Archiv für September 2018

One Struggle, One Fight – #Weide63, #Liebig34 Bleibt!

Heute waren wir gemeinsam auf der Straße weil der Pachtvertrag der Liebig34 Ende des Jahres ausläuft. Das Haus hat keine Aussicht legal bleiben zu können. Die Situation der Liebig34 steht dabei exemplarisch für den Ausverkauf der Stadt und die Verdrängung von Menschen aus ihren Wohn- und Lebensräumen.

Wir sind wütend über Eigentumsverhältnisse, über Spekulationen mit Wohnraum, über das System, den Staat, der diese Missstände stützt und verteidigt statt die Bedürfnisse von Menschen. Staatliche Strukturen stellen für uns keine Lösung dar, sie sind Teil des Systems und des Problems, das wir bekämpfen.

Wir sind wütend darüber, dass wir gezwungen werden uns unseren Vermieter*innen und Politiker*innen anbiedern zu müssen, um in unseren Häusern bleiben zu dürfen. Spekulant*innen wie die Unternehmensgruppe Padovicz entmieten Menschen und lassen gleichzeitig Häuser wissentlich leer stehen, um ihre eigene Profitmaximierung voranzutreiben, wie bis heute auch im Weidenweg 63.

Das fast leer stehende Haus wurde heute wieder mit Leben gefüllt. Die Besetzung des Weidenwegs 63 stellt sich radikal gegen den sexistisch und kapitalistisch strukturierten Wohnungsmarkt. In Solidarität mit der Liebig34 treten sie für einen anarchistischen und feministischen Nordkiez ein. Mit der Aktion macht #besetzen auf eine Situation aufmerksam, die wir jeden Tag in der Liebig34 spüren: Es braucht Wohn- und Organisierungsräume für von Diskriminierung betroffene Menschen. Ableisierten und Weißen Personen, Cis-Männern und Menschen mit deutschem Pass ist der Zugang zu schönen Wohn- und Lebensbedingungen oft vorbehalten.

Deswegen braucht es dringend antirassistisch und queer-feministisch selbstverwaltete Orte. Gerade jetzt, in Zeiten einer fortschreitenden Individualisierung und einem wieder zunehmend offenen Auftreten rechter Positionen mit rassistischen und antifeministischen Inhalten müssen wir radikale Antworten finden. Wir müssen eine Stadt von unten aufbauen. Wir müssen Eigentums- und Machtverhältnisse auf persönlicher, institutioneller und staatlicher Ebene in Frage stellen.

Solidarität mit den Aktivist*innen des Weidenweg 63!

Schluss mit der Polizeigewalt!

Gegen die Kriminalisierung von Hausbesetzungen!

Die Häuser denen, die sie brauchen!

Unsere Häuser könnt ihr räumen, aber unsere Entschlossenheit werdet ihr nur steigern!

Demo: Liebig 34 Verteidigen! Queerfemistische Kämpfe sichtbar machen! Erster Block ohne cis-Männer. 29.9.2018 um 18 Uhr am Wismarplatz

Demo: Defend Liebig34! Support Queer Feminist struggles! First block without cis-men.
29.9.2018 18:00 at Wismarplatz

Liebig34 is the only anarcha-queer-feminist housing project in Berlin. The owner Gijora Padovicz wants to evict the house when the contract ends in December 2018 and turn our home into luxury apartments. But with or without contract this house belongs to us and we will defend it. It is especially in times like this when the housing shortage is getting worse and society as a whole is facing a swing to the right and an anti-feminist backlash, that we need to combine the fights about our
houses and the fights about the city with antifascist and feminist politics. The Liebig34 is an important house: it’s a free open space where different people live collectively without cis-men, offering the possibility of multiple events and networking, and embedded in a politically active neighborhood. The Liebig34 is involved in different essential political struggles, connecting them with each other to draw attention to the fact that these different struggles are all part of the
same fight. (mehr…)

Erdoğan vertreiben, Liebig34 verteidigen!

https://de.indymedia.org/node/23780

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan kommt am 28.09 und 29.08. als offizieller Staatsgast nach Berlin, um sich mit der deutschen Bundesregierung zu treffen. Hierzu wird eine breite Protestbewegung mobilisiert. Auch wir als Anarcha-queer-feminist*innen begreifen uns als Teil dieser Bewegung. Wir verurteilen Erdoğans Werte und Politik. Wir begreifen diese auf verschiedenen Ebenen als Angriff auf emanzipatorische, antipatriarchale, ökologische und demokratische Werte. Wir verurteilen die deutsche Bundesregierung einen Diktator willkommen zu heißen und sich darüber hinaus -unter der Prämisse der Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen- zu seiner Handlangerin zu machen. Der Erfahrung nach können wir durch das Treffen mit nicht mehr als einer Ausweitung der Repression gegenüber in Deutschland lebenden kurdischen, türkischen Oppositionellen und solidarischen Menschen sowie mit weiteren Waffendeals rechnen. (mehr…)

Erdoğan: Ein homophober Diktator

Erdoğan: Ein homophober Dikator -Hintergrundartikel und Aufruf des anarcha-queer-feminitischen Hausprojekts „Liebig34“

https://erdogannotwelcome.wordpress.com/2018/08/29/erdogan-ein-homophober-diktator/

Das Weltbild Erdoğans speist sich aus islamistischen und nationalchauvinistischen Vorstellungen. Neben der Unterdrückung kultureller und religiöser Minderheiten in der Türkei und der patriarchalen, frauenfeindlichen Politik des Regimes, bedeutet das auch die Ablehnung von sexueller Selbstbestimmung und die Verfolgung von Menschen, die nicht in die dominierenden rechten, heteronormativen Vorstellungen von Sexualität passen. „Homosexualität“, so Erdoğan, „widerspricht dem Islam“. Dass es muslimische LSBTIQ gibt, die keinen Widerspruch zwischen ihrem Glaube und ihrer Sexualität sehen, interessiert den Diktator dabei natürlich herzlich wenig. (mehr…)