HERAUS ZUM 8.MÄRZ – INTERNATIONALEN FRAUEN*KAMPFTAG!

Lasst uns am internationalen Frauen* kampftag gemeinsam auf die Straße gehen.
Lass uns auf die Straße gehen gegen Knäste, gegen das Patriarchat, gegen die Kriminalisierung von Frauen, Trans, Inter, Non-binary und Queers und gegen die Räumung von selbstbestimmten anarcha- und queerfeministischen Räumen.

Die patriarchale Gesellschaft wird aufrecht erhalten durch eine Kriminalisierung der Selbstbestimmung der eigenen Körpern. Es gibt zahlreiche Beispiele wie das patriarchale System versucht uns zu kontrollieren und uns kleinzuhalten.
So werden zum Beispiel Schwangerschaftsabbrüche strafrechtlich verfolgt. Abtreibung gilt auch in Deutschland gemäß § 218 Strafgesetzbuch als Straftat: „Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Das heißt, dass Abtreibungen nur unter bestimmten Vorraussetzungen, die eingehalten weren müssen, straffrei sind.
Auch in anderen Ländern ist die Gesetzeslage zu Schwangerschaftsabbrüchen mehr als prekär. In El-Salvador, zum Beispiel, gehen die Anti-Abtreibungsgesetze, noch weiter: Wenn bei Fehlgeburten oder fehlender medizinischer Hilfe das Kind die Geburt nicht überlebt, kann die Frau wegen Mordes zu zehn bis 40 Jahren Haft verurteilt werden. Das passierte zum Beispiel Alba Rodríguez, die im Frauengefängnis Ilopango in San Salvador nun schon seit 9 Jahren sitzt und noch weitere 21 vor sich hat. Sie wurde nach einer Fehlgeburt wegen Mord in besonders schweren Fall angeklagt.

Auch das neue sogenannte „Prostituiertenschutzgesetz“ kriminalisiert marginalisierte Menschen. Sexarbeiter_innen müssen sich nun registrieren und besondere Auflagen befolgen. Dadurch werden Sexarbeiter_innen ohne Papiere, Aufenthaltserlaubnis oder Arbeitserlaubnis noch repressiver behandelt. Das Ganze hat zum Beispiel die Folge, dass sie nicht mehr in Bordellen arbeiten können und ihr Arbeitsplatz auf der Straße ist, was um einiges gefährlicher und schlechter bezahlt ist.

Bis heute werden Transgender Personen, Homosexualität und LGBTQ* Aktivismus strafrechtlich verfolgt und in einigen Ländern mit dem Tod bestraft.

Gefängnisse führen gewaltvoll ein binäres Geschlechtersystem weiter, in dem nicht-binäre Gender keinen platz haben. Trans- und Inter-Menschen werden so verwahrt, wie es in ihren Papieren steht, auch wenn das in keinster Weise mit ihrer gelebten Identität zusammenhängt. Oft kommen Transpersonen auch in Einzelhaft und werden aus „Selbstschutz“ komplett isoliert. Für Transpersonen ist es oft schwer im Gefängnis Hormone zu bekommen oder eine OP zu beantragen. Auch an Schminke oder selbstgewählte Kleidung zu kommen ist nicht einfach.
Auch sexualisierte Gewalt im Gefängnis ist kein Einzellfall. Sie wird, wie im Alltag außerhalb, tabuisiert. Doch ist es im Gefängnis noch schwere sich Unterstützung zu holen oder sich zu wehren. Besonders wenn die Gewalt von in der Hierarchie weiter oben gestellten Personen, wie Wärter*innen, ausgeht.
Der Alltag im Gefängnis kann für viele Frauen, Trans, Inter und Queers retraumatisierend sein, durch ständiges Ausziehen, Durchsuchen, Nacktsein. Auch gibt es nur wenige Frauengefängnisse – so kommt es häufig vor, dass Frauen* oft weit weg von ihren Familien und Freund_innen sind und damit noch mehr isoliert werden.

Wir müssen gegen all das (und so vieles mehr), was diese patriarchale Gesellschaft uns antut, auf die Straße gehen. Wir müssen weiter laut und widerständig werden gegen das Patriarchat, Knäste und Rassismus.

Wir, die Liebig34, sind ein selbstverwaltetes anarcha-queer-feministisches Hausprojekt, das nun akut räumungsbedroht ist. Wir wollen ein Schutzraum für vom Patriarchat Betroffenen sein, in dem sich Frauen, Lesben, Trans, Inter und nicht-binäre Personen politisch organisieren können. Mit der Räumung dieses Hauses wird ein Stück Widerstand unsichtbar gemacht und das wollen wir nicht zulassen.
Lasst uns unsere Kämpfe verbinden gegen das Patriarchat und Repression.

Kommt am 8. März um 15Uhr zur JVA für Frauen Berlin-Lichtenberg. Lasst uns der Fltiq* Demo anschließen. Lasst uns gemeinsam von der JVA Lichtenberg über die Liebig 34 zur Warschauerstraße laufen.

Danach geht es an der Liebig34 weiter. Um 19Uhr gibt es BBQ, um 20Uhr eine Kundgebung. Ab 20:30 Konzerte, Karaoke und Djs.


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