Wegen Ruhestörung rückte die Polizei vor einem besetzten Haus an. Damit fing der Ärger richtig an.

Anwohner hatten sich über laute Musik aus einem besetzten Haus in der Liebigstraße beschwert. Sie informierten die Polizei, die sich um die Einhaltung der Nachtruhe kümmern sollte.

Als die Polizei vor dem Haus eintraf, „um Kontakt zu den Verantwortlichen in dem ebenerdigen Ladenlokal aufzunehmen“, so die Darstellung der Beamten, wurde ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen. Eine Polizistin wurde eingeklemmt und konnte erst von einer alarmierten Einsatzhundertschaft und einer Brechstange befreit werden. Währenddessen drückten die Hausbewohner von innen weiter gegen die Türe.

Kurz vor Mitternacht drang immer noch Lärm aus dem Haus. Kontaktversuche der Polizei blieben unbeantwortet. Stattdessen setzten Stein-, Farbei- und Billardkugelwürfe auf die Beamten vor dem Haus ein. Die Gegenstände trafen ein fahrendes und mehrere geparkte Fahrzeuge.

Nachdem die Polizei einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss erwirkt hatte, warfen die Beamten die Flex an und durchtrennten Gitterstäbe an einem Fenster. Drinnen beschlagnahmte die Polizei 14 Lautsprecherboxen, sieben Trommeln, Mischpulte, Abspielgeräte und Elektrogitarren.

Die mutmaßlichen Störer hatten sich indes schon aus dem Staub gemacht. Die Personalien mehrerer mutmaßlicher Unterstützer wurden aufgenommen. Beim Abtransport der Objekte gegen 4 Uhr wurden die Polizisten erneut mit Flaschen, Steinen und Farbeiern beworfen. Vier Beamte wurden leicht verletzt.

Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung eingeleitet.