Archiv für Juni 2020

Get ready for 2days of célébration for Liebig34’s House birthday !

We organised a kundgebung at dorfi starting on saturday 04/07/20 at 1pm with kufa, some concerts, shows and Djaines !
On Sunday 05 /07/20 from 1pm come and discover our mystic fleamarket, we‘ll have some screenings and info events, and you can enjoy our kufa with some music in the street ! An openmic will be available all the weekend, so you‘re invited to read your statement !
Don‘t forget our usual friday kufa starting at 6pm and radio at dorfi for a cool warm up before the event ! ;)

+++++Rechtliches Update+++++

Am 17.06.2020 wurden unter anderem die Verteilerstelle für Gerichtsvollzieheraufträge in Tempelhof und das Büro des Innensenators vom Anwalt des pachtenden Mittendrin.Kommunikation uns anderes e.V. darüber informiert, dass sich in den Räumen der Liebigstraße 34 ein anderer Verein als der ursprünglich von Padovicz verklagte Raduga e.V., nämlich der Mittendrin.Kommunikation und anderes e.V. befindet. Somit richtet sich das am 03.06.2020 ergangene Urteil gegen den falschen Verein. Dies ist dem Gericht bereits mitgeteilt worden. Eine Räumung auf Grundlage des Urteils vom 03.06.2020 ist somit aktuell juristisch gesehen rechtswidrig! Da es in Berlin jedoch schon öfters zu rechtswidrigen Räumungen kam hat unser Anwalt dies auch noch einmal den offiziellen Stellen mitgeteilt.

Außerdem hat der seinerzeit verklagte Raduga e.V. gegen eben dieses Urteil Einspruch eingelegt und die Aussetzung der Vollziehung beantragt. Ein solcher Einspruch hat im Zweifelsfall allerdings keine aufschiebende Wirkung, d.h trotz des Einspruchs kann geräumt werden. Die Verhandlung über den Einspruch könnte also auch erst nach einer Räumung stattfinden.

Zudem hat die Bezirksverordneten Versammlung Friedrichshain- Kreuzberg ebenfalls am 17.06.2020, also gute 2 Wochen nach dem Gerichtsurteil, den Beschluss gefasst, die Liebig 34 sei nun doch schützenswert. So heisst es in dem Beschluss: „Mit seinem solidarischen Kiezbezug, seiner Widerständigkeit und dem antipatriarchal – politischen Anspruch prägt das Haus seit über zwei Jahrzehnten den Samariterkiez mit und ist von dort eigentlich nicht wegzudenken. Es ist fest in der Nachbarschaft des Samariterkiezes verwurzelt, bietet jenseits der fortschreitenden Kommerzialisierung wichtige Infrastruktur für kulturellen und politischen Austausch. Es ist einer der wenigen verblieben Freiräume in einem zunehmend von Gentrifizierung und Verdrängung bedrohten Kiez.“
Dies sind warme Worte, sie haben ansonsten aber nur eine Apellwirkung, also an sich keine. Es ist jedoch anzunehmen dass die Partei welche den Beschluss angeregt hat, sich bereits für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus 2021 gut stellen wollen, nachdem ihre Galionsfigur Florian Schmidt im Kampf um die Liebig 34 so gut wie alles verkackt hat, was zu verkacken war.

Plakatieren für die Liebig 34

Zur Urteilsverkündung gegen den Raduga e.V. // Liebig34 03.06.2020

*** Räumungsversuch der L34 ab jetzt theoretisch möglich ***

Unsere Meinung, warum die Liebig 34 nicht geräumt werden sollte kennt ihr ja schon, deshalb soll es in diesem Statement nicht erneut darum gehen.

Im folgenden wollen wir ein kleines Update geben, wie die derzeitige rechtliche Situation nach dem Gerichtstermin heute aussieht.
Eins vorneweg: Der heute gegen die Liebig 34 erlangte Räumungstitel ist ab sofort vollstreckbar!

Heute morgen hat also das Landgericht das Versäumnisurteil gegen den Raduga e.V. erlassen. Das war zu erwarten, da das Gericht zuvor unseren Befangenheitsantrag gegen einen der Richter beim letzten Termin abgelehnt hatte. Dies widersprecht dem seit 2012 existierenden „Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache in der Verwaltung“. Dieser vom Berliner Senat beschlossene Leitfaden besagt, dass in öffentlichen Schreiben „genderneutral“ geschrieben oder, „wenn nicht anders möglich“, die „männliche“ und „weibliche“ Form immer zusammen genannt werden muss. Das Gericht hatte die sitzungspolizeiliche Anordnung für die letzte Verhandlung jedoch nur im generischen maskulinum verfasst. Dies widerspricht unserem Hauptanliegen als queerfeministisches Hausprojekt deshalb haben wir damals die Verhandlungen abgebrochen!

Gegen das heutige Versäumnisurteil werden wir Einspruch einlegen! Auch wenn theoretisch ab jetzt geräumt werden kann, und es in Berlin schon einige illegale und unangekündigte Räumungen gab, haben wir gute (und rechtliche) Gründe, warum eine Räumung nicht klar geht!

1) Das Urteil heute ist gegen den Raduga e.V. ergangen. Allerdings hat Raduga e.V. das Haus verlassen. Mittendrin e.V. ist derzeit in Besitz der Räume.
2) Gegen Mittendrin e.V. liegt kein Räumungstitel vor und somit ist dieser Verein rechtlich gesehen im rechtmäßigen Besitz der Räume in der Liebig34. Der andere Verein müsste daher erneut auf Räumung verklagt werden.
3) In der Liebig34 wohnen Menschen! Auch wenn es in die Logik von Kapital und Patriarchat nicht passt; unser Zuhause ist nicht eure Kapitalanlage!

Wegen der ganzen Kacke die das Gericht verbreitet sind wir heut morgen nicht hingegangen und haben unseren eigenen Theaterprozess am Dorfplatz veranstaltet. Dessen Urteil lautet: Die Bewohner*innen der Liebig34 werden bleiben!

Dennoch ist es möglich, dass es einen Räumungsversuch ab jetzt geben könnte. Das heißt auch, wir als Kollektiv werden uns darauf vorbereiten und rufen alle Unterstützer*innen dazu auf, sich bereit zu halten und ihre Wut und Solidarität auf der Straße zu zeigen.

Wir als Bewohner*innen und Nutzer*innenkollektive der Liebig34 werden nicht aufgeben und das Haus keiner kapitalistischen Verwertung überlassen! Eine Sprecher*in der Liebig34 hierzu: „Für euch ist es ein Urteil, für uns unser Leben. Ihr könnt euch euer Urteil sonst wohin stecken!“

Remember and fight cop violence! June 2 – an eventful day and eve of the Liebig 34 verdict!

On June 2, 1967, a cop brutally shot the student Benno Ohnesorg at close range in the back of the head without any cause. A combination of police, state and justice destroyed and manipulated evidence, protected the perpetrator and covered up his crime. The cop was acquitted despite evidence to the contrary, and the trial was not reopened years later despite new evidence. This was made possible by old Nazi structures in the police and judiciary. Despite a generational change, the right-wing structures and ideas are still firmly anchored in the police and state. The former President of Verfassungsschutz, Hans Georg Maaßen, and right-wing SEK policeman stole massive amounts of ammunition from their camps are only the tip of the iceberg of the right-wing reality of state power. The structural problem of right-wing collaborations among the cops is downplayed as individual cases, dismissed and protected by the cops‘ allegiance and official status.
There are numerous examples of escalating police violence: The most recent example is the shooting of the anti-fascist Maria in January in Berlin, as well as the unforgettably violent and legally unresolved death of Oury Jalloh in a prison cell in Dessau. Violence against demonstrators at Stuttgart 21 protests, at the G20 in Hamburg – this list goes on. In Rigear 94, an emergency medical service was prevented only last week, delayed for over 1 hour. A historical parallel – Benno Ohnesorg was also denied first aid.

The Berliner Verfassungsschutz has only just proved that it has no legitimacy and even less a serious interest in fighting right-wing structures – the „Kilma Protectors“ are classified as radical, while citizens of the Reich are not.
The Liebig 34 also appears in the report of the Verfassungsschutz – diffuse allegations are being made (and no, the L34 is not only home to cis-women, as opposed to what their supposedly investigative research suggests). Nor are feminist and queer political goals of the project mentioned. This has a long tradition – in the 60s and 70s there were militant feminists* who were often forgotten or left out in historiography. The struggle of resistance aganst the system, the state and the police apparatus has always meant the struggle against patriarchy.

„There are efforts in the left-wing extremist spectrum to join social movements,“ says Geisel. The fight against gentrification, environmental destruction, sexism, transphobia, homophobia, anti-racism, capitalism and the desire not to let people drown in the Mediterranean seem to be too extreme for the Berlin Senator of the Interior, and the left as a subject does not fit in with his agenda. With his failed report on the protection of the constitution, Geisel is trying to justify his policy.
In 2020, the Berlin Senate wants to clear a number of left-wing projects. To legitimise this, Rigaer and Liebigstraße is not only mentioned in the report on the protection of the constitution, but since 2016 it has been terrorised by the cops and declared to be a dangerzone.
Four years later it has only gotten worse: the so-called Brennpunkt- und Präsenzeinheit (BPE) has been deployed to the danger zones. This special unit consists of particularly violent cops, which has already been made bitterly clear by how they have treated some people on the street. These cops have volunteered to join this taskforce, meaning they are choosing to target alternative spaces that do not fit into their patriarchal, state-loyal world view.
Here in the neighborhood they have not only once shown how much they want to act violently against leftists, to besiege their front doors or to arbitrarily control personal data and give platzverbot.

The militant resistance that sprouted in Germany at the end of the 60s against the system, the state and the brutal police apparatus continues to this day. With the groups of the 2nd June Movement and the RAF, radical self-organization was on the rise and with it radical actions against the state and functionaries, which Germany criminalized as terrorism. Perhaps the nature of self-organization and the level of militancy has changed over times, but the aim towards the destruction of state, borders and the patriarchal system are still within us! We will continue self-organized and self-determined fights against institutional oppression, be it here in Berlin ,around our houses and rooms, be it in Greece with the protests in Athens, be it in Chile, where the population goes out into the streets to fight against the state.

The escalation of violence comes from the state! Same from 1967 to 2020. 50 years after the murder of Ohnesorg and the student protests, the Senator of Justice has since apologized for the brutal and arbitrary police action of that time. Of course this is not reparation.
If the eviction verdict against the Liebig 34 is issued on June 3 and the eviction is carried out, then surely no apology will help 50 years later…
So there could be no better date for the day before our court date – than June 2. With all projects and individuals threatened by eviction we show solidarity and unite in resistance!

Then as now, it is essential that we resist the state and repression!
Even if they put special units in front of our doors, this will not break our resistance and our will to live our utopia in self-designed free spaces!
They cannot get us all!
Unite and be creative.
The 1st May Alliance calls for action in solidarity with us on June 2nd!
Read the call here:
https://de.indymedia.org/node/83838

and so we end here with a poem by Berthold Brecht:

So you disappeared, but
bear in mind
Bludgeoned, but
unrefuted
Together with all the incorrigible
Fighting on
Unteachable on the truth
Persevere.