich Sprache individuell anzupassen, deswegen halte man es mit der „männlichen“ Form „allgemein“.

Für uns ist klar:

Es ist eine Farce zu behaupten, dass die Verwendung des generischen Maskulinums alle Geschlechteridentitäten umfasst und zudem „neutral“ wäre. Genauso, dass die Verwendung genderneutraler Sprache erheblichen wirtschaftlichen Aufwand bedeuten würde. Wir sehen das anders: Das Patriarchat lässt uns doppelt zahlen. Wir werden unsichtbar gemacht und sollen auch noch dafür bezahlen wenn wir uns beschweren.
Es ist ein Ergebnis politischer Kämpfe, dass es einen Leitfaden gibt, der staatliche Institutionen anweist sprachlich zu berücksichtigen, dass mehr als nur ein Geschlecht existiert – Fatalerweise hört es darin bei zwei Geschlechtern schon auf.
Geschlechterneutrale Sprache zielt darauf ab Geschlechtervielfalt abzubilden. Es gibt nicht nur zwei Geschlechter und das binäre Geschlechtersystem stützt das Patriarchat, das wir auf allen Ebenen zerstören wollen!

Es ist den Richter*innen offensichtlich nicht nur egal, ob sie mit ihrer Sprache Personen ausschließen, sondern es scheint ihnen ein Anliegen zu sein, diesen sprachlichen Ausschluss gegen geltende Richtlinien durchzudrücken. Sie offenbaren so ihr ausschließendes Denken, welches auch zu ausschließendem Handeln führt. Die Richter*innen stehen mit ihrer Haltung nicht alleine dar. Viele Menschen sehen und stilisieren sich als Widerstandskämpfer*innen gegen eine angebliche Gendersprachdiktatur. Dieses verkrampfte Festhalten an ausschließender Sprache ist leider ein deutliches Zeichen, wie weit verbreitet die Ignoranz, der Hass und die Ablehnung gegenüber nicht cis-männlichen Personen ist. Und dies zeigt sich nicht nur auf sprachlicher Ebene, sondern auch im Agieren auf allen Ebenen von Justiz, Staat, Verwaltung und Gesellschaft, welche tagtäglich Gewalt in verschiedenen Formen ausüben. Diese Gewalt ist unter anderem sichtbar in der seit über einem Jahr schwelenden Räumungsklage gegen unser Projekt. Ein queer-feministisches Kollektiv auf die Straße zu setzen ist ein Unding und Ausdruck dieser kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaft.

Wir stehen für die Sichtbarkeit von Frauen*, Trans*-, Inter- und Non-binary Personen auf der Straße und auch vor Gericht. Auch wenn sich unser politischer Kampf nicht an staatliche Institutionen richtet, so bestimmen sie die Lebensrealitäten von Menschen tagtäglich. Wir erwarten nicht von ihnen, dass sie uns Gerechtigkeit bringen – Sabotage bleibt das Mittel der Wahl.

Kommt am 03.06. zum Landgericht Turmstraße 91!!! Lasst uns auch dieses Mal die „Entscheidungsverkündung“ sabotieren. Mundschutz, Handschuhe, Sonnenbrille – Us against Corona and Court!

30.04. Feministische Walpurgisnacht – nehmen wir uns die Nacht zurück!

01.05. Revolutionärer 1. Mai

Unversöhnlich. Unverträglich. Unverhandelbar. – Urteilsverkündung am 30.04. zum Desaster machen! // Liebig34: Delivery of judgment on 30.04. make a disaster!

----English version below----------

Die Liebig34 ist nicht nur ein Symbol der linken Szene. Die Liebig34 ist gelebter anarcha-feministischer, queerer Widerstand. Nicht nur das Haus, unser Wohnraum, sondern unsere gesamte Lebensweise in unserem hart erkämpften Freiraum stehen Ende des Monats wieder vor Gericht und sind akut bedroht. Es ist auf sozialer, politischer und menschlicher Ebene verwerflich, alles daran zu setzen uns aus der Liebig34 rauszuschmeißen, um Platz zu machen für Leute, die mehr verdienen und systemkonformer leben. Für noch mehr Gewinn für den Eigentümer.

Das Absurdum des Kapitalismus…

Wohnen ist ein Menschenrecht! Wohnraum ist keine Ware!

Großspurig wird in den Medien beschrieben, wie sich die deutsche Bevölkerung in Coronazeiten nachbarschaftlich hilft und organisiert und dies auch weiterhin tun soll. Diese Utopie der alltäglichen, gelebten Solidarität besteht schon lange in linken Strukturen, nur dass sie dort kriminalisiert wird. Auch jetzt wollen wir uns auf der Rigaer Nachbar*innenschaftlich, alternativ im Kiezalltag verbinden zum Beispiel mit Kiezbingo und Kiezradio jeden Freitag aus Lautsprechern, von den Balkonen, aus den Fenstern und von der Straße. Dafür werden wir unverhältnismäßig hart kriminalisiert. Sie versuchen alternative Selbstorganisierung systematisch zu zerstören – durch Kontrollen, Platzverweise und Bußgelder.

Dies zeigt wieder einmal, unter welchem Repressionsdruck wir in dieser Straße leben.

Nahezu jede*r Politiker*in spricht von Solidarität, doch es ist nur eine leere Phrase, die lediglich für die weiße deutsche priviligierte Bevölkerung gilt. Alle anderen werden vergessen und schikaniert. Sie schwingen die Solidartätskeule. doch der Alltag ist Denunziantentum, racial profiling und Kriminalisierung. Es ist nicht überraschend, gegen wen das Infektionsschutzgesetz angewandt wird, wer kontrolliert wird und wo Platzverweise ausgesprochen werden und wo nicht.

Das von Politik und Bullerei konstruierte sogenannte Gefahrengebiet ist in den jetztigen Zeiten wieder massiv spürbar: an jeder Straßenecke sind Wannen geparkt, Cops sitzen gelangweilt acht Stunden ihre Schicht ab, bis endlich was passiert oder sie dem nachhelfen und willkürlich angreifen. Alle im Kiez müssen abwägen, ob mensch ohne von den Bullen belästigt zu werden nach Hause kommen kann oder ob wir mit dem Hund, dem Kind oder einfach nur zum Müll raus bringen das Haus verlassen können.

Kriminalisiert wird auch unser Widerstand und unser Gerichtstermin, in dem es rechtlich betrachtet „nur“ ums Wohnen geht, der aber trotzdem in einem Hochsicherheitssaal im Landgericht am 30.04. stattfinden soll.

Unsere Strukturen waren schon immer widerständig und zutiefst solidarisch und schon immer wurde jeder „Anlass“ genommen, um uns und unsere Strukturen zu kriminalisieren – aktuell ist es Corona. Aber das wird unsere Überzeugung und unseren Zusammenhalt nicht brechen.

Wir sind weiter solidarisch! Wir sind für eine Stadt von unten, gegen die Stadt der Reichen!

Wir lassen uns unsere erkämpften selbstverwalteten, anarcha-queer-feministischen Räume nicht nehmen!

Liebig 34 Bleibt!

Am 30.04. steht die Liebig 34 vor Gericht aber gemeint sind wir alle!

In Solidarität mit Potse, Meuterei, Syndie, Köpi und allen anderen räumungsbedrohten Projekten und Einzelpersonen!

Kommt zu unserem Gerichtstermin 30.04.2020 9:30 Uhr Landgericht Tiergarten, Turmstraße 91.

Seid solidarisch und kreativ.

Nehmt an unserer warm-up Aktion am Abend vorher teil.

Zeigt das Video (was ihr demnächst auf unserem Blog findet) in eurer Straße, eurem Projekt eurer WG, projiziert es an Häuserwände.

Seid laut und tragt es auf die Straße:

Liebig 34 bleibt!

------------english---------

Liebig34: Delivery of judgment on 30.04. make a disaster!

The Liebig34 is not only a symbol of the left scene. The Liebig34 is lived anarcha-feminist, queer resistance. Not only the house, our living space, but our entire way of life in our hard-won free space will be on trial again at the end of the month and are acutely threatened. It is reprehensible on a social, political and human level to do everything possible to kick us out of Liebig34 to make room for people who earn more and live more in conformity with the system. For even more profit for the owner.

The absurdity of capitalism…

Housing is a human right! Living space is not a commodity!

The media describe in a pompous way how the German population helps and organizes itself in a neighborly manner during corona times and should continue to do so. This utopia of everyday, lived solidarity has long existed in leftist structures, only that it is criminalised there. Also now we want to connect ourselves on the Rigaer neighborhood, alternatively in the neighborhood everyday life, for example with Kiezbingo and Kiezradio every Friday from speakers, from the balconies, from the windows and from the street. We are criminalised disproportionately for this. They try to systematically destroy alternative self-organization – through controls and evictions.

This shows once again under what repressive pressure we live in this street.

Almost every politician speaks about solidarity, but it is just an empty phrase, which only applies to the white, German privileged population. All others are forgotten and harassed. They swing the solidarity-club. But the everyday life is denunciation, racial profiling and criminalization. It is not surprising against whom the infection protection act is applied, who is controlled and where expulsions are pronounced and where not.

The so-called danger zone, constructed by politics and cops, is again massively noticeable in the current times: copcars are parked on every street corner, cops sit out their shift for eight hours in boredom until something finally happens or they help and attack arbitrarily. Everybody in the neighbourhood has to decide whether it is possible to come home without being molested by the cops or whether we can leave the house with the dog, the child or just to take the garbage out.

Also criminalized is our court date, in which it concerns legally regarded „only“ living, which is to take place nevertheless in a high-security hall in the Landgericht on 30.04.

Our structures have always been resistant and deeply solidary and every „occasion“ has always been taken to criminalize us and our structures – currently it is Corona.

But this will not break our conviction and our cohesion.

We continue to show solidarity! We are for a city from below, against the city of the rich!

We will not let our fought for self-organized, anarcha-queer-feminist spaces be taken away!

Liebig34 stays!

On 30.04. the Liebig 34 will be on trial but that means all of us!

In solidarity with Potse, Meute, Syndie, Köpi and all other projects and individuals threatened by eviction!

Come to our court date 30.04.2020 9:30am Landgericht Tiergarten, Turmstraße 91.

Be solidary and creative.

Take part in our warm-up action the evening before.

Show the video (which you will find soon on our blog) in your street, your project of your shared flat, project it on walls of houses.

Be loud and take it out into the streets:

Liebig34 stays!

** NEXT COURTDATE 30.04.20 **

On 04/30/20 the future of the collectives will again be discussed. It is difficult to estimate what will happen, especially in these confusing times. It is not unlikely that the trial date will be postponed and the eviction will be suspended. But it is also not unlikely that they will announce the verdict on 04/30 and make the protests impossible. It is important to increase the pressure and to show that we will not leave any eviction attempt unanswered.

One thing is certain, the protest against the upcoming eviction will not be stopped by the virus and the restrictive measures by the repressive state.

Get ready and pay attention to announcements!

Let us together defend Liebig34, Potse, Meuterei and Syndikat

Prozesserklärung Liebig34 30.01.20

Heute steht hier ein Verein vor Gericht, aber dahinter stehen viele Menschen mit unterschiedlichen Biographien. Wir leben in der Liebig 34. Heute soll entschieden werden, dass uns unser Zuhause genommen wird. Dies geschieht, weil Gijora Padovicz mit einer Hauseigentümer-Gesellschaften uns vor 11 Jahren das Haus vor der Nase weg kaufte und nur einen 10 jährigen Pachtvertrag für Gewerberäume ausstellte.

Wie kann es aber sein, dass Siganadia Verwaltungs GmbH mit Padovicz als Geschäftsführer bewusst einen Pachtvertrag für Wohnraum schließen konnte? Für ein Gebäude, das damals schon seit fast 20 Jahren von der Hausgemeinschaft bewohnt wurde. Also auch für Padovicz eindeutig nicht gewerblich war und ist.

Mit der Vermeidung eines Wohnraummietvertrages mit dem Raduga-Verein und den dort lebenden Menschen, hat er unser Wohnmietverhältnis absichtlich befristet, was nach geltendem Wohnmietrecht so nicht machbar gewesen wäre und nur durch diesen juristischen Trick, ermöglicht wurde.
Ein solcher dürfte aber in Zeiten des sozialen Mietrechts gar nicht möglich sein. Das ist ein Skandal und wir fordern ein Ende dieser bewussten Beschneidung unserer Rechte als Mieter*innen.

Die Beschneidung unserer Rechte setzt sich hier und heute fort, wo wir uns am Landgericht und nicht am gem. § 23 Nr.2 a) GVG zuständigen Amtsgericht für Mietsachen befinden. Das ist nicht zufällig, sonder ein Kniff aus dem Hause Padovicz. Mit der Ausstellung eines Pachtvertrags haben Padovicz und sein Firmengeflecht uns direkt vors Landgericht gebracht. Zusätzlich hat die Hausverwaltung Factor, Geschäftspartner der Padovicz Unternehmensgruppe, jahrelang Rechnungen für Nebenkosten zurück gehalten, um kurz vor Vertragsende eine horende Summe von uns zu fordern. Dadurch hat Padocivz den Streitwert künstlich aufgebläht und durch den hier am Landgericht herrschenden Anwaltszwang unsere Kosten für das Verfahren massiv erhöht.

Ob zudem bewusst versucht wurde uns kurz vor Auslaufen des Vertrags in die Insolvenz zu treiben, wollen wir an dieser Stelle offen lassen. Zumindest ist es der Versuch, unsere finanziellen Mittel so einzuschränken, dass es uns die Verteidigung und ein Einlegen von Rechtsmitteln erschwert. Ein Skandal in diesem sogenannten Rechtsstaat.

Doch selbst wenn wir damals einen Wohnraummietvertrag erhalten hätten, wäre der Schutz des sogenannten sozialen Mietrechts nur schöner Schein gewesen. Denn in der aktuellen Rechtsordnung überwiegt das Rechtsgut Eigentum noch immer die Rechtsgüter wie Leben, Freiheit und körperliche Unversehrtheit. Für Padovicz ist unser Haus lediglich eine von vielen gewinnbringenden Immobilien, die er als Multimilliardär für sein wirtschaftliches Überleben nicht braucht Für uns ist es unser zu Hause und ein Schutzraum gegen die Zumutungen des Patriarchats und des Kapitalismus. Ein Ort an dem unser Herz hängt. Ein Ort den wir um jeden Preis verteidigen werden. Ohne ihn würden wir mit der Zwangsräumung obdachlos werden und der Kiez um dieses Projekt beraubt.

Und warum das alles? Weil ein Multimilliardär mit seiner Unternehmensgruppe rund 200 Häuser allein in Friedrichshain besitzt, unser Zuhause endlich in Rendite verwandeln will. Es ist nicht so, dass die Liebig 34 ein Verlustgeschäft für Padovicz gewesen ist: Damals, als die Hausgemeinschaft das Haus kaufen wollte, kam er ihr zuvor und hat es für 600.000 Euro erworben. 10 Jahre später hat eben diese Gemeinschaft an ihn 570.140,31 Euro Miete gezahlt.

Für uns ist es Miete, juristisch ist es Pacht. Das Haus wurde eigenständig in Stand gehalten und selbst verwaltet. Inzwischen sind die Immobilienpreise im Friedrichshainer Nordkiez massiv gestiegen. Alles in allem hat Padovicz schon heute mit der Liebig 34 einen riesigen Gewinn gemacht.

Es liegt nahe, dass Padovicz die Wertsteigerung, sowie unseren Rausschmiss zu diesem Zeitpunkt genau einkalkuliert hat. Wie kann es sein, dass die rein wirtschaftlichen Interessen, so viel mehr wiegen als das, was die Liebig34 gesellschaftlich bedeutet? Sie ist ein Ort mit Geschichte, der viele Lebensläufe berührt hat, der ein reales Zuhause für so viele Menschen war, ist und sein könnte. Ein Raum des Austausches, und der Entfaltung, ein Raum wo Leben abseits des normalen Spießbürgertums möglich ist. Ein Ort der auf so viele verschiedene Weisen einen wichtigen Platz im Leben und auch Alltag so vieler Menschen hatte, hat und haben könnte.

Unser Hausprojekt besteht seit 30 Jahren und ist in seiner Geschichte in Berlin einzigartig. Das Haus ist Ort eines gemeinsamen queerfeministischen Zusammenlebens, einer der letzten Rückzugsräume ohne cis- Männer. Die Bar in der Liebig34 ist Ort zahlreicher unkommerzieller Veranstaltungen und kollektiver Kiezküchen. Die Liebig34 hat für das Zusammenleben im Kiez eine große Bedeutung als Ort des Zusammenkommens, der Begegnung und des Austausches. Diese 30 jährige Erfolgsgeschichte soll nun ihr Ende finden, damit am Ende dort ein Luxusneubau entsteht, wie schon in zu vielen anderen Kiezen Berlins.

Unsere Situation ist für tausende von Berliner*innen traurige Realität geworden. Weil Wohnraum noch immer als Ware und Investitionsmöglichkeit und nicht als Menschenrecht angesehen wird, sehen sie sich mit massiven Mieterhöhungen, Umwandlung in Eigentumswohnungen und Rausschmiss konfrontiert. Diese Logik muss endlich durchbrochen werden!

Ein Blick in europäische Städte wie London oder Paris zeigt in welche Richtung sich Berlin entwickelt. Schon jetzt ist das solidarische Zusammenleben in vielen Kiezen zerstört. Familien und Nachbarschaftsstrukturen werden auseinandergerissen, Anonymität und Vereinsamung sind die Folge. Dagegen wehren wir uns. Die Liebig 34 ist etabliert im Kiez und richtet sich mit vielen unkommerziellen Angeboten nach außen und an die Nachbarschaft.

Padovicz ist nur ein Immobilienspekulant, leider unter vielen anderen. Mit der Liebig34 stellen wir uns entschieden gegen die Spekulation mit Wohnraum als Ware. Doch sehen wir Spekulation nicht als Wurzel des Übels, sondern als ein Symptom einer Logik, in der Wohnraum nicht als Menschenrecht gesehen wird. Die weitreichenden Möglichkeiten in dieser sogenannten sozialen Marktwirtschaft werden genutzt, um Lebensraum als Geldvermehrungsmaschine zu missbrauchen. Dieser sogenannte Rechtsstaat ermöglicht es ihnen erst.

Der Kampf gegen Gentrifizierung ist auch immer ein feministischer. Wer in der Gesellschaft benachteiligt wird, wird diese Benachteiligung auch auf dem Wohnungsmarkt spüren. So werden cis-Männer in Deutschland immer noch besser bezahlt. In einer Welt, in der wir unsere Lohnabrechnungen bereits bei einer Wohnungsbesichtigung abgeben müssen, sind sie klar im Vorteil. Wer Kinder hat und diese alleine aufzieht (typischerweise keine cis-Männer) ist mehr auf ein solidarisches und mithelfendes Umfeld angewiesen, d.h. die Verdrängung in neue Bezirke und möglicherweise längere Schul- und Arbeitswege wirken sich extrem kräftezehrend auf diese Familien aus.

Wie kann es sein, dass ein Schutzraum mit Antidiskriminierung-sstrukturen in Zeiten erstarkender rechtskonservativer und neo-faschistische Angriffe zwangsgeräumt werden soll? In Zeiten, in denen Nazis regelmäßig morden, soll ein Haus, das sich aktiv gegen rechte Strukturen wehrt und für Vielfalt und Toleranz steht, von staatlicher Stelle unter rot-rot-grünem Senat geräumt werden?

Die Liebigstraße 34 ist für uns kein abstrakter Begriff, sondern wir wohnen hier. Und wir werden bleiben. Eine Justiz in einem kapitalistischen Nationalstaat akzeptieren wir aus vielen Gründen nicht. Doch wenn heute ein Urteil zugunsten von Padovicz fällt, demaskiert sich der sog. „Rechtsstaat“ erneut selbst.

Kontakt?!

http://liebig34.blogsport.de
cosycoldkitchentalks.noblogs.org
liebig34@riseup.net
twitter: @Liebig34Liebig
instagram: lola.horowitz

*BREAKING NEWS**

our next courtdate is confirmed: 01/30
9:30am, Landgericht Turmstr. 91

Unser nächster Gerichtstermin ist bestätigt: 30.01.19 9:30 uhr, Landgericht Turmstr. 91

Stay tuned!!!

Solievent for political prisioners in Russia, 26.01.2020

On Sunday, 26th of January, 6pm, we’re meeting at Liebig34 to show our solidarity with anti-fascists and anarchists prosecuted in the case of “the Network” – a terrorist organization that was invented by the FSB (Federal Security Services of Russia) with evidence collected through torture and manipulation. We will watch a documentary about the case, have a discussion on the topic and write postcards to the imprisoned activists. More info on the campaign http://www.rupression.com/en Share this event with friends, come and support Liebig34 and Russian political prisoners!

**EILMELDUNG**/ **BREAKING NEWS**

**BREAKING NEWS**

Our courtdate from 12/16 got again postponed to january. Reasons and exact date are not clear yet. We will inform you when we get more news. Stay tuned!

**EILMELDUNG**

Unser Gerichtstermin wurde auf Januar verschoben. Gründe und genaues Datum bis jetzt unklar. Wir informieren euch sobald wir mehr wissen. Haltet euch auf dem Laufenden!

LOVE! Liebig34 <3

Solidarity from chile

We are everywhere – Greetings to Liebig34 from Chile

Dear Companer@s in Berlin,

With all the Fire of our Hearts, we send you Greetings from the Centre of the Riots of the Lands dominated by the chilean State. As you maybe know, we having hard Times in this part of the World. We Anarchists are concerned about this huge Repression we experience now. We know how the Police usually acts and we always knew it. But to see this, with our own Eyes is something different, dozens of injured People, bleeding, screaming and crying is terrible to Witness. We see our Comrades falling with their Eyes destroyed by Perdigon Bullets. They will never see the new World we are building now, we are having have difficult Times.
But who does not in this Times of Misery?

As Anarchists we know, when we take position in a social War against Capitalism it could end up in Prison. Nobody said it will be easy, but our Hearts are full of Love.
Freedom and Solidarity keep us strong.

You should know, in these hard Times our Minds and Hearts are with you.
We know how important it is to keep Places like this alive, away from a capitalist Culture as Centre of Resistance, as more than a Alternative to a bourgeois Culture that seeks to change Rebellion into a commercial something.
Some Years ago, the Anarchist Scene were Hit by a huge Wave of Repression.
We lost a most Squats and Projects in massive Evictions. Now almost then Years later we still live the Consequences. Maybe we weren‘t ready to confront the Situation. Maybe we didn‘t know how stick together when our Comrades were arrested and put in Prison. We assuming our Mistakes as Consequences in a continous revolutionary learning Process. It‘s difficult to keep the counter Culture alive without any Infrastructure and Resources. It‘s difficult but not impossible.

Bastards like Gijora Padovicz exist ewerywhere. Bastards who Profit of the need to have a Place to live. Our deep Hate to them. It‘s hard to fight of course, but we are everywhere and we are fucking angry. They have the Money and Security, but we have our Hearts, our Hands and our Minds, and most important we have ourselves. What we need is a bit Imagination, Will, and Love. We want to show you how important your Struggle is for us.
We send you here small Samples of our Solidarity. We are interested but also worried about what is happening right now in Berlin. A Fire is something little compared to the Rage of knowing how that our Spaces of Resistance are under attack no matter where they are.

This is a call to fight for Liebig 34. It is always necessary to share Experiences, Ideas and Feelings but the most beautiful Poetry we can share is real Action. Nobody is alone and nobody is forgotten. Our black hearts speak the same Language. All over the World.
Support, Solidarity and Love to Liebig and all the other threatened Projects. Stay together! Stay strong! No surrender. The only Fight you will loose is the one you didn‘t fight!
Be brave, be smart, resist! Our Governments need to know, no Eviction will be easy and it will cost them a lot, Material and personal Damage!

For Every Eviction A Riot!
One Struggle One Fight!!!
Smash The Capitalist System, Smash Patriarchy!
For the Anarchy Until Total Liberation!
Freedom For The Prisoners Of Social Wars All Over The World!!!

Your Anarchists
from the end of the World, Territory dominated by the Chilean State.
November 2019

Everyone is in Liebig// Alle in die Liebig

Nach dem Räumungsprozess, vom 24.11 bis zum 20.12 wünschen wir uns, dass die Liebig34 Bar von verschiedenen Gruppen aus unterschiedlichen Bezirken Berlins und auch überregional genutzt wird. Wir wollen mit euch eine schöne Zeit in der L34 erleben und die bevorstehenden harten Zeiten gemeinsam erleben. Und vorher wollen wir auch gemeinsam Spaß haben, also kommt bei uns vorbei und lasst es euch gut gehen!
Wenn du und deine Gruppe einen Abend bei uns gestalten wollt, schreibt uns eine Mail an liebig34(at)riseup(dot)net
Hier ein kurzer (teilweise fragmentarischer) Vorgeschmack, das Programm wird laufend von uns aktualisiert! Achtet auch auf Ankündigungen im Stressi.

24. November 2019
15:00 Uhr AKK
Der Angriff auf die Liebig34 ist ein Angriff auf uns alle! Wir laden euch am Sonntag, den 24.11. ab 15:00 Uhr zu einem solidarischen Antifa-Tresen mit Kaffee, Kuchen und gemütlichem Softgun-Schießen ein.//
Attaking L34 means attacing each and an of us! We invite you on sunday, 24.11. from 3 p.m. to come to our antifa tresen with coffe, cake and cosy softgunshooting.

19:00 Uhr Soup Küfa
Lazy sunday vegan soupküfa with movie.
This week: Paris is burning
Love soup H8 cops


25. November 2019

19:00 Uhr, Buffy and vegan Küfa
On November 25th it’s the International Day against Violence against Women*. We wanna use this day as one more opportunity for empowerment, we have to fight back and we will!

26. November 2019

27. November 2019

28. November 2019
20:00 Uhr R94 goes L34
Delicious vegan küfa

29. November 2019
19:00 Uhr We <3 Dorfplatz Küfa
Delicious vegan food. Love Dorfi, H8 Cops

30. November

01.Dezember 2019
19:00 Uhr Lazy sunday vegan soupküfa
with movie Love soup. H8 cops

02. Dezember 2019
20Uhr R94 goes L34
Delicious vegan Küfa and Film „9 Tage hinter Barrikaden“
September 1986 in Kopenhagen. Ein seit 3 Jahren besetztes Haus soll von den cops geräumt und anschließend abgerissen werden. Doch die BewohnerInnen wehren sich – und sie sind gut vorbereitet… Steine und Molotovcocktails liegen bereit und das ganze Viertel wird mit Barrikaden abgeriegelt.
Spannend an dem 55minütigen Film ist nicht nur die Entschlossenheit der BesetzerInnen und die gesellschaftliche Breite ihrer UnterstützerInnen, sondern auch der Einblick in Diskussionen während der Barrikadenzeit – und ihre Fähigkeit, kollektive Entscheidungen zu treffen.
// Film „9 days behind the barricades“
September 1986 in Kopenhagen. A since three years squatted house should be evicted by cops and then shut down. But the people living there are resistant, and they are well prepared…stones and molotow cocktails are ready and the whole block is barricated.
Exiting about this 55min film is not only the determination of the squatters and the support from society, but also the perspektive on discussions in this time of barricades, and their ability to find collective decisions.

03. Dezember 2019

04. Dezember 2019
20:00 Uhr Küfa
The famous vegan Pizza Küfa from R94 goes L34, unfortunally without the pizzaoven and therefore without pizza, but still fingerlicking good ;)

05. Dezember 2019
20:00 Uhr Anarche goes Liebig
Küfa and Tresen

06. Dezember 2019
19:00 Uhr We <3 Dorfplatz Küfa
19:00 The Infoladen Daneben in Liebig 34 hosts "Stino" on his Bookrading tour of his book „Stino. Von West nach Ost – durch Berlin 1990“. "Stino" used to be one of the first Squatters of Liebig34
Delicious vegan food. Love Dorfi, H8 Cops

07. Dezember 2019
Jobcenter goes Liebig34: info event+food/küfa+band+bar
20:00 Infoveranstaltung und Diskussion mit Basta Erwerbsloseninitiative (basta.blogsport.eu)
über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Einschränkung von HartzIV Sanktionen
22:00 live: Jobcenter (post-future)
danach DJane Fatty Fatty Boom Boom (Eurodance)
und DJane Centershock (Hits gegen Arbeit)
Specials: Dosenbier gegen Krankschreibung / Toast Hawaii (vegan) / Pommes / Glühwein / Jobcenter Merchandise
//
20:00 info event and discussion with Basta Erwerbsloseninitiative (basta.blogsport.eu)
about the recent verdict of the Bundesverfassungsgericht on the limitation of HartzIV sanctions
22:00 live: Jobcenter (post-future)
later DJane Fatty Fatty Boom Boom (Eurodance)
and DJane Centershock (anti work hits)
Specials: canned beer for doctor’s certificate / Toast Hawaii (vegan) / fries / mulled wine / Jobcenter Merchandise

08.Dezember 2019
18:30Uhr Mollies goes Liebig34 + Info Event about Inter*
Mollies is a queer-feminst wagenplatz in Berlin. In solidarity with
Liebig34 we are inviting to a bar night with an info event about Inter*.
Come over if you want to have a lazy sunday evening with us!

WARM SOUP
MULLED WINE
NICE PEOPLE

__________________________

MOVIE & TALK ABOUT INTER*

We will watch a movie (french, german, english spoken language with
english subtitles) together.
It portraits intersex individuals sharing their experiences, art and
activism and demand their (human) rights.

Afterwards we will take time to discuss intersex topics (with an
intersex person) and there’s gonna be plenty of space for your
questions!

Intersex?!?
https://www.youtube.com/watch?v=cAUDKEI4QKI
What It’s Like To Be Intersex

09.Dezember 2019
Time tba, Potse goes Liebig!
Glitzer Trash Tresen

10. Dezember 2019
resist.berlin goes Liebig34: infosec workshop + küfa
18:00-20:00 Smartphones & Social Media
20:00 Pause/break
20:30-22:30 digitale Repression & Gegenwehr/resistance


11. Dezember 2019

Minibar goes liebig!



12. Dezember 2019

19:00 Uhr Küfa
20:00 Uhr Film
And you Belong von Julia Osterberg
And You Belong. Bundesrepublik Deutschland 2013 Buch/ Kamera/ Schnitt/ RegieJulia Ostertag. Scream Club! Das Hiphop-Electro-Duo, 2002 in dem Künstlerort Olympia, Washington, von Sarah Adorable und Cindy Wonderful als Spaß-Projekt gegründet, ist zu einer der wichtigsten Bands der queeren Musikszene geworden.

13. Dezember 2019
19:00 Uhr We <3 Dorfplatz Küfa
Delicious vegan food. Love Dorfi, H8 Cops

14. Dezember 2019
Infoevent about the situation in chile
afterwards soli cocktailtresen
time tba

15. Dezember 2019
16:00 Uhr
Fantifa.
Beweggründe und Kritik (an) Antifa-Gruppen ohne cis-Typen. In diesem Vortrag fragen wir, was „Fantifa“ eigentlich ist und war, und wie und warum Fantifa Gruppen entstanden sind. Wir geben Einblicke darin, was Fantifa-Praxis für uns konkret bedeutet, diskutieren persönliche, politische und strategische Beweggründe für die feministische, antifaschistische Organisierung ohne cis-Typen. Unstringend und schlaglichtartig teilen wir Erfahrungen und Analysen und nehmen Bezug auf einzelne Fantifa-Momente der linken Historie. Und nicht zu vergessen: einige zentrale Kritikpunkte an Fantifa-Organisierung werden vorgestellt, und wie wir darauf reagieren (können). //
Fantifa
Issues and critics about Antifa Groups without cis men. In this speech we want to talk abut what „Fantifa“ was and is, and how and why fantifagroups were created. We show what fanita-practice menas for us and discuss personal and strategical reasons for feminist antifashist organisation without cis men. we talk abut experiences and analyses and fantifa in leftradical history. and we talk about critics on fantifa organisation an how to react on it.

19:00 Soupkitchen
Lazy sunday vegan soupküfa
with movie Love soup. H8 cops

16. Dezember
connect feminism goes liebig34.
19h küfa, bar und Austausch von Terminen. 21h Infoveranstaltung mit Input und Diskussion.

Der Prozess der liebig34 wurde verschoben und findet nicht heute sondern erst im Januar statt.

21h Infoveranstaltung zum aktuellen Prozess von Yildiz Aktas

Die kurdische Feministin Yildiz- in der Türkei verfolgt, eingesperrt und gefoltert, wird in Deutschland erneut kriminalisiert, indem ihr vorgeworfen wird, gemäß 129b Mitglied in einer sogenannten terroristischen Vereinigung (PKK) zu sein. Seit dem 25.10. läuft die Hauptverhandlung. Die Kampagnengruppe „Freiheit für Yildiz“ gibt einen Einblick in den bisherigen Prozessverlauf und berichtet von ihren persönlichen Eindrücken.

Unterstützt Deutschland die Türkei in der Kriminalisierung von einer progressiven freiheitlich demokratischen Gesellschaft? Und warum geht dieser Prozess uns alle etwas an?

Diesmal all gender* welcome.
Liebig34 verteidigen!

17. Dezember
Evening Organized by FAK from Karlshorst.
Program and Time: tba

18. Dezember
QAFA Tresen/Bar
Program and time: tba

19. Dezember
Küfa 19:00 Uhr
Film 20:00Uhr
Noise and Resistance
Noise and Resistance is a German documentary. The film follows the European DIY punk music scene. The directors enter the centres of a vivid and vibrant, a rebellious and self-conscious scene. Be it squatters in Barcelona, anti-fascists in Moscow, Dutch trade unionists, the activists of England’s Crass collective, queer trailer park inhabitants in Berlin, or Swedish girl punk bands, their music always expresses a collective self-assertion, a No! set to music whose slogan : Do it yourself! has become a strident 21st century „International“

20. Dezember
19:00 Uhr We <3 Dorfplatz Küfa
Delicious vegan food. Love Dorfi, H8 Cops

Nippel, Blut und Bomben//Nipples, Blood and Bombs//liebig34 unstoppable!

-------------english below-----------

Nippel, Blut und Bomben//liebig34 unstoppable!

Landgericht Tegeler Weg heute morgen:
Farbanschläge gegen das Gericht, eine Bombendrohung, die Mandant*innen kurz vor Beginn unter Vorwand von den Bullen eingesackt, eine kurzfristige Saalverkleinerung, massive Sicherheitskontrollen, Cops die uns brutal aus dem Saal zerren und eine teilweise und distanzlose und respektlose Presse, mit der wir uns die wenigen Plätze im Saal 1:1 teilen müssen. Am Ende der Verhandlung wurde die Öffentlichkeit mit Ausnahmen einiger Pressevertreter*innen ganz ausgeschlossen. Im Innenhof des Gerichts wurden daraufhin Unterstützer*innen der Liebig34 von der Berliner Polizei eingekesselt. Nachdem die Cops Supporter*innen, die sie als männlich gelesen haben aus dem Kessel gehen ließen, wurden alle weiteren Supporter*innen durchsucht und ihre Personalien aufgenommen. Alle nicht cis-männlichen Personen vor dem Gericht haben eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Widerstand bekommen. Auch wenn sie gar nicht im Gerichtssaal waren. Darüber hinaus hat die Präsidentin des Landgerichts uns kollektiv und auf uns unbekannte Zeit Hausverbot ausgesprochen.

Padovicz, vertreten durch seinen Lakaien Herrn Wrobel samt Bodyguard, ist nicht mal persönlich gekommen. Sonderlich wichtig scheint ihm der Räumungstitel, durch den circa 34 Menschen obdachlos werden, nicht zu sein.

Wir haben dem Gericht bereits heute morgen gezeigt, was wir von der Justiz im kapitalistischen Nationalstaat halten: Nichts. Was interessiert uns was der Richter Herr Borgmann drüber denkt, ob wir in unserem Zuhause bleiben dürfen oder nicht.

Schon 2008 war klar, dass es Padovicz und Siganadia GmbH nur um Immobilienspekulation und Akkumulation von Kapital geht: Statt einen Wohnmietvertrag für das gesamte Haus, war die einzige Möglichkeit als eine Hausgemeinschaft im Haus zu bleiben, einen Pachtvertrag abzuschließen. Dieser ist 2018 abgelaufen. Punkt. Und mehr hat das Gericht heute nicht interessiert.

Dass einer Hausgemeinschaft, die schon zuvor hier gelebt hat, über Wohnraum ein Gewerbepachtvertrag ausgestellt wurde und das Vertragsverhältnis so überhaupt befristen werden konnte, zeigt wie beschissen es um Wohnraum steht und wie das kapitalistische System die Gentrifizierung in Berlin begünstigt.

All das hat für das Gericht heute morgen keine Rolle gespielt!
Gerechtigkeit hat für das Gericht heute morgen keine Rolle gespielt!!

In den letzten 10 Jahren haben wir bereits 570.140,31 Euro Miete gezahlt und das Haus eigenständig verwaltet und in Stand gehalten. Padovicz hat seinerzeit nur 600.000 Euro als Kaufpreis bezahlt. Somit hat sich der Kaufpreis für ihn bereits amortisiert und das Grundstück ist zudem sehr viel mehr wert als früher. Soviel also zu der Kohle. Und außerdem: Wohnen ist ein Menschenrecht!

Gentrifizierung hat in Berlin so drastische Formen angenommen wie vor ein paar Jahren noch nicht vorstellbar. Politik und Justiz sehen tatenlos zu und begünstigen den Ausverkauf der Stadt auch noch. Jedes Jahr gibt es in Berlin schätzungsweise 5000 Zwangsräumungen.

Was wir dazu sagen? Wir antworten mit drastischen Maßnahmen!

In der Liebigstraße 34 leben wir ohne cis-Männer. Uns als Frauenlebentransinterundnonbinary trifft die Gentrifizierung besonders hart. Wer in der Gesellschaft benachteiligt wird, spürt dies auch auf dem Wohnungsmarkt. Cis-Männer werden in Deutschland immernoch am besten bezahlt, können sich somit eher eine Wohnung leisten und sind klar im Vorteil. Wir anderen sind mehr auf ein solidarisches und mithelfendes Umfeld angewiesen und werden dies auch in der Liebig34 weiter leben!

Wrobel, Padovicz und Siganadia haben heute kein Versäumnisurteil gegen uns erlangt! Der Prozess wurde auf den 13.12. verschoben, da die Menschen, die heute die Liebig34 vor Gericht vertreten sollten, bereits vor der Verhandlung festgenommen wurden. Dies bedeutet für das Fortbestehen unseres Hauses einen kurzfristigen Erfolg. Auf anderen Ebenen ist es für uns eine Genugtuung die Sellbstverständlichkeit der Autorität des Gerichtes zu untergraben. Doch da der rot-rot-grüne Senat weder wirklich rot, noch grün ist, wird der politische Druck uns räumen lassen zu wollen, nicht ablassen.

Wir sehen ständig, auch überregional, Soliaktionen für die Liebig 34 und wir freuen uns über jede Einzelne!

Wir haben nichts mehr zu verlieren!
Wir werden weiterhin in unserem Haus bleiben!
Wir werden keinen Cent Miete mehr bezahlen!
Wir werden in unserem Zuhause bleiben und es bis zuletzt verteidigen!

Freiheit für Thunfisch, Solidarität mit Yildiz und anderen räumungsbedrohten Projekten.

-------------english-----------

Nipples, Blood and Bombs//Liebig34 unstoppable!

Tegeler Weg District Court this morning:
Activists covered the walls outside the court with colour attacks. Before the start of the trial, there was a bomb threat. The defendents were taken forcefully away by the cops shortly before the start of the trial. Soon after, the courtroom moved location to a much smaller size. There were massive security checks, cops brutally pulling us out of the hall, and a disparaging and disrespectful press, who were prioritized to share the few seats in the hall. At the end of the trial, the public was completely excluded, with the exception of a few press representatives. In the courtyard of the court, Liebig34 supporters were surrounded by police. Supporters were searched and their personal details were recorded while some supporters were repeatedly misgendered. All non cis-male persons before the court were charged with trespassing and resistance, some of whom were not even in the courtroom. In addition, the president of the Regional Court has collectively banned us from the courthouse for an unknown time.

Padovicz -represented by his lackey, Mr Wrobel and his bodyguard- did not even come in person. He does not consider an eviction title which will render 34 people homeless to be worth his time, and only sees such a culturally important house as a lucrative business opportunity.

We have already shown the court this morning what we think of the judiciary in the capitalist nation state: Nothing. What do we care what Judge Borgmann thinks about whether we are allowed to stay in our home or not?

In 2008 it was clear that Padovicz and Siganadia GmbH were only concerned with realestate speculation and accumulation of capital. Instead of individual residential leasing contracts for the entire house, the only possibility to conclude a lease contract was to be rented as one building, which compromises our tenant rights.

The fact that a community of tenants who had already lived here before was issued a commercial lease agreement for residential space and that the contractual relationship could be limited at all shows how shitty it is about residential space and how the capitalist system favours gentrification in Berlin.Our contract expired at the end of 2018. That’s all the court was interested in today.

None of our history nor our humanity played a role for the court this morning!
Justice did not matter to the court this morning!

In the last 10 years we have already paid 570,140.31 Euros rent and managed and maintained the house independently. Padovicz paid at that time only 600.000 Euro in 2008 as purchase price. Thus the purchase price has already amortized for him and the property, which is also worth much more than before. Regardless of the dirty money involved between Landlords and the city, living is a human right!

In Berlin, gentrification has taken on such drastic forms inconceivable a few years ago. Politicians and the judiciary are watching inactively and even favour the sell-out of the city. Every year there are an estimated 5000 evictions in Berlin.

While we are being subjected to such drastic measures, we must react with drastic measures!

In Liebigstraße 34 we live without cis-men. Gentrification hits members of the queer community particularly hard. Those who are generally disadvantaged in society are just as disadvantaged in the housing market. Cis men are still best paid in Germany, can more easily afford housing and clearly have these advantages. The rest of us, cast aside, rely more on solidarity and supportive communities, which is alive in the Liebig34!

Wrobel, Padovicz and Siganadia did not achieve their proposed verdict against us today! The trial was postponed to 13/12 because the people who were to represent Liebig34 in court today were arrested before the trial. This is a short-term success for the continued existence of our House. At other levels, it is a satisfaction for us to undermine the self-evident authority of the court. But since the red-red-green Senate is neither really red, nor green, the political pressure to have us evacuated will not cease.

We constantly see, even internationally, solidarity actions for the Liebig 34 and we are so grateful for every single one!

We have nothing more to lose!
We will continue to stay in our house!
We will not pay a cent more rent!
We will stay in our home and defend it to the last!

Freedom for Thunfisch, solidarity with Yildiz and other projects in danger of eviction.

Solidarity photo from Bumzen in Copenhagen <3

Solidarity photo from Bumzen in Copenhagen

Der Senat, die Medien und die Rigaer

Die gerichtliche Verhandlung über die Räumungsklage der Liebig34 steht kurz bevor (15.11.2019) (9), die Situation der Rigaer94 ist nach wie vor unsicher und der Innensenat äußert den Wunsch das Haus kaufen zu lassen (2), um „Recht und Ordnung durchsetzen“ (6) zu können. Die Befriedung des Kiezes ist schon seit langem Ziel des Berliner Senats. Aktuell scheint der Innenausschuss des Senats die Chance dazu zu wittern, dies eleganter als ehemaliger Innensenator Henkel zu lösen (10).

Wie lässt sich der Weg zu gesellschaftlich getragenen oder sogar befürworteten Zwangsräumungen am besten ebnen? Klar, durch das Schüren von Ängsten. Hierfür existiert bereits das undifferenzierte Bild einer „durch uns ausgehenden Gefahr für alle“, was regelmäßig -und aktuell wieder- von Politik, Presse, Bullen und anderen Hetzern gefüttert wird. Es wird versucht unsere Kollektive zu diffamieren und unsere Kämpfe zu entpolitisieren. Dass hierfür beispielsweise Kriegsbilder bei Razzien der Rigaer94 generiert werden, ist bereits bekannte Masche. Auch den Einsatz von besonderen Ermittlungsgruppen (EG) kennen wir schon. Nun kommt dieses Konzept erneut mit der EG Nordkiez zum Einsatz, gerechtfertigt durch Stein- und Farbbeutelwurf auf Cops. Dass es eben jene Cops sind, die uns beinahe täglich schikanieren, bei Küfas Leute verprügeln, zur ED-Behandlung mit auf die Wache nehmen und durch ihre bloße Anwesenheit und Machtdemonstration provozieren und sexistisch gegen Aktivist*inne im Kiez agieren, wird kaum benannt. Gleichzeitig werden emotionalisierte Interviews von Bullen (7) abgedruckt, die versuchen nach Empathie zu haschen. Wir empfinden dies als als eine krasse Fokussverschiebung. Denn der Versuch Emotionen von uns nachzuvollziehen, die täglich mit Gewaltmonopol und verschiedensten ‑ismen konfrontiert sind, denen ihre Existenz genommen werden soll, wird nicht unternommen. Durch die Entmenschlichung, Kriminalisierung und Meinungsmache von bzw. gegen uns, wird eine Situation geschaffen, in der sich Menschen von uns bedroht fühlen, die sich noch nicht mit uns beschäftigt haben und nicht wissen wofür wir politisch stehen. Zum anderen sehen sie die Erlösung von der Bedrohung durch die starke Hand des Rechtsstaates ermöglicht.

Wir hören und lesen täglich von „Terrorismus“ (1), von „No-go-areas“ (2), in denen sich „Bürger und Journalisten nicht frei bewegen können“ (2), von „gewaltbereiten Chaoten“, die „den Rechtsstaat nicht tolerieren“ und „feindlich der „Demokratischen Grundordnung“ und „anderen Menschen gegenüber eingestellt“ sind. Ja wir sind gewaltbereit, um uns gegen die Gewalt die das System uns und anderen antut zu wehren. Und ja, wir sind an einigen Stellen chaotischer als es uns lieb ist. Ja, wir wehren uns gegen Nazis (3), Politiker*innen (0) und rechte Journalist*innen (4, 5), die in den Kiez kommen, um weitere Hetze über einen Zusammenhang zu betreiben, den sie weder verstehen noch versuchen wirklich zu verstehen. Ja, wir stellen den „Rechtsstaat“ in Frage, denn er übt Herrschaft aus und setzt aktuell beispielsweise am Beispiel unseres Hauses exemplarisch Eigentums- gegen gesellschaftliche Interessen durch. Er ermöglicht uns keine wirkliche Demokratie -und Gerechtigkeit schon gar nicht. Nein, wir sind nicht gegen Menschen. Wir wollen eine radikale Veränderung der Gesellschaft und dies geht nur mit Menschen. Trotzdem ist es dafür unabdingbar Einstellungen, Verhalten und Positionen von Menschen mit verschiedensten Methoden infrage zu stellen und den vermeintlichen Herrschaftskonsens aufzukündigen. Hierfür halten wir unter anderem konfrontative Methoden für sinnvoll, welche sich gezielt gegen staatliche Institutionen, rechte Strukturen und Verantwortliche für gesellschaftlichen Rassismus und Sexismus richten, wobei versucht wird zu vermeiden, dass Unbeteiligte in Mitleidenschaft gezogen werden. Nein, wir haben leider noch nicht geschafft No-Go-Areas für Bullen, für Nazis und Macker zu schaffen. Aber wir werden weiter daran arbeiten, um einen Raum und einen Kiez zu schaffen, der einerseits saf(er) space für von Unterdrückung Betroffene ist und anderseits konfrontativ und rebellisch die Herrschaftsverhältnisse angreift.

Auch innerhalb mancher “linker“ Medien wird über uns diskutiert, dass wir es anscheinend für eine schlaue Idee hielten Farbbomben aus dem Haus zu werfen, um das Haus zu halten (8). Klar sind nicht alle Aktionen frei von Widersprüchen und über Strategien lässt sich streiten. Aber der Drang zu Handeln an sich ist logische Konsequenz bei Menschen, die sich noch wehren können und wollen. Wir denken nicht, dass wir uns anbiedern, die Füße still halten und uns die Präsenz von Bullen und deren Schikanen gefallen lassen sollten, weil wir räumungsbedroht sind. Außerdem zeichnet sich unser Aktionismus durch weit mehr aus als das Werfen von Farbbeuteln.Doch anstatt zu sehen was wir aufs Spiel setzen und sich mit uns zu solidarisieren, wird uns immer wieder vorgeworfen, wir seien doch selber Schuld wenn wir Schikanen und Repression erfahren und wenn wir geräumt werden sollten sowieso. Das sind Punkte an denen sich eine kritische Linke fragen sollte, wie internalisiert der Glaube an den Staat und wie tiefgreifend die Akzeptanz des Gewaltmonopols geht. Die Frage nach der Schuld („Was war zuerst da: Der Angriff der Bullen oder der Angriff auf die Bullen?“) würden wir so beantworten: Wären Bullen nicht da, würden keine Farbbomben oder Orangen auf sie fliegen.

Die Probleme in unserem Kiez können die Leute vor Ort zum größten Teil selber lösen, auch wenn dies am Dorfplatz, der sehr viele unterschiedliche Menschen anzieht, nicht immer einfach ist. Polizeipräsenz zeigt hier ganz offensichtlich, dass Probleme nicht gelöst, sondern Menschen mit wenig Privilegien oder Menschen, die sich nicht unterwerfen und anpassen wollen, schikaniert und kriminalisiert werden. Reale Gefahren gehen nicht von den Hausprojekten, sondern von unter anderem Polizeiwillkür und Verdrängung aus. Es ist uns wichtig dies an dieser Stelle richtig zu stellen.

(0) https://twitter.com/kaiwegner/status/1162367608093626368
(1) https://www.bz-berlin.de/liveticker/gdp-zur-rigaer-strasse-erwarten-dass-dieser-terrorismus-bekaempft-wird
(2) https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20190826_1930/rigaer-strasse.html
(3) https://www.bz-berlin.de/berlin/friedrichshain-kreuzberg/mit-stoecken-und-knueppeln-rechtspopulist-in-rigaer-strasse-verpruegelt
(4) https://www.morgenpost.de/berlin/article226875947/Rigaer-Strasse-in-Friedrichshain-Gewalt-erreicht-neuen-Hoehepunkt.html
(5) https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/07/kamerateam-rbb-abendschau-angegriffen-rigaer-strasse.html
(6) https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/um-recht-und-ordnung-durchzusetzen-berlin-will-haus-in-der-rigaer-strasse-kaufen/24903308.html
(7) https://www.morgenpost.de/berlin/article226880665/Rigaer-Strasse-Am-Ende-geht-es-hier-um-Leib-und-Leben.html
(8) https://blogs.taz.de/lokalrunde/2018/06/10/rigaer-strasse-statt-anis-amri/
(9) http://liebig34.blogsport.de/2019/08/22/dont-mess-with-liebig34-prozess-und-demo-verschoben/
(10) https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20191028_1930.html

Feministisch, entschlossen, unversöhnlich- Demoaufruf Nr. 2: Seite an Seite mit Rojava

First Published here:
https://de.indymedia.org/node/43259

--------------english below----------

Am 9.Oktober fiel der NATO-Staat Türkei in Nordsyrien (Rojava) ein und führt dort seitdem einen grausamen Krieg. Dabei schreckt er nicht vor dem Gebrauch von chemischen Kampfstoffen wie weißem Phosphor und der offenen Zusammenarbeit mit jihadistischen Gruppen zurück. Doch anstatt sich gegen die Politik der Türkei zu stellen und die ehemaligen Bündnispartner*innen QSD/SDF zu unterstützen, verhandeln die Weltmächte nun wie schon vor 100 Jahren die Aufteilung und Besatzung der Region auf dem Reißbrett.

Der Angriff auf Rojava richtet sich nicht nur gegen die dortige Bevölkerung, sondern auch gegen uns! Denn sie richtet sich gegen die Idee einer autonomen Selbstverwaltung mit gelebter Utopie, jenseits von Staat, Macht und Gewalt. Die Frauenrevolution beinhaltet unter anderem die Bildung von Frauen*räten, den Aufbau von Frauen*kommunen, die Gründung der Frauen*armee YPJ und die Gleichberechtigung aller Identitäten. Damit ist Rojava ein wichtiger Teil im Kampf gegen den Staat und das Patriachat. Diese Revolution gilt es weltweit zu verteidigen!

Also lasst uns raus auf die Straße gehen zum Worldresistance Day am 2.11.! Kommt um 12 Uhr zum Neptunbrunnen, um gemeinsam gegen den Angriffskrieg der Türkei auf Rojava zu demonstrieren.

Um 17 Uhr geht es in Kreuzberg weiter.

***Frauen*, die kämpfen, sind Frauen*, die Leben*** Jin Jiyan Azadi***

Weitere Infos findet ihr hier:
https://stopptdenkrieg.noblogs.org/post/2019/10/26/stoppt-den-krieg-solidaritat-mit-rojava/

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Feminist, determined, irreconcilable – Call-out to demo No.2: Shoulder to Shoulder with Rojava

On 9th of october the NATO state Turkey invaded Northern Syria (Rojava) and has been waging a cruel war there ever since. It does not avoid using of chemical warfare agents such as white phosphorus and open cooperation with jihadist groups. But instead of opposing Turkey’s policies and supporting the former allies QSD/SDF, the world powers are now negotiating the division and occupation of the region, as they did 100 years ago.

The attack on Rojava is not only directed against the local population, but also against us! Because it is directed against the idea of an autonomous self-administration with lived utopia, wbeyond state, power and violence. The women’s revolution includes the formation of women*’s councils, the construction of women*’s communities, the foundation of the women*’s army YPJ and the equal rights of all identities. Thus Rojava is an important part in the fight against tha nation state and patriarchy. This revolution must be defended worldwide!

So let’s take to the streets for World Resistance Day on 2.11.! Come at 12 o‘clock to the Neptune Fountain to demonstrate together against the war of Turkey on Rojava!

At 5pm we continue in Kreuzberg.

***women* who fight are women* who live*** Jin Jiyan Azadi***

Further information you can find here:
https://stopptdenkrieg.noblogs.org/post/2019/10/26/stop-the-war-solidarity-with-rojava/

Mobivideo Demo 02.11.2019

LIEBIG34MOBIVIDEO from LL on Vimeo.

AUFRUF ZUR DEMO AM 2.11.19 – Feministisch, entschlossen, unversöhnlich

!ENGLISH VERSION BELOW!

AUFRUF ZUR DEMO AM 2.11.19 – Feministisch, entschlossen, unversöhnlich

Über ein Jahr nach unserer letzten Demo am 29.09.18 wollen wir wieder zusammen mit euch und den anderen bedrohten Projekten auf die Straße gehen.

Am 2.11.19 wollen wir vom Lausitzer Platz und der Köpi am Schlesischen Tor zusammenkommen und dann kraftvoll und laut von Kreuzberg nach Friedrichshain ziehen.

Die Situation der Liebig34 hat sich nicht verändert. Sie ist nur noch bedrohlicher geworden.

Wir haben uns in den letzten Monaten nicht durch die Dominanz und die Verhandlungen beschissener Cis-Typen unter- oder kleinkriegen lassen. Daran wird sich nix ändern. Padovicz hat vor nun über 10 Jahren das Haus der Hausgemeinschaft in der letzten Minute vor der Nase weggeschnappt und dann einen Pachtvertrag ausgestellt, der den im Haus lebenden Menschen deutlich weniger Rechte als regulären Mieter*innen verschafft. Unser Fall, der am 15.11.19 um 9:00 im Tegeler Weg verhandelt werden soll, reiht sich ein in eine Reihe von Mietskandalen. Nur wir haben aufgrund dieses Tricks weniger Chancen und Möglichkeiten und waren überhaupt nur deshalb kündbar. Drei Wochen nach dem womöglich verlorenen Prozess kann die Liebig34 geräumt werdenUnsere Antwort darauf ist, auf das Ende des Pachtvertrags zu scheißen und hier zu bleiben. Damit zeigen wir uns solidarisch mit den Besetzungen der letzten Jahre, wollen aktiv einen rebellischen Kiez gestalten und Eigentum und Miete hinterfragen.

Der Kampf um Berlin als Stadt von unten geht also in die nächste Runde und spitzt sich immer weiter zu. Auch die Meldungen um neue räumungsbedrohte Projekte häufen sich und zeigen, dass immer mehr selbstorganisierte, linke und widerständige Freiräume von der Bildfläche verschwinden sollen. Alteingesessene Hausprojekte und Kulturräume, die in ihre Kiezen integriert sind, sollen schicken und aufwertenden Yuppieburgen weichen und gated communities bilden. Syndikat, Potse, Meuterei, die Kad(t)erschmiede und nun auch die Köpi samt Wagenplatz sollen aus dem Stadtbild verschwinden. Unsere Stärke liegt darin, dieser Bedrohung nicht vereinzelt entgegenzutreten. Es sind nicht nur die Räume, die sie uns nehmen wollen – wir sollen individualisiert und ohne aufzubegehren verschwinden.

Unser Kampf gegen diese Schweinereien ist einer, den wir gemeinsam und kompromisslos führen müssen.

In unserer Solidarität zueinander sehen Bullen und Repressionsorgane eine Gefahr, mit der sie nicht umgehen können. Das sehen wir auch an der unverhältnismäßigen Gewalt, dem willkürlichen Vorgehen und dem Hagel von Anzeigen gegen rebellische Strukturen. So saß die Gefährt*in Primbo nach der Besetzung in der Landsberger Allee fast zwei Wochen in U- Haft und das wegen einem Hausfriedensbruch und einem herbeigedichteten gemeinschaftlichen Widerstand.Menschen aus unseren Kollektiven werden von Repression überhäuft. Die Bullen üben ihre paramilitärische Clownsshow vor unserer Haustür und zeigen, was auf uns zukommen könnte, wenn sie den Dorfplatz belagern und mit 7 Helikoptern über unseren Kiez schwirren.

Wir lassen uns nicht in die Ecke drängen und auch nicht spalten. Wir sind entschlossener als jemals zuvor unser geliebtes Haus zu verteidigen und für unsere Leidenschaften und Ideen zu kämpfen. Die Liebig34 ist nicht ein Schöner-Leben-Hausprojekt im schicken und angesagten Friedrichshain. Es ist ein Ort, der widerständig gegen Bullen, Spekulation und patriarchale Gewalt ist. Wir haben uns jahrelang als Schutzraum verstanden. Die Bullen und die drohende Räumung haben uns in dieser Möglichkeit eingeschränkt. Das macht uns jedoch nicht schwächer und gerade nur noch unversöhnlicher mit Staat und Patriarchat. Sie werden es niemals schaffen uns zu brechen.

In den letzten Monaten häufen sich die Bekenner*innenschreiben von FLINT*-Gruppen, die sich unter anderem mit unserem Struggle solidarisieren. Wir sehen es als notwendige Schritte den Druck auf der Straße zu erhöhen und dem kapitalistischen Patriarchat klar und deutlich den Kampf anzusagen. All diese Aktionen empowern uns und zeigen, dass wir nicht alleine sind. Militant agierende feministische Gruppen sind gerade jetzt, wenn patriarchale Strukturen unsere Utopien angreifen, wie es in Rojava passiert, nötig. Das Patriarchat ist kein Nebenwiderspruch und der Feminismus darf nicht durch kapitalistische Vereinnahmung an Schlagfertigkeit verlieren. Worte reichen schon lange nicht mehr aus, auch Feminist*innen können das System zu Fall bringen.

Lasst uns feministische Banden bilden und radikale anarchafeministische Praxis leben!

Kommt am 2.11. nach Kreuzberg und seid laut, kreativ und chaotisch!

Wir bleiben unserer Linie treu – feministisch, entschlossen und unversöhnlich.

Außerdem schließen wir uns dem Aufruf von RiseUp4Rojava und WomenDefendRojava an, den diesjährigen 2. November zu einem Tag des globalen Widerstands gegen den türkischen Angriffskrieg zu machen. Weitere Infos findet ihr hier und werden folgen:

https://riseup4rojava.org/de/startseite/

CALL-OUT TO DEMO AM 2.11.19 – feminist, determined, irreconcilable

More than one year after our last demo on 29.09.18 we want to go to a demonstration together with you and the other threatened projects.
On 2.11.19 we want to come together from the Lausitzer Platz and the Köpi at the Schlesischen Tor and then move from Kreuzberg to Friedrichshain powerfully and loudly.

The situation of the Liebig34 has not changed. It has only become more threatening.
In the last few months we have not let ourselves be undermined or small-minded by the dominance and the negotiations of crappy Cis types. Nothing will change about that. More than 10 years ago Padovicz snatched the house of the house community in the last minute in front of their nose and then issued a lease contract which gives the people living in the house considerably less rights than regular tenants*. Our case, which is to be negotiated on 15.11.19 at 9:00 a.m. in the Tegeler Weg, joins a series of rental scandals. Only we have less chances and possibilities due to this trick and were only therefore terminable at all. Three weeks after the possibly lost trial the Liebig34 can be cleared.
Our answer is to shit on the end of the lease and stay here. With this we show solidarity with the occupations of the last years, want to actively shape a rebellious neighborhood and question property and rent.

So the battle for Berlin as a city from below is entering the next round and is getting worse and worse. Also the reports about new projects threatened with evictions are accumulating and show that more and more self-organized, left-wing and resisting spaces should disappear from the surface. Long-established house projects and cultural spaces that are integrated into their neighborhoods are to give way to chic and upgrading yuppie castles and form gated communities. Syndikat, Potse, mutiny, the Kad(t)erschmiede and now also the Köpi including Wagenplatz are to disappear from the cityscape. Our strength lies in the fact that we do not face this threat in isolated cases. It is not only the spaces that they want to take from us – we are to disappear individualized and without rebelling.
Our fight against this injustice is one that we must conduct together and uncompromisingly.

In our solidarity with each other, cops and repressive organs see a danger they cannot deal with. We also see this in the disproportionate violence, the arbitrary action and the amount of charges against rebellious structures. After the squatting of Landsberger Allee, for example Primbo was imprisoned for almost two weeks because of a trespass and a invented communal resistance.
People from our collectives are overwhelmed by repression. The cops practice their paramilitary clown show in front of our front door and show us what could happen if they besiege the Dorfplatz and buzz over our neighbourhood with 7 helicopters.

We don‘t let ourselves be pushed into a corner or split. We are more determined than ever to defend our beloved home and fight for our passions and ideas. The Liebig34 is not a beautiful life house project in the chic and trendy Friedrichshain. It is a place that is resistant to cops, speculation and patriarchal violence.
For years we have seen ourselves as a shelter. The cops and the threat of eviction have restricted us in this possibility. However, this does not make us weaker and just more irreconcilable with the state and patriarchy. They will never be able to break us.

In the last few months there have been more and more texts of FLINT*-groups, who among other things show solidarity with our struggle. We see it as necessary steps to increase the pressure on the streets and to clearly declare war on the capitalist patriarchy. All these actions empower us and show that we are not alone. Militant feminist groups are necessary right now, when patriarchal structures attack our utopias, as it happens in Rojava. Patriarchy is not a side contradiction and feminism must not lose its quick-wittedness through capitalist appropriation. Words are no longer enough, also feminists* can bring down the system.

Let us form feminist gangs and live radical anarchafeminist practice!
Come to Kreuzberg on 2.11. and be loud, creative and chaotic!

We remain true to our line – feminist, determined and irreconcilable.

We also join the call of RiseUp4Rojava and WomenDefendRojava to make this year’s 2nd of november a day of global resistance against the Turkish war of aggression. More information you can find here and will follow:

https://riseup4rojava.org/de/startseite/

Solidarische Grüße nach Rojava!

Wir schicken kämpferische Grüße an unsere Freund*innen nach Rojava. Ihr seid nicht allein!
#WomenDefendRojava
#RiseUp4Rojava



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