Archiv für Juli 2020

Remember Beate Fischer! – Gedenkt Beate Fischer!

English below

CW: Vergewaltigung, Mord, Folter

23.07. um 18 Uhr, Residenzstr. Ecke Emmentaler Str. 

Gedenken an Beate Fischer – als Sexarbeiterin von Nazis vergewaltigt und ermordet. 

Vor 26 Jahren wurde Beate Fischer, Sexarbeiterin und Mutter, von Neonazis brutalst und stundenlang vergewaltigt, gefoltert und ermordet. Das Grauen dieser Taten ist nur schwer, wenn überhaupt vorstellbar. Und doch ist dies kein Einzelfall. Frauenhass, sowie Hass und Angriffe auf Sexarbeitende sind alltägliche Bestandteile des Patriarchats. Sie sind fest in der breiteren Gesellschaft verankert. (Sexualisierte) Gewaltexzesse werden durch den strukturellen und in der bürgerlichen Ideologie verankerten Hass auf Sexarbeiter*innen und Frauen gestützt. 

(Sexualisierte) Gewalt gegen Sexarbeiter*innen ist ein Produkt des Stigmas gegen Sexarbeiter*innen. So sind Sexarbeiter*innen häufig und im Prinzip regelmäßig von (sexualisierter) Gewalt und Übergriffen betroffen. Es werden gezielt trans Frauen auf der Arbeit von Gruppen von Männern angegriffen. Mehrere Fälle von Cops die Sexarbeiter*innen angreifen und vergewaltigen sind bekannt. Doch die Dunkelziffern werden deutlich höher liegen. 

Sexarbeit wird oft illegalisiert und ist generell eine eher prekäre Arbeit. Sexarbeit als reproduktive Arbeit, als Care-Arbeit ist im Kapitalismus per sé prekär. Einerseits sind die Eigenschaften der Arbeit – wie die personengebundenheit oder dass die Arbeitszeit nicht gekürzt werden kann ohne die „Qualität” zu verändern- Eigenschaften die nicht gut in den kapitalistischen Verwertungsprozess eingebunden werden können. Anderseits prekarisiert der Staat, wie mit dem ProstG, Sexarbeiter*innen weiter. Als Care-Arbeit ist auch Sexarbeit transnationalisiert und wird in global care chains organisiert. Hier liegt auch ein wichtiger Punkt wieso das ProstG so scheiße ist. Die regulären notwendigen Anträge, besonders in Verbindung mit den zusätzlichen Befugnissen polizeilicher Willkür, drängen migrantische Sexarbeitende mit keinem legalen Aufenthaltsstatus in die Illegalität und Prekarität. 

Neonazis folterten, vergewaltigten und ermordeten Beate Fischer. Dem rechten Terror müssen wir das Handwerk legen. Aber wir müssen auch die gesamtgesellschaftlichen Strukturen analysieren und zerschlagen die den rechten Terror, die Femizide, die Angriffe ermöglichen und fordern. Die faschistischen Ideologien sind immer charaktersitisch auch antifeministisch. Antifeminismus, der Hass auf FLINT Personen und die Stigmatisierung von Sexarbeiter*innen sind alle Bestandteile des Patriarchats. 

Es ist klar: 

Gedenkt Beate Fischer! 
Das Patriarchat zerschlagen! 

23.07. um 18 Uhr, Residenzstr. Ecke Emmentaler Str.

English

CW: rape, torture, murder

23.07. um 18 Uhr, Residenzstr. cornering Emmentaler Str. 

Remember Beate Fisher – as a sex worker murdered and raped by neonazis.

26 years ago Beate Fischer, sex worker and mother, was brutally raped for hours, tortured and murdered by neonazis. 
The horror of this violence is hardly, if even, imaginable. And still it is no single case. Misogyny and attacks on sex workers are daily parts of patriarchy. They are firmly rooted in the broader society. (Sexualized) Excesses of violence are supported by the hatred of women and sex workers in civil/burgeois ideology. 

(Sexualized) Violence against sex workers is a product of the stigma against sex workers. Sex workers are often, and basically, regularly affected by (sexualized) violence and bordercrossings. There are targeted attacks by groups of men against trans women on their job. Multiple cases of cops that attacked and raped sex workers are known. However the number of unknown cases will be much higher. 

A lot of sex work is being illegalized and is in general often precarious work. Sex work as reproductive work, as care work, is under capitalism per sé precarious. On the one side are the characteristics of the work, such as being bound to people and bodies or that the work time can’t be reduced without changing the „quality”, easily integrated into the capitalist process of valorisation. On the other side the state precarizes sex workers further as with the ProstG law. As a care work, sex work is transnationalized and is also being organized in global care chains. Here lays an important point why the ProstG is so shitty. The mandatory and regular requests for legalization of one owns work, especially in connection with the legalization of police acting and searching workplaces and homes arbitrarily, migrant sex workers without a legal status are pushed into illegality and precarity. 

Neonazis tortured, raped and murdered Beate Fischer. We have to stop the far right terror! But we also have to analyze and smash societys structures which support right terror, femicides and attacks. 
The fascist ideologies are always also characteristically anti feminist. Antifeminism, the hatred towards women-lesbian-inter-non-binary-trans folx and the stigmatization of sex workers are all part of patriarchy. 

It is clear: 

Remember Beate Fischer!
Smash the patriarchy! 

23.07. um 18 Uhr, Residenzstr. cornering Emmentaler Str. 

30 Jahre Widerstand, Feminismus und Anarchie – Liebig34 hat gefeiert. // 30 years of resistance, feminism and anarchy – Liebig34 has celebrated the Birthday.

Am letzten Wochenende, dem 5. und 6. Juli, haben wir mit euch 30 Jahre Liebig 34 gefeiert. Viele
Leute waren da. Mit 500 von euch haben wir anarcha-queer-feministischen Widerstand, 30 Jahre
Selbstverwaltung, 30 Jahre Randale gefeiert. Es war schön mit euch zu feiern! Ein riesengroßes
Danke an alle, die mitorganisiert und den Hausgeburtstag so ermöglicht haben.

PROGRAMM
Schon am Freitag haben wir uns auf der regulären wöchentlichen Küfa eingestimmt. Kiezradio und Infoladen waren auch dabei. Gefeiert haben wir am Samstag mit vielen Performances und mit viel Musik – von Akustischem, über
HipHop und in die Nacht mit DJ Sets hinein. Auch Solitatoos gab es. Am Sonntag ging es weiter
mit Musik und Küfa. Außerdem gab es einen kleinen Flohmarkt mit verschiedenen Merch-Ständen
und einen Siebdruckworkshop. Diskutiert wurde mit der DieselA, wie wir die Räume dieser Stadt
zurückerobern können. Es gab über das Wochenende auch noch Tombola, Filmprojektionen,
Cocktails und vieles mehr. Mit Redebeiträgen und einem Kiezspaziergang wurden über den
Hausgeburtstag hinaus Inhalte vermittelt.

COPS
Trotz unseres Versuches durch ein Anmelden einer Kundgebung für den Hausgeburtstag Repression
und Einschränkungsversuche der Cops zu umgehen, war es auch absehbar, dass die Cops sich
irgendeinen Grund nach dem anderen ausdenken würden um uns am feiern zu hindern. So
ist das auch geschehen. Die patriarchal, repressiv und verklemmten Cops verboten das Zeigen
von weiblich gelesenen Brüsten im Rahmen einer Performance. In Solidarität zu dieser patriachalen Unterdrückung machten sich Supporter*innen auch obenrum frei und oh Wunder – die Bullen fanden das natürlich keine angemessene Reaktion. Mit der Drohung im Nacken unser Fest bald zu räumen, machten wir einfach weiter.
Auch die Leute, die sich für das Anmelden bereit erklärten, wurden alle 10 Minuten willkürlich von den Cops genervt. Die angemeldete Kundgebung konnte auch nicht auf dem Dorfplatz wo sie angemeldet und abgesprochen war stattfinden. Denn Cops sind die 10 Autos die am Tag übern Dorfi fahren natürlich ein Grund um unser Versammlungsrecht einzuschränken. Auch wenn unser Ziel und unsere politische Strategie ist nicht mit den Cops zu kooperieren, wollten wir durch eine
Anmeldung wahrscheinlicher machen, dass der Hausgeburtstag an den zwei Tagen stattfinden
kann. Es war eine strategische Anmeldung, damit uns die Bullen einfach mal ein bisschen in Ruhe lassen. Das war nicht der Fall, wir hinterfragen unsere Entscheidung und wir wissen nicht, ob ohne Anmeldung dieser Geburtstag hätte so stattfinden können. Doch weiterhin finden wir es wichtig und gut strategisch in solchen Situationen umzugehen und nicht in vorauseilendem Gehorsam Demos etc. anzumelden.

DANKE!
Es war schön, dass ihr alle da wart. Ein riesiges Danke an die Orga, besonders hier auch nochmal
an die Brujas, die so viel organisiert haben und ohne die wir das nicht geschafft hätte. Danke an die Leute, die Schichten übernommen haben und die Nachbar*innen, die mitgefeiert haben, uns unterstützt haben oder unsere Lautstärke einfach ausgehalten haben.

Das wird nicht der letzte Hausgeburtstag sein.
L34 Stays!
Grüße ausm „Drecksbunker” (Zitat eines Bullen, der versuchte uns in unser Haus zu drängen)

_____________________english version____________________

30 years of resistance, feminism and anarchy – Liebig34 has celebrated the Birthday.

Last weekend, 5 and 6 July, we celebrated the 30 years of Liebig 34 with you. Many
People were there. With 500 of you, we have celebrated anarcha-queer feminist resistance, 30 years of self-organization, 30 years of rioting. It was nice to celebrate it with you! Huge
thanks to all who helped to organize it and make the house birthday possible.

PROGRAM
Already on Friday we got in the mood for the regular weekly Küfa. Also the Kiezradio and Infoladen was there. On Saturday we enjoyed many performances and a lot of music – from acoustic, to HipHop and DJ sets at night. There were also solitatoos. On sunday we went on with music and Küfa. There was also a small flea market with various merchandise stands and a screen-printing workshop. We discussed with the DieselA on how we can regain spaces of the city. Over the weekend there was also a raffle, film projections, Cocktails and much more. With speeches and a walk through the neighbourhood the birthday spread content.

COPS
Despite our attempt of registering a rally for the house birthday to avoid repression
and attempts to impose restrictions by the cops, it was also expected that they
would invent one reason after another to keep us from celebrating. that’s what happened. The patriarchal, repressive and uptight cops banned showing
of female-read breasts as part of a performance. In solidarity to this patriachal oppression, supporters*women also took off their tops and oh wonder – of course the cops didn‘t find this an appropriate reaction. With the threat to stop our party soon, we just continued.
Even the people who were responsible for registration were arbitrarily annoyed by the cops every 10 minutes. The registered rally could also not take place on the Dorfplatz where it was registered and agreed upon. Because cops drive over the Dorfplatz wuth 10 cars, they to limit our right of assembly. Even if our goal and our political strategy is not to cooperate with the cops, we wanted to have a Registration make it more possible for the house birthday to take place on the both days. It was a strategic application so the cops would just leave us alone for a little while. This was not the case, we are questioning our decision and we don‘t know if this birthday could have taken place without registration. But we still think it was an important and good strategy to handle such situations and not to register demos etc. in advance.

THANK YOU!
It was nice that you all have been there. A huge thank you to the organization, especially here again
to the brujas who have organized so much and without whom we could not have made it. Thanks to the people who took over shifts and the neighbours* who joined in the party, supported us or just kept being loud!

This will not be our last house birthday.
L34 Stays!
Greetings from „Drecksbunker“ (quote from a cop who tried to force us into our house)

Demoaufruf des gerazzten Projektes Lu15 in Tübingen

[TÜ] 10.07.2020 Demo: Unsere Solidarität wächst mit mit jedem neuen Angriff – Antifaschismus ist lebensnotwendig
Am 02.07.2020 wurden in Baden-Württemberg neun Objekte von der Polizei durchsucht.

Eine Person, der Antifaschist Jo, wurde festgenommen und sitzt in Stammheim in Untersuchungshaft.

Dabei hat es auch das Tübinger Wohnprojekt Lu15 ein weiteres mal getroffen. Um sechs Uhr morgens drang erneut eine vermummte, schwer bewaffnete, homogen und gewaltbereit wirkende Meute in private Wohnbereiche der Lu15 ein. Dabei stürmten die Polizist*innen auch in Zimmer, in denen sie u.a. unbekleidete Personen antrafen, die nicht die Zeit fanden, sich in den Sekunden zwischen den „Polizei“-Rufen und dem Moment des „Zimmer-Sicherns“ anzuziehen. Diesen wurde der Einsatzleiter auch dieses Mal nicht genannt.

Die von der Durchsuchung direkt betroffene Person wurde von der Polizei mit aufs Revier genommen und ihr wurde gegen ihren Willen DNA entnommen.

Weitere Informationen dazu: lu15[punkt]de

Der vorgeschobene Grund für diesen erneuten Einschüchterungsversuch war ein am 16.05. in Stuttgart stattgefundener Angriff auf Neonazis mit guten Kontakten zum NSU-Umfeld. Dem Bewohner der Lu15 wird dabei, genau wie den Betroffenen in anderen Städten, eine Beteiligung in Form von schwerem Landfriedensbruch vorgeworfen.

Es schien fast so, als wären in Tübingen vor allem die technischen Geräte des Beschuldigten im Fokus gewesen, welcher völlig zufällig auch ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Partei „Die Linke“ ist. Bei der Durchsuchung wurden auch parlamentarische Datenträger beschlagnahmt. Unklar bleibt, wie die Polizei ihr diesmaliges Überschreiten ihrer Kompetenzen erklären will, da der Beschuldigte aus Tübingen am betreffenden Tag nicht in Stuttgart war. Wer sagt uns also, dass nicht die Begründungen für alle Hausdurchsuchungen an den Haaren herbeigezogen sind?

Die Razzien in der Lu15 und in anderen Städten sind ein erneuter massiver Angriff auf linke Aktivist*innen und Strukturen. Polizei und Staat ziehen erneut gegen antifaschistischen Widerstand ins Feld.

Wenn aber rechtes Gedankengut immer salonfähiger wird und Einzug in den Bundestag hält, wenn zehn Menschen in Hanau ermordet werden, wenn sich rechte Netzwerke in Polizei und Bundeswehr bilden, wenn Rechte Todeslisten erstellen und Waffen horten, wenn am wichtigsten jüdischen Feiertag ein Massenmord in einer Synagoge stattfinden soll, dann ist antifaschistischer Widerstand lebensnotwendig.

Auch wenn sie es noch so oft versuchen, wir werden uns nicht unterkriegen lassen.

Werdet aktiv und setzt ein Zeichen gegen Faschismus und Repression! Kommt zur Demonstration am 10. Juli!

Für Antifaschismus und Solidarität.

Wir stehen hinter Jo und allen von Repressionen Betroffenen.

Demo | 10.07.2020

20:00 Uhr | Haagtor in Tübingen
Mit Musik von VHämHop

Wir wünschen uns eine große und ausdrucksstarke Demo, die offen

für alle sein soll, die uns unterstützen. Bringt bitte eine Mund-Nasen-Bedeckung mit und lasst eure Parteifahnen zu Hause!

30 Years of Liebig 34!

We will celebrate our house-birthday on 4th and 5th of july!
Join the party.

Warm up: Friday 7pm WeLoveDorfplatz-Küfa + Kiezradio

Saturday
13:00 starting
14:00 – 17:00 „Brunch“
19:00-22:00 Küfa

14:00 Performance Ruca La Pesto
15:00 Performance Princess Lara
16:00 Juliana Napier
17:00 Performance
18:00 MC Soha
19:00 Sir Mantis
19:45 Performance Hike
20:00-21:00 DJ Foxxfaction
21:00-22:00 DJ Sinai
22:00-23:00 DJ Hot Bitch
23:00-24:00 DJ Ninja Rat

SUNDAY
13:00 starting
14:00-17:00 Küfa
14:00-18:00 Flea market
14:00-16:00 silk printing workshop
13:00-15:00 Cumbia music
15:00 Lola (Acustic Music)
15:30 CAT (Acustic Music)
16:00 Lena Stoehrfaktor & Band
17:00 Alice Dee (tbc)
17:30-19:00 Greek Band

/!\ Corona :

Take care of you and each other, we‘re not all equal with the virus !
Let’s be all responsible, bring a mask & keep distance if possible, and enjoy !