Archiv für Dezember 2010

Statement zum Artikel aus der Interim vom Nov.2010

Wir erachten es nicht als Notwendigkeit auf den Interimartikel, welcher im November über die Liebig 34 erschien Bezug zu nehmen.
Alles dort Erwähnte und in Frage gestellte wurde bereits mehrfach auf offenen Plena/ Treffen im Oktober bzw. Anfang November ( nach dem gewaltvollen Eindringen der Polizei ins XB am 14.10.2010) diskutiert.
Menschen, die nach wie vor Klärungsbedarf oder Kritik haben, mögen sich bitte in Form einer direkten, respektvollen Kommunikation an die Bewohner_innen und Nutzer_innen der Liebig 34 wenden.
Das L34-Plenum findet Dienstags um 19:00 Uhr, das XB-Plenum Montags um 19:00 Uhr statt.
Direct communication rulezzz !!!!!!

Zur zunehmenden Repression gegen die Liebig 34 bzw. das XB-Liebig

Wie die meisten von euch wahrscheinlich schon mitbekommen haben hat die (besonders von den Bullen ausgehende) Repression gegen das Hausprojekt Liebig 34 und dessen Veranstaltungsraum XB-Liebig in den letzten Monaten immens zugenommen.

Schon seit Jahren ist das Haus, insbesondere das XB und der sog. Dorfplatz Bullen und Ordnungsamt ein Dorn im Auge, was in diesem Jahr mehrfach durch Räumungen des Gehwegs, erteilen von Platzverweisen, der mutwilligen Zerstörung von Sitzbänken und nicht zuletzt dem gewaltsamen Eindringen ins XB anfang Oktober bestätigt wurde.

Dass Menschen ihre Freizeit gemeinsam auf „öffentlichem Straßenland“ verbringen ohne dabei Unsummen in den hippen Kneipen auszugeben entspricht nicht dem vom Staat gewünschten Konsumverhalten; offenes Solidarisieren, Vernetzung und eine nicht systemkonforme Lebensweise scheinen als enorme Bedrohung wahrgenommen zu werden.
Anders sind das tägliche Patrouillieren von Wannen im Kiez und die Einsätze aufgrund von haltlosen Begründungen wie Lärmbelästigung wohl kaum zu erklären.

Eben diese Begründung wurde auch bei dem brutalen und unverhältnismäßigen Einsatz am benutzt:
Mit Hilfe der Feuerwehr wurden die Fenstergitter des XB aufgeflext, die Glasscheiben eingeschlagen und Bullen in voller Kampfmontur stürmten die Bar um sämtliche geräuscherzeugenden Gegenstände (vom Schlagzeugbecken bis zum Soundsystem) zu beschlagnahmen.
Nachdem der Veranstaltungsraum leergeräumt und verwüstet und die Eingangstür samt Rahmen aus der Mauer gerissen wurde drangen mehrere Bullen ins Treppenhaus des Hausprojekts ein und versuchten minutenlang die Zwischentür zum Wohnbereich einzurammen, was ihnen glücklicherweise nicht gelang.
Spätestens das bestätigt die Annahme, dass es hier nicht um Lärmbelästigung ging, sondern darum gezielt linke Strukturen anzugreifen.

Jeder Übergriff, jede Hausdurchsuchung, jeder Angriff auf (Haus-)projekte, jede Räumung ist ein Angriff gegen alle frei- und andersdenkenden Personen, gegen uns alle, die versuchen dem beschissenen vorgegebenen „Normalzustand“ ein bischen zu ändern und Alternativen zu finden.
Das Ziel dieser Angriffe ist Ängste zu schaffen, uns zu verunsichern, uns kommunikationsunfähig zu machen, Berührungsängste zu schüren und uns auseinander- und zur Entsolidarisierung zu treiben.
Auch wenn es abgedroschen klingen mag, Solidarität ist unsere stärkste Waffe!
Wenn unser Zusammenhalt in solchen Momenten aufgrund von persönlichen Konflikten oder „szeneunkonformen Verhalten“ zerbricht, wenn wir uns voneinander distanzieren und aufhören miteinander zu kommunizieren um unsere Probleme zu lösen statt sie größer zu machen, dann haben „Rechts“system und Bullen ihr Ziel wieder mal erreicht.

Lasst uns diesem Scheiß ein Ende setzen und endlich wieder solidarisch miteinander umgehen und zusammenarbeiten!