Archiv der Kategorie 'L34 responds'

Zu dem Bullenangriff auf die Rigaer 94 und unser Haus

Am Abend des 13.01.2016 stürmte ein massives Aufgebot mehrerer Hundertschaften mit SEK, technischen Einheiten, Hundestaffel und Helikopter die Rigaer94, die sich in unserer unmittelbaren Nachbarschaft befindet. Wir fühlen uns mit den Bewohner*innen im gemeinsamen Widerstand in diesem rebellischen Kiez sehr verbunden.

Die Bullen wendeten massive Gewalt an, um in einer Vergeltungsaktion in das Haus einzudringen. Dies geschah ohne Durchsuchungsbefehl und steht im Kontext des aktuell ausgerufenen Gefahrengebietes für den Friedrichshainer Nordkiez. Dabei wurden mehrere Personen verletzt und nicht nur der Eingangsbereich und das Treppenhaus, sondern auch Privaträume verwüstet, vollgepisst und erheblich beschädigt. Während dieser Aktion war das Gebiet rund um die Rigaer94 und den Dorfplatz (die Kreuzung Liebigstr./Rigaerstr.) hermetisch abgeriegelt.

Auch wir konnten uns nicht mehr frei bewegen. Um uns trotzdem solidarisch mit unseren Nachbar*innen zu zeigen und die Menschen auf der Straße auf das Geschehen aufmerksam zu machen, wurde aus unserem Haus heraus der Straßenzug mit lauter Musik beschallt. Nach mehreren Stunden verschafften sich die Bullen über eine Leiter und eine Hebebühne Zutritt zum 1.Stock und schlugen die Balkontüren ein. Sie beschlagnahmten die Musikanlage und alle weiteren Musikboxen, die sich in der Wohnung befanden. Außerdem hinderten sie uns daran die Wohnung zu betreten, indem sie die Türen zuschlugen und uns jegliche Aussage zu ihrem Handeln verweigerten. Anscheinend war das alles, was sie bei uns wollten. Sie machten keine Anstalten, weiter in das Haus vorzudringen. Nach ca. einer halben Stunde war dieser organisierte Überfall vorbei. Das einzige was die wehrten Beamt*innen zurück ließen war ein Papierfetzen mit einer Notiz, dass wir wohl noch eine Strafanzeige erhalten werden.

Wir als Liebig 34 solidarisieren uns mit der Rigaer 94 und allen anderen kämpfenden Projekten! Den Annahmen der Berliner Politik und ihren Handlanger*innen, dass sie es schaffen uns und den rebellischen Nordkiez zu befrieden, können wir nur entgegnen: Wir werden niemals aufgeben! Wir wissen, dass ein Leben ohne Staat & Kapital möglich ist und werden alles daran setzen, dieses Leben zu erreichen. United we stay!

Kommt zur Demo am 06.02. durch den Nord- und Südkiez! Jetzt erst recht!

Pressekonferenz zur Polizeimaßnahme #Rigaer94 14.01. from R.E. on Vimeo.

Pressekonferenz 14.01.2016- Rigaer94 – von den Polizeiübergriffen betroffene Mutter spricht from R.E. on Vimeo.

Statement zum Artikel aus der Interim vom Nov.2010

Wir erachten es nicht als Notwendigkeit auf den Interimartikel, welcher im November über die Liebig 34 erschien Bezug zu nehmen.
Alles dort Erwähnte und in Frage gestellte wurde bereits mehrfach auf offenen Plena/ Treffen im Oktober bzw. Anfang November ( nach dem gewaltvollen Eindringen der Polizei ins XB am 14.10.2010) diskutiert.
Menschen, die nach wie vor Klärungsbedarf oder Kritik haben, mögen sich bitte in Form einer direkten, respektvollen Kommunikation an die Bewohner_innen und Nutzer_innen der Liebig 34 wenden.
Das L34-Plenum findet Dienstags um 19:00 Uhr, das XB-Plenum Montags um 19:00 Uhr statt.
Direct communication rulezzz !!!!!!

Zur zunehmenden Repression gegen die Liebig 34 bzw. das XB-Liebig

Wie die meisten von euch wahrscheinlich schon mitbekommen haben hat die (besonders von den Bullen ausgehende) Repression gegen das Hausprojekt Liebig 34 und dessen Veranstaltungsraum XB-Liebig in den letzten Monaten immens zugenommen.

Schon seit Jahren ist das Haus, insbesondere das XB und der sog. Dorfplatz Bullen und Ordnungsamt ein Dorn im Auge, was in diesem Jahr mehrfach durch Räumungen des Gehwegs, erteilen von Platzverweisen, der mutwilligen Zerstörung von Sitzbänken und nicht zuletzt dem gewaltsamen Eindringen ins XB anfang Oktober bestätigt wurde.

Dass Menschen ihre Freizeit gemeinsam auf „öffentlichem Straßenland“ verbringen ohne dabei Unsummen in den hippen Kneipen auszugeben entspricht nicht dem vom Staat gewünschten Konsumverhalten; offenes Solidarisieren, Vernetzung und eine nicht systemkonforme Lebensweise scheinen als enorme Bedrohung wahrgenommen zu werden.
Anders sind das tägliche Patrouillieren von Wannen im Kiez und die Einsätze aufgrund von haltlosen Begründungen wie Lärmbelästigung wohl kaum zu erklären.

Eben diese Begründung wurde auch bei dem brutalen und unverhältnismäßigen Einsatz am benutzt:
Mit Hilfe der Feuerwehr wurden die Fenstergitter des XB aufgeflext, die Glasscheiben eingeschlagen und Bullen in voller Kampfmontur stürmten die Bar um sämtliche geräuscherzeugenden Gegenstände (vom Schlagzeugbecken bis zum Soundsystem) zu beschlagnahmen.
Nachdem der Veranstaltungsraum leergeräumt und verwüstet und die Eingangstür samt Rahmen aus der Mauer gerissen wurde drangen mehrere Bullen ins Treppenhaus des Hausprojekts ein und versuchten minutenlang die Zwischentür zum Wohnbereich einzurammen, was ihnen glücklicherweise nicht gelang.
Spätestens das bestätigt die Annahme, dass es hier nicht um Lärmbelästigung ging, sondern darum gezielt linke Strukturen anzugreifen.

Jeder Übergriff, jede Hausdurchsuchung, jeder Angriff auf (Haus-)projekte, jede Räumung ist ein Angriff gegen alle frei- und andersdenkenden Personen, gegen uns alle, die versuchen dem beschissenen vorgegebenen „Normalzustand“ ein bischen zu ändern und Alternativen zu finden.
Das Ziel dieser Angriffe ist Ängste zu schaffen, uns zu verunsichern, uns kommunikationsunfähig zu machen, Berührungsängste zu schüren und uns auseinander- und zur Entsolidarisierung zu treiben.
Auch wenn es abgedroschen klingen mag, Solidarität ist unsere stärkste Waffe!
Wenn unser Zusammenhalt in solchen Momenten aufgrund von persönlichen Konflikten oder „szeneunkonformen Verhalten“ zerbricht, wenn wir uns voneinander distanzieren und aufhören miteinander zu kommunizieren um unsere Probleme zu lösen statt sie größer zu machen, dann haben „Rechts“system und Bullen ihr Ziel wieder mal erreicht.

Lasst uns diesem Scheiß ein Ende setzen und endlich wieder solidarisch miteinander umgehen und zusammenarbeiten!

Vollversammlung: Bullenstress im XB?!

3.11.2010 Vollversammlung: Bullenstress im XB?!
19 Uhr XB-Liebig (Liebigstr. 34, Berlin-Friedrichshain)

Es nervt! Seit einem Jahr greift die Polizei regelmäßig den Veranstaltungsraum XB-Liebig im Friedrichshainer Hausprojekt Liebigstr. 34 an. Hintergrund sollen Beschwerden wegen Ruhestörung oder auch mal „unsachgemäße Verwendung öffentlichen Straßenlandes“ sein. Die Abende mit polizeilicher Belagerung an der Ecke Liebig/Rigaerstr. nerven, verunsichern und gefährden das Publikum der Veranstaltungen. Mitte Oktober haben die Bullen den Schritt gewagt und haben sich mit schwerem Gerät Zugang zum XB verschafft und wichtiges Equipment beschlagnahmt. Außerdem haben sie versucht das Hausprojekt zu durchsuchen. Es reicht! Wir wollen über den Polizeieinsatz im XB informieren und über die Zukunft linker
unkommerzieller Veranstaltungsräume diskutieren.

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Liebig-Straßenfest am Samstag!