Pressemeldung die Berliner Polizei
Eingabe: 14.10.2010 – 12:45 Uhr
Nächtliche Ruhestörung aus Szeneobjekt – Gewalttäter verletzen Polizisten
Friedrichshain-Kreuzberg

# 3215

Erheblicher Lärm aus einem linken Szeneobjekt führte nach Beschwerden von Anwohnern in der vergangenen Nacht zu einem Polizeieinsatz in Friedrichshain, der bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Die sehr laute Musik drang nach 22 Uhr aus einem Wohnhaus in der Liebigstraße, so dass Anwohner die Polizei alarmierten und um Wiederherstellung der Nachtruhe baten. Als die Polizeibeamten des Abschnitts 57 vor dem Haus eintrafen, um Kontakt zu den Verantwortlichen in dem ebenerdigen Ladenlokal aufzunehmen, schlugen einige Personen die Eingangstür zu und klemmten eine Polizeikommissarin zwischen Tür und Zarge ein.
Die verletzte Beamtin konnte erst von einer alarmierten Einsatzhundertschaft unter Zuhilfenahme einer Brechstange befreit werden, während die Gewalttäter von innen weiter gegen die Tür drückten.
Um 23 Uhr 45 war der Musiklärm immer noch nicht auf Zimmerlautstärke gebracht worden, Ansprechversuche der Polizei blieben unbeantwortet. Stattdessen setzten Stein-, Farbei- und Billardkugelwürfe auf die Beamten vor dem Haus ein. Die Gegenstände trafen ein fahrendes und mehrere geparkte Fahrzeuge.
Während weitere Gesprächs- und Lösungsangebote der Polizei durch die Lärmenden ignoriert wurden, konnte in der Zwischenzeit ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss für das Ladenlokal erwirkt werden.
Unter Einsatz eines Trennschleifers öffneten die Polizeibeamten kurz nach 3 Uhr ein von innen mit Metall und Inventar blockiertes Fenster. In den Geschäftsräumen wurden 14 Lautsprecherboxen, sieben Trommeln, Mischpulte, Abspielgeräte und Elektrogitarren beschlagnahmt. Alle Tatverdächtigen hatten sich zwischenzeitlich über Fluchtwege aus den Räumen entfernt, die Beamten stellten vor dem Objekt die Identität von 16 mutmaßlichen Unterstützern fest.
Beim Abtransport des konfiszierten Inventars kurz nach 4 Uhr bewarfen teilweise vermummte Personen aus dem Haus heraus erneut Polizisten und deren Einsatzfahrzeuge mit Steinen, Flaschen und Farbeiern. Vier Polizisten trugen leichte Verletzungen davon. Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung eingeleitet.

Wegen der Lärmemissionen leiteten die Beamten ein gesondertes Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.