Um 23.45 Uhr war der Musiklärm immer noch nicht auf Zimmerlautstärke gebracht worden, Ansprechversuche der Polizei blieben unbeantwortet. Stattdessen setzten Stein-, Farbei- und Billardkugelwürfe auf die Beamten vor dem Haus ein. Die Gegenstände trafen ein fahrendes und mehrere geparkte Fahrzeuge.

Während weitere Gesprächs- und Lösungsangebote der Polizei durch die Lärmenden ignoriert wurden, konnte in der Zwischenzeit ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss für das Ladenlokal erwirkt werden.
Eine Anzeige wegen Ruhestörung endete am Mittwochabend in Berlin-Friedrichshain mit Ausschreitungen gegen Polizisten. Als die Beamten ein Szenelokal kontrollierten wollten, flogen Steine, Flaschen und Billardkugeln.

Erheblicher Lärm aus einem linken Szeneobjekt in Berlin-Friedrichshain hat am Mittwoch nach Beschwerden von Anwohnern zu einem Polizeieinsatz geführt, der bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Sehr laute Musik war nach 22 Uhr aus einem Wohnhaus an der Liebigstraße gedrungen, sodass Anwohner wegen Störung der Nachtruhe die Polizei alarmierten. Als die Polizeibeamten mit den Verantwortlichen in dem ebenerdigen Ladenlokal sprechen wollten, wurde die Eingangstür zugeschlagen. Dabei wurde eine Polizeikommissarin eingeklemmt. Die verletzte Beamtin konnte erst von einer alarmierten Einsatzhundertschaft und mit Hilfe einer Brechstange befreit werden.

Mit einem Trennschleifer öffneten die Polizeibeamten kurz nach 3 Uhr ein von innen mit Metall und Inventar blockiertes Fenster. In den Geschäftsräumen wurden 14 Lautsprecherboxen, sieben Trommeln, Mischpulte, Abspielgeräte und Elektrogitarren beschlagnahmt. Alle Tatverdächtigen waren inzwischen über Fluchtwege aus den Räumen geflohen. Die Beamten stellten vor dem Objekt die Identität von 16 mutmaßlichen Unterstützern fest. Beim Abtransport des konfiszierten Inventars kurz nach 4 Uhr bewarfen teilweise vermummte Personen aus dem Haus heraus erneut Polizisten und deren Einsatzfahrzeuge mit Steinen, Flaschen und Farbeiern. Vier Polizisten trugen leichte Verletzungen davon. Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung eingeleitet.

Wegen der Lärmemissionen leiteten die Beamten ein gesondertes Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.