Archiv der Kategorie 'Homophobie in Berlin'

Ho­mo­se­xua­li­tät & Ho­mo­pho­bie in der Neo­na­zi­sze­ne

So., 4. April, 19 Uhr lei­der hat sich ein feh­ler durch alle Druck­sa­chen ge­zo­gen das rich­ti­ge Datum für die­sen Ter­min ist der 14. April um 19 Uhr
Tante Horst, Ora­ni­en­stra­ße 45 (nahe U-Bhf. Kott­bus­ser Tor)

In der Ver­an­stal­tung sol­len ver­gan­ge­ne und ak­tu­el­le De­bat­ten in der Neo­na­zi­sze­ne nach­voll­zo­gen, die Be­deu­tung des ho­mo­pho­ben Dis­kur­ses be­leuch­tet und mög­li­che Ur­sa­chen und Ur­sprün­ge pro­ble­ma­ti­siert wer­den.
Ver­an­stal­tet vom An­ti­fa­bünd­nis Süd­ost (ABSO) und Au­to­no­me Neu­köll­ner An­ti­fa (ANA)

*DURCH DIE BLUME – Klangskulptur gegen Homophobie und Transphobie*

Ausstellungseröffnung im Rathaus Schöneberg am Donnerstag, 21.Januar um 19h! (John-F.-Kennedy Platz)

Die Gewalt gegen Lesben, Schwule und Trans* nimmt zu. Berichte von Angriffen und Pöbeleien auf offener Straße häufen sich. Wenn es um die Frage nach den Tätern und Ursachen geht, geraten zunehmend männliche Jugendliche mit migrantischem Hintergrund in den Fokus. Von Türken und Arabern ist die Rede und einer misslungenen Integration. Vergessen wird dabei, dass es noch gar nicht lange her ist, da hierzulande Homosexuelle und Menschen mit einer anderen Geschlechtsidentität ganz offiziell verfolgt und gedemütigt wurden. Und dass die Opfer dieser homofeindlichen Justiz noch heute auf ihre Rehabilitation warten. Noch weniger bekannt ist, dass Menschen, die sich selbst als trans* erleben, nach wie vor pathologisiert werden. Wer seinen Namen oder gar Personenstand ändern möchte, muss sich per Gesetz einer Prozedur unterziehen, die menschenunwürdig und diskriminierend ist. Und immer noch hat das Verbot der sexuellen Diskriminierung keinen Weg ins Grundgesetz geschafft.

Wir sagen das *DURCH DIE BLUME*. Weil das schon immer einfacher war. Damals, in den 1950er Jahren ebenso wie heute. Wir stecken Blumen in eine Bodenvase der besonderen Art und schicken sie auf Reisen. Durch Rathäuser und an Orte, wo ihnen Öffentlichkeit garantiert ist. Denn einige ihrer Blüten können noch reden. Auf Knopfdruck erzählen sie von vergangener und gegenwärtiger Diskriminierung aber auch vom Aufbegehren dagegen. Es sind persönliche Geschichten, kleine und große. Erlebnisse aus der Vergangenheit, die bis heute nachwirken, vor allem aber auch Geschichten aus dem Alltag, hier und heute.

Die Blumenvase wird jeweils einen Monat in verschiedenen Bezirken Berlins stehen. Jede neue Aufstellung ist mit kleinen Vernissagen
verbunden, zu denen wir Künstler_innen einladen.

*ab 21.1.2010 vier Wochen im Rathaus Schöneberg, Foyer*
*21.01.2010 19 Uhr Präsentation der Bodenvase* *mit Lulu Belinda, Berlin und Lorenzö „Ordinary People Project“, Paris *

Folgende Termine:

ab 12.3.2010 vier Wochen im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, Neukölln
ab 7.5.2010 vier Wochen im Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf

Weitere Termine und Orte sind in Vorbereitung.

Informationen und Kontakt:
http://durchdieblu.me
Christian Find 0175 / 591 17 31

Homophober Überfall in Berlin

indy deutschland

Wieder einmal ist es in Berlin zu einem homophoben Überfall gekommen – Gesundbrunnen.
Mann beleidigt, geschlagen und getreten
Mitte
Wieder einmal ist es in Berlin zu einem homophoben Überfall gekommen, während es in Ostberlin vor allem rechte Jugendliche sind, haben die Täter in Westberlin meistens einen migrantischen Hintergrund, sind sozialisiert in sehr patriarchalen Kulturmustern und beeinflusst von traditionellen und semi-islamischen Vorstellungen von Geschlechterordnung.
Im Wedding nun jedenfalls folgendes:

Polizei Berlin # 3277
Mann beleidigt, geschlagen und getreten

Zwei Unbekannte beleidigten einen 34-Jährigen gestern Abend in Gesundbrunnen und griffen ihn anschließend an. Das Opfer war gegen 19 Uhr 50 von den Männern in der Ackerstraße wegen seiner sexuellen Orientierung angepöbelt worden. Kurze Zeit später bedrohten ihn die Täter, schlugen ihn zu Boden und traten auf ihn ein. Als es dem 34-Jährigen dennoch gelang, die Polizei zu alarmieren, ließen die Schläger von ihm ab und flüchteten. Das leicht verletzte Opfer lehnte eine ärztliche Behandlung ab. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Schon wieder homophober Reggae-Sänger in Berlin

Nachdem das Sizzla-Konzert in Berlin bustäblich in letzter Minute verhindert wurde, soll erneut ein international bekannter Sänger in Berlin spielen, der zum Mord an Schwulen aufruft und auch jenseits der Mordaufruf Homophobie propagiert. Diesmal soll im Yaam Mr.Vegas spielen.
Am Mittwoch den 09.12.2009 soll Mr.Vegas im Berliner Yaam auftreten. Das Yaam gibt sich gerne als Teil der Berliner Alternativ-Szene. Doch wirklich überraschend ist es nicht, dass dort Mr.Vegas spielen soll. Die Songs und Videos von Mr.Vegas sind übervoll von sexistischen Darstellungen in denen Frauen auf Sexobjekte reduziert werden.
Der Sexismus trifft sich bei Mr.Vegas mit Homophobie, da er u.a. darüber singt, dass Frauen nur von Männern befriedigt weredn können.

Zitat von Stop Murder Music Bern und Zürich:
„Ein Vertreter der militant-homophoben Subkultur innerhalb der jamaikanischen Dancehall-Reggae-Community soll am 31.7. im „LG-Club“ in Zürich-Oerlikon auftreten: Clifford Smith, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Mr Vegas“, der mit seinem Homohass-Song „Nah Promote“ – aka „Bun Chi Chi Man“ aka „No Promotion“ – (2001, First Name Records, siehe auch hier ) mit der Aufforderung zur Verbrennung von „Chi Chi Man“ (Schwule) das pure Gegenteil der Messages von „Iries Révoltés“ vertritt.

Weniger militant und tödlich sind andere „Mr Vegas“-Songs, die es bei postpubertär-homophoben Seitenhieben belassen. Ziemlich bizarr ist der Versuch von „Mr Vegas“ in „Cocky She Want“ (2002, Greensleeves Records), die Welt davon zu überzeugen, dass ein Heteromann (Mr Vegas?) Frauen besser befriedigen könne als eine „Sodomite“ (Lesbe)… (siehe auch youtube video). “

Mr.Vegas werden mindestens vier explizite Battyman-Tunes (Anti-Schwulen-Songs) zugerechnet. Leider sind mimentan keine Übersetzungen der Texte auf deutsch vorhanden.
Die Songs sind:
Nah Promote/Bun ChiChiMan (Verbrennt Schwule)
Must come a road
Girls Time
Cocky she want

Einen ausführlichen Text zur Kritik an homophoben Reggae gibt auf einer Homepage über den Wuppertaler U-Club:
Ebenfalls mehr Infos gibt es bei der Kampagne „Stop Murder Music“ aus der Schweiz.

Sizzla-Konzert ins Huxley’s verlegt – und wieder abgesagt

tagesspiegel artikel

Das geplante Konzert des homophoben Dancehall-Interpreten Miguel Collins („Sizzla“) ist am Donnerstag endgültig abgesagt worden. Aufgrund der massiven Proteste wurde das Konzert bereits im Kesselhaus abgesagt und sollte im Huxley’s stattfinden. Doch auch dort hat es nicht stattgefunden.

Es war ein Tag wie eine Achterbahnfahrt: Erst hieß es gestern Mittag, das Konzert des für seine schwulenfeindlichen Texte bekannten Reggae-Sängers Sizzla würde wie geplant im Kesselhaus stattfinden. Allerdings nur, wenn der Künstler – der in einigen seiner Lieder offen zum Mord an Schwulen aufruft – sich schriftlich verpflichten würde, eine Kampagne gegen Homophobie in seiner Heimat Jamaika zu finanzieren und aktiv zu unterstützen. Und wenn der 33-Jährige sich in einer öffentlichen Videobotschaft im Internet gegen Gewalt gegenüber Homosexuellen aussprechen würde.

Diese Forderungen waren nach massiven Protesten von Schwulenverbänden und Politikern gegen den Auftritt des eigentlich mit einem Schengen-Einreiseverbot belegten Sängers kurzfristig gemeinsam vom Kesselhaus, dem Künstlermanagement und dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland, kurz LSVD, ausgearbeitet worden. Sizzla wollte jedoch nicht unterschreiben und soll dies am Nachmittag auf der Fahrt nach Berlin während eines Telefonats mit dem Geschäftsführer des Kesselhauses, Sören Birke, mit den Worten begründet haben: „Ich verstoße sonst gegen die Gesetze meines Landes.“

„Es ist nur folgerichtig, dass das Kesselhaus daraufhin den Auftritt abgesagt hat, und wir begrüßen diesen Schritt sehr“, sagte LSVD-Sprecher Klaus Jetz nach Bekanntgabe der Konzertabsage und fügte hinzu: „Doch es bleibt abzuwarten, ob der Künstler nicht einen anderen Ort in Berlin findet.“ Sizzla und sein Manager Klaus Maack seien nämlich dafür berüchtigt, „es immer wieder zu probieren“. Und tatsächlich: Kurz darauf wird bekannt, dass Sizzla am selben Abend im „Huxleys neue Welt“ in der Hasenheide auftreten soll. Bereits Donnerstagfrüh sei bei ihnen eine Anfrage des Londoner Veranstalters Pride Music International eingegangen – für den Auftritt eines nicht namentlich genannten Künstlers, erzählt Huxleys-Mitarbeiter Christoph Becker. „Und da der Vertrag zustande kam und rechtswirksam ist, kann er von uns nicht gebrochen werden“, so Becker. Doch zwei Stunden später sieht alles, wen wundert es noch, schon wieder ganz anders aus: Das Huxleys sagt Sizzlas Auftritt ab und distanziert sich auf seiner Homepage ausdrücklich vom Inhalt der Veranstaltung. „Ich kann nur vermuten, dass uns dies juristisch doch möglich ist, weil der Schaden für unser Haus unverhältnismäßig groß wäre“, sagt Becker auf Rückfrage des Tagesspiegels.

Doch nicht nur Veranstalter und Clubbetreiber mussten bei dem ganzen Hin und Her flexibel bleiben: Auch von den mehreren hundert Menschen, die einem Aufruf des Berliner Bündnisses „Smash Homophobia“ folgten und gegen Sizzlas möglichen Auftritt protestierten, erforderte der Tag Beweglichkeit: Zunächst war eine Demonstration von der Schönhauser Allee zum Kesselhaus geplant. Als der Auftritt dort abgesagt wurde, fand eine Kundgebung an der S-Bahnstation Schönhauser Allee statt, dann zog man weiter zur Eberswalder Straße, wo sich die Demonstration gegen 20 Uhr auflöste. Martin Sonnenburg von der Antifa Friedrichshain ist über das vorzeitige Ende sehr froh: „Unser Ziel ist erreicht. Sizzla hat in Berlin keine Plattform für seinen Schwulenhass gefunden.“

Mehr zum Thema unter: http://smashhomophobia.blogsport.de/.