infoevent, sunday 28. mai 5pm

The feminist sewing collective reSew from Kiev talks about their artistic collective work at the intersection of craft, solidarity economy and textile production. ReSew sewing cooperative is a feminist collective that elaborates and practices alternative production, using such instruments as consensus, group dynamic and nonviolent communication. Cooperative is trying to introduce upcycling in production of textiles and clothing and develop new types of economic schemes based on decent and labor proportional income distribution.

Senat und Padovicz wollen Liebig34 räumen lassen

english, spanish, greek, italian, french below
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Wie die meisten sicher schon wissen, ist Ende des Jahres 2018 der Pachtvertrag der Liebig 34 mit dem Immobilienspekulanten Padovicz, dem in Berlin mehr als 2.000 Objekte gehören, ausgelaufen. Seitdem leben wir ohne Vertrag aber nach wie vor glücklich und zufrieden in der Liebig34, lieben unser Haus wie eh und je und sind zu allen Schandtaten bereit es mit euch verteidigen. Padovicz und der Senat werden uns hier nicht rauskriegen, denn das ist unser Haus!
Heute wollen wir euch über unsere aktuelle Situation inormieren.

Was bisher geschah:

Vor knapp einem Jahr, im April 2018, adressierten wir einen Brief an unseren Hauseigentümer GijoraPadovicz, in dem wir unser Interesse mitteilten, auch nach 2018 „legal“ in unserem Haus bleiben zu wollen. Eine Reaktion blieb aus. Im Sommer lud uns Baustadtrat Florian Schmidt zu einem Gespräch ein. Nach langen hausinternen Diskussionen lehnten wir dies als Liebig34 Kollektiv ab. Zu wenigwas wir uns davon erhofften, zu viel was wir von unseren Überzeugungen hätten ablegen müssen. Dennoch war die Neugier, das Interesse an Informationsgewinnung trotz aller Bedenken und diebestehende Hoffnung bei Menschen nicht zu verleugnen, sodass sich interessierte Einzelpersonen aus der Liebig34 in Absprache mit dem Kollektiv mit Florian Schmidt trafen. Hierbei bot jener uns an, ein Treffen mit Padovicz zu organisieren, wozu wir als Kollektiv zähneknirschend zustimmten, um Informationen von ihm selbst zu erhalten.
Im September demonstrierten Tausende für den Erhalt der Liebig34 und gegenGentrifizierung. Zeitgleich wurde eine Wohnung im Weidenweg 63, einem seit Jahren leer stehenden Padovicz Haus in unmittelbarer Nachbarschaft, besetzt.Im gleichen Zeitraum wurde ein erstes Treffen mit Gijora Padovicz von ihm abgesagt, aber im Oktober 2018 nachgeholt. Padovicz betonte bei diesem Treffen, dass er froh sei,wenn er uns los sei und uns räumen lassen möchte. Weiterhin warf er uns vor, eine Hetzkampagne gegen ihn zu führen. Ergebnislos beendeten wir das Gespräch.Im November reichte der Anwalt von Padovicz, Ferdinand Wrobel (welcher laut der Kanzleihomepage „insbesondere Vermieter,Grundstückseigentümer und Hausverwaltungen vertritt“ aus der Kanzlei LASCAR am Kurfürstendamm) bei Gericht die Räumungsklage ein.

Aktuelles:

Der Bezirk, in Persona Florian Schmidt, versucht seitdem das offensichtliche Risiko der Eskalation zu minimieren und die Situation zu befrieden. Laut ihm wolle man die Situation im Friedrichshainer Nordkiez nicht eskalieren lassen und bemühe sich im stillen Kämmerchen -ohne uns als Kollektiv einzubeziehen- mit Padovicz auf eine Einigung hin zu arbeiten, die ihn und uns zufriedenstellt. Dazu sollten wir natürlich die Füße still halten. Im Dezember wurde uns mitgeteilt, es gäbe Bemühungen bis Ende Februar ein Ersatzgrundstück für Padovicz im Austausch für die Liebigstraße 34 zu finden, sodass das Liebig34 Kollektiv bleiben könnte. Dem wurde vermutlich nie nachgegangen. Stattdessen diskutiert der Senat bereits heimlich darüber, wie wir schnellstmöglichst geräumt werden können, um negative Imageauswikungen für die kommenden Wahlen zu vermeiden. Politik und Eigentümer wollen uns räumen lassen und auf juristischer Ebene liegt die Klage bei Gericht vor. Diese wird vermutlich innerhalb der nächsten Monate verhandelt und entschieden werden. Wir sind nicht mit dem Status quo, mit Hierarchien, den sogenannten „Rechtsstaat“ und staatlicher Kontrolle einverstanden. Daher werden wir uns nicht mit einer „rechtlichen“ oder „politischen“ Entscheidung zufrieden stellen lassen! Wir sind wütend darüber, dass Wohnraum als Ware gehandelt wird unddass mit ihm spekuliert wird, darüber, dass Menschen in die Vereinzelung gezwungen werden, darüber, dass wir mehr Lohnarbeiten sollen, um uns überhaupt noch ein Dach über dem Kopf leisten zu können, darüber, dass die, die über das Kapital verfügen so auch über das Leben anderer verfügen können und darin auch noch vom Staat geschützt und bestärkt werden. Wir wollen nicht nur unseren eigenen Arsch retten während die Stadt, die wir lieben, ausverkauft wird, gegen den Willen der Menschen, die darin leben, sie gestalten und welche flächendeckend unter Gentrifizierung und Verdrängung leiden.
Geisel, Schmidt und Padovicz sitzen an einem Tisch. Nicht mit dabei sind die dirty Queerfeminist*innen, um deren Haus es geht. Ein Eigentümer, dem die halbe Stadt gehört und zwei Politiker, drei hochrangige cis-Typen, die über die Zukunft eines queer-feministischen Hauses verhandeln, als würde es ihnen gehören und nicht uns, den Menschen, die darin wohnen und die es nutzen. Doch wir werden bleiben und kämpfen, egal wie deren Machtspiele verlaufen.Denn die Frage wie viele cis-Typen es braucht, um über die Zukunft eines queer-feministischen Hausprojekts zu entscheiden ist schnell beantwortet: keinen einzigen!

Was wir wollen:

Wir fordern, dass Padovicz uns Bewohner*innen das Haus unentgeltlich überlässt. In den letzten zehn Jahren haben wir mehr als genug für das Haus bezahlt, es instand gehalten und alles in ihm und um es herum organisiert. Padovicz hat 2008 den Bewohner*innen der Liebig34 das Haus weggekauft und lediglich einen Pachtvertrag ausgegeben, um -vermutlich wissentlich- Mietrecht für Wohnraum zu unterwandern. Inzwischen hat das Objekt durch die Aufwertung des Kiezes deutlich an Wert gewonnen. Wie praktisch für ihn, der doch in den letzten zehn Jahren keinen Cent investiert und keinen Finger krumm gemacht hat. Für Padovicz ist unser Haus nur eine weitere möglicherweise gewinnbringende Immobilie. Für uns ist es ein Schutzraum gegen die Zumutungen des Patriarchats und des Kapitalismus. Ein Ort an dem wir versuchen Alternativen zu diesen Herrschaftsformen zu leben jenseits des cis-sexistischen Alltags und des Normalzustands von Ausbeutung und Hierarchie. Ein Ort an dem unser Herz hängt. Ein Ort des Widerstands.

Wir fordern die Enteignung aller Immobilienspekulant*innen! Wir fordern die Übertragung des Hauses Liebigstraße 34 an die Bewohner*innen!
Wir fordern den Erhalt aller bedrohten Objekte, denn es kann nur eine gemeinsame Lösung geben!
Wir fordern wir die Abschaffung der sogenannten Berliner Linie!

Wir Bleiben Alle. Gegen Patriarchat, Eigentum und Ausbeutung.
Für eine befreite, solidarische Gesellschaft! Das Kollektiv der Liebig34

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English version

As many people might already know, our lease agreement with real estate speculator Padovicz -who owns more than 2,000 properties in Berlin-, expired at the end of 2018. Since then, we have been living without a contract in the Liebig34, love our house as always and are ready to defend it. Padovicz and the Senatewon‘t get us out of here either, because this is our house! Today we want to update you about our current situation.

What happened so far:

Almost a year ago, in April 2018, we addressed a letter to our house owner Gijora Padovicz in which we announced our interest to stay „legally“ in our house after 2018. There was no reply. In the summer, city councillor Florian Schmidt asked us to initiate a dialogue with the owner. This brought long discussions: too little what could be expected from it, too much whatshould have been discarded from our convictions. Nevertheless, the curiosity, the interest in gaining information and the hope in finding ways to keep and save our house, despite all our reservations,led toa meeting between individuals from the Liebig34 and Florian Schmidt. The later offered to organize a meeting with Padovicz, to which we, as a collectiveagreed to in order to receive direct and concrete information from the owner.
In September, thousands demonstrated to defend Liebig34 against gentrification. At the same time, an apartment in Weidenweg 63 -an empty nearby building also owned by Padovicz-, was occupied. In the same period,Florian Schmidt cancelled a first meeting with Gijora Padovicz only to propose another in October 2018 where a meeting together with individuals from Liebig 34 and Padovicz finally took place. At this meeting, Padovicz expressed clearly his intention to evict us and made clear that no possibility for a negotiation was proposed. Furthermore, he accused us of running a smear campaign against him. The conversation ended without any result but with a clear intention regarding the course of action on his behalf. Shortly after the meeting, in November, Padovicz’s lawyer, Ferdinand Wrobel (who, according to the firm’s homepage, represents „in particular landlords, landowners and property managers“ from the LASCAR office on Kurfürstendamm) filed an action for the eviction of Liebig 34.

News:

The district, represented by Florian Schmidt, has tried ever since to pacify the situation and minimize the obvious risk of escalation the eviction of our house would entail. According to him, the situation in Friedrichshain Nordkiez is to be contained and he is trying to establish a dialogue with Padovicz – without involving us as a collective – towards an agreement that satisfies both parts. We should, of course, keep our mouth shut. In December we were told that there were active efforts in finding a replacement property for Padovicz in exchange for Liebigstrasse 34, so that the Liebig34 collective could remain in its current location.Whether this exchange property was actually a concrete possibility and offer, we don‘t know.What we do know instead is that the Senate is already secretly discussing how we can be evicted as quickly as possible in order to avoid a negative image leading up to the coming elections. Politicians and owners want us to be evicted. At the legal leve,l the case is in process at the court. This will probably be negotiated and decided within the next few months. We don‘t agree with the current state of events. We don‘t agree with the hierarchy and control of state structures. Therefore we won‘t be satisfied with a „legal“ or „political“ decision. We are angry about the fact that our living space is traded as a commodity and that speculation is ongoing. We are angry about the fact that people are being forced into isolation. We are angry about the fact that we should do more paid work in order to be able to afford a roof over our heads. We are angry about the fact that those who have capital can thus also have the lives of others at their disposal and are also protected and strengthened in this freedom of action by the state. We do not only want to save our own ass while the city we love is sold out against the will of the people who live in it, shape it and who suffer from gentrification and repression everywhere.
Geisel, Schmidt and Padovicz sit together at one table. The queer feminists whose house is at stake are not included. An owner who owns half the city and two politicians, three high-ranking cis men who negotiate the future of a queer feminist house as if it belonged to them and not to the people who live in it. But we will stay and fight no matter how their power games will go, because the question of how many cis men it takes to decide on the future of a queer-feminist house project is quickly answered: not a single one!

What we want:

We demand that Padovicz leaves the house to us residents free of charge. In the last ten years we have paid more than enough for the house, maintained it and organized everything in and around it. In 2008, Padovicz bought the house from the residents* of Liebig 34 and only issued a lease contract in order – presumably knowingly – to infiltrate tenancy law for living space. In the meantime, the property has gained considerably in value due to the revaluation of the neighbourhood. How very practical for him, who hasn‘t invested a cent in the last ten years and hasn‘t lifted a finger. For Padovicz, our house is just another potentially profitable property. For us it is a shelter against the impositions of patriarchy and capitalism. A place where we try to live alternatives to these forms of domination beyond the cis-sexist everyday life and the normal state of exploitation and hierarchy. For us, it is a place of resistance.

We demand the expropriation of all real estate speculators! We demand the transfer of the house Liebigstraße 34 to its residents!
We demand the preservation of all threatened projects, because there can only be one common solution!
We demand the abolition of the so-called Berlin line!

We will all stay. Against patriarchy, property and exploitation.
For a liberated society based on solidarity!
Liebig34

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Versión Espanola

Como muchxs ya sabrán, nuestro contrato de alquiler con el especulador inmobiliario Padovicz -quien posee más de 2.000 propiedades en Berlín- terminó a finales de 2018. Desde entonces, vivimos sin contrato en la Liebig34, amamos nuestra casa como siempre y estamos dispuestxs a defenderla. Padovicz y el Senado tampoco nos sacarán de aquí, ¡porque esta es nuestra casa! Hoy queremos ponerles al día sobre nuestra situación actual.

Lo que ha pasado hasta ahora:

Hace casi un año, en abril de 2018, enviamos una carta al propietario de nuestra casa Gijora Padovicz, en la que anunciábamos nuestro interés por permanecer legalmente en ella después de finalizado el contrato. No hubo respuesta. En verano, el concejal Florian Schmidt nos pidió iniciar un diálogo. Esto trajo consigo largas discusiones: poco lo que se podía esperar de un diálogo, demasiado lo que se habríamos de descartar de nuestras convicciones. Sin embargo, la curiosidad, el interés por obtener información y la esperanza de encontrar formas de conservar y salvar nuestra casa condujeron, a pesar de todas las reservas, a un encuentro entre personas de Liebig34 y Florian Schmidt. Este último ofreció organizar una reunión con Padovicz, a la que nosotrxs como colectivo, accedimos con el objetivo de recibir información de él mismo. En septiembre, miles de personas se manifestaron para defender a Liebig34 contra la gentrificación. Al mismo tiempo, un apartamento en Weidenweg 63 -un edificio vacío cercano también propiedad de Padovicz-, fue ocupado. En el mismo período, Florian Schmidt canceló un primer encuentro con Gijora Padovicz, para luego proponer otro en Octubre de 2018, fecha en la cual finalmente tuvo lugar un encuentro con personas de Liebig 34 y Padovicz. En esta reunión, Padovicz expresócon claridad su intención de desalojarnos y dejó en claro que no tenía intención alguna de proponer ninguna posibilidad de negociación. Nos acusó además de hacer una campaña de desprestigio en su contra. La conversación terminó sin ningún resultado, pero con claras intenciones respecto al curso de acción. En Noviembre, poco después de este encuentro, el abogado de Padovicz, Ferdinand Wrobel (quién, según la página web de la empresa, representa „en particular a los propietarios, terratenientes y administradores de propiedades“ de la oficina de LASCAR en Kurfürstendamm) presentó una demanda de desalojo de nuestra casa ante el tribunal.

Noticias:

El distrito, representado por Florian Schmidt, ha intentado desde entonces pacificar la situación y minimizar el obvio riesgo de escalada que implicaría el desalojo de nuestra casa. Según él, la situación en Friedrichshain Nordkiez debe ser contenida y está tratando de establecer un diálogo con Padovicz -sin involucrarnos como colectivo- hacia un acuerdo que satisfaga a ambas partes. Deberíamos, por supuesto, mantener la boca cerrada. En diciembre se nos informó de que se estaban haciendo esfuerzos para encontrar un terreno alternativo para Padovicz a cambio de la Liebigstrasse 34, de modo que el colectivo Liebig34 pudiera permanecer en su ubicación actual. No sabemos si esta propiedad de intercambio fue realmente una posibilidad y oferta concreta. Lo que si sabemos en cambio es que el Senado ya está discutiendo secretamente cómo podemos ser desalojadxs lo más rápido posible para evitar una imagen negativa de cara a las próximas elecciones. Los políticos y los propietarios quieren que seamos desalojadxs y, a nivel legal, el caso está en proceso en la corte. Esto probablemente se negociará y decidirá en los próximos meses. No estamos de acuerdo con el estado actual de los acontecimientos. No estamos de acuerdo con la jerarquía y el control de las estructuras estatales. Por lo tanto, no nos conformaremos con una decisión „legal“ o „política“. Estamos enfadadxs por el hecho de que nuestro espacio se comercialice como una mercancía y que la especulación continúe. Estamos enfadadxs por el hecho de que se obligue a la gente a aislarse. Estamos enfadadxs por el hecho de que deberíamos hacer más trabajo remunerado para poder permitirnos un techo sobre nuestras cabezas. Estamos enfadadxs por el hecho de que aquellxs que tienen capital también pueden tener la vida de otrxs a su disposición y están a su vez protegidos y fortalecidos en esta libertad de acción por el Estado. No sólo queremos salvar nuestro propio culo mientras la ciudad que amamos se vende contra la voluntad de la gente que vive en ella, que la conforma y que sufre de aburguesamiento y represión en todas partes.
Geisel, Schmidt y Padovicz se sientan juntos en una mesa. Las feministas cuya casa está en juego no están incluidas en la conversación. Un propietario que posee la mitad de la ciudad y dos políticos: tres hombres cis de alto rango que negocian el futuro de una casa feminista ajena como si les perteneciera a ellos y no a las personas que la viven y la usan. Pero nos quedaremos y lucharemos sin importar cómo vayan sus juegos de poder, porque la pregunta de cuántos hombres cis se necesitan para decidir sobre el futuro de un proyecto de casa queer-feminist es respondida rápidamente: ¡ni uno solo!

Lo que queremos:

Exigimos que Padovicz nos deje la casa a lxs residentes de forma gratuita. En los últimos diez años hemos pagado más que suficiente por la casa, la hemos mantenido y organizado dentro y alrededor de ella. En 2008, Padovicz compró la casa a lxs residentes de Liebig 34 y sólo emitió un contrato de arrendamiento para infiltrarse -supuestamente a conciencia- en el derecho de tenencia de la vivienda. Mientras tanto, la propiedad ha ganado considerablemente en valor debido a la revalorización del barrio. Qué práctico para él, que no ha invertido ni un céntimo en los últimos diez años y no ha movido un dedo. Para Padovicz, nuestra casa es sólo otra propiedad potencialmente rentable. Para nosotrxs es un refugio contra las imposiciones del patriarcado y el capitalismo. Un lugar donde intentamos vivir alternativas a estas formas de dominación más allá de la vida cotidiana cis-sexista y el estado normal de explotación y jerarquía. Para nosotrxs es un lugar de resistencia.

Exigimos la expropiación de todos los especuladores inmobiliarios! Exigimos el traslado de la casa Liebigstraße 34 a sus residentes!
Exigimos la preservación de todos los proyectos amenazados, porque sólo puede haber una solución conjunta!
Exigimos la abolición de la llamada línea de Berlín!

Nos quedaremos todxs. Contra el patriarcado, la propiedad y la explotación.
Por una sociedad liberada y solidaria! Liebig34

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Greek

Όπως πολλ# ίσως ήδη να έχετε ακούσει, η συμφωνία ενοικίασης με τον κερδοσκοπο ακίνητης περιουσίας Padovicz, ιδιοκτήτης 2000 ακινήτων στο Βερολίνο, έληξε στα τέλη του 2018. Από τότε μένουμε χαρούμεν# χωρίς συμβόλαιο στη Liebig34, αγαπάμε το σπίτι μας όπως πάντα και είμαστε έτοιμ# να το υπερασπιστούμε. Ο Padovicz και η γερουσία του Βερολίνου δεν θα μας βγάλουν από εδώ, γιατί αυτό είναι το σπίτι μας!Σήμερα θέλουμε να σας ενημερώσουμε για την τρέχουσα κατάσταση του σπιτιού.

Τι έχει συμβεί μέχρι τώρα:

Σχεδόν πριν ένα χρόνο, τον Απρίλη του 2018, στείλαμε μια επιστολή στον ιδιοκτήτη του σπιτιού Gijora Padovicz, στην οποία εκφράσαμε την επιθυμία μας να παραμείνουμε “νόμιμα” στο σπίτι και μετά το 2018. Δεν λάμαβε κάποια απάντηση.Το καλοκαίρι, ο δημοτικός σύμβουλος Florian Schmidt μας κάλεσε να μιλήσουμε με τον ιδιοκτήτη. Η πρόταση αυτή άνοιξε πολλές συζητήσεις εντός της συνέλευσης μας: πολύ λίγα αυτά που προσδοκούσαμε, πολλά όμως αυτά τα οποία έπρεπε να απορριφθούν από τις βλέψεις μας. Παρ ‚όλα αυτά, η περιέργεια, το ενδιαφέρον για την απόκτηση πληροφοριών και με την ελπίδα να βρούμε τρόπους να κρατήσουμε και να σώσουμε το σπίτι μας, παρ‘ όλες τις επιφυλάξεις μας, οδήγησαν σε μια συνάντηση μεταξύ κάποιων ατόμων από την Liebig34 και τον Florian Schmidt, ο οποίος προσφέρθηκε να οργανώσει μια συνάντηση με τον Padovicz, στην οποία εμείς, ως συλλογικότητα, συμφώνησαμε, ώστε να λάβουμε πιο απτές και συγκεκριμένες πληροφορίες από τον ιδιοκτήτη.Το Σεπτέμβριο, χιλιάδες διαδήλωσαν υπερ της Liebig34 και ενάντια στο gentrification. Συγχρόνως, καταλήφθηκε ένα άδειο διαμέρισμα του Padovicz στην οδό Weidenweg 63. Κατά την ίδια περίοδο, ο Florian Schmidt ακύρωσε μια πρώτη συνάντηση με τον Gijora Padovicz μόνο για να προτείνει εκ νέου συνάντηση τον Οκτώβριο του 2018. Σ’αυτήν τη συνάντηση, ο Padovicz εξέφρασε ξεκάθαρα την πρόθεση του να μας βγάλει από το σπίτι και κατέστησε σαφές ότι δεν υπάρχει καμία πιθανότητα διαπραγμάτευσης. Επιπλέον, μας κατηγόρησε για συκοφαντική εκστρατεία εναντίον του. Η συζήτηση έληξε χωρίς κάποιο αποτέλεσμα, αλλά με σαφή πρόθεση για την πορεία της δράσης την οποία θα ακολουθούσε. Αμέσως μετά τη συνάντηση, το Νοέμβριο, ο δικηγόρος του Padovicz, Ferdinand Wrobel (ο οποίος, σύμφωνα με την ιστοσελίδα της εταιρείας, εκπροσωπεί κυρίως ιδιοκτήτες και διαχειριστές ακινήτων από το γραφείο Lascar στην Kurfürstendamm) κατέθεσε αγωγή για την εκκένωση της Liebig34.

News

Η περιφέρεια, εκπροσωπούμενη από τον Florian Schimidt, προσπαθεί από τότε να κατευνάσει την κλιμάκωση της κατάστασης. Σύμφωνα με τον ίδιο, η κατάσταση στο Friedrichshain Nordkiez πρέπει να κρατηθεί υπο έλεγχο και ο ίδιος προσπαθεί να εκκινήσει ένα διάλογο με τον Padovicz – χωρίς τη συμμετοχή μας ως συλλογικότητα – προς μια συμφωνία που να ικανοποιεί και τις δυο πλευρές. Θα πρέπει, βέβαια, να κρατήσουμε το στόμα μας κλειστό. Τον Δεκέμβριο μας είπαν ότι υπήρχαν προσπάθειες για την εύρεση ενός ακινήτου για τον Padovicz σε αντάλλαγμα την Liebigstrasse 34, έτσι ώστε η συλλογικότητα Liebig34 να παραμείνει στη συγκεκριμένη οδό. Αν αυτή η ανταλλαγή ήταν στην πραγματικότητα μια συγκεκριμένη δυνατότητα, δεν το γνωρίζουμε. Αυτό που ξέρουμε, αντιθέτως, είναι ότι η γερουσία έχει ήδη ξεκινήσει κρυφά συζητήσεις για το πώς μπορούν να μας εκκενώσουν το συντομότερο δυνατόν, προκειμένου να αποφευχθεί η αρνητική εικόνα πριν τις επόμενες εκλογές. Οι πολιτικοί και οι ιδιοκτήτες θέλουν να μας εκκενώσουν. Στο νομικό επίπεδο, η υπόθεση βρίσκεται σε εξέλιξη στο δικαστήριο. Αυτό κατά πάσα πιθανότητα θα αποφασισθεί τους επόμενους μήνες.

What we want:

Δεν συμφωνούμε με την τρέχουσα κατάσταση των γεγονότων. Δεν συμφωνούμε με την ιεραρχία και τον έλεγχο των κρατικών δομών. Ως εκ τούτου μια “νομική” ή “πολιτική” αποφάση δεν θα μας αφήσει ικανοποιημέν#. Είμαστε οργισμέν# για το γεγονός ότι ο χώρος διαβίωσης μας είναι διαπραγματεύσιμος ως εμπόρευμα και ότι η κερδοσκοπία συνεχίζεται. Είμαστε οργισμέν# για το γεγονός ότι οι άνθρωποι εξαναγκάζονται σε απομόνωση. Είμαστε οργισμέν# για το γεγονός ότι πρέπει να δουλεύουμε περισσότερο, προκειμένου να εξασφαλίσουμε μια στέγη πάνω από τα κεφάλια μας. Είμαστε οργισμέν# για το γεγονός ότι αυτοί που κατέχουν κεφάλαιο μπορούν έτσι να έχουν και τη ζωή τ#ν άλλ#ν στη διάθεσή τους, έχοντας την προστασία και τη στήριξη του κράτους. Εμείς δε θέλουμε να σώσουμε μόνο τον δικό μας κώλο, ενώ η πόλη που αγαπάμε ξεπουλιέται παρά τη θέληση των ανθρώπων που ζουν σε αυτήν και την διαμορφώνουν και οι οποίοι υποφέρουν από το gentrification και την καταστολή παντού.

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Versione italiana
Come molte sapranno, il nostro contratto di locazione con lo speculatore immobiliare Padovicz -che possiede più di 2.000 immobili a Berlino – è scaduto alla fine del 2018. Da allora, viviamo senza contratto nella Liebig34, amiamo la nostra casa come sempre e siamo pronte a difenderla. Anche Padovicz e il Senato non ci porteranno via da qui, perché questa è la nostra casa! Oggi vogliamo aggiornarvi sulla nostra situazione attuale.

Cosa è successo finora:

Quasi un anno fa, nell‘aprile 2018, abbiamo inviato una lettera al nostro proprietario Gijora Padovicz nella qualle abbiamo annunciato il nostro interesse a rimanere „legalmente“ nella nostra casa dopo il 2018. Non c‘è stata risposta. In estate, il consigliere comunale Florian Schmidt ci ha chiesto di avviare un dialogo con il proprietario. Questo ha portato a lunghe discussioni: troppo poco di quello che ci si poteva aspettare da esso, troppo quello che avrebbe dovuto essere scartato dalle nostre convinzioni. Tuttavia, la curiosità, l‘interesse per l‘informazione e la speranza di trovare il modo di conservare e salvare la nostra casa, nonostante tutte le nostre riserve, hanno portato ad un incontro tra persone della Liebig34 e Florian Schmidt. Quest‘ultimo si è offerto ad organizzare un incontro con Padovicz, al quale noi, come collettivo, ci siamo accordati per ricevere informazioni dirette e concrete dal proprietario.
In settembre, migliaia di persone si sonno manifestate per difendere Liebig34 contro la gentrificazione. Allo stesso tempo, un appartamento in Weidenweg 63 -un edificio vuoto nelle vicinanze, anch‘esso di proprietà di Padovicz-, è stato occupato. Nello stesso periodo, Florian Schmidt cancellò un primo incontro con Gijora Padovicz per proporne un altro nell‘ottobre 2018, dove finalmente ebbe luogo un incontro con persone di Liebig 34 e Padovicz. In questo incontro, Padovicz ha espresso chiaramente la sua intenzione di sfrattarci e ha chiarito che non c‘ è alcuna possibilità di negoziazione. Inoltre, ci ha accusato di condurre una campagna diffamatoria contro di lui. La conversazione si è conclusa senza alcun risultato, ma con una chiara intenzione nei suoi confronti. Poco dopo l‘incontro, a novembre, l‘avvocato di Padovicz, Ferdinand Wrobel (che, secondo la homepage dello studio, rappresenta „in particolare proprietari, proprietari terrieri e amministratori immobiliari“ dall‘ufficio LASCAR di Kurfürstendamm) ha presentato un‘azione per lo sfratto della Liebig 34. Il suo avvocato, Ferdinand Wrobel, che, secondo la homepage dello studio, rappresenta „in particolare i proprietari, i proprietari terrieri e i gestori immobiliari“ dall‘ufficio LASCAR di Kurfürstendamm, ha presentato un‘azione per lo sfratto della Liebig 34.

Notizie:

Il distretto, rappresentato da Florian Schmidt, ha cercato da allora di pacificare la situazione e ridurre al minimo l‘evidente rischio di escalazzione che lo sgombero della nostra casa comporterebbe. Secondo lui, la situazione a Friedrichshain Nordkiez deve essere contenuta e sta cercando di stabilire un dialogo con Padovicz – senza coinvolgerci come collettivo – verso un accordo che soddisfi entrambe le parti. Dovremmo, ovviamente, tenere la bocca chiusa. A dicembre ci è stato detto che c‘erano sforzi attivi per trovare una proprietà sostitutiva per Padovicz in cambio di Liebigstrasse 34, in modo che il collettivo Liebig34 potesse rimanere nella sua sede attuale. Non sappiamo se questa proprietà di scambio fosse effettivamente una possibilità e un‘offerta concreta, non lo sappiamo. Quello che sappiamo invece è che il Senato sta già discutendo segretamente su come possiamo essere sfrattati il più rapidamente possibile per evitare che un‘immagine negativa ci porti alle prossime elezioni. I politici e i proprietari vogliono che siamo sfrattati. Al livello legale, il caso è in corso in tribunale. Questo probabilmente sarà negoziato e deciso nei prossimi mesi.
Non siamo d‘accordo con lo stato attuale degli eventi. Non siamo d‘accordo con la gerarchia e il controllo delle strutture statali. Quindi non ci accontenteremo di una decisione „legale“ o „politica“. Siamo arrabbiate per il fatto che il nostro spazio vitale è scambiato come merce e che la speculazione è in corso. Siamo arrabbiate per il fatto che le persone sono costrette all‘isolamento. Siamo arrabbiate per il fatto che dovremmo fare più lavoro retribuito per poterci permettere un tetto sopra la testa. Siamo arrabbiate per il fatto che coloro che hanno capitale possono così avere a disposizione anche la vita di altri e sono anche protetti e rafforzati in questa libertà d‘azione dello Stato. Non vogliamo solo salvarci il culo mentre la città che amiamo è esaurita contro la volontà di chi la abita, la modella e soffre ovunque di gentrificazione e repressione.
Geisel, Schmidt e Padovicz siedono insieme a un tavolo. Le femministe queer femministe la cui casa è in gioco non sono incluse. Una proprietaria che possiede metà della città e due politici, tre uomini cis di alto rango che negoziano il futuro di una casa femminista queer come se appartenesse a loro e non alle persone che vi abitano. Ma noi resteremo e combatteremo a prescindere da come andranno i loro giochi di potere, perché alla domanda di quanti uomini cis ci vogliono per decidere sul futuro di un progetto di casa femminista queer-femminista si risponde rapidamente: non una sola!

Quello che vogliamo:

Chiediamo che Padovicz lasci la casa a noi residenti gratuitamente. Negli ultimi dieci anni abbiamo pagato abbastanza per la casa, l‘abbiamo mantenuta e organizzato tutto dentro e intorno ad essa. Nel 2008, Padovicz ha acquistato la casa dai residenti* di Liebig 34 e ha emesso solo un contratto di locazione per infiltrarsi – presumibilmente consapevolmente – nel diritto di locazione degli spazi abitativi. Nel frattempo, l‘immobile ha guadagnato notevolmente in valore a causa della rivalutazione del quartiere. Molto pratico per lui, che non ha investito un centesimo negli ultimi dieci anni e non ha alzato un dito. Per Padovicz, la nostra casa è solo un‘altra proprietà potenzialmente redditizia. Per noi è un riparo contro le imposizioni del patriarcato e del capitalismo. Un luogo dove cerchiamo di vivere alternative a queste forme di dominio al di là della vita quotidiana cis-sessista e del normale stato di sfruttamento e gerarchia. Per noi è un luogo di resistenza.

Chiediamo l‘espropriazione di tutti gli speculatori immobiliari! Chiediamo il trasferimento della casa Liebigstraße 34 ai suoi residenti!
Chiediamo la conservazione di tutti i progetti minacciati, perché solo può esserci una soluzione comune!
Chiediamo l‘abolizione della cosiddetta linea di Berlino!

Rimarremo tuttx insieme. Contro il patriarcato, la proprietà e lo sfruttamento.
Per una società liberata e solidale!
Liebig34

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Version française

Comme beaucoup le savent peut-être déjà, notre contrat de location avec le spéculateur immobilier Padovicz -qui possède plus de 2.000 propriétés à Berlin-, a expiré fin 2018. Depuis lors, nous vivons sans contrat au Liebig34, nous persistons à aimer notre maison et nous sommes prêt.e.s à la défendre. Padovicz et le Sénat ne nous sortiront pas d‘ici non plus, nous ne les laisseront pas prendre notre maison! Aujourd‘hui, nous voulons vous tenir au courant de notre situation actuelle.

Ce qu‘il s‘est passé jusqu‘ici :

Il y a presque un an, en avril 2018, nous avions adressé une lettre à notre propriétaire Gijora Padovicz dans laquelle nous annoncions notre intérêt à rester “ légalement “ dans notre maison après 2018. Il n‘y a pas eu de réponse.
Durant l‘été, le conseiller municipal Florian Schmidt nous a demandé d‘entamer un dialogue avec le propriétaire. Cela a donné lieu à de longues discussions : trop peu comparé à ce que l‘on pouvait en attendre, et trop de ce que nous aurions dû écarter de nos convictions. Néanmoins, la curiosité, l‘intérêt pour l‘information et l‘espoir de trouver des moyens de garder et de sauver notre maison, malgré toutes nos réserves, ont conduit à une rencontre entre quelques individus du Liebig34 et Florian Schmidt. Ce dernier nous a proposé d‘organiser une rencontre avec Padovicz, à laquelle nous avons, en tant que collectif, donné notre accord afin de recevoir des informations directes et concrètes du propriétaire.
En septembre, des milliers de personnes ont manifesté pour défendre le Liebig34 contre la gentrification. En même temps, un appartement dans le Weidenweg 63 -un immeuble vide à proximité appartenant également à Padovicz-, a été occupé. Dans la même période, Florian Schmidt a annulé une première rencontre avec Gijora Padovicz pour en proposer une autre en octobre 2018. La rencontre entre certain.e.s d‘entre nous et Padovicz aura finalement lieu à cette date.
Lors de cette réunion, le propriétaire a clairement exprimé son intention de nous expulser et a précisé qu‘aucune possibilité de négociation n‘était proposée. De plus, il nous a accusés de mener une campagne de diffamation contre lui. La conversation s‘est terminée sans résultat mais avec une intention claire quant à la ligne de conduite à suivre en son nom. Peu après la réunion, en novembre, l‘avocat de Padovicz, Ferdinand Wrobel (qui, selon la page d‘accueil du cabinet, représente „en particulier les propriétaires et les gestionnaires immobiliers“ du bureau de la LASCAR à Kurfürstendamm) a déposé une action en expulsion contre le Liebig 34.

Actuellement :

Le quartier, représenté par Florian Schmidt, a essayé depuis lors de pacifier la situation et de minimiser le risque évident de recrudescence qu‘entraînerait l‘expulsion de notre maison. Selon lui, la situation à Friedrichshain Nordkiez doit être contenue et il essaie d‘établir un dialogue avec Padovicz – sans nous impliquer en tant que collectif – vers un accord qui satisfait les deux parties. Nous devrions, bien sûr, nous taire.
En décembre, on nous a dit que des efforts actifs étaient menés pour trouver une propriété de remplacement pour Padovicz en échange de la maison du Liebigstrasse 34, afin que notre collectif puisse rester dans son emplacement actuel. Nous ne savons pas si cette propriété d‘échange était réellement une possibilité et une offre concrète. Ce que nous savons au contraire, c‘est que le Sénat discute déjà secrètement de la manière dont nous pouvons être expulsés le plus rapidement possible afin d‘éviter une image négative jusqu‘aux prochaines élections. Les politiciens et les propriétaires veulent que nous soyons expulsés. Au niveau juridique, l‘affaire est en cours au tribunal. Cela sera probablement négocié et décidé dans les prochains mois.
Nous ne sommes pas d‘accord avec l‘état actuel des choses. Nous refusons cette hiérarchie et ce contrôle des structures étatiques. Nous ne nous contenterons donc pas d‘une décision „juridique“ ou „politique“. Nous sommes fâché.e.s par le fait que notre espace de vie soit commercialisé tel une marchandise et que la spéculation se poursuive ainsi. Nous sommes en colère parce que des gens sont contraints à l‘isolement. Nous sommes en colère par le fait que nous devrions travailler toujours plus afin d‘avoir le luxe de pouvoir nous offrir un toit au-dessus de nos têtes. Nous sommes fâché.e.s par le fait que ceux qui ont du capital puissent ainsi disposer de la vie d‘autrui tout en restant protégés par le support de l‘Etat dans leurs actions. Nous ne voulons pas seulement sauver notre peau, cette ville toute entière que nous aimons est vendue contre la volonté des gens qui y vivent et la façonnent. Nous souffrons tou.te.s de cette gentrification et de cette répression.
Geisel, Schmidt et Padovicz s‘assoient ensemble à la même table. Nous, les queer féministes dont la maison est en jeu, n‘y sommes pas invité.e.s. Un propriétaire qui possède la moitié de la ville et deux politiciens : trois hommes cis-genre de haut rang qui négocient l‘avenir d‘une maison queer féministe comme si elle leur appartenait sans s‘inquiéter un instant de l‘avis des personnes qui y vivent. Mais nous resterons et nous nous battrons ! Peu importe comment se dérouleront leurs jeux de pouvoir, car la question du nombre d‘hommes cis-genre nécessaire pour décider de l‘avenir d‘une House-Project queer-féministe trouve rapidement une réponse : pas un seul!

Ce que nous voulons :

Nous exigeons que Padovicz nous laisse la maison gratuitement. Au cours des dix dernières années, nous avons payé plus qu‘assez pour la maison, nous l‘avons entretenue et nous y avons tout organisé à l‘intérieur et autour. En 2008, Padovicz a acheté la maison aux résident.e.s* du Liebig 34 et n‘a émis qu‘un contrat de bail pour infiltrer – en connaissance de cause sans doute – le droit du bail d‘habitation. Entre-temps, la valeur de la propriété a considérablement augmenté en raison de la réévaluation du quartier. C‘est très pratique pour lui qui n‘a pas investi un centime depuis dix ans et qui n‘a pas levé le petit doigt. Pour Padovicz, notre maison n‘est qu‘une autre propriété potentiellement rentable. Pour nous, c‘est un abri contre les impositions du patriarcat et du capitalisme. Un lieu où nous essayons de vivre des alternatives à ces formes de domination au-delà de la vie quotidienne cis-sexiste et de l‘état normal d‘exploitation et de hiérarchie. Pour nous, c‘est un lieu de résistance!

Nous exigeons l‘expropriation de tous les spéculateurs immobiliers ! Nous exigeons le transfert de la maison Liebigstraße 34 à ses résidents !
Nous exigeons la préservation de tous les projets menacés, car il ne peut y avoir qu‘une seule solution commune !
Nous exigeons la suppression de la l !

Nous allons tous rester. Contre le patriarcat, la propriété et l‘exploitation. Pour une société libérée basée sur la solidarité !
Liebig34

Dem Mietenwucher die Zähne zeigen!

english and spanish below
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Wir leben in einer Stadt mit bis zu 50.000 Wohnungslosen, in der jedes Jahr 5.000 Räumungsklagen eingereicht und jeden Tag mehr als 10 Zwangsräumungen vollstreckt werden. Und das während etliche Häuser leer stehen. Wir leben in einer Stadt, in der die Immobilienpreise weltweit am schnellsten steigen. Und das, weil unsere Häuser zum größten Teil Immobilienunternehmen und Privatpersonen gehören, die an unserem Grundbedürfnis nach Wohnen Geld verdienen wollen und dies auch können. Häuser werden totsaniert, um Mieten um ein leichtes verdoppeln und den Umsatz steigern zu können. Was bei alldem ignoriert wird sind die Menschen, die in diesen Häusern, in dieser Stadt leben und auch weiterhin leben möchten. Es wird ignoriert, was Wohnungslosigkeit oder nur die Angst davor mit ihnen macht. Es wird ignoriert wer verdrängt wird und wie sich die selektive Verdrängung von Menschen auf eine Gesellschaft auswirkt. Nicht alle Menschen können und wollen sich einem Lohnarbeits- und Konkurrenzzwang unterwerfen, um in dieser Stadt nicht unterzugehen.

Spekulanten mischen sich mit ihrer Haltung und ihrem Verhalten in Kieze ein, in denen sie nie gelebt haben, nie leben werden und an denen sie eigentlich auch kein Interesse haben- außer wenn es darum geht, diese für ihr persönliches Bankkonto auszuschlachten. Sie profitieren von Aufwertung und treiben diese aktiv voran, um ein zahlungskräftigeres Klientel anzulocken. Ihre Interessen werden durch den Staatsapparat geschützt und durchgesetzt. Der kapitalistische Staat agiert nicht im Sinne der Gesellschaft, sondern im Sinne des Kapitals, im Sinne jener, die Kapital besitzen und es auf Kosten anderer vermehren wollen.

Wir alle sind von Gentrifizierung betroffen. Und die breite Vernetzung von Mieter*innen und gegenseitige Unterstützung zahlreicher Nachbar*innen hat gezeigt, dass wir alle den Druck verspüren, den Eigentumsverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt etwas entgegen zu setzen. Bei diesem Thema werden gemeinsame Positionen von großen Teilen der Gesellschaft geteilt. Und wir, die Nicht-besitzenden, sind der Großteil ebendieser.

Für uns ist klar, dass wir aus diesem Hamsterrad nur ausbrechen können, indem wir als Betroffene uns wehren und dabei gegenseitig unterstützen. Wir brauchen bezahlbaren Wohn- und Gewerberaum für alle und wissen, dass das auch möglich ist. Wir wollen Raum, der von den Menschen, die in dieser Stadt leben und leben wollen selbstorganisiert und selbstverwaltet wird, und nicht von Immobilienspekulanten und Unternehmen, deren Profitinteressen unsere Stadt verhökern.

Deshalb fordern wir die Enteignung von Wohnungsgesellschaften und die Übertragung des Wohnraumes in Gemeineigentum.

Lasst uns unsere Forderungen am 06.04.19 in Berlin gemeinsam auf die Straße tragen! Es geht nicht nur um einzelne Räume, es geht um die ganze Stadt!

Liebig34

6. April 2019, 12 Uhr Alexanderplatz

https://mietenwahnsinn.info/demo-april-2019/

Show usury the teeth!

We live in a city with up to 50,000 homeless people, in which 5,000 eviction suits are filed every year and more than 10 evictions are carried out every day. And all of that while several houses are empty. We live in a city with the fastest rising real estate prices in the world; and that is because houses belong to real estate companies and private individuals who want to earn money from our basic need for housing and are freely allowed to do so. Houses are renovated systematically in order to double rents and increase turnover. What is ignored in all this are the people who live in these houses, in this city and want to continue to live in it. It is ignored what homelessness or just the fear of it does to them. It ignores who is repressed and how the selective repression of people affects a society. Not all people can and want to be subject to the pressure of wage labour and competition in order not to perish in this city.

Speculators interfere with their attitude and behaviour in neighbourhoods in which they have never lived, never will live and in which they actually have no interest – except when it comes to exploiting them for their personal bank account. They benefit from appreciation and actively drive it forward to attract a more affluent clientele. Their interests are protected and enforced by the state apparatus. The capitalist state does not act in the sense of society, but in the sense of capital, in the sense of those who own capital and want to increase it at the expense of others.

We are all affected by gentrification. And the broad networking of tenants* and the mutual support of numerous neighbours* has shown that we all feel the pressure to oppose ownership on the housing market. On this issue, common positions are shared by large sections of society. And we, the non-propertied, are the majority of them.

It is clear to us that we can only break out of this hamster wheel by defending ourselves and supporting each other. We need affordable housing and commercial spaces for everyone and we know that this is also possible. We want a space that is self-organised and self-governed by the people who live and want to live in this city, and not by real estate speculators and companies whose profit interests sell our city.

Therefore we demand the expropriation of housing companies and the transfer of living space into common property.

Let us carry our demands on 06.04.19 in Berlin together on the street! It is not only about individual rooms, it is about the whole city!

Liebig34

6th of April 2019, 12:00 Alexanderplatz

https://mietenwahnsinn.info/demo-april-2019/en/

¡Muéstrale los dientes a la usura!

Vivimos en una ciudad con hasta 50.000 personas sin hogar, en la que cada año se presentan 5.000 demandas de desalojo y se llevan a cabo más de 10 desalojos por día. Y todo esto sucede mientras varias casas están vacías. Vivimos en una ciudad donde los precios de las propiedades se incrementan más rápidamente en el mundo. Y esto se debe a que la mayoría de nuestras casas pertenecen a compañías de bienes raíces e individuos

privados que quieren ganar dinero de nuestra necesidad básica de vivienda y pueden hacerlo sin ningún impedimento. Bajo el argumento de progeso y modernidad, las casas se renuevan para duplicar los alquileres y aumentar el volumen de negocios. Lo que se ignora en todo esto son las personas que viven en estas casas, en esta ciudad y quieren seguir viviendo en ellas. Se ignora lo que la falta de vivienda o simplemente el miedo a ella les hace. Ignora quién es reprimido y cómo la represión selectiva de las personas afecta a una sociedad. No todas las personas pueden ni quieren estar sujetas a la presión del trabajo asalariado y la competencia para no perecer en esta ciudad.

Los especuladores interfieren con su actitud y comportamiento en barrios en los que nunca han vivido, nunca vivirán y en los que en realidad no tienen ningún interés, excepto cuando se trata de explotarlos para su cuenta bancaria personal. Se benefician de la apreciación y la impulsan activamente para atraer a una clientela más acaudalada. Sus intereses son protegidos y aplicados por el aparato estatal. El estado capitalista no actúa en el sentido de sociedad, sino en el sentido de capital, en el sentido de aquellos que poseen capital y quieren aumentarlo a expensas de otrxs.

Todxs estamos afectados por el aburguesamiento. Y la amplia red de inquilinxs* y el apoyo mutuo de numerosos vecinxs* ha demostrado que todxs sentimos la presión de oponernos a la propiedad en el mercado de la vivienda. Sobre esta cuestión, amplios sectores de la sociedad comparten posiciones comunes. Y nosotrxs, lxs no posemos, somos la mayoría de ellxs.

Para nosotrxs está claro que sólo podemos salir de esta rueda de hámster defendiéndonos y apoyándonos unxs a otrxs. Necesitamos viviendas accesibles y espacios comerciales para todxs y sabemos que esto también es posible. Queremos un espacio autogestionado y autogestionado por las personas que viven y quieren vivir en esta ciudad, y no por especuladores inmobiliarios y empresas cuyos intereses lucrativos venden nuestra ciudad.

Por lo tanto, exigimos la expropiación de las empresas de vivienda y la transferencia del espacio vital a la propiedad común.

Llevemos nuestras reivindicaciones el 06.04.19 en Berlín juntxs en la calle! No se trata sólo de habitaciones individuales, sino de toda la ciudad!

Liebig34

6 de abril de 2019, 12:00h en Alexanderplatz

https://mietenwahnsinn.info/demo-april-2019/esp/

Merch, Merch, Merch

Wow! Es gibt neue Buttons. Wer selbst drucken will findet hier die Vorlagen.

Außerdem eine Patch-Serie

viele neue Tshirt und Beutel-Motive.

Eviction Talks: Eviction, defense and campaigning experiences

Thursday 4th April – 8pm

Berlin is preparing itself for a „Year of Decisions“. Several left spaces are being forced into imminent evictions to give way for the city of the rich. All projects have announced their intention to defend themselves against the ejection. But how, by which means and with what allies? How do we win the political and concrete struggle against the eviction of our projects? With the „eviction talks“ we want to look back into different international experiences of eviction and discuss: what went well, why did some approaches fail? What happens after?

We will begin this series of discussions by seeing videos and talking about the case of the eviction of Liebig14 (2011) with those who had a direct experience.

Donnerstag 4. April 2019 // Liebig34-Bar // 20 Uhr
„Eviction Talks“: Räumungs- und Kampagnenerfahrungen

Berlin bereitet sich auf ein „Jahr der Entscheidungen“ vor. Mehrere linke Freiräume sollen weichen – für die Stadt der Reichen. Alle Projekte haben angekündigt sich gegen den Rauswurf zu wehren. Aber wie, mit welchen Mitteln und welchen Verbündeten? Wie erreichen wir den politischen und realen Erhalt unserer Projekte?
Bei den „eviction talks“ wollen wir zurückschauen, in unseren Räumungs-Erfahrungen wühlen und verschüttete Erkenntnisse wieder ausgraben. Was lief gut, was kann aus gestern, heute und für morgen gelernt werden? Und wie geht es danach weiter? Diesmal zum Fall Liebig14 (2011).

Jetzt auch CosyColdCaféTalks

Nach der Veröffentlichung unserer CosyColdKitchenTalks auf dem Blog (cosycoldkitchentalks.noblogs.org), öffnen wir nun die Türen für gemeinsame CosyColdCaféTalks. Denn wir brauchen nicht nur soft words in rough times, sondern auch safer spaces in tough times, in denen wir gemütlich zusammen kommen, uns entspannen oder uns austauschen können.

Es gibt Kaffee, Tee, Kuchen und andere Leckereien, Bücher, Zines, Gefangenenschreiben und Sonne oder Kaminfeuer.

Es gibt parallel ab 19 Uhr auch bei uns eine Küfa und es. findet von 12-18 Uhr Soli-Tättowieren für die Liebig34 statt.

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After releasing our CosyColdKitchenTalks on the blog (cosycoldkitchentalks.noblogs.org), we will open now our doors to have CosyColdCaféTalks with you. Because we not only need soft words in rough times, but also safer spaces in tough times, where we can hang out, relax and connect with each other.

There will be coffee, tea, cake and other sweets, books, zines, letter writing to prisoners and sun or chimney fire.

From 7pm there will be also Küfa and Soli-Tattooing for Liebig34 will take place from 12-6pm.

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cosycoldkitchentalks@riseup.net

Soli-Tattoo-Wochenende

Vom 29.-31.3 könnt ihr euch täglich zwischen 12-18:00 tätowieren lassen. Mindestens 50% des Umsatzes gehen dabei an die Liebig um die nahende Repression abzufedern. Wer keine Ideen hat kann sich auch ein Überraschungstattoo machen lassen. Freitag Abend wird es noch eine Info VA zur Liebig geben. Also kommt vorbei lasst euch tätowieren oder trinkt ein Bier und zeigt euch solidarisch. Die Künstler*innen sind Vogelfrei Buits Crew, Cheli Gomez Tattoo und Leute von Rostige Nadel

34h für die Liebig34

Liebig34-Vollversammlung , Sonntag 17. März 14Uhr , in der Kinzigstr 9

Warten auf den großen Knall? – Seit Anfang des Jahres ist das feministische Hausprojekt Liebig34 ohne Pacht-Vertrag. Die Räumungsklage wurde seitens des Eigentümers, Gijora Padovicz, schon eingereicht. Gerüchte machen die Runde und im Nordkiez steigt die Polizeipräsenz wieder merklich. Wir müssen uns wohl auf das Schlimmste vorbereiten und laden deshalb erneut zur Vollversammlung.
Nach einem Input zur aktuellen Situation und den Fakten gehen wir in Arbeitsgruppen zu: Aktionsformen am TagX, SoliPropaganda, HausSupport und Strategie-Debatte.

Redebeitrag 8. März vorabend Demo

Wir sind heute hier am 7. März, um zu zeigen, dass der Frauen*kampftag nicht nur am 8.März, sondern jeden Tag ist. Das bedeutet nicht nur Glitzer auf feministischen Partys sondern vor allem, dass für uns jeder Tag ein Kampf ist.
Denn selbst ohne den sexistischen Backlash und den faschistoiden Rechtsruck, den wir zurzeit erleben, bietet die patriarchale Gesamtscheiße, die uns umgiebt, genug Gründe wütend zu sein.
Auch wir in der Liebig34 spühren zurzeit in besonderem Ausmaß, was es bedeutet, wenn wirklich jeder Tag zum existenziellen Kampf, mit ungewissem Ausgang wird.
Die Räumungsklage ist raus, aber wie sind noch da, denn Feminismus bedeutet autonom zu entscheiden: Über unsere Körper, unsere Identitäten, unsere Leben und unsere Räume.
Feministische Befreiung ist für uns daher nur in einer radikalen und autonomen Praxis denkbar, die nicht im Frieden mit der Gesellschaft durch Frauenquoten oder Feiertagsfolklore erreicht werden kann.
Das Land Berlin hat den 8.März zum Feiertag gemacht. Es ist dasselbe Land Berlin das im Zweifel seine Bullen schicken wird, um dem Hauseigentümer
Padovicz Amtshilfe bei der Räumung vom einzigen selbstververwalteten anarcha-queer-feministischen Hausprojekt der Stadt zu bieten.
Doch noch wird über unsere Zukunft verhandelt. Baustadtrat Florian Schmidt sitzt am Tisch mit Gijora Padovicz. Nicht mit dabei sind die dirty Queerfeminist*innen um deren Haus es geht. Ein Eigentümer, dem die halbe Stadt gehört und ein Baustadtrat, 2 hochrangige cis-Typen, die über die Zukunft eines queer-feministischen Hauses verhandeln, als würde es ihnen
gehören und nicht den Menschen, die darin wohnen und die es nutzen. Doch wir werden bleiben und kämpfen egal wie deren Machtspiele verlaufen, denn die Frage wie viele cis-Typen es braucht, um über die Zukunft eines queer- feministischen Hausprojekts zu entscheiden ist schnell beantwortet: keinen einzigen!
In diesem Sinne: Lasst uns laut sein, lasst es krachen! Gemeinsam solidarisch auf der Staße und in unseren feministischen Freiräumen. Heute, morgen, jeden Tag. Denn es ist jeden Tag Frauen*kampftag es ist jeden Tag Tag X!

speech 8. march

8th of March, the international Womens day.

We are here today, on the 8th of March, to bring our fights to the street.
And as much as we are happy to take the streets together to make our fights visible,
one day is not the measure of our resistance, when Patriarchy is oppressing us historically and systematically every day.

This is not a single celebratory day of fighting.
Every day is a fighting day for women* and queers against patriarchal oppression
Every day women, queer, trans people are oppressed, raped, abused and discriminated against.
Every day patriarchy gives us a reason to be angry.

Feminism is not something we celebrate on this single date
and it’s not just the glitter on our fancy queer parties,
but a strong self-organized form of solidarity ….and a commitment of resistance against oppression.


We are a queer feminist house project in danger of eviction
and we can feel very day what it means to be forced into a daily fight for our existence,
a fight with no guarantee to win.

The eviction lawsuit is here… But we are also still here.
Because feminism means to decide autonomously: About our bodies, our identities, our lives and our spaces.
For us feminist emancipation is only possible with radical and autonomous action:
it cannot be achieved by small concessions from State to a society whose only end is to pacify us.

The state of Berlin has made the 8th of March an official holiday.
It is the same state of Berlin that will send their cops to repress and evict us, the only self-organized feminist house project in this city.

Right now two cis men are negotiating about our future.
The city council for housing Florian Schmidt is sitting together with the owner Gijora Padovicz.
So what do we have?

A man who owns nearly half of Friedrichshain and a politician searching for some prestige.
Two cis-guys in power positions negotiating about the future of a feminist house project without the people who are building it and keeping it alive collectively.

To them and to any other we say: we are not going anywhere.
We will stay no matter what the outcome of your power games will be.
We will fight. And if you touch us, we will respond.

We stand together and in solidarity with all feminist struggles.
We stand together with all the women and queer individuals oppressed, raped, and discriminated against over and over again
We stand together with all of the women and queer individuals who are taking the streets all around the world to denounce patriarchal violence.

We stand united today, this 8th of march in the streets.
but we stand together and united also tomorrow. and the day after tomorrow. And the day after that.

because every day is a day of struggle.
and every day is a celebration of a struggle that many before us have done.
we are continuing that fight today and we will continue that fight always. everywhere.
Thank you.

HERAUS ZUM 8.MÄRZ – INTERNATIONALEN FRAUEN*KAMPFTAG!

Lasst uns am internationalen Frauen* kampftag gemeinsam auf die Straße gehen.
Lass uns auf die Straße gehen gegen Knäste, gegen das Patriarchat, gegen die Kriminalisierung von Frauen, Trans, Inter, Non-binary und Queers und gegen die Räumung von selbstbestimmten anarcha- und queerfeministischen Räumen.

Die patriarchale Gesellschaft wird aufrecht erhalten durch eine Kriminalisierung der Selbstbestimmung der eigenen Körpern. Es gibt zahlreiche Beispiele wie das patriarchale System versucht uns zu kontrollieren und uns kleinzuhalten.
So werden zum Beispiel Schwangerschaftsabbrüche strafrechtlich verfolgt. Abtreibung gilt auch in Deutschland gemäß § 218 Strafgesetzbuch als Straftat: „Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Das heißt, dass Abtreibungen nur unter bestimmten Vorraussetzungen, die eingehalten weren müssen, straffrei sind.
Auch in anderen Ländern ist die Gesetzeslage zu Schwangerschaftsabbrüchen mehr als prekär. In El-Salvador, zum Beispiel, gehen die Anti-Abtreibungsgesetze, noch weiter: Wenn bei Fehlgeburten oder fehlender medizinischer Hilfe das Kind die Geburt nicht überlebt, kann die Frau wegen Mordes zu zehn bis 40 Jahren Haft verurteilt werden. Das passierte zum Beispiel Alba Rodríguez, die im Frauengefängnis Ilopango in San Salvador nun schon seit 9 Jahren sitzt und noch weitere 21 vor sich hat. Sie wurde nach einer Fehlgeburt wegen Mord in besonders schweren Fall angeklagt.

Auch das neue sogenannte „Prostituiertenschutzgesetz“ kriminalisiert marginalisierte Menschen. Sexarbeiter_innen müssen sich nun registrieren und besondere Auflagen befolgen. Dadurch werden Sexarbeiter_innen ohne Papiere, Aufenthaltserlaubnis oder Arbeitserlaubnis noch repressiver behandelt. Das Ganze hat zum Beispiel die Folge, dass sie nicht mehr in Bordellen arbeiten können und ihr Arbeitsplatz auf der Straße ist, was um einiges gefährlicher und schlechter bezahlt ist.

Bis heute werden Transgender Personen, Homosexualität und LGBTQ* Aktivismus strafrechtlich verfolgt und in einigen Ländern mit dem Tod bestraft.

Gefängnisse führen gewaltvoll ein binäres Geschlechtersystem weiter, in dem nicht-binäre Gender keinen platz haben. Trans- und Inter-Menschen werden so verwahrt, wie es in ihren Papieren steht, auch wenn das in keinster Weise mit ihrer gelebten Identität zusammenhängt. Oft kommen Transpersonen auch in Einzelhaft und werden aus „Selbstschutz“ komplett isoliert. Für Transpersonen ist es oft schwer im Gefängnis Hormone zu bekommen oder eine OP zu beantragen. Auch an Schminke oder selbstgewählte Kleidung zu kommen ist nicht einfach.
Auch sexualisierte Gewalt im Gefängnis ist kein Einzellfall. Sie wird, wie im Alltag außerhalb, tabuisiert. Doch ist es im Gefängnis noch schwere sich Unterstützung zu holen oder sich zu wehren. Besonders wenn die Gewalt von in der Hierarchie weiter oben gestellten Personen, wie Wärter*innen, ausgeht.
Der Alltag im Gefängnis kann für viele Frauen, Trans, Inter und Queers retraumatisierend sein, durch ständiges Ausziehen, Durchsuchen, Nacktsein. Auch gibt es nur wenige Frauengefängnisse – so kommt es häufig vor, dass Frauen* oft weit weg von ihren Familien und Freund_innen sind und damit noch mehr isoliert werden.

Wir müssen gegen all das (und so vieles mehr), was diese patriarchale Gesellschaft uns antut, auf die Straße gehen. Wir müssen weiter laut und widerständig werden gegen das Patriarchat, Knäste und Rassismus.

Wir, die Liebig34, sind ein selbstverwaltetes anarcha-queer-feministisches Hausprojekt, das nun akut räumungsbedroht ist. Wir wollen ein Schutzraum für vom Patriarchat Betroffenen sein, in dem sich Frauen, Lesben, Trans, Inter und nicht-binäre Personen politisch organisieren können. Mit der Räumung dieses Hauses wird ein Stück Widerstand unsichtbar gemacht und das wollen wir nicht zulassen.
Lasst uns unsere Kämpfe verbinden gegen das Patriarchat und Repression.

Kommt am 8. März um 15Uhr zur JVA für Frauen Berlin-Lichtenberg. Lasst uns der Fltiq* Demo anschließen. Lasst uns gemeinsam von der JVA Lichtenberg über die Liebig 34 zur Warschauerstraße laufen.

Danach geht es an der Liebig34 weiter. Um 19Uhr gibt es BBQ, um 20Uhr eine Kundgebung. Ab 20:30 Konzerte, Karaoke und Djs.

Liebig34 presents: CosyColdKitchenTalks – soft words in rough times

https://cosycoldkitchentalks.noblogs.org/

Lazy Sunday?

Perfect! Come around, hang out, enjoy nice fresh food and the movie
„DYKE HARD“.

Spring is coming! Reclaim Dorfplatz!

Küfa 8pm

Movie 9pm

3.3.2019

Kiezspaziergang vom Dorfplatz zum Lausitzer Platz

Wir laufen am Samstag den 02.03 um 15:30 am Dorfplatz los. Gleichzeitig mit einer Demo aus Schöneberg, vom Jugendclub Potse & Drugstore und der besetzten Großbeerenstraße 17a, gleichzeitig mit dem Kneipenkollektiv der Meuterei und gleichzeitig mit einer Demo aus dem Schillerkiez, vom Syndikat über die ehemalige Friedelstraße 54.

Verdrängung von emanzipatorischen Strukturen findet gerade überall statt. Nix neues? Stimmt. Aber seit einigen Monaten vernetzen sich all die Projekte untereinander.

Die Warnung wird deutlicher denn ja, wenn einer der Orte angegriffen wird, betrifft es uns alle. So treffen alle Demo-Züge am Lausitzer Platz gegen 17:00 aufeinander, es wird Essen und Musik geben.

Der rot-rot-grüne Senat wird genauso wenig davor zurück schrecken dieses Jahr einen 50 Jahre lang bespielten Jugendclub brutal zu räumen, wie davor die Rigaer Straße wieder in das abstruse Licht eines Bürgerkriegsschauplatzes zu rücken. Der „bodenständige“ Baustadtrat Florian Schmidt ergattert sich immer wieder einen Platz in der Berichterstattung zu Verdrängung und gibt sich als kämpferischen Gegner von Spekulation. Wir glauben nicht, dass ein Politiker egal welcher Partei, ein Interesse hat, linksradikale Strukturen, wie die Liebig34 oder die Rigaer94 zu unterstützen. Auch die Räumung des Freibeuters, mit dem vorausgegangenen Einsatz des SEK‘s, wurde geschickt mit den alt bewährten Mitteln der Spaltung und Kriminalisierung von Besetzer*innen von dem rot-rot-grünen Senat innerhalb von 2 Tagen durch gesetzt.

Wir kämpfen in unseren Häusern gegen den Ausverkauf der Stadt an reiche ignorante Yuppies, gegen die patriarchalen Strukturen, die das System und unseren Alltag durchziehen, gegen die Vereinzelung in Lohnarbeit oder individualisierten Lebensentwürfen, gegen die Existenz der Bullen und stets gegen einen Staat, der uns normieren und regieren möchte.

Wir sind für das Chaos! Wir passen genauso wenig in die Vorstellungen eines Pseudo-68ers wie in die eines verkappten Einsatzleiters. Wir wollen keinen befriedeten Kiez und gesicherte Mietverhältnisse, wir wollen einen Ort für die Rebellion und die Freiheit der Gegenentwürfe.

Der Gerichtstermin für die Räumung der Liebig 34 steht für die nächsten Monate an, der Gerichtstermin für den erneuten Räumungsversuch des Erdgeschosses der Rigaer 94, der Kadterschmiede und des Jugendclubs „Keimzelle“, steht am 13.06.2019 bevor.

Kiezspaziergang | 02.03. | Dorfplatz | 15:30 |

Gemeinsame Kundgebung | 02.03. | Lausitzer Platz | 17:00 |

Feminist* take back Dorfplatz, 8. März

Concert Babsi Tollwut, BBQ and speeches in front of Liebig 34 & inside party with 2 floors with Karaoke and Djs Foxxfaction (female* Hip Hop), Liebig34 resident Dj FättiFättiBummBumm (Disco) and Candy Sluts (Disco).
7pm: BBQ on Dorfplatz and in the yard
8pm: Speeches
8:30: Concert
9:00 Karaoke floor opens
22:00 Djs
L34 is one of the few political anarcha queer feminist house projects, working actively against sexism, discrimination and systematic oppressions. Spaces like this are needed. The Dorfplatz, Infoladen and Bar are important meeting points for the coming together of different political fights against the repressive system. Particularly in the current political context where the right wing is moving forward towards a historically strong reactionary position against feminism, non traditional binary roles, abortion and immigration.Many projects have already been evicted. Many others are in the process of being so. Don t let them take another house.

Brunch against the eviction of Liebig 34

sunday 24.2 at 1pm in liebig bar

Seen on Boxi

Hoch die Interkiezionale Solidarität – Demonstrationen am 02. März

+++ Gemeinsame Demonstrationen vieler bedrohter Projekte am 02.03.19 in Berlin +++ Zubringerdemos aus diversen berliner Berzirken zu gemeinsamer Abschlusskundgebung um 17 Uhr am Lausitzer Platz in Kreuzberg +++ Vorabdemos in Schöneberg, Neukölln, Kreuzberg & Friedrichshain angekündigt +++

Seit Jahresbeginn sind die Räume der Liebig34, der Potse und des Syndikats ohne Miet- oder Pachtverträge. Bei der Liebig34 war wegen ihrer Ankündigung damit zu rechnen, dass sie bleiben, so dass Padovicz vorsorglich Räumungsklage eingereicht hat, bei den anderen kam es eher überraschend. So sei der Bezirk Tempelhof-Schöneberg kalt erwischt worden, als die Potse ihre Räume nicht für ein schlechtes Ersatzobjekt aufgeben wollte. Was die Pears Global sich gedacht hat als das Syndikat nicht ausgezogen ist, bleibt Spekulation, da sie sich von Beginn an Gesprächen verweigert hat und jede Kommunikation abbricht sobald das Wort „Syndikat“ fällt. Vermutlich werden sie sich nicht gefreut haben. Schließlich haben sie nun auch Räumungsklage eingereicht.

Tja, des einen Leid, ist des anderen Freud! Wir freuen uns sehr darüber, dass diese Räume noch erhalten sind.

Aber Spaß beiseite. Weiterhin ist die Großbeerenstraße 17a besetzt, eine der wenigen Neubesetzungen, die sich überhaupt länger halten konnte. Die Eigentümerin überlegt sich zwar ständig was neues, wofür sie die Räumlichkeiten bräuchten, aber auf die Idee sie einfach den Besetzer*innen zu überlassen wollen sie wohl nicht kommen. Daher ist es da auch ungewiss wie lang es noch dauert bis ihnen einfällt, dass sie die Besetzer*innen eigentlich gar nicht haben wollen. Die Meuterei verliert ihr Verträge Ende Mai diesen Jahres.

Bei der Rigaer94 ist weiterhin alles unklar und wir können nur abwarten, was sich Neues in den Hinterzimmern überlegt wird, wie man sie loskriegt.

Die Lage bleibt für eben jene, aber auch viele andere Projekte weiter unsicher und weitere Entscheidungen sind noch nicht getroffen. Da Innensenator Geisel wohl nicht die gleichen Fehler begehen möchte wie sein Vorgänger, konnte davon ausgegangen werden, dass etwaige Räumungen nur mit richterlichen Beschlüssen durchgeführt werden. Aber die brauchen eben ihre Zeit.

Dem ungeachtet mahlen die Mühlen der Stadtumstrukturierung weiter. Häuser werden verkauft, gekauft, systematisch zerstört, geräumt, saniert, entmietet, lusxussaiert, in Eigentum umgewandelt usw. usf. Menschen werden zwangsgeräumt, Mieten erhöht und wer darin keinen Platz mehr zum Wohnen findet, hat halt Pech gehabt und hier eh nix verloren.

Wir, als Interkiezionale rufen dazu auf sich solidarisch mit den bedrohten Projekten zu zeigen und den Ausführenden dieser „Stadtumstrukturierung der Reichen“ zu verdeutlichen, was es bedeutet wenn wir wütend sind. Für unsere Wut müssen wir alle die uns passenden Vehikel finden.

Gleichzeitig wollen wir einen Moment der kollektiven Solidarität und Interkiezionalität ermöglichen.

Daher rufen wir dazu auf, am 2. März zur Kundgebung mit Konzert und anderen Aktivitäten am Lausitzer Platz um 17 Uhr zu kommen.

Doch kommt nicht allein. Schließt euch den Demonstrationen der Potse aus Schöneberg, der Liebig34 aus Friedrichshain, des Syndikats aus Neukölln oder der Großbeerenstraße 17a oder der Meuterei aus Kreuzberg an.

Oder bringt euren eigenen Kiez mit einer Demo oder einer gemeinsamen Anreise dorthin.

Seid kreativ ob als Fahrrad-Demo, Kiezspaziergang, Tagtanzdemo oder was auch immer. Zeigt euch auf der Straße, behindert den alltäglichen Fluss und zeigt eure interkiezionale Solidarität.

Für Details wartet auf weitere Ankündigungen auf Indymedia oder https://interkiezionale.noblogs.org/ . Oder fragt bei eurem Projekt des Vertrauens direkt nach. Meldet euch gern unter interkiezionale@riseup.net (PGP findet ihr auf der homepage) wenn wir euren Startpunkt mitveröffentlichen sollen.

Für ein kleines bisschen Chaos in der Ordnung.
Gegen die Stadt der Reichen! Hoch die Interkiezionale Solidarität!
One struggle, one fight!

Soli-Text G17A

Solidarität mit dem Hausprojekt Liebig 34 ─ Gegen den
Ausverkauf der Stadt ─ Wir Bleiben Alle!

Wieder soll ein Hausprojekt wegen der Geldgier von Investoren
verschwinden.
Das anarcha-queer-feministische Hausprojekt Liebig 34 in Friedrichshain
hat zum 31.12. 2018 keine weitere Mietvertragsverlängerung bekommen.

Der Eigentümer Padovicz ─ bekannt für seine Entmietungspraktiken ─ will
eine Räumung des Hauses, damit nach Luxussanierung neue Mieter*innen
seinen Geldbeutel weiter füllen können.

Aber nicht nur die Bewohner*innen der Liebig 34 wehren sich gegen ihre
drohende Räumung.
Immer mehr Nachbar*innen aus den Häusern seines Firmengeflechts tun sich
zusammen um gegen die Praktiken Padoviczs anzugehen (mehr unter:
padowatch.noblogs.org.

Aber dieser Investor ist nur ein Entmieter von vielen in dieser Stadt.
Die Liste ist lang, aber so funktioniert ja bekanntlich unser System:
Wer das Geld hat, hat die Macht, wer die Macht hat, hat das Recht!

Und die Liebig 34 ist nur ein Haus unter vielen in dieser Stadt.
Zig tausend Menschen sind von Profitmaximierung der Investor*innen und
Spekulant*innen betroffen: Verdrängung aus dem Kiez, Entmietung,
Zwangsräumungen, Wohnungslosigkeit, Armut …

Mieter*innen, die keine bezahlbare Wohnung mehr finden, linke Kneipen,
die schließen müssen, Menschen, die im Freien übernachten müssen, das
Jugendzentrum, das keine Vertragsverlängerung bekommt, der Späti, der
entmietet wird, Besetzungen von leerstehenden Wohnungen und Häuser, die
sofort geräumt wurden, Nachbar*innen, die zwangsgeräumt wurden ─ wir
Alle sind von dieser Politik des Ausverkaufs der Stadt betroffen.

Aber wir Alle können auch diese Zustände gemeinsam und
solidarisch verändern.

Wir Bleiben Alle! Hände weg von der Liebig 34!
Hände weg vom Syndikat, der Potse, der G17a!
Das Drugstore und die Friedel54 müssen ihre Räume wieder
zurückbekommen!
Wohnen darf keine Ware sein – beenden wir Verdrängung
und Spekulation überall!

Hausprojektgruppe G17A
─ Januar 2019

Liebig 34 goes KVU! Soliparty 9.2.2019 7pm

Soliparty für die Liebig34 in der KVU! Wir starten den Abend mit einer Info VA zum Thema „Historische Kontinuitäten von Antifeminismus von Rechts und Chancen eines
feministischen Antifaschismus“ und einem kurzen Input zur aktuellen Situation der Liebig 34. Danach spielen Szrama (Hardcorepunk), Strach (Crust Punk) und Lost Culture (Hardcore Punk). Anschließend Aufgelege von Fätti Fätti Bumm Bumm (Eurodance Desaster)und Anouk (70ies Punk). Dazu gibt es Live Siebdruck (bringt Klamotten mit!) und lecker Küfa.

Erfolgreicher Flashmob in der East Side Mall gegen Verdrängung und als Solidaritätsaktion für Liebig 34 und Potse & Drugstore am 26.01.2019



https://de.indymedia.org/node/28682

Kurzbericht:
Wir, etwa 30 Aktivist*innen, belagerten heute am frühen Nachmittag für gut 15 Minuten einen der Eingangsbereiche der im November’18 eröffneten East Side Mall an der Warschauer Brücke. Die Aktion gilt als solidarischer Zuspruch für alle von Wohnraumverlust betroffenen und zwangsräumungsbedrohten Menschen, sowie als solidarische Aktion für alle bedrohten Freiräume und Freiraumprojekte, insbesondere hier für die anarcha-queer-feministische Liebig34 im Nordkiez Friedrichshain und die seit fast 50 Jahren autonomen selbstorganisierten Jugendzentren in Schöneberg Potse & Drugstore.

Bis zum Eintreffen der hauseigenen Security machten wir mit Utensilien aus dem Schlaf- und Hausbereich, Transpis und Flyer (siehe Anhang) auf die oben beschriebenen Situationen und Bedrohungen in diesem Konsumtempel aufmerksam. Mit ergattertem Hausverbot, entrissenen und wieder zurückeroberten Transpis und der anrückenden Staatsexekutive wiedermal als Handlanger des Kapitals, beendeten wir unsere solidarische Aktion und schlossen uns im Anschluß der Demonstration für den Erhalt eines weiteren bedrohten Projektraums, der Meuterei in Kreuzberg, an.

WIR BEIBEN ALLE – WIR BLEIBEN WIDERSTÄNDIG!

Bericht und Statement:
Die Aktionsgruppe Rigaer 71-73 aus dem Norden Friedrichshain – exakt dem am jetzt dichtesten bebauten und mit immer mehr Zuzug von hippstarren Menschen im einst Arbeiter*innen-, nun ebenso am dichtesten besiedelten -Kiez – ist mit etwa 30 Aktivist*innen heute um 14 Uhr in der sage und schreibe 69. Was-Berlin-Nicht-Braucht-Shopping-Mall reingegangen und hat einen Flashmob gegen Verdrängung initiiert.

Mit Schlafsäcken, Isomatte, Utensilien aus dem Hausgebrauch ließen wir uns im Eingangsbereich Nahe der Arena, deren Bewerbung hier jetzt wegfällt, nieder, gingen Tätigkeiten nach, von schlafen, unterhalten, Kaffee kochen bis Frisbee spielen, bedeckten teils die Schlafgelegenheiten mit Transpis wie „täglich >10 Zwangsräumungen in Berlin, >50.000 Wohnungslose, Wohnraum ist keine Ware, Freiräume verteidigen, Kapitalismus tötet oder Vedrängung tut weh.“ So wurde mit dieser Soli-Aktion ein deutlich starker Fokus auf diejenigen gelenkt, die am schlimmsten von Mietpreisanstiegen und krassen Aufwertungstendenzen Berlins hin zu einer Stadt der Reichen betroffen sind und durch diese Entwicklung am stärksten ins gesellschaftliche Aus gestoßen werden in vollem Bewußtsein und der Logik von Politik und Kapital. Ein Gruß geht mit unserer Aktion damit zur Mahnwache des Wohnungslosenparlaments, welches gerade vom 23. bis 25.01. mit Unterstützung des ‚Bündnisses Zwangsräumung verhindern‘ vor dem Roten Rathaus auf ihre Situation aufmerksam gemacht haben. 50.000 Wohnungslose, mit 10.000 Obdachlosen Menschen, das sind an Zahlen 5 definierte Kleinstädte innerhalb Berlins, in einer der reichsten Gegenden auf diesem Globus. Das Wort Skandal ist dafür viel zu abgegriffen…

Andere Aktivist*innen bewegten sich um die sich im Eingangsbereich niedergelassene Gruppe herum mit Transpis und verteilten Flyer, die den Blick auf den Luxus, also die Überflüssigkeit z.B. der Mall an sich, aufgriffen und vor allem auch den Fokus auf die derzeit bedrohten Freiraum-Projekte lenken sollten. Insbesondere die Liebig34, das anarcha-queer-feministische Hausprojekt, bzgl. dessen eine Räumungklage bereits anhängig ist und die ebenso bedrohten autonomen selbstorganisierten Jugendzentren Potse & Drugstore in Schöneberg wurden als Soliaktion bedacht. Beides sind Projekte, in denen sich Menschen begeben, die dringendst Raum benötigen, um sich aufgehoben zu fühlen, als FLTI*Menschen (Feministisch-Lesbisch- Trans(gender) und Inter(sexuell)), in einem Hausprojekt, das sich als eines der Hauptthemen v.a. der sexistischen Diskriminierung annimt, in der immer noch stark patriarchalen Gesellschaft, mit allem sub-kulturellen Einsatz, mit einer Idee von Schutzraum, aber auch dem Bestreben, die eigenen Lebensvorstellungen nach außen zu tragen und damit die Gesellschaft mindestens zu inspirieren, toleranter, offener, anarchistischer zu werden, alte Gepflogenheiten und Blickwinkel zu verändern, zu weiten, Mauern einzureißen. Die autonomen selbstorganisierten Jugendzentren Potse & Drugstore betätigen sich in genau diesem subkulturellen Kontext seit fast 50 Jahren. Die jungen Menschen lernen dort sich selbst zu befähigen sich zu organisieren, sich für sich und andere einzusetzen, eigene Ideen umzusetzen, kreative Ideen zu verwirklichen, eigene Ausdrucksformen zu finden und damit sich selbst und andere zu stärken. Somit engagieren sie sich und leben für eine Idee von einer anderen Gesellschaft, einer anderen Form des Zusammenlebens, jenseits von Kapital und Macht und hierarchischen Gebilden einer Staatsform in Abhängigkeit zu einem System, welches Gier, Untertanengeist und Diskriminierungswünsche produziert, sprich sich faschistoid gebärdet.

Mit Ausrufen der Aktivist*innen für Freiräume, in denen z.B. nicht zum Konsum/Verzehr von irgendwas verpflichtet wird, die nicht Eigentum von irgendjemandem sind und mit Rufen gegen auch diese Mall-Form von Verdichtung und Aufwertung rieben sich sicherlich so manche Konsumgänger*innen verwundert die Augen. Beim Stichwort Verdrängung griffen dann doch so einige nach dem Flyer, andere wenige sahen so aus, als fühlten sie sich ertappt beim banal passiv infantilen Konsum in einer betonverdichteten scheinbar bunten Kunstwelt auf Kosten und zu Lasten einer ganzen Region in Sachen Aufwertung, Stadtraumverdichtung, Stadtödnis, Klimazerstörung, Freizeitverdummung.

In einer durchkapitalisierten Gesellschaft werden gerade die Aktivist*innen mit ihrem jeweiligen Selbstverständnis und Unterstützer*innen dieser oben genannten Projekte immer wieder angegriffen, jetzt eben der Versuch unternommen von staatlichen Versager*innen und der Macht des Geldes und des Eigentums mit Gewalt aus ihrem Zuhause vertrieben zu werden. Für die ausgegrenzten Menschen, für die Freiraumprojekte und ihren Bewohner*innen wie Unterstützer*innen ist kapitalistische und, nachgeordnet, staatliche Repression Alltag. Ob Obdachlosencamps brutal geräumt, deren wenige Habseligkeiten in einer an nichts zu steigernden Form von Anmaßung, als Müll betitelt werden oder Bullen gerne ihre exklusive Exekutivmacht durchaus gewaltsam ungestraft ausüben, in dem gegenteilig wirkenden Bestreben, unseren Widerstand gegen die bestehenden Verhältnisse zu brechen. Ebenso verhält es sich mit den Machtgesten seitens des Kapitals, die einem in allen Alltagstätigkeiten begegnet oder existentiell bedrohlich in unser Leben eingreift. Besonders Shopping Malls, TV, teils Internet, social Medias als der Teilhabe- und Mitgestaltungsoption entziehende Zeitfressmaschinen kann man hier genauso nennen, wie die dramatisch verschärfte Situation um alles, was Wohnen bedeutet und mit Marktverwertung, gar Renditeoption zu einer der brutalsten Formen von Gewalt hierzulande geführt hat, denn nichts anderes ist Verdrängung und Vertreibung.

SCHLUSS DAMIT!

VERDRÄNGUNG STOPPEN – KAPITALISMUS ABSCHAFFEN – KLIMA RETTEN – FREIRÄUME FÜR UNS!

Concert + Cumbia Party

Saturday, 02.02.2019

doors open: 21:00

concert: 22:00

djs: 23:0-05:00

„Anti Corpos“ (feminist hardcore) concert and after show party with cumbia and latin music with Dj Edna Martinez and Marie Leão.
Cocktails, fire bin in the yard!
Dance with us for resistance! Liebig 34 stays!

Küfa & Film über die Liebig 34 „Indoor“

31. 1. 2019, 7pm
Indoor is a short first person Point-Of-View documentation of the 28-year-old self-organised, anarcha -queer feminist house-project Liebig34 in Berlin. The film deviates from the common documentary formats. Instead, it opts for a short film, guiding the viewers through a journey to an alternative space.
Through the eyes of a person walking around the house, the viewers get to experience the vibrant life within Liebig34. They accompany the person as she walks through the rooms and staircases and drawn into the stories and scenes happening around the house. The journey gets artistic, emotional, political and erotic. Liebig34 faces eviction danger later this year, like 30 other project houses who were evicted in the last decade in Berlin. This film seeks to raise awareness to the disappearance of such alternative spaces in the face of gentrification. english with german sub

Soliaktion für Potse/Drugstore und Liebig34: Gegen Verdrängung und Gentrifizierung

https://de.indymedia.org/node/28013

In der Nacht vom 17.12. zum 18.12. wurden in Berlin die Büros von der Hausverwaltungsfirma „Dr.House“ in der Herzbergstraße 82 in Lichtenberg und von rent24 in der Potsdamer Straße in Schöneberg mit Farbe markiert. Im Gebäude in der Potsdamer Straße sitzt auch die Unternehmensgruppe DIM, die an der Verdrängung der Kiez Kneipe Syndikat in Neukölln beteiligt sind.

Die Unternehmen sind massiv an der Verdrängung von Freiräumen beteiligt und stehen beispielhaft für eine Stadt der Reichen.

rent24 ist eine Firma, die im selben Gebäude wie Potse/Drugstore Räume mietet und nun auch aus dem selbstverwalteten Jugendzentrum ein „co-living space“ machen möchte. Um das zu erreichen, hat rent24 in der Vergangenheit immer wieder Securities und Bullen auf Potse/Drugstore gehetzt.

Die Hausverwaltungsfirma „Dr.House“ ist ein Teil der Unternehmensgruppe Padovicz, welcher der Eigentümer des ebenfalls bedrohten Hausprojekts Liebig34 ist. Padovicz ist schon seit den 90ern bekannt für sein rücksichtsloses Profitstreben. So berichten Mieter*innen von angesägten Gasleitungen, dem Abstellen von Warmwasser und vielen anderen Schikanen, um sie zum „freiwilligen“ Auszug zu drängen. „Dr.House“ ist das Unternehmen, welches die menschenfeindliche Politik der Unternehmensgruppe Padovicz für die Mieter*innen real werden lässt.

In Zeiten, in denen rechte und antifeministische Positionen an Zulauf gewinnen und Wohnraum für immer weniger Menschen zugänglich gemacht wird, sind selbstverwaltete, unkommerzielle Orte unglaublich wichtig. In ihnen können sich Menschen auf Augenhöhe begegnen, sich organisieren und gemeinsam Perspektiven entwickeln.

Die Berliner Politik schaut bei der Verdrängung dieser Projekte nicht nur tatenlos zu, sondern unterstützt Padovicz & co. mit Investitionsprogrammen und Fördergeldern. In einem kapitalistischen Staat mit verfassungsmäßig geschützter Eigentumsordnung ist das der Normalzustand.

Ein Normalzustand, der uns als alternativlos verkauft wird, der die Ungerechtigkeiten von Gentrifizierung individualisiert und unsichtbar machen soll. Durch das Markieren von Profiteur*innen werden sie aus dieser Anonymität herausgerissen. Ihnen wird gezeigt, dass ihr Handeln nicht unbeantwortet bleibt.

Eine bunte, radikale Praxis ist notwendig, um eine solidarische Stadt von unten zu erkämpfen.

Zur Situation der Liebig34! Einladung zur Vollversammlung am 27.1.

Am 31.12.2018, also vor nicht mal zwei Wochen schrieben wir noch, dass Padovicz unser Haus rein rechtlich nicht ohne Weiteres räumen lassen kann, dass er zunächst einen Antrag auf Räumung bei Gericht stellen und einen Titel erwirken muss. Wir berichteten darüber, dass der Bezirk und Padovicz noch in Verhandlungen über einen Grundstückstausch stünden, um eine Räumung möglicherweise abzuwenden. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass der Antrag auf Räumung schon längst gestellt worden war:

Am 13.11. 2018 hatten LASCAR Rechtsanwälte, in Persona Ferdinand Wrobel, im Auftrag von Siganadia Grundbesitz GmbH und co KG die Klage gegen Raduga e.V. eingereicht und die Herausgabe der Liebig34 gefordert. Anscheinend hatte Rechtsanwalt Ferdinand Wrobel seine Hausaufgaben gemacht. Wie ein Fuchs hatte er aus Veröffentlichungen auf dem Liebig34-Blog geschlussfolgert, dass wir die Bewohner*innen unser Haus nicht einfach verlassen würden. So begründet er die vorzeitige Einreichung der Klage mit folgendem Zitat:

„Viele Projekte wurden schon geräumt und zerstört, viele werden es bald. Wir können nicht zulassen, dass uns ein weiteres Haus genommen wird. Denn es ist nicht nur das Haus, das uns genommen wird bei einer Räumung, sondern auch Formen von Selbstverwaltung und ein Ort politischen Widerstands. Wir werden kämpfen unser Haus zu behalten! Dafür brauchen wir Unterstützung!

Malt ein Transpi, schreibt einen Support-Text, gibt die Info weiter! Macht ein Soli-Event, helft uns mit Anwalts- und Antirepressionskosten, plant Aktionen!

Bleibt widerständig gegen Gentrifizierung, Kapitalismus, Staat und Patriarchat!

WE WILL FIGHT!

L34 RESISTS!“

Die Einreichung der Klage zeigt, dass Padovicz die Zukunft unseres Hauses, der Bewohner*innen und unseres Kiezes gleich ist. Ihn interessieren lediglich sein Geldbeutel und sein Stolz, der durch „unsere Hetzkampagne gegen ihn“ angekratzt wurde. Dass die Klage bereits im November eingereicht wurde, wo noch Verhandlungen zwischen Padovicz und dem Baustadtrat Schmidt liefen, zeigt erneut, dass diese „Verhandlungen“ wie erwartet eine Farce von beiden Seiten war, um uns ruhig zu halten. Wenn wir tatsächlich in schönen Stunden mal an einen Ausgang aus der Situation glaubten, den wir mittragen könnten, dann war das eine naive Hoffnung, die wir uns leider nicht leisten können.

Als Padovicz dem Liebig34 Kollektiv vor 10 Jahren das Haus vor der Nase weg kaufte und es zu seinem neuen Spekulationsobjekt machte, stellte er dem Verein Raduga e.V. lediglich einen Pachtvertrag für 10 Jahre aus, sodass die Bewohner*innen eine Perspektive für diesen Zeitraum hatten. Dieser Gewerbemietvertrag ist der Grund warum Mietrecht nicht greift und wir juristisch kaum Chancen sehen unser Haus zu halten. In den letzten 10 Jahren hat Padovicz an uns etwa 600.000 € Pacht verdient ohne auch nur irgendetwas in das Haus zu investieren. In diesem Zeitraum dürfte sich der Immobilienpreis verdoppelt haben.

Seit 11 Tagen sind wir, Potse und Syndikat nun ohne Verträge in unseren Räumen und haben fest vor auch zu bleiben! Die Räumungsklage gegen Raduga e.V. macht uns Liebig34-Bewohner*innen stinksauer! Aber wir wollen unsere Wut nicht in Rückzug und Resignation verwandeln, sondern sie kanalisieren und an die adressieren, die sie zu verantworten haben. Wir wollen mit euch gemeinsam die Liebe zu unserem Haus, sowie unsere Wut auf das kapitalistische System und ihre Repräsentant*innen wie Padovicz und Wrobel in kreativem und vielfältigem Widerstand ausdrücken! Wir haben nur den Druck, den wir auf der Straße erzeugen können. Lasst uns aktiv werden!

Gegen Kapitalismus und das Patriarchat!

Gegen den Ausverkauf der Stadt und die Stadt der Reichen!

Für die Liebe zum Leben und eine Stadt von unten!

Liebig34 resists!

Aus gegebenen Anlass laden wir ein zur Vollversammlung am 27.1 um 17Uhr ins Jugendwiederstandsmuseum in der Rigaerstraße. Dort informieren wir über unseren aktuellen Stand der Dinge und unterstützungs Möglichkeiten.
Kommt alle wir freuen uns!

Silvester zum Frauen*knast

Am 31.12.18 haben um die 300 Menschen von der Liebig34 zum Frauen*knast in Berlin-Lichtenberg demonstriert. Relativ spontan haben wir uns entschlossen Silvester zum Knast zu organisieren und trotz kurzfristiger Mobilisierung sind doch viele Leute dem Aufruf gefolgt.

Der 31.12. war für uns ein wichtiges Datum, da genau da unser Pachtvertrag endete. Auch die Verträge von Potse&Drugstore und Syndikat endeten. Dieses Ende ist für uns der Anfang der Illegalität und der Start in eine unsichere Zukunft. Gerade dann wollen wir unsere Solidarität mit den Gefangenen, die vom Drecksstaat kriminalisiert werden, zeigen. Kraftvoll zogen wir begleitet von Redebeiträgen durch den Nordkiez bis hin nach Lichtenberg und schlossen uns dem Silvestergeböllere zur Begrüßung des Neuen Jahres an, um den Menschen im Knast hören zu lassen, dass sie nicht alleine sind.

Die Demo und der Support hat uns optimistisch gestimmt die Herausforderungen in 2019 zu meistern. Es gibt viel zu tun im neuen Jahren.

Updates zu unserer Situation folgen in Kürze.

https://de.indymedia.org/node/27986

(HH) – Gegen die Stadt der Reichen! fight the rich! – Die Projekte in der Liebig 34 und Rigaer 94 in Berlin durchsetzen! Rebellion in jedem Kiez!

https://de.indymedia.org/node/27122

Freitag Nacht des 14.12. zerstörten wir mit Steinen und Farbe die glänzende Fassade des Neubaus in der Breiten Straße 112-116 in Hamburg. Dazu errichteten wir eine Barrikade aus brennenden Müllcontainern, um problemlos zu verschwinden.

Vor 4 ½ Jahren wurden hier bei der Verteidigung der Hausbesetzung des Altbaus, die Bullen heftig mit Farbe, Böllern und Mobiliar aus dem Haus, angegriffen.

Jetzt ist der Altbau längst abgerissen, ein Neubau mit dem Namen Elbside ist in der Breiten Straße 112-116 errichtet worden. Mehrere Leute wurden damals angeklagt und saßen wegen der Verteidigung Monate in U-haft. Einige Spekulanten haben Millionen an dem Grundstück verdient und jetzt bieten Grossmann und Berger die Penthousewohnung mit „garantiertem 360 Panorama Blick über die schönste Stadt der Welt“ für schlappe 149 Mio. Euro an.

Die Situation spitzt sich zu. Auf der einen Seite wurden 2017 über 2600 Luxus-Immobilien in Hamburg verkauft, dass heißt : Eigentumswohnungen ab 5000 Euro den m² und Häuser ab 500 000 Euro. 2018 wurde für eine Wohnung in der Elbphilharmonie erstmals ein Preis von 37 000 Euro pro m² bezahlt.

Auf der anderen Seite sagen Mietervereine, dass in den nächsten Jahren jede*r dritte Mieter*in gezwungen sein wird, die Stadt zu verlassen, die Armen und Geringverdiener*innen mit einem Nettogehalt unter 1500 Euro.

In Berlin machen die Mitstreiter*innen aus und um die Projekte der Liebig 34 und der Rigaer 94 den Spekulanten Christoph Görner und Padovicz Dampf und stellen eine ernsthafte Gentrifizierungs-Bremse im sog. Nordkiez in Friedrichshain dar. Der Berliner Senat wird von den Spekulanten rumtaktiert, mit der Bitte nach Beendigung dieser “Problemprojekte“.

Die Bullen inszenieren „Bürgerkriegseinsätze“ in diesen Straßenzügen, Hubschrauber gehören fast schon zum normalen Bild. Die, die im Kiez rebellieren, werden schikaniert und sollen eingeschüchtert werden. Mit fadenscheinigen Geschichten werden martialische Polizei-Einsätze und Razzien begründet. Dabei ist der Grund ganz klar: Sie wollen nicht das wir uns organisieren und wehren.

Im Dezember 2018 läuft der Pachtvertrag für die Liebig 34 aus. Hier will Padovicz, dem über 200 andere Immobilien in Berlin gehört, luxusmodernisieren.

Die Bewohner*innen und Nutzer*innen der Liebig 34 haben Widerstand angekündigt.

Mit ihnen sind wir solidarisch.

Rebellier auch du in deinem Kiez!

2019 A decisive year ? / 2019 Jahr der Entscheidungen ?!

Within the next days the contracts of Liebig34, Potse, Drugstore, Großbeerenstraße 17a and Syndikat are ending. The future of many other projects like Meuterei, Rigaer94, Brauni is not much clearer. Whether they just have more time or the so called owners are playing with concealed cards, we have to develop and adopt a defense for these projects.
A good moment to go into a counteroffensive

The restructuring of the city is thundering on and even a burgeois middle class can not ignore the consequences anymore. The City is becoming more and more dense and those that still fit in it richer with every wave of gentrification. Houses are getting forcefully vacated, renovated and turned into condos. Renters get forcefully evicted when the so called owners are coming up with more modern schemes of maximizing their profit, renters cannot keep pace with rent raises or are just plain “too annoying”. The last vacant lots are getting covered with new luxury lofts even when they very well were used since their beginning by the people around. Commercial premises are being rented out at such a steep price that businesses inevitably have to become more high priced and exclusive even when the operators might not want that.
And those falling by the wayside – just have to work even harder or they should leave?

In the world of these so called owners and politicians 13€/sqm are socially compatible and HartzIV is more than sufficient if you just live the right way. At the same time they are astonished and indignated at the rage and hate thrown at them by those that have fallen by the wayside.

Getting out of individualization and the isolation of the projects and finding strength together

For the majority of the affected, the mentioned (house-) projects are neither the peak nor the root of the iceberg that is breaking apart. It does mean the decay of structures and possibilities of organization for a leftist scene though. Each of these projects plays an important role in local structures in their neighbourhood.
Where will FLTI* people looking for contacts and context to organize themselves go without 34 around?
What will become of Dorfplatz if Liebig34 is not around anymore?
How can the square still serve in the fight for Rigaer94 and against the city of the rich?
What is Schillerkiez without Syndikat?
A completely renovated and clean gentrified area with Lunte as the only eyesore?
Where to go after a demonstration in Kreuzberg when Meuterei is gone?
Where can the youth meet when they don’t want commercial stereotypes, be pressured to consume, have some “adults” patronizing and dictating their behavior?
Where when potse and Drugstore are gone?

These projects are all part of a fabric trying to break out of capitalist exploitation logic. Whether they provide space for people to get together and meet, organize uncommercial events where people can educate and inform themselves, or recreational and cultural activities, does not matter. These are all spaces that first and foremost don’t want to partake in a capitalist grid of exploitation, competition, domination and hegemony. With gentrification coming down on these projects we are running into the physical problem of loosing the spaces in which we live, we get together, socialize and organize ourselves. Structures grown in the past decades which have become something many of their users got used to taking for granted. “Where to go now?” , is a sobering question probably running through quite some minds now. The number of targets that will be threatened within the next year is even more appalling and an occurrence we haven’t seen in the last couple of years.
Making the question of Where-to even more unanswerable at first glance.

Nevertheless it’s much more than our spaces that is getting attacked , it’s our political convictions. Certainly subcultures places are equally being exploited for profit in the restructuring of the city, they are however places where people can find support and solidarity. Spaces in which people are coming together and getting active to question and attack prevailing social norms. Places connected not just through their threatened existence but through their open enmity of a system built on capitalism, racism, sexism and other forms of discrimination and thus dependent on states and their apparatus. Thus there seems to only be one valid direction as an answer to the where-to..

As the Interkiezionale¹ we see it as an utter necessity to join forces to fight for the preservation of these spaces- so the year 2019 wont be eviction-fated. All actors shall get to fear our rage and realize they cannot do any step unseen and unresisted. Our means can be as manifold and varied as the actors. (This comment is a neat little collecting of some targets and measures.) None of the evictions should happen and if they do only at a steep price. Whether it is a court order for an eviction, a raid or another attack, any attack is an attack on all of us, and can not go unanswered. In this process we think it is important not to just wait for a DayX but take a step forward and make use of the time in which we can choose freely when, how and where we get active. Let’s get creative decentraly
We call to raise the pressure.

May the year 2019 be a decisive year for us winning this fight!

The die has not been cast yet

We will all stay irreconcilable

¹The Interkiezionale understands itself as a group, independent of the threatened projects, seeking to organize a conjoint defense and work towards a reality in which we can put our forces together to get closer to our ultimate goals of liberation

https://de.indymedia.org/node/27577

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In den nächsten Tagen enden die Verträge von Liebig34, Potse, Drugstore, Großbeerenstraße 17a und Syndikat. Die Zukunft vieler anderer Projekte wie die Meuterei, Rigaer94, Brauni und viele mehr ist kaum klarer. Gleich ob es für einige schlicht noch ein wenig mehr Zeit gibt oder “Eigentümer*innen” ihre Karten verdeckt halten, wir müssen eine Verteidigungshaltung für diese Projekte entwickeln und annehmen.
Eigentlich ein guter Moment um in die Gegenoffensive zu gehen..

Die Umstrukturierung der Stadt schreitet fort, langsam kann selbst ein bürgerlicher Mittelstand die Auswirkungen dessens nichtmehr ignorieren. Die Stadt wird verdichtet und diejenigen die noch hineinpassen mit jeder Gentrifizierungswelle reicher. Häuser werden entmietet, saniert und in Eigentumswohnungen verwandelt. Wohnungen werden zwangsgeräumt wenn Eigentümer*innen sich ein moderneres Schema zur Profitmaximierung aussuchen, Mieter*innen mit Mieterhöhungen nicht mehr mithalten können oder schlicht weg “zu nervig sind”. Letzte Brachen werden mit Luxuslofts bebaut, auch wenn diese sehr wohl seit jeher von Menschen genutzt wurden.Gewerberäume werden so teuer vermietet, dass die Geschäfte zwangsläufig teuer und exklusiv werden müssen, selbst wenn die Betreibende das gar nicht wollten.
Und die, die dabei auf der Strecke bleiben müssen eben härter arbeiten oder sollen weg gehen?

In der Welt der Eigentümer*innen und Politiker sind 13€/qm sozialverträglich und HarztIV mehr als genug solange man nur richtig lebt. Zugleich wundern und empören sie sich über die Wut und den Hass, der ihnen von den Auf-der-Strecke-Bleibenden entgegen geworfen wird.

Aus der Isolation der Projekte und Vereinzelung heraustreten und gemeinsam Kraft schöpfen

Die oben genannten (Haus-)Projekte sind dabei für die mehrheitlichen Betroffenen weder Spitze noch Basis des Eisbergs der auseinander bricht. Für die linke Szene bedeutet es allerdings einen Verfall von Strukturen und Organisierungsmöglichkeiten. Jedes dieser Projekte stellt eine wichtige Rolle für die Kiezstruktur ihrer Nachbarschaft dar.
|Welcher Anlaufpunkt bleibt FLTI* Personen ohne die 34?
Was wird aus dem Dorfplatz, wenn die Liebig34 weg ist?
Wie kann dieser Platz dann noch im Kampf um die Rigaer94 und gegen die Stadt der Reichern nutzen?
Was ist der Schillerkiez ohne das Syndikat?
Eine durch sanierte und saubere Gegend mit dem kleinen Schandflecken der Lunte?
Wohin geht man nach der Demo in Kreuzberg, wenn die Meuterei fort ist?
Wo treffen sich Jugendliche die keine Lust haben auf Konsumzwang und kommerzielle Stereotype oder bevormundende „Erwachsene“, die ihnen diktieren wie sie sich zu verhalten haben?
Wo, wenn Potse und Drugstore weg sind?

Diese Projekte sind alle Teil einer Gefüges, welches versucht aus dem System der Verwertungslogik auszubrechen. Ob sie nun Räume stellen, in denen sich Menschen begegnen können oder unkommerzielle Veranstaltungen anbieten, bei denen sich Menschen bilden und informieren können, oder Freizeitaktivitäten und kulturelles Programm, ist egal.Denn es sind alles Orte, die vor allem nicht in dem kapitalistischen Gefüge von Verwertung Ausbeutung, Wettbewerb und Herrschaft mitmachen wollen.Werden diese Projekte nun von Gentrifizierung heimgesucht, haben wir rein physisch das Problem, dass uns die Räumlichkeiten in denen wir leben, unter Leute kommen, uns organisieren und austauschen, verloren gehen. Strukturen, die in den letzten Jahrzehnten gewachsen sind und an die vieler ihrer Nutzer*innen mit Selbstverständlichkeit gewohnt sind. Die ernüchternde Frage „Wo soll ich denn da hin?“ geistert vermutlich gerade durch so manchen Kopf. Die Anzahl der Objekte die innerhalb des nächsten Jahres bedroht sind oder sein werden, ist dabei noch erschreckender und in dieser Form vermutlich schon seit einigen Jahren nicht mehr vorgekommen.
Was die Frage nach dem Wohin auf den ersten Blick noch unbeantwortbarer macht.

Trotzdem sind es nicht nur die Räumlichkeiten, die angegriffen werden, sondern auch unsere politischen Überzeugungen. Zwar sind subkulturelle Orte, Orte mit denen in der Stadtumstrukturierung Profit gemacht wird, trotzdem sind es Orte an denen Menschen Unterstützung und Solidarität finden können. Orte an denen sich Menschen zusammen tun und aktiv werden können um vorherrschende Gesellschaftsnormen zu hinterfragen und anzugreifen.Orte, die nicht allein dadurch verbunden sind, dass sie bedroht sind, sondern in offener Feindschaft zu einem System stehen das auf Kapitalismus, Rassismus, Sexismus und anderer Arten von Diskriminierung aufbaut und daher auf Staaten und deren Apparate angewiesen ist.Eigentlich bietet sich für die Antwort auf das Wohin also nur eine Richtung an.

Wir, als Interkiezonale¹ sehen deshalb die Notwendigkeit uns zusammen zu tun, um gemeinsam für den Erhalt dieser Räume zu kämpfen – Damit das Jahr 2019 nicht unter dem Stern der Räumungen steht.Alle Akteur*innen sollen unsere Wut zu spüren bekommen und merken dass sie nicht ungesehn und ungehindert agieren können und so vielfältig die Mitwirkenden sind so vielfältig können auch unsere Mittel sein, (HIER gab es eine nettte Übersicht über einige Mittel und Ziele.) Keine der Räumungen soll stattfinden und wenn doch, dann zu einem hohen Preis.Ob es gerichtliche Anordnungen für Räumungen sind, Razzien oder andere Angriffe, jeder ist ein Angriff auf uns alle und nichts darf unbeantwortet bleiben. Dabei halten wir es für wichtig nicht nur auf einen TagX zu warten sondern einen Schritt nach vorne tun und die Zeit zu nutzen in der wir wählen können wann wie und wo wir aktiv werden. Nutzen wir unsere Kreativität dezentral.
Wir rufen daher auf den Druck zu erhöhen.

Auf dass im Jahr 2019 entschieden wird, dass wir diese Schlacht gewinnen!

Die Würfel sind noch nicht gefallen

Wir bleiben alle unversöhnlich!

¹Die Interkiezionale versteht sich als von den bedrohten Projekten unabhängige Gruppe mit dem Ziel eine gemeinsame Verteidigung zu organisieren und auf eine Realität hinzuarbeiten in wir der auch im Blick auf unsere größeren Ziele

https://de.indymedia.org/node/27576

Weihnachtsgrüße aus Weimar

Langsam neigt sich das Jahr dem Ende. Während sich alle um gute Vorsätze für 2019 bemühen, hat sich der Staatsapparat schon längst entschieden was er vor hat.

Solidarität mit den bedrohten Projekten in ganz Deutschland!

In der ganzen Bundesrepublik stehen ab Januar viele Hausprojekte vor ihrem Aus. Die beiden Ältesten sind die Jugendzentren Berlins POTSE und Drugstore. Neben dem Hausprojekt in der Liebig 34 ist ebenso das Kneipenkollektiv „Meuterei“ betroffen. In Halle ist die HASI akut bedroht. Der erste Versuch der Räumung scheiterte aufgrund einer undurchsichtigen Rechtslage. Des Weiteren bleibt in Göttingen das linksradikale Wohnprojekt in der „Roten Straße“ durch das Studentenwerk bedroht. Jenes weigert sich die fälligen Sanierungsarbeiten zu übernehmen und will die Mietpreise enorm in die Höhe treiben. Der Räumungstermin des AZ Köln wurde um ein Jahr hinausgezögert, dennoch steht in absehbarer Zeit eine Verdrängung vom jetzigen Standort an. Ebenso ist in Köln der Bauwagenplatz „Wem gehört die Welt“ räumungsbedroht. Neben der Repression seitens des Staates gab es drei Brandanschläge in Hessen. Einen gegen das Syndikatsprojekt „Knotenpunkt“ und zwei gegen Frankfurter Wohnprojekte.

Zur Rolle des deutschen Staates

Der Staat sieht sich in Städten wie Berlin in der Rolle als massiver Repressionsapparat zur Durchsetzung wirtschaftspolitischer Interessen. Die Mietpreise in Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln und in ganz Berlin sind enorm gestiegen und haben dafür gesorgt, dass binnen ein paar Jahren die ansässige Bevölkerung finanziell nicht mithalten konnte. Das Ergebnis dieser Politik ist eine andauernde soziale Verdrängung. Was in weiten Teilen der städtischen Bevölkerung als Diskussions- und Aushandlungsprozess wahrgenommen wird, ist letztlich der zutiefst gewalttätige Vorgang der Gentrifizierung. In diesen durchgentrifizierten Kiezen halten sich dennoch seit Jahren rebellische Strukturen, die sich gegen die staatliche Repressionspolitik zur Wehr setzen. Die zur Zeit stattfindenden G20-Verfahren, die Diskussion um ein Rote-Hilfe-Verbot, die bundesweite Verschärfung der Polizeigesetze und das Verbot von linksunten.indymedia zeigen eindrucksvoll die staatliche Gier nach immer strikteren Strafen und neuen Überwachungsbefugnissen. Die Öffentlichkeitsfahndungen nach G20 sollten Aktivist*Innen als Terrorist*Innen diffamieren und sie öffentlich an den Pranger stellen.

Auf der Such nach kollektiven Antworten

Um der Repression seitens des Staates etwas entgegensetzen zu können, brauchen wir Orte, in denen wir gemeinsames Handeln entwickeln können. Im städtischen Leben unter Zeitdruck, der Vereinzelung und der permanenten Profitmaximierung ist das Bedürfnis nach kollektivem Wohnen, Leben und Lieben riesengroß. Der Staat und seine bürgerlichen Parteien haben schon längst und seit jeher den politischen Konflikt eskaliert und stellen sich an die Seite kapitalistischer Interessen. Es ist völlig unerheblich, welche individuellen Bedürfnisse eine Stadtteilbevölkerung hat. Für zugezogene Studierende und Yuppies, deren Eltern Monatsmieten für einzelne Zimmer bis und über 1000 Euro bezahlen können, reihen sich Kneipen an Cafes und bieten abwechslungsreiche Freizeitmöglichkeiten. Wenn es eine Möglichkeit zur Aufwertung gibt, mit dem Hinterwissen, dass teurer Wohnraum angemietet wird, greift bei allen sich nicht freiwillig fügenden Individuen und Strukturen das staatliche Gewaltmonopol zur Durchsetzung des Rechtes auf Privateigentum.
Die bedrohten Projekte bieten nicht zuletzt die Symbiose aus politischen Widerstand und der Entschleunigung des Lebens – sei es nur für ein paar Augenblicke. So haben sich die POTSE, der Drugstore, die Liebig 34 und die „Meuterei“ über Jahre hinweg in sich ständig wandelnden Stadtbezirken gehalten. Sie sind nicht nur Anlaufpunkte für „Linksextremisten“, sondern in Teilen der Bevölkerung anerkannt und etabliert. Im Gegensatz zur Staatsmacht, die vorwiegend zum bedrohen, prügeln, räumen und drangsalieren im Kiez vorbeischaut, stellen Projekte wie diese einen dauerhaften Anlaufpunkt, (fast) unabhängig von der sozialen oder ökonomischen Stellung, dar.

Zur Inkonsequenz gegenüber rechter Umtriebe

Die Anschläge in Frankfurt und die Morddrohung gegen die NSU-Opferanwältin Seda Başay-Yıldız sind die Konsequenz einer neonazistischen Szene, die sich in ganzen Landstrichen unantastbar fühlt. Hier zeigt der deutsche Staat, dass er aus dem NSU nicht nur nichts gelernt hat, sondern ihm die völlige Bereitschaft fehlt, Nazis das Handwerk zu legen. Es interessiert die Repressionsorgane nicht, dass Neonazis in der Bundeswehr Netzwerke gründen, die Frankfurter Polizei der Ort zum Aufbau neonazistischer Strukturen geworden ist und NSU-Akten 120 Jahre verschlossen werden dürfen. Die Täter*Innen des Verfassungsschutzes sitzen weiter in ihren gemütlichen Sesseln, wurden befördert und schütteln sich die Hände in dem „glücklichen“ Wissen, dass ihre widerlichen Taten auf Lebzeiten unentdeckt bleiben.
Die verschiedensten Projekte leben alltäglich unter der Gefahr rechter Umtriebe. Das zu Recht. Diese Projekte müssen weiterhin ein Dorn im Auge von Neonazis bleiben und Orte offensiven antifaschistischen Engagements sein.

In der städtischen Provinz zuhause

Unser Solidaritätsbekundung aus der „Provinz“ ist schön und gut und dennoch müssen wir uns kritisch mit unserem Handeln auseinandersetzen. Sind wir ehrlich mit uns, so merken wir doch, dass in vielen Häusern nicht nur die Identifikation mit den besetzten Projekten abgenommen hat, sondern es auch immer schwerer fällt, politische und soziale Praxis zusammenzuführen. Sie werden zunehmend defensiv verwaltet und es gelingt nur selten ein politischer Output. Viel zu oft hat auch die Trennung von Hauspolitik und linksradikaler Politik zu verschwimmenden Grenzen beim Umgang mit den verschiedensten Diskriminierungsformen geführt, was immer in Enttäuschungen und Entzweiungen mündete. Einige Projekte leiden zudem unter der Vereinzelung der Individuen, durch fehlendes Verständnis für die unterschiedlichsten Projekte innerhalb der Häuser. So werden Projekte (aus sehr sinnvollen Gründen) in verschiedene Arbeitsbereiche wie Barcrew, Infoladen, Cafes und so weiter zerlegt, doch die gemeinsame Solidarität untereinander und das gemeinsame Einstehen für politische und soziale Ziele bleibt viel zu oft aus. Hier können wir intensiv von den bedrohten Projekten lernen: Wie können wir kollektiv rebellischer sein? Wie können wir Hausbelange und politische Inhalte über unsere begrenzten Mauern hinaus tragen? Wie können wir aktiv in die Stadtpolitik eingreifen, ohne uns auf die oberflächliche, bürgerlich-kapitalistische Ebene zu begeben? Wie schaffen wir eine Symbiose aus dem gegenseitigen Achten auf individuelle Bedürfnisse und einer dauerhaften politischen Präsenz?
Hausprojekte bieten für all diese Fragen die notwendigen Grundbedingungen. Sie sind (und können) Orte (sein), in denen wir hierarchiearm und selbstbestimmt leben und den Alltag entschleunigen können. Hier können wir uns den Logiken dieser kapitalistischen Gesellschaft in Teilen entziehen und Mechanismen der sozialen Kontrolle entgegenwirken. Außerdem sind sie Räume, in denen wir unser gemeinsames Zusammenleben erproben und weiterentwickeln können. Sie ermöglichen Individuen Teilhabe an den verschiedensten Prozessen fast unabhängig von ihrer Kaufkraft und ihrem sozialen Status. An diesen Orten kann der Druck der Arbeitswelt individuell abgemindert und ihm kollektiv nach außen begegnet werden. Nutzen wir diese gegebenen Möglichkeiten können funktionierende Hausprojekte auch denen Kraft geben, die ihre verloren haben. Denn trotz der Entfernung nach Berlin, Halle, Köln, Göttingen und Frankfurt fühlen wir uns tief verbunden mit euren rebellischen Projekten!

Auf ein widerständiges Jahr 2019!

In Berlin ist ab dem 01.01.2019 die Liebig 34, der Drugstore, die POTSE und die „Meuterei“ bedroht. Achtet auf Ankündigen unter http://liebig34.blogsport.de/, Aufrufe zu Solidaritätsaktionen und zeigt euch kreativ solidarisch. Grüße raus nach Frankfurt, macht den Nazis die Hölle heiß. In Leipzig wird es am Tag der angekündigten türkischen Militäroffensive gegen Rojava eine Solidaritätsdemo geben. Weitere Infos findet ihr unter https://de.indymedia.org/node/27309. Außerdem steht im kommenden Jahr das linksunten-Verbotsverfahren auf dem Plan. Unter https://de.indymedia.org/node/26921 findet ihr Vorschläge für den Umgang mit dem Verbot einer der wichtigsten Informationskanäle für linksradikale Politik.

Wir bleiben dabei: Finger weg von unseren Freiräumen und Zusammenhängen! Ideen lassen sich nicht beseitigen!

Liebesgrüße aus Weimar an alle emanzipatorischen und autonomen Projekte und Zusammenhänge!

https://de.indymedia.org/node/27498

Liebig34.Bleibt.Laut.Dreckig.Widerständig…und jetzt erst recht!

-deutsch unten-

You‘ve probably already noticed: the lease contract of the anarchaqueerfeminist house project Liebig34 in Berlin-Friedrichshain ends today, 31.12.18. That means that from tomorrow, 01.01.19 the project is threatened with clearance. Before we can be evacuated, Gijora Padovicz, real estate speculator and owner of our house, must first obtain legal action for eviction against the leasing association and us residents. We initially expect a raid in January 2019, during which the personal details of us residents* inside are to be determined. This would be the first step to initiate eviction proceedings. We have seen how such raids in our neighborhood* interior can look like with our friends* in Rigaer94.¹ Likewise, the past has shown time and again thatthe cops cannot necessarily act on a legal basis and can also evacuate houses illegally.² So it can happen that everything comes differently. We should use the coming time to exert further pressure. We do not want to leave our house and will defend it. We do not accept that our living, protection and organisational space should give way to speculative interests. Padovicz would be even richer and we would be sitting on the street if the Liebig34 were evicted, renovated and rented out again. The neighborhood would be „upgraded“, the rent levels would rise while the neighborhood would lose non-commercial, self-organised spaces and the world would lose a feminist, self-organised living and shelter space. We will not go. We will stay and not stop being uncomfortable. We know that Florian Schmidt, councilman of Friedrichshain-Kreuzberg, is still in negotiations with Padovicz about an exchange of land to prevent the eviction. We have made it clear that we do not want to get involved in dirty deals at the expense of other tenants*. We want to keep our
house, but not at any price and only with the unconditional solidarity to and with other affected people. According to our information, Padovicz is currently being offered a fallow plot of land for exchange. He could build there again, would have his peace before us and the senate would be our new owner. We do not know which property it is. And we are not sure whether we are in favor of such a deal. The sale of the city is progressing and Padovicz as a central player will definitely benefit from the deal.
We are aware that the interest in negotiation and peace does not come out of nowhere. We get a voice because of the international fame of the Liebig34 and the global attachment of many people to the project. These people stand behind us and look suspiciously at the developments. Furthermore we benefit from the location of the house in the Friedrichshainer Nordkiez and our solidarity with the other house projects, especially the Rigaer94, which has been resistant for years. Directly opposite our house was the Liebig14, the evacuation of which in 2011 created a collective moment of resistance against the sell-out of the city and gave new impetus to the radical left. The Liebig34 does not stand in a vacuum. We show solidarity with all people affected by gentrification and repression. We stand in solidarity with Potse, Drugstore and Syndikat, who were also asked to leave their spaces today, the Meuterei, Großbeerenstraße 17a and the B5355, whose future is uncertain. Even if our house were to be „saved“ in any way, we have not abolished capitalism. There is still much to be done. 2019 will be a tough year. So many projects are threatened with eviction, the state repressive apparatus is resorting to more and more drastic means of control and surveillance, while racism and fascism are becoming more and more open and an attack on Rojava is probably imminent. It is attacks on our structures that we simply do not accept. We should respond with counter-attacks. We must resist gentrification and a noticeable increase in fascist manifestations. Become active and show multiple resistance!

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Ihr habt es wahrscheinlich schon mitbekommen: der Pachtvertrag des anarchaqueerfeministischen Hausprojektes Liebig34 in Berlin-Friedrichshain endet heute, am 31.12.18. Das heißt ab morgen, dem 01.01.19 ist das Projekt räumungsbedroht. Bevor wir geräumt werden können muss Gijora Padovicz, Immobilienspekulant und Eigentümer unseres Hauses, rein rechtlich aber zunächst Räumungsklagen gegen den pachtenden Verein und uns Bewohner*innen erwirken. Wir rechnen zunächst mit einer Razzia im Januar 2019, bei der die Personalien von uns Bewohner*innen festgestellt werden sollen. Dies wäre der erste Schritt, um Räumungsklagen einzuleiten. Wie solche Razzien in unserer Nachbar*innenschaft aussehen können, haben wir bei unseren Freund*innen in der Rigaer94 gesehen.¹ Ebenso hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass die Bullen nicht unbedingt auf juristischen Grundlagen handeln und auch illegal Häuser räumen können.² Es kann also sein, dass auch alles anders kommt.

Wir sollten die kommende Zeit nutzen weiter Druck auszuüben. Wir möchten unser Haus nicht verlassen und werden es verteidigen. Wir nehmen nicht hin, dass unser Wohn-, Schutz- und Organisierungsraum Spekulationsinteressen weichen soll. Durch eine Zwangsräumung, Sanierung und Neuvermietung der Liebig34 würde Padovicz noch reicher werden und wir auf der Straße sitzen. Der Kiez würde „aufgewertet“ werden, der Mietspiegel steigen, die Nachbarschaft würde unkommerzielle, selbstorganisierte Räume verlieren, die Welt feministisch selbstorganisierte Wohn- und Schutzräume. Wir werden nicht gehen. Wir werden bleiben und nicht aufhören ungemütlich zu sein.

Wir wissen, dass Florian Schmidt, Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, weiterhin in Verhandlung mit Padovicz über einen Grundstückstausch zum Abwenden der Räumung steht. Wir haben deutlich gemacht, dass wir uns nicht auf schmutzige Deals einlassen wollen, die zulasten anderer Mieter*innen gehen. Wir wollen unser Haus behalten, aber nicht um jeden Preis und nur mit der unbedingten Solidarität zu und mit anderen Betroffenen. Unserer Information nach wird Padovicz derzeit ein brach liegendes Grundstück zum Tausch angeboten. Er könnte dort neu bauen, hätte seine Ruhe vor uns und der Senat wäre unsere neue Eigentümerin. Uns ist nicht bekannt um welches Grundstück es ich handelt. Und wir sind uns nicht sicher, ob wir einen solchen Deal befürworten. Der Ausverkauf der Stadt geht voran und Padovicz als zentraler Akteur wird von dem Deal definitiv profitieren.

Uns ist bewusst, dass das Interesse am Verhandeln und Befrieden nicht aus dem Nichts kommt. Wir erhalten eine Stimme aufgrund der internationalen Bekanntheit der Liebig34 und der globalen Verbundenheit vieler Menschen mit dem Projekt. Diese Menschen stehen hinter uns und schauen argwöhnisch auf die Entwicklungen. Weiterhin kommt uns die Lage des Hauses im Friedrichshainer Nordkiez zugute und unsere Verbundenheit mit den anderen Hausprojekten, insbesondere der Rigaer94, welche seit Jahren widerständig ist. Direkt gegenüber von unserem Haus befand sich die Liebig14, deren Räumung im Jahr 2011 ein kollektives Moment des Widerstands gegen den Ausverkauf der Stadt schaffte und zu neuem Antrieb in der radikalen Linken verhalf.

Die Liebig34 steht nicht im luftleeren Raum. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die von Gentrifizierung und Verdrängung betroffen sind. Wir stehen in Solidarität mit Potse, Drugstore und Syndikat, die ebenfalls aufgefordert wurden heute ihre Räume zu verlassen, der Meuterei, der Großbeerenstraße 17a und der B5355, deren Zukunft ungewiss ist. Selbst wenn unser Haus in irgendeiner Form „gerettet“ werden sollte, haben wir den Kapitalismus nicht abgeschafft. Es gibt noch viel zu tun.

2019 wird ein hartes Jahr. So viele Projekte sind räumungsbedroht, der staatliche Repressionsapparat greift zu immer drastischeren Mitteln der Kontrolle und Überwachung während der Rassismus und Faschismus immer offener zutage tritt, ein Angriff auf Rojava steht vermutlich kurz bevor. Es sind Angriffe auf unsere Strukturen, die wir nicht einfach so hinnehmen. Wir sollten mit Gegenschlägen reagieren. Wir müssen uns gegen Gentrifizierung und eine spürbare Zunahme faschistischer Offenkundigkeit wehren. Werdet aktiv und zeigt vielfältigen Widerstand!

1) https://de.indymedia.org/node/26080

2) http://liebig14.blogsport.de/2012/01/30/liebig-14-illegale-raeumung-kein-einzelfall/

Silvester zum Knast!

Dieses Jahr starten wir am Dorfplatz in Friedrichshain vor der Liebig 34, einem separatistischen Hausprojekt, das sich ohne cis-Männer organisiert. Am 31.12. um 00 Uhr läuft der Pachtvertrag des Projekts aus und wird aller Voraussicht nach nicht verlängert werden. Was könnte passender sein, als in dem Moment, wo wir nicht mehr legal in unserem eigenen Zuhause leben und kriminalisiert werden, an andere Kriminalisierte zu denken, die schon im Knast sitzen? Wir werden daher unsere Solidarität mit den Eingeknasteten symbolisch vom Dorfplatz zum Frauen*gefängnis in Lichtenberg tragen. Die Gefangenen sind nicht vergessen!

Freund*innen sitzen im Knast, weil sie sich der herrschenden Ordnung entgegenstellen. Der Gefängniskomplex ist eine politische Angelegenheit an sich. Gefängnisse sind kein Ort außerhalb der Gesellschaft, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Techniken des Überwachens und Strafens, die eine kapitalistisch organisierte Gesellschaft aufrechterhalten. In Gefängnissen werden Menschen über Jahre und Jahrzehnte auf wenigen Quadratmetern eingesperrt, kontrolliert, beobachtet und isoliert. Der Knast an sich ist eine der offensichtlichsten Formen von Kontrolle und legitimiert sich durch einen diffusen Sicherheitsbegriff. Aber auch außerhalb der Knastmauern werden wir aufgrund eben dieser Vorstellung von absoluter Sicherheit unter Kontrolle gehalten. Uns hier draußen verkaufen sie dieses Leben als Freiheit.

Aber was bedeutet Freiheit im kapitalistischen System? Die Freiheit im Kapitalismus ist eine vorgegaukelte. Freiheit im Kapitalismus heißt, sich zwischen Scheiße und Scheiße zu entscheiden. RTL oder ARD, CDU oder SPD, Mayo oder Ketchup. Freiheit im kapitalistischen System bedeutet, arbeitsfähig und in diesem Sinne verwertbar zu sein. Freiheit im kapitalistischen System heißt, sich in eine von Gesetzen und Normen geformte Gesellschaft einzugliedern. Freiheit im kapitalistischen System bedeutet, im Konkurrenzkampf mit anderen Individuen möglichst viel Macht anzuhäufen. Freiheit im kapitalistischen System bedeutet, die eigene Kaufkraft in diesem Sinne auszuüben.

Das Gefängnis ist nur eine Zuspitzung der hierarchischen Strukturen in den gesellschaftlichen Funktionen, in denen wir alltäglich gefangen sind. Schule, Arbeit, Behörden, und letztendlich einsperrende Institutionen wie Knäste, all dies sind hierarchische autoritäre Strukturen, durch die wir zugerichtet werden sollen.

Eine solche Gesellschaft, die zudem auf Ungleichheit basiert, funktioniert nicht ohne Strafe. Dabei geht es aber nicht nur darum, einzelne Individuen zu bestrafen, sondern auch darum, die anderen abzuschrecken, damit diese sich nicht trauen, ihre Wünsche und Träume auszuleben.

Bei Gefängnisstrafen geht es nicht um Gerechtigkeit. Es geht darum, dass wir uns nicht einfach die Lebensmittel im Laden nehmen, die uns zustehen. Dem widerlichen Macker nicht zwischen die Beine treten, wenn unsere Grenzen überschritten werden. Nicht umsonst zu fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Nicht über unsere Körper zu bestimmen, wie wir es wollen und beispielsweise ohne Zwangsberatung abzutreiben.

Es geht darum, gewisse „Gruppen“ zu marginalisieren und gegeneinander auszuspielen, damit wir uns nicht gemeinsam auflehnen. Es wird gehetzt gegen PoCs, Illegalisierte, Arme, Arbeitslose, Wohnungslose und alle Menschen, die von der selbst ernannten „Mehrheitsgesellschaft“ diskriminiert, ausgeschlossen und verfolgt werden. Dazu gehört auch die Diskriminierung von Menschen, die sich nicht in der konstruierten Zweigeschlechtlichkeit wiederfinden und einordnen können oder wollen.

Besonders schwer haben es Trans, Inter, und genderqueers im Knast. Vorgesehen sind nur Knäste für Frauen* oder Männer*. Trans und Inter Menschen werden ihrem im Ausweis beschriebenen Geschlecht zugeordnet und dementsprechend verwahrt, auch wenn das in keinster Weise mit ihrer gelebten Identität übereinstimmt. So kommt es, dass trans-Frauen oft in Männer*gefängnissen eingesperrt werden. Im Knast ist es außerdem noch schwieriger, Hormone und andere wichtige Behandlungen zu erhalten.

Die logische Konsequenz dessen sind keine extra Knäste für Queers. Wir wollen keine Reformen, wir lehnen die Institution Knast an und für sich ab.

Dass widerständigen Praktiken verschärft mit Repression begegnet wird, macht sich aktuell in Deutschland im §113 StGB (Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte) bemerkbar. Es sind nur kleine Gesetzesänderungen, die große Auswirkungen auf unser alltägliches Leben haben.

Solidarische Grüße an alle Gefangenen weltweit! Egal ob russische Anarchist_innen, kurdische Gefangene, Menschen in LGBTIQ-Knästen in der Türkei oder Gefangene im Hungerstreik. Egal wo: Feuer allen Gefängnissen!

Wir treffen uns um 22.30 Uhr zu wärmendem Tee vor der Liebigstraße 34. Um 23 Uhr gehen wir los, damit wir pünktlich um 24 Uhr an der JVA für Frauen* in Lichtenberg sind, um unseren Freund*innen zu zeigen, dass sie da drinnen nicht allein sind.

Die Demo wird angemeldet. Genauere Infos zur Route folgen.

Silvester zum Knast?! Auch dieses Jahr!!

Silvester zeigen wir auch dieses Jahr lautstark Solidarität mit allen Gefangenen! Von der Liebigstraße 34 laufen wir zum Frauen*-Knast in Lichtenberg.
Ab 22.30 gibt es wärmenden Tee vor der L34, um 23 Uhr machen wir uns auf den Weg, um unseren Freund*innen um 24 Uhr zu zeigen, dass sie da drinnen nicht allein sind.
Route und Aufruf folgen. Informiert euch auf de.indymedia.org

Feminist movie: Ovarian Psycos

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We, as Gemeinsam Kämpfen Berlin, invite you to the Liebig 34 Bar on 27.12.18 at 8 pm to watch the movie Ovarian Psycos (Joanna Sokolowski and Kate Trumbull-LaValle, USA 2016, 72 Minutes, OV English, no subtitles) together. In the film, young womxn of Colour from the „Hood“ in Los Angeles fight against the structural oppression of their lives and communities by joining forces, strengthening each other and pedalling. The film inspires us and we want to share it with you, in these increasingly repressive and fascist times and in a place that is wanted to be taken away from us.

Come along, bring your friends* and let us strengthen together for another powerful struggle for places and practices of self-administration and political self-organization.

There will be something to eat, the bar is open and there is no entrance fee, but we are happy about donations for the production company of the film WomenMakingMovies.

For further information:

https://ovarianpsycos.com/her-story/principles-of-unity/

http://gemeinsamkaempfen.blogsport.eu/

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Wir, als Gemeinsam Kämpfen Berlin, laden euch am 27.12.18 um 20 Uhr in die Liebig 34 Bar ein, um gemeinsam den Film Ovarian Psycos (von Joanna Sokolowski and Kate Trumbull-LaValle, USA 2016, 72 Minuten, auf Englisch ohne Untertitel) zu schauen. In dem Film kämpfen junge Frauen* of Colour aus der „Hood“ in Los Angeles gegen die strukturelle Unterdrückung ihrer Leben und Communities, indem sie sich zusammenschließen, sich gemeinsam stärken und in die Pedale treten. Der Film inspiriert uns und wir wollen ihn mit euch teilen, in zunehmend repressiven und faschistoiden Zeiten und an einem Ort, der uns genommen werden soll.

Kommt vorbei, bringt eure Freund*innen mit und lasst uns uns gemeinsam stärken für einen weiteren kraftvollen Kampf für Orte und Praktiken der Selbstverwaltung und politischen Selbstorganisierung.

Es wird was kleines zu Essen geben, die Bar ist offen und es gibt keinen Eintritt, aber wir freuen uns über Spenden für die Produktionsfirma des Films WomenMakingMovies.

Indoor – live premier event

Indoor is a short first person Point-Of-View documentation of the 28-year-old self-organised, anarcha -queer feminist house-project Liebig34 in Berlin. The film deviates from the common documentary formats. Instead, it opts for a short film, guiding the viewers through a journey to an alternative space.

Through the eyes of a person walking around the house, the viewers get to experience the vibrant life within Liebig34. They accompany the person as she walks through the rooms and staircases and drawn into the stories and scenes happening around the house. The journey gets artistic, emotional, political and erotic.

Liebig34 faces eviction later this year, like 30 other project houses who were evicted in the last decade in Berlin. This film seeks to raise awareness to the disappearance of such alternative spaces in the face of gentrification. The film avoids portraying the soon to be evicted characters as victims, nor does it try to invoke pity. It seeks to allow viewers a glimpse into one of the free spaces Berlin is increasingly losing- spaces that are safer for the marginalised, where art and resistance can thrive and where another world is possible.

indoor 2018
english with german sub

Indoor ist ein dokumentarischer Kurzfilm aus dem Jahr 2018 über das seit 28 Jahren bestehende, selbstverwaltete, anarcha-queer-feministische Hausprojekt Liebig34 in Berlin. Der Film verlässt das übliche Dokumentarfilmformat. Stattdessen nimmt der Kurzfilm die Zuschauenden auf eine Reise durch einen alternativen Freiraum mit.
Durch die Augen einer Person, die im Haus Türen öffnet, erzählt der Film vom pulsierenden Leben in der Liebig34. Während sich die Person im Haus durch die Räume und durch das Treppenhaus bewegt, werden die Geschichten und Erzählungen rund um das Hausprojekt lebendig. Die Reise wird künstlerisch, emotional, politisch und erotisch.

Liebig34 ist – noch in diesem Jahr – mit einer drohenden Räumung konfrontiert, genauso wie die mehr als 30 Hausprojekte, die im vergangenen Jahrzehnt in Berlin geräumt wurden. Der Film zeigt auf, was ein möglicher Verlust dieser Freiräume angesichts voranschreitender Gentrifizierung bedeutet. Der Film vermeidet die von der Räumung bedrohten Menschen als Opfer darzustellen, noch will er Mitleid erwecken. Er ermöglicht den Zuschauenden vielmehr einen Einblick in einen der Freiräume, die Berlin mehr und mehr verliert. Räume, die sicherer sind für die Marginalisierten, wo Kunst und Widerstand sich entwickeln und wo eine andere Welt möglich ist.

Police State: surveillance, repression and totalitarian practices. In support of Rigaer 94 and against the eviction of Liebig 34. Kufa 7pm / Film 8pm

Sunday 2 ‚Citizen Four‘/ L. Poitras / 2014 / 114min (USA)
An account on the meetings with Edward Snowden as he hands over
classified documents providing evidence of mass indiscriminate, illegal
and systematic governmental control and surveillance.

Sunday 9
‚Operation Condor‘ / R. Mader / 2007 / 103min
(Argentina/Brasil)

Operation Condor was a United States–backed campaign of political
repression and state terror during the 70’s whose objective was the
overthrow of all left wing movements of South America with massive
killings and disappearances of political militants to implement
right-wing dictatorships and economical programs aimed at installing neo
liberal policies which have destroyed the region.
Is history repeating itself?

INFOEVENT: ‚The situation of the massive state persecution of Chilean
government against native populations‘. Short films about the current
situation in Chile, Brasil and Argentina.

Sunday 16
‚Hamburger Gitter‘ Heinig & Maurer / 2018 / 80min (Germany)
An account of the State repression against the protests over the G20 in
Hamburg. Is the method employed by the German State to suffocate all
protest a disproportionate isolated event or the beginning of a state
policy regarding systematic State repression?
With the kind presence of part of the filming collective.

Sunday 23 ‚The minds of men‘ A&M Dykes / 2018 / 220min (USA)
An account of the totalitarian clandestine programs of social
engineering and mind control begun by the Usa government and developed
by the military and CIA during the Cold War. A chronicle of experiments
through time and across unwilling populations to create tactics and
technologies to control and dominate the minds of men; and the
implications for brainwashing, indoctrination, and re-education
continuing today.

Kiezbrunch in Friedrichshain

Der Kiezbrunch in Friedrichshain geht in die zweite Runde! Es geht wieder in die Liebig34.
Es gibt leckere Speisen (vegetarisch und vegan) und kalte und warme Getränke. Wenn ihr motiviert seid, könnt ihr gern noch Essen und Trinken mitbringen – je mehr es gibt, desto besser.
Der Eintritt ist frei, um eine kleine Spende wird jedoch gebeten. Die Einnahmen des Brunches gehen an Freiraum-Strukturen. Wir freuen uns!

Liebig34 und Rigaer94 verteidigen. Der Nordkiez bleibt unser Zuhause.

Wie ihr alle wahrscheinlich schon wisst wurden am 15.11. in Berlin mit über 500 Bullen in 4 verschiedenen Wohnungen Razzien durchgeführt. Wir, die Liebig34, solidarisieren uns mit allen Betroffenen von den Razzien. Getroffen hat es Einzelne, gemeint sind wir alle.
Mit Abstand die meisten Cops waren bei unseren Nachbar*innen der Rigaer94. Nach dem ersten Einsatz verschaffte sich der Anwalt des angeblichen Eigentümers Markus Bernau mit fadenscheinigen Erklärungen Zutritt zu den Räumen der R94. Anschließend folgte ein Schreiben, dass einige Türen
nun abgebaut werden sollen. Was die Konsequenzen eines solchen Zustands sind, haben unsere Gefährt*innen im Kiez hier erläutert indymedia.
Ein Angriff auf die Rigaer94 bedeutet auch ein Angriff auf uns und den rebellischen Nordkiez. Projekte wie die Liebig34 und die Rigaer94 stehen zusammen. Wir sind auf gegenseitigen Support angewiesen. Gerade jetzt, da das Ende unserer Vertrages unmittelbar vor der Tür steht, sehen wir es als inakzeptable Provokation eine Razzia und mehrere Polizeieinsätze in unserer Nachbar*innenschaft durchzuführen. Auch in der Nacht vom 19.11. auf den 20.11. raubten uns Helikopter und Blaulicht den Schlaf.
Wir lassen uns davon in unserem Kampf um unser Haus und für eine solidarische Stadt von unten weder schwächen noch aufhalten. Im Gegenteil werden wir dadurch stärker zusammenrücken und gemeinsam widerständig bleiben.
Jetzt gilt es aufmerksam zu bleiben, die Geschehnisse in unserem Kiez zu verfolgen und zu reagieren. Kommt zu den zahlreichen Veranstaltungen in der nächsten Zeit und zeigt Präsenz! Am 02.12. um wird es eine Kiezversammlung im Jugendwiderstandsmuseum geben.
Wir leben hier im Nordkiez gemeinsam und können auch nur gemeinsam die Kämpfe gegen Staat, Repression, Gentrifizierung und Patriarchat führen.
Es macht uns wütend und nur noch entschlossener.
Liebig34 und Rigaer94 verteidigen. Der Nordkiez bleibt unser Zuhause.

Party


Thursday 29. November @Liebig 34 Bar

20:00 Uhr KÜFA und Infos zur Situation der Liebig 34

21:00 Ulrike’s Brain by Bruce LaBruce
Ulrike’s Brain finds Doctor Julia Feifer arriving at an academic conference with an organ box. Inside the box: the brain of Ulrike Meinhof, which was saved by the authorities along with the brains of the three other leaders of the RAF after their deaths in Stammheim prison. Doctor Feifer can communicate telepathically with Ulrike’s brain, which is directing her to lead a new feminist revolution. To that end, she is searching for the ideal female body to transplant Ulrike’s brain into. At the same time, her arch-rival, Detlev Schlesinger, an extreme right-wing ideologue, arrives at the conference with the ashes of Michael Kühnen, the former German neo-Nazi leader and infamous homosexual who died of AIDS in 1989. When the two Frankenstein’s monsters of the extreme left and the extreme right meet, chaos ensues

Liebig 34 Bar

Donnerstag, 22.11.2018

20:00 Küfa

20:30 Dokumentarfilm:Im inneren Kreis (2017, 86 MIN.)

Über verdeckte Ermittlerinnen in der linken Szene. Es erzählen überwachte Menschen aus dem Umfeld der „Roten Flora“ in Hamburg, junge Studierende aus Heidelberg und politisch und juristisch Verantwortliche kommen zu Wort.
http://www.iminnerenkreis-doku.de/

V-Mann Gerrit Greimann in Göttingen enttarnt:
https://de.indymedia.org/node/25896

Queer Brunch in combative defense of Liebig 34!

Every 2nd Saturday of the month, a queer feminist brunch will be offered
to anyone who wishes freedom from cooking on such days; and, above all,
a space for queer individuals to come over, read texts, exchange zines,
talk to one another, be silent, be loud and belligerent against a
possible eviction, hear some poetry, discuss some anarchist texts read
out loud or just hang around near the fire in quiet contemplation.
Saturday 10th of November. 12hs. All genders welcome.

solidarity with l34 from marburg

Liebig 34 Cinema / November Gender Identity and Queer Feminism

Sunday 11 / Gender Identity and Queer Feminism
Kufa 8pm / Film 9pm
‚Fighting gender identity‘, P. Preciado, 10min.
‚Laerte-se‘, L. Barbosa, 100min, 2017, (Brasil)
An insight into the life and career of Laerte, one of the most promising
cartoonists in Brazil as she comes out as transgender.

Sunday 18 / Gender identity and queer feminism
Kufa 8pm / Film 9pm
‚Behaviour creates gender‘, J. Butler, 3min.
‚Kiki‘, S. Jordeno, 96min, 2016, (USA)
An account of the drag and voguing scene of New York as it follows queer
and transgender people of color through the Ball culture scenes in New
York and with their daily lives.

Sunday 25 / Gender identity and queer feminism
Kufa 8pm / Film 9pm
‚Transgender life in jail and on the streets‘, 10min.
‚The life and death of Marsha P. Johnson‘, 105min, 2017 (Usa)
A chronicle of the life of transgender activist and prominent figure of
the Stonewall riots.

interkiezionale

Sonntag 28.10
13:00 Friedel im Exil – Soli-Brunch in L34 Bar
17:00 Kiezversammlung im Jugendwiderstandsmusem, Friedrichshain

Montag 29.10.
20:00 Infoveranstaltung der Potse im Syndikat

Dienstag 30.10.
19:00 Kiezversammlung im SO36

Mittwoch 31.10.
20:00 Liebig34 Soliparty und Infoveranstaltung in der Kadterschmiede
21:00 Konzert mit Naileater (d-beat, Innsbruck) Gisela (hc-punk, Innsbruck) und Janösch (hc-punk, Innsbruck)

Donnerstag 1.11.
20:00 Syndikat & Meuterei goes Potse mit Kneipenquizz

Freitag 2.11.
15:30 Dia de los muertos/ Day of the dead in Brauni
20:30 Liebig34 goes Brauni
Infoveranstaltung über feministische Perspektiven auf das neue Deutsche Polizei Gesetz

Samstag 3.11.
15:00 Interkiezionale Rally in um und durch Berlin
21:00 Afterparty und Preisvergabe der Rally in der Meuterei

Sonntag 4.11.
13:00 Flohmarkt @ Brauni
20:00 L34 Bar Infoveranstaltung von Brauni und Großbeerenstraße 17a, Küfa und Film : ‚Sala Alberdi‘, M, 2016, 120min, (Argentina)
Students and teachers occupy for almost three years, a historic theatre
in Buenos Aires to defend it against State persecution over political
and free spaces. As the conflict escalates, a camp of 30 tents is set on
the square to continue workshops, plenums and prepare its defense.

https://interkiezionale.noblogs.org/

Interkiezionale Solidarität aufbauen!

Interkiezionalen Info- und Aktionstage vom 29.10. bis 4.11. in Berlin. Für die Interkiezionale Vernetzung und gegen die Räumung von Syndikat, Meuterei, Liebig34, Rigaer94, Großbeerenstr.17a, Potse, Drugstore und weitere räumungsbedrohte Projekte!

Nordkiez | Friedrichshain: Ende des Jahres soll es soweit sein. Dem seit über 28 Jahren bestehenden anarcha-queer-feministischen Hausprojekt „Liebig34“ droht die Räumung. Der drohende Wegfall des Projekts bedeutet nicht nur den Verlust des Wohnraums von über 40 Menschen, sondern auch eine gravierende Veränderung der Kiezstruktur. Padovicz seines Zeichens aktueller Eigentümer der Liebig34 setzt auf Eskalation. Die Liebig34 ist kein Einzelfall, neben dem Projekt im Norden Friedrichshains, sind Projekte, Kneipen und Kollektive von der Aufwertung Berlins und der damit einhergehenden Verdrängung betroffen.

Reichenbergerkiez | Kreuzberg: Das Kneipenkollektiv „Meuterei“ kämpft derzeit um den Fortbestand des Projekts. Nach neun Jahren Alternativer Kneipenkultur, Raum für Austausch, antagonistischer Politik und zahlreichen Veranstaltungen soll Mitte nächsten Jahres der Vertrag auslaufen. Damit droht dem Kiez im gentrifizierten Kreuzberg 36 ein weiter Verlust alternativer und unkommerzieller Kultur.

Potsdamer Straße |Schöneberg: Berlin ältesten selbstverwaltetem Jugendzentrum „Drugstore“ droht nach über 46 Jahren das Aus. Das Gleiche gilt für den Schöneberger Jugendclub „Potse“. Nach jahrelangem Kampf um den Erhalt der beiden Projekte scheinen die Verhandlungen mit dem Bezirk ins Leere zu laufen. Damit geht einer der wichtigsten alternativen Kultur- und Vernetzungsorte in Schöneberg verloren.

Schillerkiez | Neukölln: Nach 33 Jahren soll das „Syndikat“ Ende des Jahres dicht machen.Der Wegfall des „Synidkats“ bedeutet nicht weniger als den Verlust einer weiteren linken Kneipe im gentrifizierten Neukölln und einem Ort der Organisierung zur antifaschistischen Vernetzung gegen ein Erstarken von neonazistischen Strukturen in Neukölln.

Richardkiez | Neukölln: Dem „B5355“, einem selbstverwalteten Hausprojekt in der Braunschweigerstraße, droht im nächsten Jahr eine drastische Mieterhöhung. Dann können sich viele Bewohner*innen das Leben im Haus nicht mehr leisten und das Bespielen der unkommerziellen öffentlichen Räume in der Brauni wird nicht mehr möglich sein. Auch hier versucht der Eigentümer, die Mat-X GmbH, das Kollektiv rauszuekeln.

…und weitere Projekte

Uns geht es jedoch nicht „nur“ um uns und unsere eigenen Projekte, sondern darum, dass die Stadt Berlin komplett ausverkauft wird. Die Folgen sind jetzt schon spürbar:hunderte Bewerber*innen auf eine Wohnung, explodierende Mietpreise, tägliche Zwangsräumung von Mieter*innen, Luxussanierungen, systematische Vertreibung und Verdrängungen… das alles zugunsten einer Stadt der Reichen und eines sozialen Säuberungsprozesses auf Kosten derer, die sich das „neue Berlin“ nicht mehr leisten können.

Lasst uns dem allen nicht individualisiert entgegenstehen. Eine solidarische Stadt von unten ist möglich – lasst sie uns gemeinsam interkiezional organisieren!

http://interkiezionale.noblogs.org/

Liebig34 verteidigen! Past and Future

--------------------english below--------------------------

Am 29.09.18 haben ueber 3000 Menschen für den Erhalt der Liebig34 demonstriert. Die Demonstration lief vom Friedrichshainer Suedkiez in den Nordkiez, vorbei an linken Projekten und Häusern des gleichen Besitzers Gijora Padovicz. In Anschluss an die Demo wurde der Weidenweg 63, ein fast leeres Haus von Padovicz in unmittelbarer Nachbarschaft der Liebig34, als Solidaritätsaktion besetzt. Während der Räumung des Weidenwegs wurden die Hausverwaltungen des Weidenwegs63 (Vivo Hausverwaltung) und der Liebig34 (Factor Hausverwaltung) angegriffen.

Wir alle waren laut, kaempferisch und setzten ein widerstaendiges Zeichen gegen Gentrifizierung und deren Akteur*innen. Wir alle haben gezeigt, dass wir das anarchaqueerfeministische Hausprojekt Liebig34 verteidigen werden.

Der Kampf um die Liebig34 muss jetzt mehr denn je gefuehrt werden. Der Eigentuemer Gijora Padovicz hat klar Stellung bezogen und mitgeteilt, dass er das Haus weder den Bewohner*innen übergeben wird, noch in irgendeiner Form in Verhandlung tritt. Er, als treibender Akteur im Ausverkauf der Stadt, moechte aus dem Hausprojekt Liebig34 einen sanierten Luxusbau machen und aus dem Friedrichshainer Nordkiez einen „friedlichen“ Kiez. Die Motivation, neben der reinen Profitmacherei, ist das Zerstoeren von sozialen und kollektiven Strukturen im Kiez und die „Befriedung“ der Gegend. Das ist kein alleinstehender Fall, das sind systematische Mechanismen, die von Staatlichkeit und Profitmachenden angewandt werden, um Heauser auf den Spekulationsmarkt zu treiben und Rendite mit einem eigentlichen Grundrecht zu machen. Wohn- und Lebensraeume sollen kommerziell ausgeschlachtet werden. So zieht sich die Schere der sozialen Ungleichheit immer weiter auseinander.

Wir sind mehr als dankbar fuer die Massen, die fuer die Zukunft des Projekts und gegen Gentrifizierung und das Patriarchat auf die Strasze gegangen sind und dies weiterhin tun werden. Wir lassen uns nicht vertreiben und bleiben laut und dreckig!

Das ist nur der Anfang, der Kampf geht weiter:
- Wutkundgebung gegen Padovicz am 25.10. 15:30 Uhr am Kurfuerstendamm
- Kiezversammlung am 28.10. um 17:00 Uhr im Jugendwiderstandsmuseum
- Interkiezionale Tage vom 29.10.18 – 04.11.18 vom Potse&Drugstore, Brauni, Syndikat, Großbeerenstrasze 17a, Rigaer94, Meuterei und Liebig34.

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On 29.09.18 more than 3000 people demonstrated for the preservation of the Liebig34. The demonstration took place from Friedrichshain in the north district and went past left projects and houses of the same owner Gijora Padovicz. Following the demonstration, Weidenweg 63, an almost empty Padovicz house in the immediate vicinity of Liebig34 , was occupied as a solidarity action. During the evacuation of the Padovicz owned house, the property managers offices of the Weidenweg63 (Vivo Hausverwaltung) and the Liebig34 (Factor Hausverwaltung) were attacked.

We were all loud, combative and set a resistant signal against gentrification and its actors. We have all made a clear stance that we will defend the anarchaqueerfeminist house project Liebig34.

The fight for the Liebig34 must now be waged more than ever. The owner, Gijora Padovicz, has taken a clear stand and expressed that he will neither hand the house over to the residents nor enter into any form of negotiation. He, as the driving force behind the sale of the town, wants to turn the Liebig34 house project into a renovated luxury building and the Friedrichshainer Nordkiez into a „peaceful“ neighbourhood. The motivation, apart from pure profit-making, is the destruction of social and collective structures in the neighbourhood and the „pacification“ of the area. This is not an isolated case: these are systematic mechanisms used by state and profiteers to drive homeowners onto the speculative market and make returns out of a real fundamental right. Residential and living spaces are to be exploited commercially, widening the gap between social inequality more and more.

We are more than grateful for the masses who have taken to the streets for the future of the project and against gentrification and patriarchy and who ill continue to do so. We do not let ourselves be driven away and remain loud and dirty!

This is only the beginning, the struggle continues:
- Rage demonstration against Padovicz on 25.10. 15:30 at Kurfuerstendamm
- Neighborhood’s assembly on 28.10. at 17:00 in the youth resistance museum
- Interkiezionale days from 29.10.18 – 04.11.18 from Potse&Drugstore, Brauni, Syndicate, Großbeerenstrasze 17a, Rigaer94, Meuterei and Liebig34.

Am 28.10.18 um 17:00 Uhr Kiezversammlung im Jugendwiderstandsmuseum

Kiezversammlung ist eine Initiative der Nachbar_innenschaft, hierarchiefrei und aus dem Kiez organisiert.
Es gibt mehr als genug Gruende dafuer zusammenzukommen und sich zu treffen: die Nachbar_innenschaft wird immer mehr gentrifiziert, die Polizei ist staendig praesent, Menschen muessen ihren jahrelangen Wohnort verlassen…
Der Kampf gegen Gentrifizierung ist eine soziale Bewegung. Dabei geht es nicht nur um ein einzelnes Haus oder Projekt, es geht um Antworten, die kollektiv gefunden werden muessen. Eine nachbar_innenschaftliche Vernetzung ist ein Schritt zu einer solidarischen Selbstorganierung, die sich auszerhalb von Staatlichkeit verortet.
Der Pachtvertrag der Liebig 34, das anarchaqueerfeministische Hausprojekt Ecke Rigaer_Liebigstrasze, endet am 31.12.18. Wir laden euch herzlich zu einem Brunch vor der Kiezversammlung in unserer Bar um 13:00 Uhr ein. Solidarisch gegen den Ausverkauf der Strasze, des Kiezes und der ganzen Stadt!

26.10 l34 resistance soli-party


Party, Cinema, Performances, Küfa and Workshops soli for the anarcha queer feminist house Liebig 34.

18:00 Workshops: BDSM, Soli Tatoo

20:00 – 0:00 silk print workshop

21:00 Cinema: „Ulrike´s Brain“ by Bruce LaBruce
22:30 Cinema: „The Misandrists“ by Bruce LaBruce
0:00 Cinema: „The Raspberry Reich“ by Bruce LaBruce

21:00 Performances with Maria Basura, Sabine Jay, Marla, Nansea, La Paross, Eva Clumsy, Bleach B, Anthony De Bono, Suicide Propaganda, Karl Marx Sassy

23:00 Dj´s: Schatten Voraus, Ludi Oktokreuz (Dis/Tanz) – Foxxfaction (female*Hip Hop) – Elon Masc (FactoID) – Jesse G (Hardwax Deep Trouble) – DJ Fätti Fätti Bumm Bumm (Eurotrance Desaster)

Wut-Kundgebung gegen Verdrängung der Padovicz-Mieter*innen

Donnerstag, 25. Oktober
15:30 Uhr, Kurfürstendamm 178/179 (Olivaer Platz, nahe U2-Adenauer Platz)

Padovicz macht bereits seit den 90er Jahren als Käufer und Modernisierer ganzer Wohnblöcke von sich reden. Eng verknüpft mit dem Berliner Senat war er einer der großen Profiteure der öffentlichen Sanierungsförderungen im Rahmen des Stadtumbaus der 2000er Jahre. Kommunale Wohnungsbaugesellschaften wie die WBF, verkauften ihm für Spottpreise ihre Bestände. Die Folgen für Mieter*innen waren, und sind, verheerend: Mieterhöhungen, Zerstörung sozialer Strukturen und letztlich Verdrängung. Die von Padovicz beauftragten Hausverwaltungen (Factor, Vivo und Neumann) verweigern die Instandhaltung und erhöhen beständig Kaltmiete und Betriebskosten. Auch alternative Lebensräume, Clubkultur und Kleingewerbe bleiben vom Profitstreben nicht verschont. Die Politik duldet – uns reicht es!
Wir, Padovicz-Mieter*innen wehren uns gegen das Geschäftsgebaren der Unternehmensgruppe Padovicz. Diesmal direkt vor dessen Firmensitz am Kurfürstendamm 178/179. Auf der Kundgebung soll all denen Raum und ein offenes Ohr geboten werden, die Erfahrungen mit diesem Vermieter sammeln mußten. Erzählt eure Geschichten oder schickt sie uns, damit wir sie öffentlich vortragen können. Bleibt nicht alleine damit.

Bringt Kochtöpfe und Löffel mit: Wir machen Lärm gegen Verdrängung!

https://padowatch.noblogs.org/

Bad taste & trash party

ab 21 Uhr, Kadterschmiede
Endlich wieder Bad taste & Trash Soli-Party in der Kadterschmiede für unsere Nachbar*innen der räumungsbedrohten Liebig34! Ab 21 Uhr Infoveranstaltung zu der Lage der Liebig 34, Rigaer 94 und über die Situation von Isa und Nero. Danach: querbeet, 80er und dumpered trash mit Queerbeat, eurotrance desaster mit DJ Fätti Fätti Bumm Bumm. All night long: Karaoke und Seifenblasenmaschine. Für Bad Taste Outfit gibt es eine Überraschung, ist aber keine Pflicht.

One Struggle, One Fight – #Weide63, #Liebig34 Bleibt!

Heute waren wir gemeinsam auf der Straße weil der Pachtvertrag der Liebig34 Ende des Jahres ausläuft. Das Haus hat keine Aussicht legal bleiben zu können. Die Situation der Liebig34 steht dabei exemplarisch für den Ausverkauf der Stadt und die Verdrängung von Menschen aus ihren Wohn- und Lebensräumen.

Wir sind wütend über Eigentumsverhältnisse, über Spekulationen mit Wohnraum, über das System, den Staat, der diese Missstände stützt und verteidigt statt die Bedürfnisse von Menschen. Staatliche Strukturen stellen für uns keine Lösung dar, sie sind Teil des Systems und des Problems, das wir bekämpfen.

Wir sind wütend darüber, dass wir gezwungen werden uns unseren Vermieter*innen und Politiker*innen anbiedern zu müssen, um in unseren Häusern bleiben zu dürfen. Spekulant*innen wie die Unternehmensgruppe Padovicz entmieten Menschen und lassen gleichzeitig Häuser wissentlich leer stehen, um ihre eigene Profitmaximierung voranzutreiben, wie bis heute auch im Weidenweg 63.

Das fast leer stehende Haus wurde heute wieder mit Leben gefüllt. Die Besetzung des Weidenwegs 63 stellt sich radikal gegen den sexistisch und kapitalistisch strukturierten Wohnungsmarkt. In Solidarität mit der Liebig34 treten sie für einen anarchistischen und feministischen Nordkiez ein. Mit der Aktion macht #besetzen auf eine Situation aufmerksam, die wir jeden Tag in der Liebig34 spüren: Es braucht Wohn- und Organisierungsräume für von Diskriminierung betroffene Menschen. Ableisierten und Weißen Personen, Cis-Männern und Menschen mit deutschem Pass ist der Zugang zu schönen Wohn- und Lebensbedingungen oft vorbehalten.

Deswegen braucht es dringend antirassistisch und queer-feministisch selbstverwaltete Orte. Gerade jetzt, in Zeiten einer fortschreitenden Individualisierung und einem wieder zunehmend offenen Auftreten rechter Positionen mit rassistischen und antifeministischen Inhalten müssen wir radikale Antworten finden. Wir müssen eine Stadt von unten aufbauen. Wir müssen Eigentums- und Machtverhältnisse auf persönlicher, institutioneller und staatlicher Ebene in Frage stellen.

Solidarität mit den Aktivist*innen des Weidenweg 63!

Schluss mit der Polizeigewalt!

Gegen die Kriminalisierung von Hausbesetzungen!

Die Häuser denen, die sie brauchen!

Unsere Häuser könnt ihr räumen, aber unsere Entschlossenheit werdet ihr nur steigern!

Demo: Liebig 34 Verteidigen! Queerfemistische Kämpfe sichtbar machen! Erster Block ohne cis-Männer. 29.9.2018 um 18 Uhr am Wismarplatz

Demo: Defend Liebig34! Support Queer Feminist struggles! First block without cis-men.
29.9.2018 18:00 at Wismarplatz

Liebig34 is the only anarcha-queer-feminist housing project in Berlin. The owner Gijora Padovicz wants to evict the house when the contract ends in December 2018 and turn our home into luxury apartments. But with or without contract this house belongs to us and we will defend it. It is especially in times like this when the housing shortage is getting worse and society as a whole is facing a swing to the right and an anti-feminist backlash, that we need to combine the fights about our
houses and the fights about the city with antifascist and feminist politics. The Liebig34 is an important house: it’s a free open space where different people live collectively without cis-men, offering the possibility of multiple events and networking, and embedded in a politically active neighborhood. The Liebig34 is involved in different essential political struggles, connecting them with each other to draw attention to the fact that these different struggles are all part of the
same fight.
Let’s carry these fights on the street Together! Defend Liebig34!

Come to the demo on 29.9. 18:00 at Wismarplatz! Together we will show them that the Liebig34 belongs to us and will never be evicted. The first block will be without cis-men to make our queer-feminist fights visible.

Let’s fight our different feminist-emancipatory struggles together: come also to the anti-Erogan protests on the 28.9. 16:00 at Potsdammer Platz. Join the feminist cis-men-free block!

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Demo: Liebig 34 Verteidigen! Queerfemistische Kämpfe sichtbar machen! Erster Block ohne cis-Männer.
29.9.2018 um 18 Uhr am Wismarplatz

Die Liebig 34 ist das einzige anarcha-queer-feministische Hausprojekt in Berlin. Der Hauseigentümer Gijora Padovicz möchte mit Ablauf des Pachtvertrags im Dezember 2018 das Haus räumen lassen und luxussanieren.
Wir können und wollen nicht zulassen, dass uns dieses Haus genommen wird. Gerade in Zeiten der sich verschärfenden Wohnungsnot, des zunehmenden Rechtsrucks und gesamtgesellschaftlichen Backlashes ist es notwendig, dass stadpolitische Kämpfe mit antifaschistischen und queerfeministischen Politiken verbunden werden. Die Liebig 34 ist ein Ort an dem unterschiedlichste Menschen kollektiv und ohne cis-Männer leben. Eingebunden in einen kämpferischen Kiez ist das Haus ein besonderer Freirraum der Möglichkeiten für unterschiedliche Veranstaltungen und für Vernetzung bietet. Somit ist die Liebig 34 Teil verschiedener politisch notweniger Kämpfe und steht für deren konsequente Verbindung miteinander.
Lasst uns diese Politik, diese Kämpfe gemeinsam geschlossen auf die Straße tragen!
Liebig 34 Verteidigen!

Kommt auf die Demo am 29.9. um 18 Uhr auf dem Wismarplatz und zeigt mit uns dass wir eine Räumung der Liebig 34 nicht zulassen werden. Damit unsere queerfeminisitschen Kämpfe sichtbar werden wird der erste Block ohne cis-Männer sein.

Lasst uns unsere verschiedenen feministisch-emanzipatorischen Kämpfe verbinden: kommt am 28.9. um 16:00 am Potsdammer Platz in den cis-Männer freien Block zu den Anti-Erdogan Protesten.

Erdoğan vertreiben, Liebig34 verteidigen!

https://de.indymedia.org/node/23780

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan kommt am 28.09 und 29.08. als offizieller Staatsgast nach Berlin, um sich mit der deutschen Bundesregierung zu treffen. Hierzu wird eine breite Protestbewegung mobilisiert. Auch wir als Anarcha-queer-feminist*innen begreifen uns als Teil dieser Bewegung. Wir verurteilen Erdoğans Werte und Politik. Wir begreifen diese auf verschiedenen Ebenen als Angriff auf emanzipatorische, antipatriarchale, ökologische und demokratische Werte. Wir verurteilen die deutsche Bundesregierung einen Diktator willkommen zu heißen und sich darüber hinaus -unter der Prämisse der Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen- zu seiner Handlangerin zu machen. Der Erfahrung nach können wir durch das Treffen mit nicht mehr als einer Ausweitung der Repression gegenüber in Deutschland lebenden kurdischen, türkischen Oppositionellen und solidarischen Menschen sowie mit weiteren Waffendeals rechnen.

Erdoğans Innen- und Außenpolitik

Seit die AKP 2002 an die Macht kam, hat sich die Türkei verändert. Sie wurde jeden Tag konservativer und repressiver. Recep Tayyip Erdoğan stellte die Religion wieder an erste Stelle und regiert die Türkei inzwischen als Autokrat nach der Devise „Teile und Herrsche“. Er gaukelt ein Bild vom türkischen Nationalstaat vor, mit einer türkischen Nation und ein Bild vom binären Geschlechterbild, mit einer „natürlich“ gegebenen klassischen Rollenverteilung. (15)

Die Situation von allen, die nicht in das Bild von Erdoğan passen, hat sich seit dem Putschversuch 2016, der Verhängung des Ausnahmezustandes und der Ausweitung von Erdoğans Macht drastisch verschlechtert. Es kam immer wieder zu Massenverhaftungswellen und zur Ermordung von Menschen innerhalb und außerhalb der Türkei durch den türkischen Staatsapparat. Die sich verschärfende Repression und Verfolgung traf und trifft insbesondere politisch Oppositionelle, Angehörige von Minderheiten sowie queere Menschen: So wird die jährlich in Istanbul stattfindende Trans-Pride und die LGBTIQ-Pride-Parade seit 2016 versucht durch die Behörden zu unterbinden (3), genauso wie andere LGBTIQ-Veranstaltungen (5). Gleichermaßen wird bis heute fast jedes Jahr und in allen Städten das kurdische Neujahrsfest Newroz untersagt (21). Zwischen Juli 2015 und Februar 2018 wurden 11.631 Mitglieder der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP festgenommen. Das ist ein Drittel aller Mitglieder der Partei (17).

Erdoğan plädiert für die Wiedereinführung der Todesstrafe und für ein Abtreibungsverbot (15). Er provoziert gesellschaftlich einen faschistoiden Trend. Wer nicht gläubig ist, anders denkt oder anders lebt, hat es mittlerweile schwer in der Türkei. Trans-Menschen berichten von einer alltäglich spürbaren Transfeindlichkeit(4). Es werden mehr und mehr Mordfälle registriert wie beispielsweise der Mord in Istanbul an der Transfrau, Sexarbeiterin und LGBTIQ-Aktivistin Hande Kader (1) und der an dem schwulen syrischen Geflüchteten Muhammed Wisam Sankari (2). Die Nichtregierungsorganisation „Transgender Europe“ zählt in dem Land die höchste Zahl an ermordeten Trans-Menschen in Europa. Zwischen 2008 und 2015 wurden in der Türkei 41 Menschen umgebracht, die transgender oder genderdivers sind. (1)

Kurd*innen erleben einen alltäglich spürbaren Rassismus. So muss noch immer jedes Kind bei der Geburt einen türkischen Namen annehmen (6) und Unternehmen untersagen ihren Mitarbeitenden sich auf kurdisch zu unterhalten (22). Als im Oktober 2015 das türkische Militär Bakur (Nordkurdistan, Südosttürkei) überfiel, gab es keinen Aufschrei in der Türkei. Das Militär zerstörte dort ganze Städte wie Sur, Silopi, Nusaybin oder Cizre, nahm die Bürgermeister*innen fest und stellte die Städte unter Zwangsverwaltung. Allein in Cizre kamen bei den Angriffen und der Belagerung 179 Menschen ums Leben. Begründet wurde dieser Krieg mit der Elimination von Mitgliedern der kurdischen Arbeiterpartei PKK, die den Kampf um Selbstbestimmung für alle Identitäten fordert. (18, 19)

Im Januar 2018 befehligte Erdoğan dann unter dem Namen ‚Operation Olivenzweig‘ den völkerrechtswidrigen Einmarsch der türkischen Armee im syrisch-kurdischen Kanton Afrin in Rojava. Daran beteiligten sich islamistische Banden, welche Erdoğan bereits in den Vorjahren mit Waffen ausgestattet hatte, um seinen ideologischen Feind, die kurdische Freiheitsbewegung, in Rojava militärisch zu vernichten (24). Mit dem gleichen Ziel kam es vergangene Woche zu türkischen Luftangriffen auf die Şengal-Region in Südkurdistan. (31)

In Rojava und im Şengal findet eine Revolution statt, die Erdoğans Ideal entgegen steht und er versucht durch seine Expansionspolitik zu unterdrücken. Die Revolution gestaltet sich antistaatlich, antikapitalistisch, ökologisch und antipatriarchal. In Rojava werden jeden Tag und in jedem Bereich des Lebens Kämpfe geführt, um die lange verlorene Freiheit zurück zu erlangen, den tief verwurzelten gesellschaftlichen Sexismus abzubauen und patriarchales Gedankengut durch eine gesellschaftliche Wissenschaft zu ersetzen. So wird die Geschichte von feministischen Widerständen und Freiheitskämpfen im Laufe der Menschheit ans Licht gebracht und in ihre heutige Praxis eingebettet. Durch die militärische Eroberung Afrins durch den türkischen Staat wurden die emanzipatorischen Errungenschaften von Selbstbestimmung und Selbstverwaltung gegen den Zwang der Unterwerfung unter den Mann* und die Religion durchgesetzt.

Die Politik der deutschen Bundesregierung

Die Motivation des Besuches Erdoğans ist die Stärkung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. Deshalb scheut die Bundesregierung auch nicht davor zurück ihm Finanzhilfe für die Türkei zum Überwinden der aktuellen Finanzkrise anzubieten. (25) Zum einen stellt die Türkei für Deutschland einen wichtigen Partner in der eigenen Abschottungspolitik gegenüber Menschen auf der Flucht dar (umgesetzt durch den sogenannten „Flüchtlingsdeal“). Zum anderen ist sie einer der relevantesten Abnehmer deutscher Rüstungsgüter. (27) Trotz des türkischen Angriffskrieges auf Afrin erteilte die Bundesregierung im Jahr 2018 bereits 39 Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter in Höhe von 10,1 Millionen Euro an die Türkei. Die exportierten Leopard2 Panzer wurden unter anderem durch die türkischen Truppen in Afrin verwendet. Sie werden durch die Rüstungsfirmen Rheinmetall und KMW produziert.(26)

Es ist davon auszugehen, dass -unter der Prämisse der Verbesserung der Beziehungen- bei dem Treffen über die Ausweitung der Repression gegenüber in Deutschland lebenden kurdischen und türkischen Oppositionellen gesprochen wird. Der Erfahrung nach häuften sich immer vor und nach jedem Treffen zwischen Merkel und Erdoğan Razzien und Festnahmen gegenüber vermeintlichen Aktivist*innen von TKP, DHKP-C, PKK und anderen Gruppen. Die strafrechtliche Legitimation hierzu liefert der interpretierbare §129b „Mitglied einer terroristischen Vereinigung im Ausland“. (13) Damit einher geht ein variables Fahnenverbot. Je nach Bundesland und Veranstaltung werden Fahnen mit Abbildern von Abdullah Öcalan, den vom türkischen Geheimdienst ermordeten kurdischen Widerstandskämpfer*innen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez (11) sowie den Verteidigungseinheiten YPG und YPJ verboten. Die Verbote dienen auch als Grundlage für Hausdurchsuchungen und Festnahmen: Erst vergangene Woche (14.8.), gab es Razzien in München,bei denen zwei kurdischen Aktivist*innen, die mit dem Zeigen von Flaggen begründet wurden. (16) Darüber hinaus ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen die Ko-Vorsitzende der Hamburger Fraktion DIE LINKE, Cansu Özdemir, weil sie auf Twitter ein Foto geteilt hat, auf dem u.a. eine Fahne der PKK zu sehen ist. (29) Auch kurdische Vereine und Verlage wurden durchsucht, wobei u.a. Kurdischbücher beschlagnahmt wurden (14). Des Weiteren gab es Razzien in Einrichtungen und Wohnräumen deutscher Linker, welche sich mit der kurdischen Befreiungsbewegung solidarisieren oder gegen Waffenexporte an die Türkei engagierten. (12)

Derzeit sitzen in Deutschland allein wegen des Vorwurfs Mitgliedschaft und Unterstützung der PKK 9 kurdische Gefangene in Straf- oder Untersuchungshaft (13). Gegen sie wurden Gefängnisstrafen zwischen zwei und dreieinhalb Jahren verhängt. Die konkreten Tatvorwürfe sind Teilnahme an und Organisation von angemeldeten Demonstrationen, Sammeln von Spendengeldern für Menschen auf der Flucht und ähnliches. (30) Dieses Jahr wurde auch in Deutschland durch die Polizei versucht Newroz in Hannover zu verbieten, wegen vermeintlicher PKK-nähe. (20, 23)

Für die Ausweitung der Repression ist auch der Ausbau der Geheimdienstbeziehungen unabdingbar. Bereits jetzt wird davon ausgegangen, dass etwa 6000 MIT-Agent*innen in Deutschland aktiv für den türkischen Staat spionieren (7). Wie im Mordfall von Paris vom 9.Januar 2013 (11), schreckt der MIT auch in Deutschland nicht davor zurück politisch Oppositionelle auszuschalten. So wurden vergangenes Jahr zwei Fälle von MIT-Geheimdienstagenten bekannt: Mehmet Fatih S. spionierte in Bremen als Journalist getarnt den kurdischen KCDK-E Ko-Vorsitzenden Yüksel Koç aus und plante einen Mordkomplott gegen ihn. Mustafa K. war in kurdischen Vereinsstrukturen in Hamburg aktiv und spionierte für Mordpläne an der ehemaligen kurdischen BDP-Abgeordneten und Frauenbeauftragten Sevahir Bayindir. (9) In beiden Fällen wurden die MIT-Aktivitäten und -Mordaufträge durch die kurdischen Strukturen enttarnt und an die deutschen Sicherheitsbehörden übermittelt. Doch in beiden Fällen wertete die Generalbundesanwaltschaft die Mordversuche als kurdisch-türkischen Konflikt und erhob keine Anklage wegen versuchtem Mord. (8)

All diese Vorfälle sind nichts neues und exemplarisch für das, was in Deutschland schon seit Jahrzehnten passiert. Die Praxis des deutschen Staates unterscheidet sich kaum von der des türkischen, sie ist nur weniger offensichtlich. Die Bundesregierung führt Erdoğans Politik in Deutschland fort. Tadelnde Worte Merkels gegenüber Erdoğan wirken in diesem Zusammenhang geradezu höhnisch. Die Bundesregierung und ihr nahestehende Medien sind darum bemüht, ein Bild von ihr zu zeichnen, welches das Unterdrücken und Morden durch den türkischen Staat verurteilt und eine klare Position gegenüber Erdoğan bezieht. So wird versucht ihr offensichtliches Zutun zu Erdoğans Politik zu verschleiern. Gleichzeitig wird der anklagende Blick in Richtung Türkei gerichtet und die eigene Überwachungs- und Unterdrückungspraxis gegenüber antistaatlichen, antikapitalistischen und antipatriarchalen Strukturen in Deutschland nicht thematisiert. Faschismus, Rassismus und Sexismus setzen sich in Deutschland gesellschaftlich und staatlich fort.

Deshalb darf sich unsere Kritik nicht nur an Erdoğan richten, sondern auch an Merkel, Seehofer und Konsorten. Wir vertrauen nicht auf die Politik der Herrschenden und erachten es als unsere Pflicht, uns klar gegen ihre Politik zu positionieren. Wir wünschen uns eine vielfältige, herrschaftsfreie, solidarische und ökologische Gesellschaft, ohne Kriegstreiberei, Mord und Unterdrückung. Wir solidarisieren uns mit antipatriarchalen Kämpfen weltweit. Wir verurteilen die Repression und Kriminalisierung von emanzipatorischen Bewegungen – sei es in der Türkei, in Deutschland oder anderswo. Die Revolution in Rojava stellt für uns einen wichtigen Bezugspunkt für eine gelebte Utopie dar.

Wir werden ein klares Zeichen setzen, dass wir mit den Zuständen nicht einverstanden sind. Der Diversität an Ausdrucksformen zur Unmutsbekundung sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist die klare Nachricht zu transportieren: Es reicht! Wir rufen zu einem kreativen und widerständigen Tag X auf! Kommt zur Demo um 12 Uhr am Alexanderplatz und zur Demo um 18 Uhr am Wismarplatz. Lasst uns gemeinsam auf den Demos und außerhalb Raum erkämpfen unsere Wut zu zeigen!

Jin, Jiyan, Azadî!

Erdoğan NOT WELCOME!

https://erdogannotwelcome.wordpress.com/

LIEBIG34 BLEIBT!

Samstag 29.09. | 18:00 Uhr | Wismarplatz Friedrichshain | Berlin |

Quellen:

1 https://tgeu.org/transgender-europe-strongly-condemns-the-murder-of-trans-woman-and-activist-hande-kader/

2 https://lgbtinewsturkey.com/2016/08/03/syrian-gay-refugee-killed-in-istanbul/

3 https://lgbtinewsturkey.com/2016/06/27/we-dispersed-on-every-street-for-the-14th-istanbul-lgbti-pride-march/

4 https://ze.tt/du-fuehlst-jeden-tag-stress-und-anspannung-so-geht-es-jungen-queeren-in-der-tuerkei/

5 https://ze.tt/tuerkei-verbietet-lgbt-filmfestival-in-ankara/

6 https://ze.tt/die-kinder-mit-den-verbotenen-namen/

7 https://www.heise.de/tp/features/Tuerkischer-Geheimdienst-Paris-Ein-Agent-stirbt-im-Gefaengnis-3581637.html

8 http://civaka-azad.org/vom-deutschen-umgang-mit-tuerkischer-agententaetigkeit-gegen-kurdische-aktivisten/

9 http://civaka-azad.org/vom-deutschen-umgang-mit-tuerkischer-agententaetigkeit-gegen-kurdische-aktivisten/

10 http://civaka-azad.org/weiterer-tuerkischer-agent-in-deutschland-aufgeflogen-bedrohungslage-fuer-kurdische-aktivisten-bleibt-hoch/

11 https://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/hintergrund/sakinefidanleyla/index.htm

12 https://nadir.org/nadir/initiativ/azadi/presse/2018/180726.html

13 https://anfdeutsch.com/hintergrund/yildiz-aktas-in-berlin-inhaftiert-4237

14 https://nadir.org/nadir/initiativ/azadi/presse/2018/180310.html

15 https://derstandard.at/1339638541554/Erfolgreicher-Widerstand-Abtreibungsrecht-in-Tuerkei-bleibt-wie-es-ist

16 https://www.neues-deutschland.de/artikel/1097419.kurdische-befreiungsbewegung-legale-ypg-fahne-fuehrt-zu-hausdurchsuchung.html

17 https://anfdeutsch.com/aktuelles/fast-ein-drittel-aller-hdp-mitglieder-festgenommen-3073

18 https://www.sueddeutsche.de/politik/kurden-konflikt-frieden-in-der-tuerkei-wird-es-nur-mit-oecalan-geben-1.3851295

19 https://www.heise.de/tp/features/Tuerkei-Militaerischer-Angriff-auf-Nusaybin-3224744.html

20 https://anfdeutsch.com/rojava-syrien/allen-verboten-zum-trotz-wir-werden-newroz-feiern-2945

21 http://www.taz.de/!5284830/

22 https://www1.wdr.de/nachrichten/tuerkei-unzensiert/burhan-ekinci-den-kurden-ist-kurdisch-untersagt-de-102.html

23 https://revoltmag.org/articles/newroz-2018-die-repression-geht-uns-alle/

24 https://anfdeutsch.com/kurdistan/zusammenarbeit-von-tuerkei-is-und-al-nusra-zugegeben-1820

25 https://www.welt.de/politik/deutschland/article181245844/Erdogan-in-der-Krise-Keine-Tuerkei-Hilfen-Ein-Wort-der-Bundesregierung-laesst-aufhorchen.html

26 http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/deutsche-ruestungsexporte-an-tuerkei-und-saudi-arabien-fast-gestoppt-15748052.html

27 https://www.heise.de/tp/features/Tuerkei-Der-Absturz-der-Lira-wird-zum-Problem-fuer-Erdogan-4117846.html?seite=all

28 https://www.zeit.de/politik/2017-02/angela-merkel-tuerkei-recep-tayyip-erdogan-fluechtlingsdeal-ermahnt

29 https://anfdeutsch.com/aktuelles/erneutes-ermittlungsverfahren-gegen-cansu-Oezdemir-2941

30 http://civaka-azad.org/politischer-vernichtungsfeldzug-gegen-kurden-in-deutschland/

31 https://anfdeutsch.com/kurdistan/Sengal-tuerkischer-luftangriff-auf-zivilfahrzeug-6131

Erdoğan: Ein homophober Diktator

Erdoğan: Ein homophober Dikator -Hintergrundartikel und Aufruf des anarcha-queer-feminitischen Hausprojekts „Liebig34“

https://erdogannotwelcome.wordpress.com/2018/08/29/erdogan-ein-homophober-diktator/

Das Weltbild Erdoğans speist sich aus islamistischen und nationalchauvinistischen Vorstellungen. Neben der Unterdrückung kultureller und religiöser Minderheiten in der Türkei und der patriarchalen, frauenfeindlichen Politik des Regimes, bedeutet das auch die Ablehnung von sexueller Selbstbestimmung und die Verfolgung von Menschen, die nicht in die dominierenden rechten, heteronormativen Vorstellungen von Sexualität passen. „Homosexualität“, so Erdoğan, „widerspricht dem Islam“. Dass es muslimische LSBTIQ gibt, die keinen Widerspruch zwischen ihrem Glaube und ihrer Sexualität sehen, interessiert den Diktator dabei natürlich herzlich wenig.

LSBTIQ[1] sind in der Türkei Erdoğans zunehmend Hassverbrechen und staatlicher Zensur und Verfolgung bis hin zu Inhaftierung, Folter und Mord ausgesetzt. Während 2014 noch ca. 100.000 Menschen beim CSD in Istanbul für ihre und die Rechte ihrer Freund*innen auf die Straße gehen konnten, wurde die Parade für LSBTIQ-Rechte 2015 verboten und von der Polizei brutal niedergeschlagen. Das gleiche Szenario sollte sich in den folgenden Jahren wiederholen, zahlreiche Aktivist*innen wurden festgenommen, teilweise inhaftiert und gefoltert. Seit November 2017 schließlich sind in der ganzen Türkei „kulturelle Veranstaltungen von LSBTIQ-Nichtregierungsorganisationen“ auf unbestimmte Zeit komplett verboten. Im Klartext heißt das: In der neuen Türkei Erdoğans herrscht ein faktisches Verbot aller LSBITQ-Veranstaltungen.

Hatte es bis vor wenigen Jahren noch eine zunehmend aktive politische LSBTIQ Szene mit zahlreichen Organisationen gegeben, ist heute kaum noch eine Organisation aktiv. Mehr und mehr Aktivst*innen, die sich für ihre Rechte als LSBTIQ einsetzen, müssen ins Exil gehen, um Verfolgung und Verhaftung zu entgehen.

Trotzdem gingen auch dieses Jahr mehrere hundert Menschen zum verbotenen CSD in Istanbul auf die Straße, wurden jedoch wieder von der türkischen Polizei brutal angegriffen.

Zeigen wir Erdoğan und seinen Verbündeten in der deutschen Regierung und Wirtschaft, was wir von seiner homophoben, hasserfüllten Politik halten! Lassen wir unsere Freund*innen und Geschwister in der Türkei und im Exil nicht allein und gehen am 28. und 29.09. beim Staatsbesuch des Diktators in Berlin alle zusammen auf die Straße und sagen: Erdogan ist uns nicht willkommen!

P.S.: Und nachdem wir erfolgreich den Besuch des Diktators verhindert haben, könnt ihr dann noch zur Demo für den Erhalt des anarcha-queer-feministischen Hausprojekt Liebig 34 um 18:00 am Wismarplatz in Friedrichshain kommen!

[1]LSBTIQ steht für „lesbisch, schwul, bi, trans, inter, queer“. Unter dieser Abkürzung sollen sich möglichst alle Menschen wiederfinden können, die nicht der Ideologie von zwei biologisch und sozial fixen Geschlechtern und von Heterosexualität als Norm entsprechen wollen oder/ und können.

Liebig 34 Verteidigen DEMO

–----------------German version below-------------------------

LIEBIG34 MUST STAY!

The Liebig34 is a self-organized, anarcha-queer-feminist house project in Berlin-Friedrichshain. The house was occupied in 1990 and later legalized. This contract expires in December 2018 and and we are not being given an extension: the owner, Gijora Padovicz, wants to clear the house, renovate it and rent it out again for maximum profit. Padovicz is known in Berlin for systematically buying up, clearing and destroying houses and residential projects.
We cannot and will not allow another house to be taken from us. In times
of progressive capitalist exploitation of living spaces, a practice needs to oppose this logic. In times of AfD, CDU/CSU and Pegida such feminist spaces and organization are needed to counter the noticeable shift to the right in society. Places are needed where people with diverse backgrounds and gender identities can live collectively and without cis-men -irrespective of their origin, social class, financial means or residence status. Places where power structures and privileges are reflected upon are needed to make them surmountable. Everyday organization which instead of relying on state structures makes them superfluous and attacks them are needed now more than ever.
We are standing in the way of neighborhood development and will not make room for luxury buildings. We need places of feminist self-organization and political resistance. We will fight for the Liebig34!

Come to the demo on 29.09.2018 at 6pm and show that the Liebig34 concerns us all!

Keep resisting to patriarchy, gentrification, the state and capitalism!
Fight for Liebig34!
http://liebig34.blogsport.de/
https://twitter.com/hashtag/liebig34
Saturday 29.09. | 18:00 Uhr | Wismarplatz Friedrichshain | Berlin |
 
We express our solidarity with many other projects currently under acute threat. Your fight for freedom and self-determination is our fight! Across Germany, more than 25 projects are in inmminent danger of eviction. These are in Berlin the bar collective Meuterei, das SJZ Drugstore, Potse, Rigaer 94 and more. In addition, the future of the Hambach Forest, the Black Triangle and Rhizomia wagenplatz in Leipzig, the Hasi in Halle, the AZ Köln, the Havanna Acht in Marburg, the Mainusch house in Mainz and (unfortunately) many more is uncertain. More information about these and more projects can be found here:
https://freitraeume.blackblogs.org/
 
In addition, the dictator Recep Tayyip Erdogan will visit Berlin on 28 and 29 September. We call upon you to take our protest against him and his fascist policies out on the streets, as well as our protest against the policies of the German Federal Government.
Saturday 29.09. | 12:00 Uhr | Neptunbrunnen | Alexanderplatz | Berlin |
 
Our mission for the 29th of September (and every other day) is: To chase away Erdoğan and to defend Liebig34!
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LIEBIG34 BLEIBT!
Die Liebig34 ist ein selbstverwaltetes, anarcha-queer-feministisches Hausprojekt in Berlin-Friedrichshain. Das Haus wurde 1990 besetzt und später mit einem Pachtvertrag legalisiert. Dieser Vertrag läuft im Dezember 2018 aus, eine Verlängerung ist nicht in Sicht. Der Hauseigentümer Gijora Padovicz möchte das Haus räumen, luxussanieren und mit maximalem Profit neu vermieten. Padovicz ist in Berlin bekannt für das systematische Aufkaufen, Räumen und Zerstören von Häusern und Wohnprojekten.
Wir können und wollen nicht zulassen, dass uns ein weiteres Haus genommen wird. In Zeiten einer fortschreitenden kapitalistischen Verwertung von Mensch und Wohnraum braucht es eine Praxis sich dieser Logik zu widersetzen. In Zeiten von AfD, CDU/CSU und Pegida braucht es feministische Räume und Organisierung, um dem spürbaren Rechtsruck durch die Gesellschaft etwas entgegen zu setzen. Es braucht Orte, an denen Menschen mit diversen Hintergründen und Gender-Identiäten kollektiv und ohne cis-Männer leben können- unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer gesellschaftlichen Klasse, ihren finanziellen Mitteln oder ihrem Aufenthaltsstatus. Es braucht Orte, an denen Machtstrukturen und Privilegien reflektiert werden, um sie überwindbar zu machen. Es braucht eine Organisierung im Alltag, die statt auf staatliche Strukturen zu vertrauen, diese überflüssig macht und sie angreift.
Wir stellen uns der Aufwertung des Kiezes in den Weg und werden keinen Platz für Luxusbauten machen. Wir brauchen Orte der feministischen Selbstverwaltung und des politischen Widerstandes. Wir werden um die Liebig34 kämpfen!
Kommt am 29.09.2018 um 18 Uhr zur Demo und zeigt, dass die Liebig34 uns alle etwas angeht!
Bleibt widerständig gegen Patriarchat, Gentrifizierung, Staat und Kapitalismus!
Liebig34 verteidigen!
http://liebig34.blogsport.de/
https://twitter.com/hashtag/liebig34
Saturday 29.09. | 18:00 Uhr | Wismarplatz Friedrichshain | Berlin |
 

Kundgebung against Rape Culture, Sunday 26 august / 2pm Liebigstr. 34

2.00pm – Introduction
2.30pm – Statements
3.30pm – Awareness Workshop//Self-defense Workshop
5.30pm – Accountability Workshop//Wendo Workshop
8.00pm – Küfa
9.00pm – Cinema ‚Gulabi Gang‘

Queer Feminist Soliparty for Liebig 34, 1.9 Raumerweiterungshalle

Kundgebung against Rape Culture

Sunday 26 august / 2pm
Liebig 34

Rape Culture can be summarized as a set of practices and fundamental beliefs that are passed along from generation to generation, which enshrine toxic masculine behavior designed to create the illusion that anything remotely feminine is inferior to its dominant macho counterpart.

Rape Culture is a set of dogmatic principles that institutes that cis men are entitled to anything they want to acquire and that their ´ownership´ implies neglecting consent, commenting, looking down on and ultimately possessing bodies and disrupting minds, with zero consequence and no regrets.

It is a complex device that is deeply seeped into our everyday lives and that if not addressed early on in formative years, or actively dismantled in adulthood, can lead to severe damage, to self and others.

No one is safe where Rape Culture is concerned.

Recently our house had to face an incidence of rape: A man came into our house and raped one of us. Today we are writing to you to extend an invitation to the Kundgebung against Rape Culture happening at Dorfplatz (Rigaer/ Liebigstraße) on the 26th of August at 2pm. This will not only be an opportunity to express our repudiation of Rape Culture and everything Patriarchy, but also to engage in discussions amongst ourselves and discuss how we, as a community, can help halt this pervasive ill, as well as prevent it. What practices and which knowledge are necessary to say ´Not Any More´.

We look forward to your support and participation. You‘re welcome to contact us if you would also like to write or read a statement or a text. But you can also participate in many other ways. There will be workshops, statements, zines, küfa and cinema.

We will also have a permament installation named ‚Then he came into my room‘. The installation is an opportunity to share your own story, anonymously, and to witness the elements of the rape be turned into a hammer for liberation. Stories have been and will continue to be collected through several means: via email at story34@riseup.net and by way of a mailbox, placed outside the door at Liebig, where anonymous letters or accounts can be dropped. We‘ll share all the stories during the Kundgebung, pasted on a wall and also read out loud if you wish to.

In the face of so much misogyny and hardship, only networks of mutual support can stop the cis man. There´s strenght in solidarity and numbers. Come, engage, support, smash the patriarchy and destroy rape culture.

Liebig 34

TagX – Erdogan kommt am 28.September

https://de.indymedia.org/node/23382

DEMO Liebig34 verteidigen

They touch one of us, we fight back all together.

On Wednesday 4rd of July, during the punk bar of our house project, we dealt with an act of sexual assault. A man invaded our house, went into

one of the rooms and raped one person who was inside. Regarding to this we wrote a statement and started an installation in front of our house,

at Dorfplatz, with the mattress of the rape on Monday, the 30th of July. On Friday, the 3rd of August it will be outside again.

On Wednesday 3rd of July, during the punk bar of our house project, we dealt with an act of sexual assault. A man invaded our house, went into one of the rooms and raped one person who was inside. The man was followed outside the house, confronted verbally and questioned. He pretended not to understand what the person was talking about and denied any involvement.

Violence against women is based on systems of power, male supremacy and the construction by the male gaze of women and female bodies. A construction of objects always ready to fulfill their needs.

Rape is not a man natural’s desire for sex.

Rape is the consequence of patriarchy and domination: it is systematic and structural.

Those threads of domination exist within us, in our every day actions and relationships (sexual or not), in our political groups, in the places we work. Every time a man cat calls a female body in the street or thinks that a woman is asking for it, or even deserves it because of the way she’s dressed or walks, he reproduces all the sexist and misogynistic behaviour in which rape culture is built upon.

Since we were born, we have been raised to believe that men are entitled to privileges to which we are not, that they are the strong ones, those who possess knowledge and that we must be quietly left behind, silent and obedient. We have been told that rapists are a special kind of people ouside of normal behaviour.

But rapists are not a special kind of men: they are the healthy sons of patriarchy.

We pathologize the rapist as someone with psychological problems and in special need of help. But rapists can be anyone. Your father, your friend, your comrade. Every cis-male can be a potential rapist because every cis-male has been raised to be dominant. Male dominant behaviour is built in schools, in the football fields, in brothels.

Men are the ones who can impose their existence to us, who can put our gender at a constant risk of violation.

Men are the only ones who have this predatory practice of entering a home into the night, raping a person sleeping in her room, leave as if nothing happened and pretend that nothing did when confronted.

Because really, in their mind, this is their right.

And we are the ones who grow up with the intrinsic consciousness that this, one day, might happen to us.

We can‘t destroy rape culture without destroying society in the same way we can‘t destroy capitalism without dismantling the economical system and class structure. We keep shouting why feminism is important and we are always confronted, even among fellow comrades of political groups, that feminism is something secondary and sexism or oppression of gender is something that doesn‘t exist.

Feminism is our tool to define our needs and our own desires, to protect ourselves from cis-men violence and power dynamics. Feminism is our tool to take control of our bodies, to create safer spaces to breathe and exist while reflecting on our privileges. Feminism is our way to organize ourselves against all forms of oppression, to build our own networks of self-defense, deconstructing ‚justice‘, the legal system and its deeply racist, classist and misogynistic structures.

We are not expecting anything from the state. We are fighting it.

And as we think that this incident cannot be solved in court cases, we have to find our own ways, take responsibility for our reactions and actions, and reflect our tactics.

Our communities are as vulnerable as any other space.

There are no safe spaces.

To make our spaces safer and for people to feel confortable in them, we need to be on permanent alert during organized events. It is everyone’s responsibility to keep an eye on what’s happening and protect each other.

In the same way we have internalized the likelihood of rape, we must also internalize a permanent sense of alert and defense, and trust our instincts and feelings when we don‘t feel confortable in the presence or behavior of a person. In particular in vulnerable situations like parties where alcohol is involved.

Feminist spaces must have this as a premise to every actions and event.

But other groups also have to rethink their issues and organize themselves accordingly.

Many people from the political groups may invalidate the incident or even doubt that it’s true. It is time for everyone to make their own self-critique and deconstructions. Rape is not about sex but about power and its culture has been built upon normalized mechanisms and behavior that we have internalized and that we reproduce consciously or unconsciously, every day.

Deconstruct your own power structures, your own privileges.

Educate yourself. Your friends. The people around you.

We are taught how to avoid rape but men are not being taught not to rape.

This is not a private matter to be hidden behind closed doors but a political one. The sharing of these experiences can create new bonds of solidarity, help us rebuild networks of trust, support and new tactics to fight back. This is a call for all the groups to discuss your own protocols of security, of self-defense, of support, of reaction to external aggressions. Opening up about gender violence in collective procedures and reinforcing our actions against sexism are playing a central role in our common fight against domination. Those who remain silent about patriarchal oppression and rape culture are only contributing to perpetuate repressive systems.

„In the end, it won‘t be the words of our enemies we remember, but the silence of our friends“

They touch one of us, we fight back all together.

Liebig34

Notes:

1. This is a personal account of one person’s experience. We are not speaking on behalf of all survivors. Survivors of sexual assault are usually considered to be women but it can be any person that doesn‘t conform to patriarchal gender identities and sometimes even cis-male.

2. We don‘t invalidate in any way the decision of those who choose to follow a legal course of actions. In fact, in many other cases it can be the best choice for that particular person or situation. We are simply deciding, for political reasons, not to follow that course of action.

3. We are not looking for revenge. We are not asking for cis-male friends to avenge us either. Put aside your desires for masculine territoriality. Think of other forms of support.

https://de.indymedia.org/node/23228

THEN HE CAME INTO MY ROOM…

-deutsch unten-

On Wednesday 4rd of July, during the punk bar of our house project Liebig34, we dealt with an act of sexual assault. A man invaded our house, went into one of the rooms and raped one person who was inside.

THEN HE CAME INTO MY ROOM…is an installation that integrates the concepts behind two previous works, Tracey Emin ́s 1998 ́My Bed ́ and Kansas
University ́s 2014 ́What were you wearing? ́. The ideaa behind it was to both bring our sister relief and also two start a conversation on the high price Rape Culture will have us pay day in and day out.

Rape Culture can be summarized as a set of practices and fundamental beliefs that are passed along from generation to generation, which enshrine toxic masculine behavior designed to create the illusion that anything remotely feminine is inferior to its dominant macho counterpart. Rape Culture is a set of dogmatic principles that institutes that cis men are entitled to anything they want to acquire, specfically femme bodies, and that their ́ownership ́ implies neglecting consent, commenting, looking down on and ultimately possessing bodies and disrupting minds, with zero consequence and no regrets. It is a complex device that is deeply seeped into our everyday lives and that if not
addressed early on in formative years, or actively dismantled in adulthood, can lead to severe damage, to self and others. No one is safe where Rape Culture
is concerned.

Processes of accountability are tricky where Rape Culture is concerned. The victim will usually be found at fault, slut shamed and dismissed. Education, mutual support and public outcry in whichever form imaginable, can be the tools for self and collective healing, and hopefully to raise awareness and have
real impact on gruesome statistics.

Throughout history, art has often times been deemed a catalyst for public action as well as the mirror to reflect social practices and find, if not clarity, visibility. Art can often times work as an exorcism to purge the rot and filth that capitalism and the patriarchy feed on. It is a magnet that can collect individual experiences of pain and trauma into one single overarching narrative, and a way of finding unity in singularity, and personal hope in systemic despair.

The installation THEN HE CAME INTO MY ROOM… is an opportunity to share your own story, anonymously, and to witness the elements of the crime be turned into a hammer for liberation. The outline includes a series of items of clothing intervened or re-interpreted through the lense of real stories of abuse in the first person, as well as the mattress and belongings that the assaultant left behind, placed on Dorfplatz, a historic place for typical macho behavior.

Stories have been and will continue to be collected through several means, interpersonal, via email at story34@riseup.net and by way of a mailbox, placed outside the door at Liebig, where anonymous letters or accounts could be dropped. Power found in our collective scream that says RAPE CULTURE SHOULD BE DESTROYED!

At the 26th of August we will have a manifestation at Dorfplatz regarding Rape Culture, our stories and maybe also your stories. More infos soon!

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Am Mittwoch, den 4. Juli während der Punkbar, musste unser Hauskollektiv mit einem Akt von sexueller Gewalt fertig werden. Ein Mann drang in unser Haus ein, ging in einer der Räume und vergewaltigte die Person, die sich dort befand.

DANN KAM ER IN MEIN ZIMMER… ist eine Installation, die Konzepte zwei vorangegangener Arbeiten einbezieht, die von Tracey Emin, 1998, „My Bed“ und von der Kansas Universität, 2014, „What were you wearing?“
Die Idee dahinter war unsere Schwester zu entlasten und zu unterstützen, aber auch ein Gespräch zu beginnen über den Hohen Preis, den wir Tag ein, Tag aus durch die zahlen müssen.

Vergewaltigungskultur kann zusammengefasst werden als eine Reihe von Vorgehensweisen und grundlegenden Überzeugungen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Diese Überzeugungen beinhalten toxisches, männliches Verhalten, was darauf aufbaut, die Illusion zu erschaffen, dass alles, was im entferntesten weiblich ist, seinem dominierendem Macho-Gegenstück unterlegen ist.
Vergewaltigungskultur ist eine Anreihung von dogmatischen Ansichten und Verknüpfungen, die verkörpern, dass Cis-Männer Anspruch auf alles haben, was sie erwerben wollen, insbesondere weibliche Körper und dass ihr Besitz bedeutet, die Zustimmung zu vernachlässigen, zu kommentieren, herabzuschauen und schließlich Körper zu besitzen und den Geist zu zerstören, ohne jeglicher Konsequenzen und ohne Reue.
Es ist ein komplexer Apparat, der tief in unseren Alltag eindringt und der, wenn er nicht schon in den ersten Jahren angesprochen oder im Erwachsenenalter aktiv abgebaut wird, zu ernsthaften Schäden für sich selbst und andere führen kann. Niemand ist sicher, wenn es um Vergewaltigungskultur geht.

So ein Übergriff geschah in der Liebig34, einem anarcha-feministischen Raum im Herzen der Gentrifizierung und im Bauch von Feminismus und Bewusstseinskonzepten. Prozesse der Verantwortung sind knifflig, wenn es um Vergewaltigungskultur geht. Dem Opfer wird in der Regel die Schuld zugewiesen, als „Schlampe“ bloßgestellt und abgelehnt.
Aufklärung, gegenseitige Unterstützung und öffentliche Empörung, in welcher Form auch immer, können die Werkzeuge für selbst- und kollektive Heilung sein und hoffentlich das Bewusstsein zu schärfen und echte Auswirkungen auf grausame Statistiken zu haben.

Im Laufe der Geschichte wurde Kunst oft als Katalysator für öffentliches Handeln und als Spiegel gesellschaftlicher Praktiken angesehen, wenn nicht sogar für Klarheit und Sichtbarkeit. Kunst kann oft als Exorzist_in arbeiten, um die Fäulnis und den Schmutz zu beseitigen, von denen sich der Kapitalismus und das Patriarchat ernähren. Es ist ein Magnet der individuelle Erfahrungen von Schmerz und Trauma in einer einzigen übergreifenden Erzählung sammeln kann und einen Weg von Einheit in der Singularität und persönliche Hoffnung in systematischer Verzweiflung zu finden.

Die Installation „DANN KAM ER IN MEIN ZIMMER…“ ist eine Gelegenheit eure eigene Geschichte anonym zu teilen und zu erleben, wie die Elemente des Verbrechens in einem Hammer für die Befreiung verwandelt werden. Der Umriss umfasst eine Reihe von Kleidungsstücken, die durch die Linse realer Geschichten von Gewalt neu interpretiert werden, sowie die Matratze und die Sachen , die der Täter zurückgelassen hat. Aufgebaut auf dem Dorfplatz, einem historischen Ort für typisches Macho-Verhalten.
Geschichten wurden und werden weiterhin auf verschiedenster Weise, auf zwischenmenschlicher Ebene, via Mail an story34@riseup.net und über einen Briefkasten, der an der Tür der L34 angebracht ist, wo anonyme Briefe und Anmerkungen eingesteckt werden können.
Kraft gefunden in unserem Kollektiven Schrei, sagen wir VERGEWALTIGUNGSKULTUR MUSS ZERSTÖRT WERDEN!

!DIE LIEBIG34 IN BERLIN BRAUCHT UNTERSTÜTZUNG!

Wir, die Liebig34, stehen kurz vor unserem Rausschmiss Ende dieses Jahres und benötigen eure Unterstützung!

Für die, die uns noch nicht kennen:
Wir sind ein selbstverwaltetes, anarcha-queer-feministisches Hausprojekt in Berlin-Friedrichshain, bestehend aus drei verschiedenen Kollektiven: dem Infoladen „Daneben“, dem Veranstaltungsraum „L34-Bar“ und dem Wohnprojekt. Unser Wohnprojekt gehört zu den wenigen Projekten ohne cis-Männer, dieser Raum hilft uns beim Entwickeln und Anwenden von feministischer Praxis, beim Reflektieren von Machtstrukturen und Privilegien und gibt die Möglichkeit uns gegenseitig zu empowern. Der „Dorfplatz“ vor dem Haus, der Infoladen und die Bar sind wichtige Treffpunkte, um sich für verschiedene politische Kämpfe und gegen repressive Strukturen zu organisieren.
Die Liebig34 wurde 1990 wie auch viele andere Häuser in Berlin besetzt und später legalisiert. Nach einem gescheiterten Versuch das Haus kollektiv zu kaufen, wurde 2008 ein Pachtvertrag für 10 Jahre aufgesetzt. Im Dezember 2018 endet dieser Vertrag und eine Verlängerung ist nicht in Sicht!
Unser Haus gehört -wie auch über 200 andere in und um Friedrichshain- Gijora Padovicz und einem seiner Unternehmen Siganadia Grundbesitz GmbH, die bekannt sind für das systematische Aufkaufen, Räumen und Zerstören von Häusern, Hausgemeinschaften und Hausprojekten, um aus den Häusern einen höheren kommerziellen Profit zu ziehen. Durch dieses Vorgehen geht immer mehr erschwinglicher Wohnraum verloren. Mehrere Häuser von Padovicz organisieren sich bereits und vertreten nun gestärkt ihre Interessen. Diese organisierte Widerständigkeit gilt es mit einer linken emanzipativen Perspektive auszubauen!
Auch wir stehen kurz vor unserer Verdrängung
Wir sehen unsere Situation nicht als ein Einzelproblem. In ganz Berlin und anderen Städten steigen die Mieten maßlos. Insbesondere unliebsame, politisch aktive Räume sind von Verdrängung betroffen. Viele Projekte wurden schon geräumt und zerstört, viele werden es bald. Beispiele gab es hierzu in letzter Zeit genügend. Die Kämpfe beispielsweise um die Rigaer 94, die Räumung der Friedel 54 und #besetzen zeigen, mit welchen haarsträubenden Methoden für die voranschreitende Kapitalisierung der Stadt Partei ergriffen wird. Wir können nicht zulassen, dass uns ein weiteres Haus genommen wird. Denn es ist nicht nur das Haus, das uns bei einer Räumung genommen wird, sondern auch Formen von Selbstverwaltung und ein Ort politischen Widerstands mit feministischem, antirassistischem und internationalistischem Bezug. Diesen, wie auch andere Räume gilt es zu verteidigen, vor allem jetzt mit dem Zuwachs rechter Positionen, die vermehrt ihre konservativen, rassistischen und antifeministischen Ideologien verbreiten.
Wir werden kämpfen um unser Haus und unseren Kiez zu behalten! Dafür brauchen wir eure Unterstützung!
Bleibt widerständig gegen Gentrifizierung, Kapitalismus, Staat und Patriarchat!
Eure Liebig34

Getroffen hat es Isa, gemeint sind wir alle. / It hit Isa, it hits us all.

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Politik und Polizei haben durch den breiten nachbarschaftlichen Widerstand aus dem Gefahrengebiet von 2016 gelernt: Wurde damals der gesamte Kiez kriminalisiert, so ist es heute vor allem noch der Dorfplatz (Rigaer Straße – Ecke Liebigstraße), an dem sie den Sitz der linksradikale Szene in Berlin lokalisieren und überwachen. Durchgängig patrouilliert die Polizei direkt vor unserer Haustür, beobachtet uns im Alltag, demonstriert ihr patriarchales Rumgemackere und kontrolliert willkürlich Menschen. Im Fokus steht dabei unser Nachbarhaus, die Rigaer94.

Die neue Strategie der Kriminalisierung besteht in dem Versuch von Spaltung, Entpolitisierung und Individualisierung. Sie äußert sich zum einen darin, die Rigaer94 politisch zu diffamieren. So wird versucht das Haus als vermeintliches ‚Chaotenhaus‘ darzustellen, sei es auf medialer Ebene oder durch die Praxis der Polizei, Menschen im Kiez auf ihre ‚gefährlichen‘ Nachbar*innen anzuquatschen und sie gegen sie auf zu hetzen. Ziel ist es, das Haus von seiner eigenen Nachbarschaft und von gesellschaftspolitischen Kämpfen zu isolieren und es als alleinstehend, störend und kriminell darzustellen. Sein widerständiges und durchaus politisch für den Kiez und auch darüber hinaus relevantes Sein und Handeln soll verschleiert (bzw. ihm abgesprochen) werden. Zum anderen wird den Bewohner*innen und deren Umfeld das Leben auf juristischer Ebene erschwert, indem Menschen einzeln Strafverfahren unterzogen werden und dieses Problem so individualisiert wird.

In beiden Methoden, der Vereinzelung von politischen Kämpfen und der Individualisierung von Problemen, äußern sich wesentlichen Methoden des kapitalistischen Staates, der gestützt wird durch den pseudo-gerechten und repressiven Apparat von Politik und Justiz. Befeuert wird das Ganze von unreflektierter medialer Berichterstattung, die die Praxis des Staatsapparates legitimiert.

Als letztes traf die Strategie der individuellen Kriminalisierung unseren Nachbarn Isa: Er wurde am 29.03.2018 von der Polizei bei einem Spaziergang mit seinem Hund festgenommen. Seine Wohnung wurde direkt danach durchsucht und Isa wurde in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird vorgeworfen am 11.03.2018 gemeinsam mit seinem Hund einen Menschen vor der Bäckerei2000 am Dorfplatz angegriffen zu haben.

Wir sehen in diesem Vorgehen den Versuch an Isa (genauso wie am Beispiel Nero) ein Exempel zu statuieren indem er -als Person die der Rigaer94 zugeordnet wird- individuell die Macht und Willkür des Justizapparates zu spüren bekommt. Er sitzt ohne jegliche Vorstrafe und ohne Beweis für die ihm gemachten Vorwürfe seit nun mehr als 3,5 Monaten in Untersuchungshaft. Bereits zuvor hatte die Polizei sich keine Gelegenheit entgehen lassen Anzeigen gegen ihn zu provozieren und zu verteilen. Am 11.03. bot sich ihnen dann durch einen Vorfall am Dorfplatz die Möglichkeit Isa aus dem Verkehr zu ziehen: Ein Fremder griff Isas Hund mit einer Flasche vor der Bäckerei2000 an und bedrohte anschließend seine Frau Anja. Isa fixierte daraufhin den Mann auf dem Boden um Schlimmeres zu verhindern und verließ anschließend den Ort. Die Polizei wusste die Gelegenheit für sich zu nutzen, indem sie die Geschichte abänderten und Isa als Angreifer darstellte. Es wurde versucht den vermeintlich ‚Geschädigten‘ sowie Nachbar*innen zu Aussagen gegen Isa zu bewegen, um das Konstrukt zu belegen. Den Nachbar*innenparteien, welche ohnehin rassistische Ressentiments und andere Vorurteile gegen Isa hegten, schien die Gelegenheit ebenfalls sehr gelegen ihn aus dem Kiez zu bannen. Sie verbündeten sich mit der Polizei genauso wie die breite Medienlandschaft. So wurde die Aussage der Polizeisprecherin “Er schlug so heftig auf seinen Gegenüber ein, dass dieser mit mehreren Knochenbrüchen ins Krankenhaus kam” ohne Überprüfung und ohne jegliche Belege übernommen.

Isa wird schwere Körperverletzung vorgeworfen und der Prozess gegen ihn begann am 02.07.2018. Im Laufe der wenigen Prozesstage wurde klar, dass es keine Widersprüche in den Erzählungen der einzelnen Zeug*innen gibt: Die einzigen Zeug*innen, die den kompletten Vorfall miterlebt haben sind Anja, der Bäckereiangestellte und der ‚Betroffene‘. All deren Darstellungen belegen Isas Aussage zum ‚Tathergang‘. Selbst der ‚Betroffene‘ stellte nichts anders da, auch wenn sich das die Polizei wahrscheinlich gewünscht hätte. Die Passantin sowie die bisher gehörten Belastungszeug*innen aus dem Nachbarhaus der Liebig 12/Rigaer 12 konnten lediglich die Endsituation der Auseinandersetzung bezeugen. Auch deren Darstellungen stehen in keinerlei Widerspruch zu den anderen Aussagen.

Der ‚brutale Angriff‘ konnte somit nicht bestätigt werden und entlarvte sich als geschaffenes aber gescheitertes Konstrukt. Nichtsdestotrotz wurde der Antrag der Verteidigung, Isa aus der Untersuchungshaft zu entlassen, von der Richterin abgelehnt. Dieses Resultat ist an Absurdität kaum zu übertreffen! Sie zeigt die Willkür des Justizwesens bzw. zeigt eine starke Abhängigkeit von politischen Entscheidungen aus dem Innenministerium.

Wie die Bewohner*innen der Rigaer94 und viele andere Menschen im Kiez, stehen auch wir solidarisch hinter Isa.

Wir verurteilen den deutschen Staat, dessen Politik und Justiz für seine alltägliche Praxis Ungerechtigkeit in den Mantel von Gerechtigkeit zu hüllen. Wir verurteilen die Praxis der Berliner Polizei in unserem Kiez systematisch Menschen einzuschüchtern, ihnen sexistisch, rassistisch und auf anderen Wegen ihre Macht zu demonstrieren. Wir verurteilen ihren Versuch die Nachbarschaft zu spalten sowie die Durchsetzung eines persönlichen Racheakts gegen unseren Nachbarn Isa. Wir verurteilen ihre Strategie ihm absurde Unterstellungen zu machen, Nachbar*innen zu bequatschen um Isa aus unserem Kiez zu bannen. Wir wünschen und eine solidarische Nachbarschaft und verurteilen die Denunziationen von Isa durch die Nachbar*innen Schnitzmeier, Ott und Benitez-Lopez zugunsten der staatlichen Logik.

Am 23. Juli um 9 Uhr findet der dritte und vermutlich letzte Prozesstag gegen Isa statt. Stehen wir zusammen wenn er so wie andere Gefährt*innen durch die Justiz individualisiert werden! Kommt zum Prozess und zeigt auch ihr eure Solidarität mit Isa und gegen die Repression im Nordkiez.

Bleibt widerständig gegen Gentrifizierung, Kapitalismus, Staat, und Patriarchat!

Montag, 23. Juli

09:00 Kriminalgericht Moabit, Saal 500 oder B 129

aktuelle Infos:https://verfahrengebiet.noblogs.org/

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It hit Isa, it hits us all.

Politicians and police have learned from the so called ‚Gefahrengebiet‘ of 2016 through the broad neighborly resistance: While the entire neighborhood was criminalized back then, today it is above all the zone between Rigaer Straße and the corner of Liebigstraße (the so called ‚Dorfplatz‘) where they locate and monitor the seat of the left-wing radical scene in Berlin. The police patrols our front door throughout, watching us in our daily lives, demonstrating their patriarchal tastes and randomly controlling people. The focus is on our neighboring house, Rigaer94.

The new strategy of criminalization consists in an attempt to divide, depoliticize and individualize. On the one hand, it expresses itself in defaming Rigaer94 politically. Thus, the house is portrayed as an alleged ‚chaotic house‘, whether on a media level or through the practice of the police to talk to people in the neighborhood about their ‚dangerous‘ neighbors and to incite against them. The aim is to isolate the house from its own neighborhood and from socio-political struggles and to portray it as single, disturbing and criminal. Its resistant and politically relevant actions for the neighborhood and beyond should be veiled (or denied). On the other hand, life on a legal level is made more difficult for residents and their environment by subjecting people to individual criminal proceedings and thus individualizing this problem.

In both methods, the separation of political struggles and the individualization of problems, essential methods of the capitalist state supported by the pseudo-just and repressive apparatus of politics and justice, express themselves. The whole thing is fired up by unthinking media reporting that legitimizes the practice of the state apparatus.

Finally, the strategy of individual criminalization hit our neighbor Isa: he was arrested by the police on 29.03.2018 during a walk with his dog. His apartment was searched and Isa was remanded in custody. On 11.03.2018 he was accused of having attacked a person in front of the bakery Bäckerei2000 together with his dog on Dorfplatz.

We see in this procedure an attempt to make an example of Isa (just as in the example of Nero) by -as a person related to Rigaer 94- individually experiencing the power and arbitrariness of the judicial apparatus. He has been in custody for more than three and a half months now without any previous conviction and without proof of the accusations made against him. Earlier, the police had not missed any opportunity to provoke and distribute charges against him. On March 11, an incident at the Dorfplatz offered them the opportunity to take Isa out of circulation: a stranger attacked Isa’s dog with a bottle in front of Bäckerei 2000 and subsequently threatened his wife Anja. Isa restrained the man on the floor to prevent worse and then left the place.

The police knew how to seize this opportunity by changing the story and portraying Isa as an attacker. An attempt was made to persuade the alleged ‚injured‘ and neighbors to make statements against Isa in order to prove the alleged attack. Certain neighbors with previous racist resentments and other prejudices against Isa or Rigger94, also seemed to grab the opportunity to ban him from the neighborhood. They allied themselves with the police as well as the broad media landscape. Thus the statement of the police spokeswoman „He hit his opponent so hard that he came to hospital with several broken bones“ was accepted without verification and without any evidence.

Isa is accused of grievous bodily harm and the trial against him began on 02.07.2018. In the course of the few days of the trial it became clear that there are no contradictions in the narratives of the individual witnesses: The only witnesses who have witnessed the whole incident are Anja, the bakery employee and the ‚affected‘. All their depictions prove Isa’s statement on the ‚course of events‘. Even the ‚victim‘ did not state anything differently, even if the police probably would have wished for it. The passer-by and the witnesses from the neighboring house of Liebig 12/Rigaer 12 could only testify to the final situation of the dispute. Their representations do not contradict the other statements in any way.

The ‚brutal attack‘ could not be confirmed and turned out to be a created but failed construct. Nevertheless, the defense’s request to release Isa from custody was rejected by the judge. This result can hardly be surpassed in absurdity! It shows the arbitrariness of the judiciary.

Like the inhabitants of Rigaer 94 and many other people in the neighborhood, we also stand in solidarity behind Isa.

We condemn the German state and its judiciary policy for its everyday practice of wrapping injustice in the mantle of justice. We systematically condemn the practice of the Berlin police in our neighborhood of intimidating people, demonstrating their power in a sexist, racist and other ways. We condemn her attempt to divide the neighborhood and to take personal revenge against our neighbor Isa. We condemn its strategy to make absurd insinuations to him, to incite neighbors to ban Isa from our neighborhood. We wish for a solidary neighborhood and condemn the denunciations of Isa by the neighbors Schnitzmeier, Ott and Benitez-Lopez in favor of the state logic.

The third and probably last day of the trial against Isa will take place on 23 July at 9 am. We stand together when he is individualized by a legal system! Come to the trial and show your solidarity with Isa and against the repression in the Nordkiez of Friedrichshain.

Resist gentrification, capitalism, state, and patriarchy!

Monday, 23 July

09:00 Moabit Criminal Court, Room 500 or B 129

see the blog:https://verfahrengebiet.noblogs.org/

NSU-Watch Soli Küfa

Wenn am Mittwoch nach 437 Prozesstagen das Urteil im NSU-Prozess gesprochen wird heißt es – egal wie das Urteil ausfällt – auf die Straße zu gehen. Der NSU waren nicht nur Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, nicht nur das kleine Netzwerk der Angeklagten. Es braucht eine konsequente Aufklärung des NSU, ihrer Anschläge und der Rolle von neonazistischen und staatlichen Strukturen. Das Ende des Prozesses bedeutet keinen Abschluss, sondern einen Anfang!
In Berlin geht es am Tag X um 17 Uhr mit der Demo am Platz der Luftbrücke los. 5 Jahre NSU-Prozess – Kein Schlussstrich!
Die Liebig34 und die Rigaer94 erklären sich solidarisch mit den Opfern und Betroffenen des NSU und laden nach der Demonstration zur veganen Küfa ein. Die Spenden gehen an NSU-Watch.
Mittwoch 11.08, 20Uhr am Dorfplatz

Soli-bar at FAQ

**english below**

Am 20.06. findet im Faq- Infoladen ein Soli-Tresen für das anarcha-queerfeministische Hausprojekt Liebig34 statt:

Die Liebig34 ist ein einzigartiges Projekt, in dem seit vielen Jahren FLTIQ*Personen einen Raum zum leben und gestalten finden. Doch leider läuft zum Ende des Jahres der Pachtvertrag aus und die Zukunft der L34 ist somit stark gefährdet.
Wir wollen das natürlich nicht einfach so hinnehmen, die L34 unterstützen und gemeinsam für das Bestehen des Hauses kämpfen. Kommt zum Tresen wenn ihr mehr über das Projekt und Möglichkeiten des Supports erfahren wollt.

ab 19:30 h | Küfa
gg. 20:00 h | Input & Diskussion zur derzeitigen Lage der Liebig34

**english version**

Soli-Bar for the anarcha-queer-feminist selforganized house-project Liebig34 at the Faq.
At the 31.12.2018 the leasing contract of the L34 is over. We want to support the house and inform you about the current situation of the houseproject Liebig34.

around 7:30 pm | Küfa (kitchen for all)
8 pm | input & dicussion about the situation

Kiezspaziergang am 24.6. um 16:00

Probleme mit Padovicz , Berlin Projekt Immobilien Management GmbH und Siganadia, VIVO Hausverwaltung, Factor Grundstücksentwicklungsgesellschaft GmbH oder
Dr. House Solutions Service GmbH ?
Die oben genannten Gruppen sind berüchtigte Immobilien- Player bzw. Hausverwaltungen oder Hausmeisterdienstleister in Berlin. In letzter Zeit ist es gerade in diesem Umfeld zu hochpreisigen Modernisierungsankündigungen gekommen, Gewerbemieten wurde aus Profitgründen nicht verlängert. Es droht sowohl Mietern als auch kleinen Gewerbetreibenden Verdrängung aus den angestammten Kiezen. Obdachlosigkeit und Geschäftsaufgabe sind Szenarien, die nicht unbegründet sind.
Dieser Zustand ist kein Naturgesetz! Viele Mieterinnen und Mieter haben sich bereits mehrfach erfolgreich gewehrt.
Um auf die Missstände aufmerksam zu machen und um sich mit anderen Betroffenen zu vernetzen, laden wir ein:
Zum Kiezspaziergang
am 24.6. um 16:00
auf der Grünfläche Boxhagener Platz
Falls ihr eigene Erfahrungen einzubringen haben, kontaktiert uns bitte:
padowatch.noblogs.org / per mail padowatchblog@riseup.net

Statement zur Räumung in der Hauptstraße 1 G am 18.05.

Gestern morgen gegen 9 Uhr haben die Bullen in Kooperation mit der Hausreinigungsfirma „Dr. House Solutions“ begonnen, eine seit längerem besetzte Wohnung in der Hauptstrasse 1 G am Ostkreuz zu räumen. Vier Menschen wurden festgommen.

Statement zur Räumung in der Hauptstraße 1 G am 18.05.2018

Gestern morgen gegen 9 Uhr haben die Bullen in Kooperation mit der Hausreinigungsfirma „Dr. House Solutions“ begonnen, eine seit längerem besetzte Wohnung in der Hauptstrasse 1 G am Ostkreuz zu räumen. Eine Gruppe von drei Menschen, von denen zwei nur zu Besuch waren, wurden aufgefordert, die Wohnung unverzüglich samt aller Gegenstände zu verlassen. Die Polizist_innen haben Fotos von der Wohnung gemacht und mehrere Gegenstände beschlagnahmt

Einer Anwohnerin, die sich auf dem Weg zu ihrer Wohnung mit ihrem Fahrrad im Flur an den Bullen vorbeiquetschen musste, wurde unterstellt, sie habe dabei eine Polizistin „schwer verletzt“. Nachdem zusätzlich zu den fünf Streifen noch mehrere Wannen und sogar PMK-Bullen anrückten, wurden alle vier Personen zusammen in die Gesa Hohenschönhausen gebracht.

Es wurden Anzeigen wegen Hausfriedensbruch/-Einbruch und Diebstahl aufgenommen, die Anzeige der Anwohnerin wurde, nachdem bei der Polizistin keine Verletzung festgestellt werden konnte, von „gefährlicher Körperverletzung“ in „tätlichen Angriff“ umgewandelt.

Ihr Fahrrad wurde als Tatwaffe und Beweismittel beschlagnahmt und alle Betroffenen mussten sich einer ED-Behandlung unterziehen. Zusammen mit den Angestellten von „Dr. House Solutions“ und einem externen Schlüsseldienst wurden Schlösser von der gräumten Wohnung und einer weiteren besetzten Wohnung, in der keine_r zu Hause war, ausgewechselt.

Das Geschehen in der Hauptstraße ist mal wieder ein Bespiel von Willkür und Einschüchterungsversuchen auf verschiedensten Ebenen. Auch bekommen wir langsam Eindrücke davon, welche neuen Schikanemöglichkeiten der vor G20 verabschiedete § 114 StGb „Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte“ den Bullen auch nach Hamburg eröffnet.

Der Wohnkomplex der Hauptstraße 1G, H, I, sowie das angrenzende Grundstück gehört G. Padovicz, ein bekannter Berliner Investor, dem in Berlin um die 1000 Häuser gehören – unter anderem die Liebig 34, der nach Ende ihres Pachtvertrages im November diesen Jahres möglicherweise auch die Räumung droht.

In den Wochen vor gestern Morgen wurden Mitarbeitende von „Dr. House Solutions“ wiederholt im Treppenhaus angetroffen, während sie einzele Wohnungen von außen inspiziert und Notizen gemacht haben. Während des ganzen Bulleneinsatzes haben zwei Mitarbeiter von „Dr. House Solutions“ mit den Bullen herumgestanden und mit ihnen geredet. Der Verdacht liegt nahe, dass die mit dem Einsatz zu tun haben und sich die Firma offensichtlich nicht davor scheut, eine Handlangerfunktion für den Eigentümer einzumehmen. Die Firma „betreut“ einige der vielen Padovicz-Häuser in Friedrichshain.

Unter dem Vorwand des baldigen Abrisses werden in der Hauptstrasse 1 G,H und I seit Jahren zum Teil unrechmäßig befristete Mietverträge vergeben. Ende letzten Jahres sollte es dann endgültig soweit sein. Die befristeten Verträge wurden nicht mehr verlängert, die Leute sollten ausziehen. Viele Bewohner_innen, die seit vielen Jahren in dieser Unsicherheit leben, hatten keine Lust und Kraft mehr und sind ausgezogen. Andere haben „Zwischennutzungsvereinbarungen“ bis Mitte des Sommers unterschrieben, wenige sind geblieben. Deswegen stehen seit Monaten viele Wohnungen leer. Dass ein Abrisstermin noch nicht feststeht ist gleichzeitig sicher.

Es ist nicht leicht, unter diesen Umständen in einem halbleeren Haus eine solidarische Hausgemeinschaft entstehen zu lassen und zu halten.

Wir wollen, dass der leerstehende Wohnraum von Menschen genutzt wird, die ihn brauchen!

Wir wollen eine solidarische Hausgemeinschaft aufbauen können und solidarisieren uns mit den Besetzer_innen die gestern ihre Wohnung verlassen mussten!

Solidarische Bewohner_innen der Häuser der Hauptstrasse 1.

https://de.indymedia.org/node/21047

thanks for the solidarity!


best regards from anchor down

Liebig34 at Discussion and Chaos Days 10.-13. Mai 2018

Thursday 10.5

Dorfplatz-Cinema

Friday 11.5:

2-5pm Queer-Feminist-Café

5pm Stino
Von West nach Ost, durch Berlin 1990

Im Frühjahr 1990 macht sich ein 25-jähriger Abiturient auf den Weg nach Berlin, um Philosophie und Informatik zu studieren. Euphorisch feiert die Stadt den Fall der Mauer, während er nach einer dauerhaften Unterkunft sucht. Seine Bemühungen bleiben trotz aller Anstrengungen erfolglos. In seiner Not geht er in den Ostteil der Stadt und zieht in der noch bestehenden DDR in ein leer stehende Haus, Liebig34. Damit wird Stino zu einem von 1000 Hausbesetzern einer neuen autonomen und anarchistischen Szene in Berlin-Friedrichshain.
Autobiografische Texte von Antonio. Aus Solidarität zur L34, R94 und allen von Vertreibung betroffenen Menschen u.a. aktuell auch zur Wilhelm-Raabe-Str.4 in Stuttgart (Neubesetzung seit 27.04.2018)
http://www.beobachternews.de/2018/05/02/sie-kamen-um-zu-bleiben/
http://leerstandbeleben.bplaced.net/?p=36

3pm Take the streets: feminist stencil, graffiti and serigraph workshop.
Because the street is feminist. Because the street is ours. Because we want to feel feminism all around us, in every corner, in every wall, in every stone. We won‘t settle for less. We want everyone to see and we want our message spread in the city like fire.
Let no one ignore it: we want noise and direct action.
Come to our queer trans anarcha feminist graffiti, stencil and serigraph workshop. A first introduction to the different techniques of street intervention and a sharing of methods and experiences. Bring your clothes and paint them. Pick a piece of plastic and make a statement, take some spray can and let the streets know that we are here to stay.
Materials like paint cans are welcome.

Saturday 12.5:

4pm Infoevent: chancen eines feministischen antifaschismus
wir werden täglich mit (hetero)sexistischer propaganda aus konservativen und völkisch-nationalistischen kreisen konfrontiert. und selbst in antifaschistischer theorie und praxis bleibt das oft unwidersprochen. deshalb wollen wir dazu beitragen, dass der antifeminismus von rechts genauso wie der sexismus in den eigenen reihen von der antifa mehr in den fokus genommen wird. beides verdient einen selbstverständlichen und entschlossenen widerstand. wir gehen in unserem vortrag auf historische kontonituitäten von rechtem antifeminismus ein und analysieren seine widersprüche und funktionen für faschistische bewegungen. ausßerdem versuchen wir, die historie (fehlender) antisexistischer organisierung gegen rechts zu skizzieren und bezüge auf aktuelle praxiken zu ziehen. danach wird gemeinsam über feministische realitäten antifaschistischen handelns, strategien und taktiken diskutiert, um patriarchat und (neo-)faschismus langfristig den arsch aufzureißen. alerta alerta f*antifascista!

Küfa (Vegan)

Sunday 13.5:

4pm Diskussions- und Vernetzungstreffen zu Gijora Padovicz
Gijora Padovicz und seine Unternehmen besitzen in Berlin nahezu 2.000 Immobilien. Sie sind seit langer Zeit bekannt für das systematische Aufkaufen, Räumen und Zerstören von Häusern, Hausgemeinschaften und Hausprojekten, um daraus höheren kommerziellen Profit zu ziehen. Dabei lassen sie Wohnraum leerstehen, vertreiben Bewohnende mit rabiaten Methoden und vernichten damit immer mehr bezahlbaren Wohnraum in Berlin. Hierfür werden unter anderem öffentliche Gelder (soziale Stadterneuerung) ausgenutzt.
Auch wir, die Liebig34, sind betroffen davon und ab 2019 räumungsbedroht.
Doch wir werden uns nicht vertreiben lassen.
Um Aktionen zu planen, Einzelkämpfe zusammenzubringen und Strategien zu entwickeln, laden wir euch zu einem offenen Treffen ein.
Auch wenn uns bewusst ist, dass Padovicz und seine Unternehmen nur ein kleiner Teil des kapitalistischen Systems sind, das es zu bekämpfen gilt, sind sie dennoch ein Teil davon. Deswegen wollen wir diskutieren, wie wir uns politisch gegen Padovicz organisieren und Öffentlichkeit gegen diese Unverschämtheiten schaffen.

8pm Movements of occupation and resistance. L34 Open air cinema.

Liebig34-Anti-Evacuation Soli-Küfa (Vegan) 8pm. Film 9pm. Original language with English subtitles.
‚The Square‘, D. Jehane Noujaim, 2013, 108min (Egypt)
A chronicle of the Egyptian revolution in Cairo’s Tahrir Square as
Mubarak regime fell down.

l34 in solidarity whit zad und dem hambi

Gestern wurden wieder Gewalt-Chaot*innen am Dorfplatz in der #Rigaer beim Abstieg in das geheime Tunnelsystem zum HambacherForst gesichtet. Behelmte Einsatzkräfte und Heli kamen zu spät um sie festzusetzen. Solidarische Grüße von der Liebig34 und der Rigaer94!

Demo, Saturday 14.4.2018, 2pm Potsdamer Platz

08.04.2018 queer-feminist movie night this time with: Fuck the Fascism

7pm liebig34 soli-küfa (vegan)

8pm movie, after the film there will be a discussion with the director and the
producer.

FUCK THE FASCISM IS A RE-EDUCATIVE PORNOVANDALIC PROJECT.

trailer segundo episodio https://vimeo.com/215488203
trailer del conspiracy gatherin berlin https://vimeo.com/235902642#at=6

FUCK THE FASCISM intends to expose the true story behind monuments that
glorify genocides, tyranny and slavery; to raise public awareness about
the national heroes who we praise, those men who our streets are named
after, and bequeathed great wealth forged with robbery, abuse and blood.
What started in 2016 as a fully self-produced short-film, now it’s
growing bigger and harder to become a POLITICAL DOCU-PORN FEATURE FILM,
which consists of a SERIES OF EPISODES shot in different countries with
the purpose of bringing to light some concealed historical events and
their remaining consequences.

_BY DISCLOSING THE DESPICABLE TRUTH BEHIND HONORED DIGNITARIES AND
INSTITUTIONS, WE VIOLATE THEIR UNDESERVED HONOR; AND IN A SYMBOLICAL
REVENGE, WE RAPE THEIR MEMORIALS AS THEY VIOLENTLY DID TO OUR CULTURES,
TO OUR PEOPLE AND OUR LANDS._

The original “Fuck the Fascism” was for the first time screened as
part of the performance _“Thirst For Revenge: The Pornographic Side Of
Colonialism’s Hidden History” [1]_ at the PornFilmFestival Berlin
2016, and its premier as an independent short film was later that year
at the _Muestra Marrana Festival_, in Quito, Ecuador.

In April 2017, the Hacker Porn Film Festival included the film in its
official selection and invited MariaBasura to Rome to produce a new work
for its section 48h Porn Film Project. There, the second episode of
“Fuck the Fascism” was written, shot and edited during the
festival—in only four days—to be premiered at the end of it. Then,
the two first episodes were presented in May at the Porn Yourself
Festival in Paris, where we were also invited, so we shot there the
third episode of the film. A trailer of this new work-in-progress was
screened at the festival’s closing party. The first episode was also
selected by the PornFilmFestival Berlin this year, it was screened in
the Political Porn Shorts section and the whole project was presented in
a Conspiracy Gathering as part of the festival’s program to shoot then
a scene in Berlin. Currently we are shooting again in Barcelona after
another Conspiracy Gathering we did here.

For the realization of these new episodes we have counted with the
collaboration of people who came to the conspiracy gathering screenings
we did in those cities and decided to join this reeducative
porno-vandalic adventure. Currently, the third episode (PARIS) and the
new material are being edited while we are looking for collaborators all
around the world to help us with the diffusion of this project, as well
as with the production of upcoming new
episodes.http://fuckthefascism.tumblr.com/
https://fuckthefascism.noblogs.org/
MAILS:
terrorismoteatral@protonmail.com
f.ckthefascism@gmail.com

Discussion and Chaos Days 2018

more infos: https://engegenstadt.blackblogs.org/

23.3 7pm Queer-feminist Poetry Slam!

The Queer-feminist Café of Liebig 34 is inviting you for Poetry Slam!
5 Slammer will present their* texts concerning queer-feminism! We will start at 7pm with Soup and Cake. Some of the texts are in german, some in englisch.
At 2pm (as every Friday) we open the Café with books and zines, coffee, tea and Cake!

*****************

Das queer-feministische Café der Liebig 34 lädt zum Poetry Slam ein!
Ab 19 Uhr mit Suppe und Kuchen werden 5 Slammer*innen ihre Texte zu Queerfeminismus vortragen! Die Texte werden teils auf Deutsch und teils auf Englisch sein.
Ab 14 Uhr ist (wie jeden Freitag) Café mit Büchern und Zines zum Stöbern, Kaffee, Tee und Kuchen!

queer-feminist café, every friday at liebigstaße 34

BOOKS COFFEE ZINES CAKE PRISONER-WRITINGS TEA DISCUSSIONS CRÈPES TALKS
You like books, coffee, cakes and queer-feminism?! Cool! Every Friday afternoon between 2 and 5 pm we will open the doors for a non-commercial, queer-feminist café.
We need spaces where we can educate_organise_relax ourselves! And this is what we wanna do in here. We will have a stock of books related to the topics of queer-feminism, anarchism, gentrification, post-/de-colonialsim, antifascism and more in different languages.
all gender welcome.

BÜCHER KAFFEE ZINES KUCHEN GEFANGENEN-SCHREIBEN TEE DISKUSSIONEN CRÈPES GESPRÄCHE
Du magst Bücher, Kaffee, Kuchen und Queer-Feminismus?! Cool! Jeden Freitag Nachmittag zwischen 14 und 17 Uhr öffnen wir für ein nicht-kommerzielles, queer-feministisches Café.
Wir brauchen Orte, an denen wir uns bilden_organisieren und entspannen können. Und das wollen wir hier tun. Es wird eine Sammlung von Büchern zu den Themen Queer-Feminismus, Anarchismus, Gentrifizierung, Post-/ Dekolonialismus, Antifaschismus und weiterem in verschiedenen Sprachen geben.
Alle Gender sind willkommen.

01.04.2018 queer-feminist movie night this time with: Out in the Night

7pm liebig34 soli-küfa (vegan)

8pm movie:

Out in the Night (2014) Biography/Documentary

all gender welcome

at liebigstraße 34

25.03.2018 queer-feminist movie night this time with: Desire Will Set You Free

7pm liebig34 soli-küfa (vegan)

8pm movie:

Desire will set you free.
The second film by writer/director Yony Leyser. (2016) Desire Will Set You Free is a feature queer-film that explores life in contemporary Berlin with an often critical and sometimes humorous eye. Based on a true story.

all gender welcome

at liebigstraße 34

18.03.2018 queer-feminist movie night this time with: A Fantastic Woman

7pm liebig34 soli-küfa (vegan)

8pm movie:

A Fantastic Woman
A Fantastic Woman (Spanish: Una mujer fantástica) is a 2017 Chilean drama film.
Marina and Orlando are in love and planning for the future.Marina is a young waitress and aspiring singer. After celebrating Marina’s birthday one evening, Orlando falls seriously ill. Marina rushes him to the emergency room, but he passes away just after arriving at the hospital.Instead of being able to mourn her lover, suddenly Marina is treated with suspicion. The doctors and Orlando’s family don‘t trust her. Marina is a trans woman and for most of Orlando’s family, her sexual identity is an aberration, a perversion.So Marina struggles for the right to be herself. She battles the very same forces that she has spent a lifetime fighting just to become the woman she is now – a complex, strong, forthright and fantastic woman.

all gender welcome

at liebigstraße 34

11.03.2018 queer-feminist movie night this time with: Sara – My Whole Life was a Struggle

7pm liebig34 soli-küfa (vegan)

8pm movie:

Sara – My Whole Life was a Struggle
Documentary about the life of Sakîne Cansiz (SARA), founding member of the PKK.
She is an important symbolic figure of the kurdish movement, especially for women. The documentary tells her life story in chronological order: childhood, youth, founding of the PKK in 1978, ten years prison term until she and two comrades of her, Fidan Doğan and Leyla Şaylemez, were murdered in Paris on January 9th in 2013.

all gender welcome

at liebigstraße 34

Freedom of Movement instead of State Violence. Call for Solidarity with the Inhabitants of the Gerhart-Hauptmann-Schule. Come all at 11.1.2018 at 8am to Ohalauerstaße!

text from: https://oplatz.net/tag/gerhart-hauptmann-schule/

Englisch/Französisch below

Bewegungsfreiheit statt Staatsgewalt! Aufruf zu Solidarität mit den Bewohner*innen der Gerhart-Hauptmann-Schule

Am 11. Januar soll die Gerhart-Hauptmann-Schule geräumt werden. Es ist zwar in den letzten drei Jahren etwas ruhiger um die Ohlauerstraße geworden, aber die Relevanz der Kämpfe dieser Gruppe ist nach wie vor groß. Lange vor der ‘Willkommenskultur’ zeigte der March of Freedom, in dem Hunderte Geflüchtete aus Würzburg demonstrierend in die Hauptstadt zogen, nicht nur die dringende Notwendigkeit einer Änderung im gesellschaftlichen Umgang mit Geflüchteten. Auch zeigte diese Bewegung, dass Geflüchtete sich selbst den Status politischer Subjekte erkämpfen und ihre Forderungen in der Öffentlichkeit vertreten. Sichtbarkeit und Stimme, die ihnen von der weiß-deutschen Mehrheitsgesellschaft traditionell verweigert wird; die polizeiliche Räumung ist ein Teil dieses herrschaftlichen Umgangs. Damit haben die Besetzer*innen vom O-Platz und aus der Schule einen bedeutenden und nachhaltigen Einfluß auf eine ganze Generation von Aktivist*innen hinterlassen. Der aktivistische Kampf war stark, mutig und lebendig. Mit der Besetzung des Oranienplatzes verwandelten sie Kreuzberg für mehrere Monate in einen experimentellen Raum. Mit den Hungerstreiks am Brandenburger Tor, am Alexanderplatz und an der Gedächtniskirche erreichten sie große Kreise und Einfluß.

In den mehr als fünf Jahren seit dem Camp auf dem Oranienplatz haben die Aktivist*innen sich gegen Erpressungen, Spaltungen und Lügen behaupten müssen. Nach der angedrohten Räumung im Sommer 2014 war das letzte Mittel, das ihnen gelassen wurde, die Drohung mit dem eigenen Tod. In der tagelangen Dachbesetzung erkämpften sie sich gegen ein Großaufgebot der Polizei und extremen Druck von Seiten der rot-schwarzen Landes- und der grünen Bezirkspolitik das Recht in der Schule zu bleiben. Und trotz des Drucks blieben sie standhaft und haben uns gezeigt wie Selbstorganisation weitergehen kann. Ihr Kampf war eine der größten politischen Bewegungen in der Geschichte der BRD. Sie wurde inzwischen von den folgenden Asylrechtsverschärfungen der Großen Koalition und der völkischen Bewegungen um Pegida in den Hintergrund gedrängt. Die Relevanz der damaligen Bewegung ist dadurch aber nicht gesunken, im Gegenteil: Die Orte des Kampfes verschoben sich von der Gerhart-Hauptmann-Schule an die Balkan-Route, nach Idomeni, Calais oder in die Willkommens-Initiativen und Behörden in jeder deutschen Kleinstadt. Die Bewegung vom O-Platz hin zur Schule hat nie aufgehört, sie hat nur den Ort gewechselt. Jetzt kehrt sie zur Schule zurück und damit zu einem der Kristallisationspunkte unseres Kampfes um Bewegungsfreiheit.

Wenn am 11. Januar die Polizei anrückt, um die ehemaligen Besetzer*innen gewaltsam aus ihren Wohnungen zu zerren, dann kulminiert darin der langjährige Kampf der Bewohner*innen und Unterstützer*innen gegen die staatstragende Politik der Kreuzberger Grünen. Denn entgegen der damaligen Vereinbarung eines Wohnrechts der Besetzer*innen schikanierte der Bezirk die Bewohner*innen und versuchte die staatliche Kontrolle zurück zu bekommen: Security-Personal schränkte die erkämpfte Bewegungsfreiheit sofort ein und gerichtlich wurde nach einer Zwangsräumung gesucht. Nach mehr als drei Jahren haben die Grünen nun den Räumungstitel, den sie schon immer wollten. Wir wollen das nicht lautlos hinnehmen. Die Geflüchteten-Bewegung hat uns gezeigt, in welch produktivem Verhältnis der Kampf der direkt Betroffenen und Unterstützer*innen sein kann. Die Formen, die dieses Verhältnis annimmt, hängen auch von der konkreten Situation ab. Mit der letzten Demonstration am 16. Dezember stellten die ehemaligen Besetzer*innen ihren Kampf selbst in den größeren Kontext von rassistischen Politiken und kapitalistischer Stadtpolitik.

Nehmen wir ihren Aufruf zur Solidarität aufs Neue auf! Achtet auf Ankündigungen

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Freedom of Movement instead of State Violence. Call for Solidarity with the Inhabitants of the Gerhart-Hauptmann-Schule

On January 11, the Gerhart-Hauptmann School is to be evacuated. Although it has become a little quieter around the Ohlauerstraße in the last three years, the relevance of the group’s struggles is still there. Long before the ‘welcome culture,’ the March of Freedom showed (in the demonstration of hundreds of refugees from Würzburg to the capital) not just the urgent need for change in the social interaction with refugees. The movement also showed that refugees can achieve the status of political subjects and represent their demands in public. Visibility and voice are traditionally denied by the white-German majority society; the police eviction is a part of this attitude. The squatters of the O-place and the school have thus had a significant and lasting influence on a whole generation of activists. The struggle was strong, courageous and lively. With the occupation of the Oranienplatz, they turned Kreuzberg for several months in an experimental space. With the hunger strikes at the Brandenburg Gate, Alexanderplatz and at the Gedächtniskirche they reached large circles and influence.

In the more than five years since the camp on the Oranienplatz, the activists had to face blackmail, divisions and lies. After the threatened eviction in the summer of 2014, the last option left to them was the threat of their own death. In the day-long occupation of the roof, they fought against a large contingent of the police and extreme pressure from the red-black coalition and the green district policy to obtain the right to stay at school. And despite the pressure, they remained firm and showed us how self-organization can continue. This struggle was one of the biggestpolitical movements in the history of the BRD. She was pushed into the background by the tightening of asylum policies by Grand Coalition and the nationalist movements around Pegida. However, the relevance of the movement did not decrease. On the contrary, the places of struggle shifted from the Gerhart Hauptmann School to the Balkan Route, to Idomeni, Calais or in the welcome initiatives and authorities in every German town. The movement from O-space to the school never stopped, it just changed place. Now it returns to school and thus becomes once again one of the crystallization points of our struggle for freedom of movement.

When on January 11 the police come to forcibly drag the former squatters out of their home, it is the culmination of the long-standing struggle of the inhabitants and supporters against the state sponsored policy of the Green Kreuzberg politicians. Contrary to the once agreed upon right of residence of the squatters, they were harassed as the state tried to regain control: security personnel restricted freedom of movement and judicially a forced eviction was sought. After more than three years, the Greens now have the eviction title they always wanted. We won’t accept this without making noise. The refugee movement has shown us what a productive relationship between the struggles of those directly affected and supporters can look like – also dependent on the concrete situation. During the last demonstration on the 16th of December, the former squatters themselves put their fight into the larger context of racist policies and capitalist urban policy.

Let us renew our call for solidarity! check for latest news in the next days.

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Liberté de circulation au lieu de la violence étatique. Appel de solidarité avec les habitantEs de l’école dans la Ohlauerstraße

Ce 11 janvier, l’école Gerhart-Hauptmann-Schule occupée dans la Ohlauerstraße, est menacée d’expulsion. Certes, la situation était plutôt calme ces trois dernières années autour de la Ohlauerstraße. Cependant, la lutte de ce groupe est toujours aussi importante. Bien avant la soi-disant Willkommenskultur (culture de bienvenue), la march of freedom, une manif de plus de 600 kilomètres entre Würzburg et la capitale rassemblant des centaines des réfugiéEs, n’a pas seulement montrer le besoin urgent de changer la manière d’envisager la question migratoire dans la société. Ce mouvement a aussi démontré que les réfugiéEs se battent elles/eux-mêmes pour obtenir un véritable statut de sujet politique et qu’elles/ils défendent personnellement leurs revendications en public. Une visibilité et une voix que la majorité allemande blanche de cette société leur refuse. L’expulsion policière est l’une des expressions de cette politique migratoire qui ne cesse d’opprimer les minorités. Les occupantEs de la Oranienplatz ont influencé durablement toute une génération d’activistes. La lutte était forte, courageuse et vivante. En occupant l’Oranienplatz, le mouvement avait transformé pendant plusieurs mois Kreuzberg en un espace expérimentale. Avec les grèves de la faim près de la Brandenburger Tor (porte de brandebourg), à Alexanderplatz et à l’église Gedächtniskirche, ils/elles ont pu gagné une grande influence et touché de nombreux groupes.

Durant les cinq années qui ont suivi l’occupation de la Oranienplatz, les migrantEs activistes ont du se défendre contre chantages, divisions et mensonges. Après que le district les ait menacé d’une expulsion en été 2014, le seul moyen qu’il leur restait était de mettre leurs vies en jeu. Pour avoir le droit de rester dans l’école, il se sont battuEs, en montant sur le toit, contre un énorme dispositif policier et contre la pression des gouvernements du district et de la ville. Malgré les pressions, elles/ils nous ont montré comment maintenir l’auto-determination. Leurs luttes furent l’un des plus grands mouvements de l’histoire de la RFA. Entre temps, ce mouvement s’est heurté aux durcissements du droit d’asile du gouvernement de la CDU et du SPD et au mouvement nationaliste et raciste de Pegida. Mais ceci n’a pas fait sombrer l’importance de cet ancien mouvement, au contraire: les champs de luttes se sont étendues de l’école occupée vers la route des Balkans, Idomeni, Calais, ou vers les groupes de soutiens et les conseils administratifs de n’importe quelle petite ville allemande. Le mouvement d’Oranienplatz n’a jamais cessé, il a simplement changé de lieux. Maintenant il fait son retour à l’école et c’est ici que se cristallise un point important dans nos luttes pour la liberté de circulation.

Quand la police viendra le 11 janvier pour arracher les ancien.ne.s occupantEs de leur domicile, le conflit entre les habitantEs et les Verts, soutien indiscutable du gouvernement, atteindra son point culminant. Car contrairement à l’ancien accord, le district a commencé à brimer les habitantEs et essayé de reprendre le contrôle du lieu : des vigiles restreignirent les allées et venues et la liberté de circulation conquise par les luttes alors que le district porta plainte pour forcer l’expulsion. Après plus de trois ans, les Verts détiennent désormais l’assignation d’expulsion qu’ils ont toujours souhaité. On ne va pas accepter cette expulsion sans faire des bruits. Lemouvement des réfugiéEs nous a montré le potentiel d’une lutte commune où se tisse une relation entre les personnes directement concernéEs et celles qui les soutiennent. Les formes de cette relation se définissent selon les situations. En manifestant le 16 décembre, les habitantEs ont établi et lié leurs lutte au contexte politique marqué par le racisme et la gentrification.

Suivons de nouveau leurs appels à solidarité et combattons pour que l’école reste dans les mains des habitantEs! Checkez des annonces dans les jours prochains.

Ground floor of Liebigstr. 34

-english below-

Wir laden euch am Samstag den 16.12 dazu ein, mit uns in den Erdgeschoss-Räumen der Liebigstr 34 einen selbstverwalteten queer-feministischen Vernetzungsort aufzubauen. Die Räume sollen für Info-events, Workshops, Lesungen, Konzerte, Partys, Kino und vieles mehr offen sein. Wichtig ist es uns, ein möglichst diskriminirungsarmen Raum zu schaffen. Der Raum soll Anfang 2018 eröffnet werden.
Um die Räume wieder gut nutzbar zu machen, muss einiges renoviert werden. Wir freuen uns über Menschen, die uns beim Bauen helfen und/oder Teil des neuen Kollektivs werden wollen. Wir beginnen um 14Uhr mit Aufräum- leichten Bauarbeiten und treffen uns um 17Uhr, um Organisation und Gruppen für weitere Renovierungsarbeiten zu besprechen und um über die Zukunft der Räume zu sprechen.
Willkommen sind alle gender, außer cis-Männern.
Über Spenden jeglicher Art, besonders Baumaterialien, Farbe, etc, freuen wir uns sehr.
Bei Fragen sind wir momentan unter l34@riseup.net erreichbar.

We invite you on saturday the 16.12 to build with us a self-organised queer-feminist space for getting together, in the ground floor of Liebigstr. 34. The space is supposed to be open for info-events, workshops, readings, concerts, parties, cinema and much more. It is important for us to create a space with as little discrimination as possible. The space should open beginning of 2018.
To make the rooms well usable again, we have to renovate some. We are happy about people , who want to help building and/or become part of the new collective. We start at 2 pm with cleaning and small building works and we meet at 5 pm, to talk about organisation and groups for the coming renovations and also to talk about the future of the space.
All genders are welcome, except cis-men.
We are happy about donations of any kind, espacially building material, paint, etc.
For questions you can reach us at l34@riseup.net at the moment.

Friday 8.12 6pm, Invitation for an open meeting for the future of the former XB-Liebig-rooms

GERMAN, SPANISH, FRENCH, ITALIAN, GREEK, ROMANIAN BELOW

Invitation for an open meeting for the future of the former XB-Liebig-rooms

After 2 months, we want to invite you now to an open meeting to collect ideas and make plans together, to create something new in this space.
Autonomous queer-feminist spaces are urgently needed. This space offers room for info events, workshops, cinema, parties, connections, küfas, bar, skill sharing, etc. So let’s use it. We look forward to your ideas.
We want to build a space with as little discrimination as possible together, and a place where we can empower ourselves outside of patriarchal structures.
Come to Liebig 34 on Friday, the 8.12. 6 pm.
No cis men.
Our toilet is only accessible via a small staircase. The plenum space is more accessible for a wheelchair.
L34 Collective members

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Einladung zum offenen Treffen zur Nutzung der ehemaligen XB-Liebig-Räume

Nach 2 Monaten wollen wir euch jetzt zu einem offenen Treffen einladen, um gemeinsam Ideen zu sammeln und Pläne zu schmieden, um in den Räumen etwas Neues zu gestalten.
Autonome queerfeministische Räume sind dringend gebraucht. Dieser Raum bietet Platz für Infoevents, Workshops, Kino, Party, Vernetzung, Küfa, Bar, Skillsharing, etc. Also lasst ihn uns nutzen. Wir freuen uns auf eure Ideen.
Wir wollen gemeinsam einen diskriminierungsarmen Raum schaffen und einen Ort, an dem wir uns abseits patriarchaler Strukturen empowern können.
Kommt am Freitag, den 8.12. um 18 Uhr zur Liebig 34.
Keine cis-Männer.
Unsere Toilette ist mit drei Stufen erreichbar. Der Raum für das Plenum ist barrierearm und mit Rollstuhl zu erreichen.
L34 – Kollektivmitglieder_innen

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Invitación abierta para propuestas futuras del antiguo BAR XB-Liebig

Después de 2 meses, queremos invitarte a una reunión abierta para recolectar
ideas y hacer planes juntxs, para crear algo nuevo en este espacio.
Se necesitan urgentemente espacios feministas queer autónomos. Este espacio ofrece
sala para eventos de información, talleres, cine, fiestas, conexiones, „küfas“, intercambio de conocimientos, etc. Así que ¡Usémoslo!
¡Esperamos tus ideas!
Queremos construir un espacio con la menor discriminación posiblejuntxs, y un lugar donde podamos empoderarnos fuera de estructuras patriarcales.
Ven a Liebig 34 el viernes 8.12 a las 18 hrs.
No hombres cis.
IMPORTANTE: Nuestro baño solo es accesible a través de una pequeña escalera. El espacio de plenum es accesible para una silla de ruedas.

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Invitation à une réunion publique sur le future des espaces de XB-Liebig.

Après 2 mois nous voulons vous inviter à une réunion publique afin de récolter des idées, faire des plans, créer quelque chose de nouveau dans cet espace.
Il y a un besoin urgent d‘espaces autonomes queer-feministes. Cet espace pourrait etre utilisé pour différents évènements, ateliers, cinéma, fetes, bar, bouffes collectives, échanges de savoirs,…etc. Utilisons-le! Nous avons hate d‘entendre vos idées!
Nous voulons créer ensemble un espace le moins discriminant possible, et un endroit oú nous pourrions nous renforcer en dehors des structures patriarcales.
Rendez-vous à Liebig 34 ce vendredi, le 8 décembre à 18h.
Pas de mecs cis
Le plenum est accessible en fauteuil roulant, mais l‘accès aux toilettes se fait par de petits escaliers.
Les membres du collectifs L34.

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Invito a un incontro pubblico per il futuro degli spazi del precedente XB-Liebig.

Dopo due mesi, vogliamo ora invitarvi a un incontro aperto a tutte e tutti per raccogliere idee e pensare progetti insieme, per creare qualcosa di nuovo in questo luogo.
Spazi autonomi queer-femministi sono urgentemente necessari. Questo posto offre luoghi per eventi di informazione, workshops, proiezioni, feste, connessioni, küfas (pranzi e cene solidali a prezzo libero), bar, condivisione di saperi, etc. Quindi usiamolo. Siamo impazienti di conocere le vostre idee.
Vogliamo creare insieme uno spazio il meno discriminante possibile e dove possiamo rinforzarci fuori dalle strutture patriarcali.
Vieni a Liebig 34 venerdí 8 dicembre alle ore 18.
No uomini cis.
La stanza dove avrà luogo l‘incontro è accessibile in sedia a rotelle, ma la toilette è accessibile solo per mezzo di una piccola scala.
Collettivo L34.

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Πρόσκληση στην ανοιχτή συνάντηση για την χρησιμοποίηση των πρώην XB-Liebig-χώρων

Μετά από 2 μήνες θέλουμε τώρα να σας προσκαλέσουμε σε μία ανοιχτή συνάντηση ώστε μαζί να μαζέψουμε ιδέες και να οργανώσουμε σχέδια για τη νέα χρησιμοποίηση των χώρων.
Αυτόνομοι κουήρ-φεμινιστικοί χώροι είναι επείγουσα ανάγκη. Αυτός ο χώρος προσφέρει τη δυνατότητα για εκδηλώσεις πληροφόρησης/άντιπληροφόρησης, Workshops, σινεμά, πάρτυ, δικτύωση, συλλογική κουζίνα, μπαρ, ανταλλαγή δεξιοτήτων κλπ. Ας τον χρησιμοποιήσουμε λοιπόν. Χαιρόμαστε για τις ιδέες σας.
Θέλουμε να πετύχουμε μαζί ένα χώρο χωρίς διακρίσεις. Ένα μέρος όπου θα μπορούμε να ενδυναμωθούμε έξω από τις πατριαρχικές δομές.
Ελάτε την Παρασκευή, 8.12 στις 18.00 στη Liebig 34.
Όχι cis-άνδρες.
Η πρόσβαση στις τουαλέτες είναι με 3 σκαλιά. Ο χώρος της συνάντησης είναι προσβάσιμος και με αμαξίδιο.
Τα μέλη της κολεκτίβας L34.

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Invitație la o întâlnire deschisă pentru viitorul fostelor încăperi
XB-Liebig

După 2 luni, vrem să vă invităm acum la o întâlnire deschisă pentru a
colecta idei și a face planuri împreună, pentru a crea ceva nou în acest
spațiu.
Spații autonome queer-feministe sunt urgent necesare. Aceste încăperi
oferă spațiu pentru evenimente de informare, ateliere de lucru, cinema,
petreceri, conexiuni, küfa, seri de bar, skill sharing, etc. Deci, să le
folosim. Așteptăm cu nerăbdare ideile voastre.
Vrem să construim un spațiu cu cât mai puține discriminări posibil
împreună și un loc unde ne putem împuternici în afara structurilor
patriarhale.
Vino în Liebig 34 vineri, 8.12. 6 pm.
Fără bărbați cis.
Toaleta noastră este accesibilă numai printr-o scară mică. Spațiul
plenului este mai accesibil pentru scaune cu rotile.
Membrii colectivului L34

Second Statement from members of L34 collective after kicking out XB collective

(mehr…)

transgender day of remembrance 20.11

statement of liebig34 to kick out xb

ENGLISH AND ITALIAN UNDER

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Heute (Sonntag, den 15.10.), hat das Liebig 34-Kollektiv sich
entschieden, die Bar „XB-Liebig“, die sich im
Erdgeschoss unseres Hausprojektes befindet, zu übernehmen.
Liebig 34 ist ein feministisches kollektiv ohne cis-Männer, welches
versucht ein „Safe Space“ zu sein. Wir
haben nicht das Gefühl, dass das XB die politischen Ideen des Hauses
teilt oder das Ziel unseres Raums
erreichbar macht.
Deshalb haben wir den Raum übernommen und das XB-Kollektiv
rausgeschmissen, sowie die XB-
Kollektiv-Mitglieder, die bisher in der Bar gelebt haben.
Es ist uns wichtig mitzuteilen, dass es bei dem Rauschmiss nicht um
persönliche Probleme geht, (obwohl
es sehr viele gibt), sondern, dass es um unsere politischen Ideen geht
und darum, den Raum zu
übernehmen für FLTI*-Personen.
In den letzten paar Jahren haben Personen grenzüberschreitendes und
problematisches Verhalten von
XB-Kollektiv Mitgliedern und Gäst_innen erlebt.
Am Anfang bestand das XB-Kollektiv aus Mitgliedern des Hauses und
Personen, denen wir vertrauen,
aber inzwischen ist es ein Kollektiv aus größtenteils Cis-Männern,
welche nicht im Haus leben oder nicht
die politische Botschaft des Hauses unterstützen.
Sie sind eine Gruppe aus Missbrauchstäter_innen , Rassist_innen,
Sexist_innen, Trans*feindlichen
Menschen und mehr, welche sich gegenseitig schützen in ihrem
scheiss-Verhalten und es sich
gegenseitig ermöglichen. Es gibt im XB-Kollektiv Täter_innen, welche
Mitglieder des Hauses angegriffen
haben, unter den Täter_innen sind auch drei XB-Kollektiv Mitglieder, die
schon alle ein Hausverbot für
das Haus haben. Zwei dieser Personen leben momentan in der XB-Bar. Das
macht einen „safe space“
unmöglich, da wir uns täglich unsicher fühlen während diese Personen
praktisch bei uns im Haus
wohnen, besonders, da die Hausverbote ignoriert werden.
Sie beanspruchen für sich, gegen diskriminierendes Verhalten zu sein
während sie selbst diskriminieren.
Und wenn Gäst_innen problematisches Verhalten zeigen, wird nichts
unternommen durch das XB-
Kollektiv und das problemtische Verhalten wird nicht ernst genommen.
Wir haben versucht mit dem XB-Kollektiv zu sprechen, aber es gab kaum
oder keine Anstrengung etwas
zu ändern. Und es hat sich nicht nur nichts geändert, es ist tatsächlich
schlimmer geworden, da sie
gegen feministische Ansprüche arbeiten und mehreren Personen Hausverbot
erteilt haben, die das XB
auf problematisches Verhalten angesprochen haben. Es hat keinerlei
Reflektion oder Prozess
stattgefunden als Resultat dieser Situationen.

Wir unterstützen keine:
Rassist_innen, Sexist_innen, Missbrauchstäter_innen,
Vergewaltiger_innen, Arschlöcher

Um einen klaren Bruch zu machen, werden wir die Bar für eine gewisse
Zeit schließen, und dann
wiedereröffnen als eine neue, feministische Bar und mit einem Kollektiv
ohne Cis-Männer. Wir werden
in dieser Zeit einen Prozess haben, um zu entscheiden, was wir uns für
diesen Raum wünschen. Wir
wollen es zurückgeben und einen Raum herstellen, wo FLTI* Personen
zusammenarbeiten können.
Nach dieser Queerfeministischen Aktion möchten wir die Unterstützung der
Szene für die Zukunft von
der Liebig 34. Wir wissen nicht, was passieren wird oder wie das XB
reagieren wird, also wissen wir
nicht welche Art von Unterstützung wir brauchen.
Wir fordern Solidarität!!!
Von
Liebig 34 Kollektiv

-Cis- Männer = Die Vorsilbe „Cis“ bedeutet, dass sich eine Person mit
dem Geschlecht identifiziert,
welches ihr bei der Geburt zugeschrieben wurde. Es wird benutzt, damit
„cis“ und „trans“
nebeneinander stehen können und nicht das eine als „Normale“ gehandelt
wird und das andere nicht.

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ENGLISH

Statement about kicking out XB Bar Collective

Today (Sunday 15th), Liebig 34 collective decided to take over the bar
XB Liebig, which is on the bottom floor of our housing collective.

Liebig 34 is a feminist collective without cis-men* which tries to be a
safe space. We don’t feel like XB reflects the political views of the
house or makes the goal of our space achievable.

That’s why we have taken the space and kicked out the XB collective and
members of which who were living in the bar.

It’s important for us to state that the kicking out is not about
personal problems, (although there are many), it is about our political
ideas and about claiming this space for FLTI* people.

In the last few years people have experienced border-crossing and
problematic behavior from XB collective members and guests.

In the beginning, XB was comprised of house members and people who we
trust, but it is now a collective of mostly cis-men who don’t live in
the house or support the political message of the house

They are a group of abusers, racists, sexists, transphobes and more, who
protect and enable each other to continue shitty behavior. There are
perpetrators in XB collective who have attacked house members including
3 members of the bar collective who already have house bans. Two of
those people are currently living in XB. This makes a safe space
impossible as we feel unsafe on a daily basis having these people
basically living in our house, especially since the house bans were
ignored.

They claim to be against discriminatory behavior while displaying it
themselves, and when guests display problematic behavior, nothing is
done by XB collective and it is not taken seriously.

We have tried to speak with them about it but very little or no effort
was made to change. Not only did it not change, but it has actually
gotten worse as they are working against feminist ideals and have even
banned multiple people who have called them out on problematic
behaviors. There has been no reflection or process as a result any of
these situations

We do not support:

Racists, sexists, abusers, rapists, assholes

To make a clear break we will be closing the bar for some time, and then
re-opening as a new, feminist bar and collective without cis-men. We
will have a process within this time to decide what we would like for
this space. We want to give back and make a space for FLTI* people to
collaborate.

After this queer feminist action, we would like the support of the scene
for the future of Liebig 34. We don’t know what will happen or how XB
will respond, so we don’t know exactly what kind of support we need. We
call for solidarity!!!

From

Liebig 34 Collective

*The term “cis” means that a person identifies with the gender assigned
to them at birth. It is used to let the terms “trans” and “cis” coexist,
without one being “normal” and the other not.

*FLTI* stands for Frauen, Lesben, Trans, Inter (Women, Lesbians,
Transgender, Intersex) and is a common umbrella term used in German to
describe places without cis-male people.

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ITALIAN

Oggi domenica 15 ottobre 2017, il collettivo Liebig 34 ha deciso di
prendere il bar XB Liebig, che si trova
al piano terra della nostra casa collettiva.
Liebig 34 è un collettivo femminista senza uomini cis-genere* che prova
ad essere uno spazio safe, che
significa sicuro. Non sentiamo che XB rifletta le visioni politiche
della casa o che renda l ́obiettivo del
nostro spazio realizzabile.
Questo è il motivo per il quale abbiamo preso il posto e buttato fuori
il collettivo XB ed i suoi membri che
stavano vivendo nel bar.
È importante per noi precisare che l ́espulsione non riguarda problemi
personali (sebbene ce ne siano)
ma riguarda le nostre idee politiche ed il reclamare questo spazio per
le persone FLTI*.
Negli ultimi anni le persone hanno subito l ́oltrepassare dei limiti e
comportamenti problematici da parte
di membri e ospiti del collettivo XB.
All ́inizio XB era composto di membri della casa e persone nelle quali
abbiamo fiducia, ma ora è un
collettivo quasi interamente composto da uomini cis-genere che non
abitano nella casa né ne
sostengono il messaggio politico.
Si tratta di un gruppo di abusatori, razzisti, sessisti, transofibici e
altro ancora, che si proteggono e
permettono l ́un con l`altro di continuare comportamenti di merda. Nel
collettivo XB ci sono i responsabili
di attacchi a persone della casa, inclusi 3 membri del collettivo del
bar che hanno house bans. Due di
queste persone stanno attualmente vivendo all ́interno di XB. Ció rende
uno spazio safe impossibile in
quanto quotidianamente non ci sentiamo al sicuro avendo queste persone
che di base vivono nella
nostra casa, soprattutto da quando gli house bans sono stati ignorati.
Si dichiarano contro le discriminazioni quando invece ne fanno mostra
loro stessi, e quando gli ospiti del
bar mostrano comportamenti problematici, niente è fatto dal collettivo
XB né la situazione viene presa sul
serio.
Abbiamo provato a parlare con loro ma veramente poco o nulla è stato
fatto per cambiare la situazione.
Non solo niente è cambiato, ma è andato peggiorando in quanto non
sostengono gli ideali femministi e
cacciano le persone che provano a parlare loro di comportamenti
problematici. Non ci sono state
riflessioni o processi di miglioramento a nessuna di queste situazioni.
Non accettiamo:
razzisti, sessisti, abusatori, stupratori, coglioni
Per fare una pausa chiara chiuderemo il bar per un po ́ e lo riapriremo
come un nuovo, collettivo, bar
femminista senza uomini cis-genere. Faremo un percorso in questo tempo
per decidere cosa ci
piacerebbe fare di questo spazio. Vogliamo farne uno spazio per persone
FLTI*.
Dopo questa azione queer femminista, ci auguriamo il supporto per il
futuro di Liebig 34. Non sappiamo
cosa accadrá o come XB risponderá, per questo non sappiamo esattamente
di che tipo di supporto
abbiamo bisogno. Lanciamo una chiamata di Solidarietá!!
Liebig 34 Collective

*Il termine“cis” significa che una persona si identifica con il genere
assegnatole alla nascita. Si lasciano
coesistere i termini “trans” and “cis”, senza considerare uno “normale”
e l ́altro no.
*FLTI* sta per Frauen, Lesben, Trans, Inter che tradotto significa
Donne, Lesbiche, Trans, Intersex e si
tratta di un termine ombrello diffuso utilizzato in Germania per
descrivere i posti senza uomini cis-genere.
webadresse:
http://liebig34.blogsport.de/
Liebig 34

marsch für das leben? what the fuck!

brunch and freemarket in the yard

Liebig34 soliparty

liebig 34 soli party

Soli Dorfplatz Variete

variete

Bring your friends, pass by to see the performances or join our open stage with your own busking skills! Be it juggling, magic – we welcome everything.

We start on Saturday, 01.07. in the afternoon with performances, games, kufa and xb drinks.

Lieb ick Liebig Fest! 12-14 May

Safer-space Tattoo Room in L34!

tattoo

We are very happy to announce our newest project in the house – a tattoo space!

By opening a Tattoo Room in L34 we aim at breaking boundaries about mainstream tattoo environment by existing in a safe space free of sexism, racism, homophobia, and transphobia. One of our main objectives is extending the work of experienced artists to all tattoo lovers from LGTBQI* community at affordable prices.

For more informations & appointments please get in touch via e-mail
tattoorooml34 [ at ] gmail [ dot ] com

LADIY FEST Leipzig 18-21.05.2017

Ladiy Fest in Leipzig is back!

Check the website for more info and see you there!

Liebig34 Soli Party

soli party 2016

Pole dance classes in Liebig34!

pole33

„No-one really knows what their body is capable of.“

After teaching beginner and intermediate pole dancing classes in Chile for many years, our beloved Chilean theatre, dance and performance professional is opening a queer feminist pole dance workshop in Liebig34!

We intend to define body anarchy as an understanding of the body, its inherent kinetic possibilities outside of social norms and the usual knowledges we have about our bodies, both internal and external. We intend to break bodily conventions, taboos and blocks, amplify movement, free ourselves and let the rhythms of our daily lives move us. The body as field and weapon of battle.

This classes will focus therefore on empowering the body – for this, we have to know how to prepare ourselves; how to use weight, including our own; and how to utilize the intensity of space to reinforce our own discourse.

A re-imagining of pole dance is essential. This is a reappropriation of brute sensuality, in which we reclaim conventional patriarchal sensuality and the male gaze.

What: Pelvic unblocking, physical conditioning (with TRX), pole dancing techniques and various elements of theatre and dance exercises are some of the tools that will be used to train our bodies.

When: Schedule negotiable on an individual basis, for a total of 12 hours per month.

Where: Liebigstrasse 34, Berlin, Germany.

How: Classes are delivered one-on-one or to a pair, if you wish to come with a friend.

Language: English or Spanish !

For whom: This workshop is open to women, queers, intersex and trans folks.

How much?: We ask that you self-assess fairly and contribute to the workshop on the sliding scale. The proceeds from the workshop will go directly to a solidarity fund for members of our collective in financial need.

Get in touch, discuss the contribution, schedule, ask questions here:
mariaesbasura [ at ] gmail.com or liebig34 [ at ] riseup [ dot ] net

Statement from Friedrichshain & Moabit Hilft e.V.

hilft

Eviction of Rigaer 94 Kadterschmiede and workshop for refugees housing: cynical political attack, Statement from Liebig 34

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This morning between 7:00 and 8:00 the cops went in to our neighbouring project Rigaer 94. Special forces again broke open their doors to enter the Cultural center/autonomous space of Kadterschmiede and the 94 workshop. They also entered the stairway and the attic. As far as we know, in a case that would be an exception for them, they stuck to their own rules and didn’t touch the flats. (However, they are still threatening to enter the flats and might in the future)

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Beside the cops, there were more or less 15 construction site workers and several security guards whose employer is unknown who also entered Rigaer 94. Compared to last time, they didn’t empty the coal cellar but are about to steal the complete inventory of Kadterschmiede cultural center. Besides the mentioned projects, also the attic of the front house is affected. Several people used to live in the attic. Their living place got evicted, and the people themselves got put out on the street.

bullshit
Statement from Hausverwaltung

The housing administration (Hausverwaltung) that manages 94 announced in a press release today that the ground floor (Erdgerschoss) would be converted into housing for refugees. It has been a part of our politics for a long time to build up structures to support refugees and to create a living space for them, including within our projects. The cops’ procedure this morning can only be regarded as an empty and cold strategic move. The Rigaer 94 collective already contains spaces in which refugees live by their own choice, the way they want to live. This autonomous space is being destroyed to create rooms which remove and disables the possibilities for autonomous lives of the people who are supposed to move in.The new living spaces will, in addition, be rented at the average renting price for Friedrichshain, which is around €15 per square meter.



Rigaer 94 is an autonomous space, in organised legitimate resistance against the system that created the refugee situation, a situation which they are now using as an excuse to eliminate our space. We will not stand down against these tactics. We are angry about what is going on in our neighbourhood. Today is Day X (Tag X). Go on the streets. Get creative.

- Read from the balcony of Liebig 34



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