THEN HE CAME INTO MY ROOM…

-deutsch unten-

On Wednesday 4rd of July, during the punk bar of our house project Liebig34, we dealt with an act of sexual assault. A man invaded our house, went into one of the rooms and raped one person who was inside.

THEN HE CAME INTO MY ROOM…is an installation that integrates the concepts behind two previous works, Tracey Emin ́s 1998 ́My Bed ́ and Kansas
University ́s 2014 ́What were you wearing? ́. The ideaa behind it was to both bring our sister relief and also two start a conversation on the high price Rape Culture will have us pay day in and day out.

Rape Culture can be summarized as a set of practices and fundamental beliefs that are passed along from generation to generation, which enshrine toxic masculine behavior designed to create the illusion that anything remotely feminine is inferior to its dominant macho counterpart. Rape Culture is a set of dogmatic principles that institutes that cis men are entitled to anything they want to acquire, specfically femme bodies, and that their ́ownership ́ implies neglecting consent, commenting, looking down on and ultimately possessing bodies and disrupting minds, with zero consequence and no regrets. It is a complex device that is deeply seeped into our everyday lives and that if not
addressed early on in formative years, or actively dismantled in adulthood, can lead to severe damage, to self and others. No one is safe where Rape Culture
is concerned.

Processes of accountability are tricky where Rape Culture is concerned. The victim will usually be found at fault, slut shamed and dismissed. Education, mutual support and public outcry in whichever form imaginable, can be the tools for self and collective healing, and hopefully to raise awareness and have
real impact on gruesome statistics.

Throughout history, art has often times been deemed a catalyst for public action as well as the mirror to reflect social practices and find, if not clarity, visibility. Art can often times work as an exorcism to purge the rot and filth that capitalism and the patriarchy feed on. It is a magnet that can collect individual experiences of pain and trauma into one single overarching narrative, and a way of finding unity in singularity, and personal hope in systemic despair.

The installation THEN HE CAME INTO MY ROOM… is an opportunity to share your own story, anonymously, and to witness the elements of the crime be turned into a hammer for liberation. The outline includes a series of items of clothing intervened or re-interpreted through the lense of real stories of abuse in the first person, as well as the mattress and belongings that the assaultant left behind, placed on Dorfplatz, a historic place for typical macho behavior.

Stories have been and will continue to be collected through several means, interpersonal, via email at story34@riseup.net and by way of a mailbox, placed outside the door at Liebig, where anonymous letters or accounts could be dropped. Power found in our collective scream that says RAPE CULTURE SHOULD BE DESTROYED!

At the 26th of August we will have a manifestation at Dorfplatz regarding Rape Culture, our stories and maybe also your stories. More infos soon!

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Am Mittwoch, den 4. Juli während der Punkbar, musste unser Hauskollektiv mit einem Akt von sexueller Gewalt fertig werden. Ein Mann drang in unser Haus ein, ging in einer der Räume und vergewaltigte die Person, die sich dort befand.

DANN KAM ER IN MEIN ZIMMER… ist eine Installation, die Konzepte zwei vorangegangener Arbeiten einbezieht, die von Tracey Emin, 1998, „My Bed“ und von der Kansas Universität, 2014, „What were you wearing?“
Die Idee dahinter war unsere Schwester zu entlasten und zu unterstützen, aber auch ein Gespräch zu beginnen über den Hohen Preis, den wir Tag ein, Tag aus durch die zahlen müssen.

Vergewaltigungskultur kann zusammengefasst werden als eine Reihe von Vorgehensweisen und grundlegenden Überzeugungen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Diese Überzeugungen beinhalten toxisches, männliches Verhalten, was darauf aufbaut, die Illusion zu erschaffen, dass alles, was im entferntesten weiblich ist, seinem dominierendem Macho-Gegenstück unterlegen ist.
Vergewaltigungskultur ist eine Anreihung von dogmatischen Ansichten und Verknüpfungen, die verkörpern, dass Cis-Männer Anspruch auf alles haben, was sie erwerben wollen, insbesondere weibliche Körper und dass ihr Besitz bedeutet, die Zustimmung zu vernachlässigen, zu kommentieren, herabzuschauen und schließlich Körper zu besitzen und den Geist zu zerstören, ohne jeglicher Konsequenzen und ohne Reue.
Es ist ein komplexer Apparat, der tief in unseren Alltag eindringt und der, wenn er nicht schon in den ersten Jahren angesprochen oder im Erwachsenenalter aktiv abgebaut wird, zu ernsthaften Schäden für sich selbst und andere führen kann. Niemand ist sicher, wenn es um Vergewaltigungskultur geht.

So ein Übergriff geschah in der Liebig34, einem anarcha-feministischen Raum im Herzen der Gentrifizierung und im Bauch von Feminismus und Bewusstseinskonzepten. Prozesse der Verantwortung sind knifflig, wenn es um Vergewaltigungskultur geht. Dem Opfer wird in der Regel die Schuld zugewiesen, als „Schlampe“ bloßgestellt und abgelehnt.
Aufklärung, gegenseitige Unterstützung und öffentliche Empörung, in welcher Form auch immer, können die Werkzeuge für selbst- und kollektive Heilung sein und hoffentlich das Bewusstsein zu schärfen und echte Auswirkungen auf grausame Statistiken zu haben.

Im Laufe der Geschichte wurde Kunst oft als Katalysator für öffentliches Handeln und als Spiegel gesellschaftlicher Praktiken angesehen, wenn nicht sogar für Klarheit und Sichtbarkeit. Kunst kann oft als Exorzist_in arbeiten, um die Fäulnis und den Schmutz zu beseitigen, von denen sich der Kapitalismus und das Patriarchat ernähren. Es ist ein Magnet der individuelle Erfahrungen von Schmerz und Trauma in einer einzigen übergreifenden Erzählung sammeln kann und einen Weg von Einheit in der Singularität und persönliche Hoffnung in systematischer Verzweiflung zu finden.

Die Installation „DANN KAM ER IN MEIN ZIMMER…“ ist eine Gelegenheit eure eigene Geschichte anonym zu teilen und zu erleben, wie die Elemente des Verbrechens in einem Hammer für die Befreiung verwandelt werden. Der Umriss umfasst eine Reihe von Kleidungsstücken, die durch die Linse realer Geschichten von Gewalt neu interpretiert werden, sowie die Matratze und die Sachen , die der Täter zurückgelassen hat. Aufgebaut auf dem Dorfplatz, einem historischen Ort für typisches Macho-Verhalten.
Geschichten wurden und werden weiterhin auf verschiedenster Weise, auf zwischenmenschlicher Ebene, via Mail an story34@riseup.net und über einen Briefkasten, der an der Tür der L34 angebracht ist, wo anonyme Briefe und Anmerkungen eingesteckt werden können.
Kraft gefunden in unserem Kollektiven Schrei, sagen wir VERGEWALTIGUNGSKULTUR MUSS ZERSTÖRT WERDEN!

!DIE LIEBIG34 IN BERLIN BRAUCHT UNTERSTÜTZUNG!

Wir, die Liebig34, stehen kurz vor unserem Rausschmiss Ende dieses Jahres und benötigen eure Unterstützung!

Für die, die uns noch nicht kennen:
Wir sind ein selbstverwaltetes, anarcha-queer-feministisches Hausprojekt in Berlin-Friedrichshain, bestehend aus drei verschiedenen Kollektiven: dem Infoladen „Daneben“, dem Veranstaltungsraum „L34-Bar“ und dem Wohnprojekt. Unser Wohnprojekt gehört zu den wenigen Projekten ohne cis-Männer, dieser Raum hilft uns beim Entwickeln und Anwenden von feministischer Praxis, beim Reflektieren von Machtstrukturen und Privilegien und gibt die Möglichkeit uns gegenseitig zu empowern. Der „Dorfplatz“ vor dem Haus, der Infoladen und die Bar sind wichtige Treffpunkte, um sich für verschiedene politische Kämpfe und gegen repressive Strukturen zu organisieren.
Die Liebig34 wurde 1990 wie auch viele andere Häuser in Berlin besetzt und später legalisiert. Nach einem gescheiterten Versuch das Haus kollektiv zu kaufen, wurde 2008 ein Pachtvertrag für 10 Jahre aufgesetzt. Im Dezember 2018 endet dieser Vertrag und eine Verlängerung ist nicht in Sicht!
Unser Haus gehört -wie auch über 200 andere in und um Friedrichshain- Gijora Padovicz und einem seiner Unternehmen Siganadia Grundbesitz GmbH, die bekannt sind für das systematische Aufkaufen, Räumen und Zerstören von Häusern, Hausgemeinschaften und Hausprojekten, um aus den Häusern einen höheren kommerziellen Profit zu ziehen. Durch dieses Vorgehen geht immer mehr erschwinglicher Wohnraum verloren. Mehrere Häuser von Padovicz organisieren sich bereits und vertreten nun gestärkt ihre Interessen. Diese organisierte Widerständigkeit gilt es mit einer linken emanzipativen Perspektive auszubauen!
Auch wir stehen kurz vor unserer Verdrängung
Wir sehen unsere Situation nicht als ein Einzelproblem. In ganz Berlin und anderen Städten steigen die Mieten maßlos. Insbesondere unliebsame, politisch aktive Räume sind von Verdrängung betroffen. Viele Projekte wurden schon geräumt und zerstört, viele werden es bald. Beispiele gab es hierzu in letzter Zeit genügend. Die Kämpfe beispielsweise um die Rigaer 94, die Räumung der Friedel 54 und #besetzen zeigen, mit welchen haarsträubenden Methoden für die voranschreitende Kapitalisierung der Stadt Partei ergriffen wird. Wir können nicht zulassen, dass uns ein weiteres Haus genommen wird. Denn es ist nicht nur das Haus, das uns bei einer Räumung genommen wird, sondern auch Formen von Selbstverwaltung und ein Ort politischen Widerstands mit feministischem, antirassistischem und internationalistischem Bezug. Diesen, wie auch andere Räume gilt es zu verteidigen, vor allem jetzt mit dem Zuwachs rechter Positionen, die vermehrt ihre konservativen, rassistischen und antifeministischen Ideologien verbreiten.
Wir werden kämpfen um unser Haus und unseren Kiez zu behalten! Dafür brauchen wir eure Unterstützung!
Bleibt widerständig gegen Gentrifizierung, Kapitalismus, Staat und Patriarchat!
Eure Liebig34

Getroffen hat es Isa, gemeint sind wir alle. / It hit Isa, it hits us all.

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Politik und Polizei haben durch den breiten nachbarschaftlichen Widerstand aus dem Gefahrengebiet von 2016 gelernt: Wurde damals der gesamte Kiez kriminalisiert, so ist es heute vor allem noch der Dorfplatz (Rigaer Straße – Ecke Liebigstraße), an dem sie den Sitz der linksradikale Szene in Berlin lokalisieren und überwachen. Durchgängig patrouilliert die Polizei direkt vor unserer Haustür, beobachtet uns im Alltag, demonstriert ihr patriarchales Rumgemackere und kontrolliert willkürlich Menschen. Im Fokus steht dabei unser Nachbarhaus, die Rigaer94.

Die neue Strategie der Kriminalisierung besteht in dem Versuch von Spaltung, Entpolitisierung und Individualisierung. Sie äußert sich zum einen darin, die Rigaer94 politisch zu diffamieren. So wird versucht das Haus als vermeintliches ‚Chaotenhaus‘ darzustellen, sei es auf medialer Ebene oder durch die Praxis der Polizei, Menschen im Kiez auf ihre ‚gefährlichen‘ Nachbar*innen anzuquatschen und sie gegen sie auf zu hetzen. Ziel ist es, das Haus von seiner eigenen Nachbarschaft und von gesellschaftspolitischen Kämpfen zu isolieren und es als alleinstehend, störend und kriminell darzustellen. Sein widerständiges und durchaus politisch für den Kiez und auch darüber hinaus relevantes Sein und Handeln soll verschleiert (bzw. ihm abgesprochen) werden. Zum anderen wird den Bewohner*innen und deren Umfeld das Leben auf juristischer Ebene erschwert, indem Menschen einzeln Strafverfahren unterzogen werden und dieses Problem so individualisiert wird.

In beiden Methoden, der Vereinzelung von politischen Kämpfen und der Individualisierung von Problemen, äußern sich wesentlichen Methoden des kapitalistischen Staates, der gestützt wird durch den pseudo-gerechten und repressiven Apparat von Politik und Justiz. Befeuert wird das Ganze von unreflektierter medialer Berichterstattung, die die Praxis des Staatsapparates legitimiert.

Als letztes traf die Strategie der individuellen Kriminalisierung unseren Nachbarn Isa: Er wurde am 29.03.2018 von der Polizei bei einem Spaziergang mit seinem Hund festgenommen. Seine Wohnung wurde direkt danach durchsucht und Isa wurde in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird vorgeworfen am 11.03.2018 gemeinsam mit seinem Hund einen Menschen vor der Bäckerei2000 am Dorfplatz angegriffen zu haben.

Wir sehen in diesem Vorgehen den Versuch an Isa (genauso wie am Beispiel Nero) ein Exempel zu statuieren indem er -als Person die der Rigaer94 zugeordnet wird- individuell die Macht und Willkür des Justizapparates zu spüren bekommt. Er sitzt ohne jegliche Vorstrafe und ohne Beweis für die ihm gemachten Vorwürfe seit nun mehr als 3,5 Monaten in Untersuchungshaft. Bereits zuvor hatte die Polizei sich keine Gelegenheit entgehen lassen Anzeigen gegen ihn zu provozieren und zu verteilen. Am 11.03. bot sich ihnen dann durch einen Vorfall am Dorfplatz die Möglichkeit Isa aus dem Verkehr zu ziehen: Ein Fremder griff Isas Hund mit einer Flasche vor der Bäckerei2000 an und bedrohte anschließend seine Frau Anja. Isa fixierte daraufhin den Mann auf dem Boden um Schlimmeres zu verhindern und verließ anschließend den Ort. Die Polizei wusste die Gelegenheit für sich zu nutzen, indem sie die Geschichte abänderten und Isa als Angreifer darstellte. Es wurde versucht den vermeintlich ‚Geschädigten‘ sowie Nachbar*innen zu Aussagen gegen Isa zu bewegen, um das Konstrukt zu belegen. Den Nachbar*innenparteien, welche ohnehin rassistische Ressentiments und andere Vorurteile gegen Isa hegten, schien die Gelegenheit ebenfalls sehr gelegen ihn aus dem Kiez zu bannen. Sie verbündeten sich mit der Polizei genauso wie die breite Medienlandschaft. So wurde die Aussage der Polizeisprecherin “Er schlug so heftig auf seinen Gegenüber ein, dass dieser mit mehreren Knochenbrüchen ins Krankenhaus kam” ohne Überprüfung und ohne jegliche Belege übernommen.

Isa wird schwere Körperverletzung vorgeworfen und der Prozess gegen ihn begann am 02.07.2018. Im Laufe der wenigen Prozesstage wurde klar, dass es keine Widersprüche in den Erzählungen der einzelnen Zeug*innen gibt: Die einzigen Zeug*innen, die den kompletten Vorfall miterlebt haben sind Anja, der Bäckereiangestellte und der ‚Betroffene‘. All deren Darstellungen belegen Isas Aussage zum ‚Tathergang‘. Selbst der ‚Betroffene‘ stellte nichts anders da, auch wenn sich das die Polizei wahrscheinlich gewünscht hätte. Die Passantin sowie die bisher gehörten Belastungszeug*innen aus dem Nachbarhaus der Liebig 12/Rigaer 12 konnten lediglich die Endsituation der Auseinandersetzung bezeugen. Auch deren Darstellungen stehen in keinerlei Widerspruch zu den anderen Aussagen.

Der ‚brutale Angriff‘ konnte somit nicht bestätigt werden und entlarvte sich als geschaffenes aber gescheitertes Konstrukt. Nichtsdestotrotz wurde der Antrag der Verteidigung, Isa aus der Untersuchungshaft zu entlassen, von der Richterin abgelehnt. Dieses Resultat ist an Absurdität kaum zu übertreffen! Sie zeigt die Willkür des Justizwesens bzw. zeigt eine starke Abhängigkeit von politischen Entscheidungen aus dem Innenministerium.

Wie die Bewohner*innen der Rigaer94 und viele andere Menschen im Kiez, stehen auch wir solidarisch hinter Isa.

Wir verurteilen den deutschen Staat, dessen Politik und Justiz für seine alltägliche Praxis Ungerechtigkeit in den Mantel von Gerechtigkeit zu hüllen. Wir verurteilen die Praxis der Berliner Polizei in unserem Kiez systematisch Menschen einzuschüchtern, ihnen sexistisch, rassistisch und auf anderen Wegen ihre Macht zu demonstrieren. Wir verurteilen ihren Versuch die Nachbarschaft zu spalten sowie die Durchsetzung eines persönlichen Racheakts gegen unseren Nachbarn Isa. Wir verurteilen ihre Strategie ihm absurde Unterstellungen zu machen, Nachbar*innen zu bequatschen um Isa aus unserem Kiez zu bannen. Wir wünschen und eine solidarische Nachbarschaft und verurteilen die Denunziationen von Isa durch die Nachbar*innen Schnitzmeier, Ott und Benitez-Lopez zugunsten der staatlichen Logik.

Am 23. Juli um 9 Uhr findet der dritte und vermutlich letzte Prozesstag gegen Isa statt. Stehen wir zusammen wenn er so wie andere Gefährt*innen durch die Justiz individualisiert werden! Kommt zum Prozess und zeigt auch ihr eure Solidarität mit Isa und gegen die Repression im Nordkiez.

Bleibt widerständig gegen Gentrifizierung, Kapitalismus, Staat, und Patriarchat!

Montag, 23. Juli

09:00 Kriminalgericht Moabit, Saal 500 oder B 129

aktuelle Infos:https://verfahrengebiet.noblogs.org/

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It hit Isa, it hits us all.

Politicians and police have learned from the so called ‚Gefahrengebiet‘ of 2016 through the broad neighborly resistance: While the entire neighborhood was criminalized back then, today it is above all the zone between Rigaer Straße and the corner of Liebigstraße (the so called ‚Dorfplatz‘) where they locate and monitor the seat of the left-wing radical scene in Berlin. The police patrols our front door throughout, watching us in our daily lives, demonstrating their patriarchal tastes and randomly controlling people. The focus is on our neighboring house, Rigaer94.

The new strategy of criminalization consists in an attempt to divide, depoliticize and individualize. On the one hand, it expresses itself in defaming Rigaer94 politically. Thus, the house is portrayed as an alleged ‚chaotic house‘, whether on a media level or through the practice of the police to talk to people in the neighborhood about their ‚dangerous‘ neighbors and to incite against them. The aim is to isolate the house from its own neighborhood and from socio-political struggles and to portray it as single, disturbing and criminal. Its resistant and politically relevant actions for the neighborhood and beyond should be veiled (or denied). On the other hand, life on a legal level is made more difficult for residents and their environment by subjecting people to individual criminal proceedings and thus individualizing this problem.

In both methods, the separation of political struggles and the individualization of problems, essential methods of the capitalist state supported by the pseudo-just and repressive apparatus of politics and justice, express themselves. The whole thing is fired up by unthinking media reporting that legitimizes the practice of the state apparatus.

Finally, the strategy of individual criminalization hit our neighbor Isa: he was arrested by the police on 29.03.2018 during a walk with his dog. His apartment was searched and Isa was remanded in custody. On 11.03.2018 he was accused of having attacked a person in front of the bakery Bäckerei2000 together with his dog on Dorfplatz.

We see in this procedure an attempt to make an example of Isa (just as in the example of Nero) by -as a person related to Rigaer 94- individually experiencing the power and arbitrariness of the judicial apparatus. He has been in custody for more than three and a half months now without any previous conviction and without proof of the accusations made against him. Earlier, the police had not missed any opportunity to provoke and distribute charges against him. On March 11, an incident at the Dorfplatz offered them the opportunity to take Isa out of circulation: a stranger attacked Isa’s dog with a bottle in front of Bäckerei 2000 and subsequently threatened his wife Anja. Isa restrained the man on the floor to prevent worse and then left the place.

The police knew how to seize this opportunity by changing the story and portraying Isa as an attacker. An attempt was made to persuade the alleged ‚injured‘ and neighbors to make statements against Isa in order to prove the alleged attack. Certain neighbors with previous racist resentments and other prejudices against Isa or Rigger94, also seemed to grab the opportunity to ban him from the neighborhood. They allied themselves with the police as well as the broad media landscape. Thus the statement of the police spokeswoman „He hit his opponent so hard that he came to hospital with several broken bones“ was accepted without verification and without any evidence.

Isa is accused of grievous bodily harm and the trial against him began on 02.07.2018. In the course of the few days of the trial it became clear that there are no contradictions in the narratives of the individual witnesses: The only witnesses who have witnessed the whole incident are Anja, the bakery employee and the ‚affected‘. All their depictions prove Isa’s statement on the ‚course of events‘. Even the ‚victim‘ did not state anything differently, even if the police probably would have wished for it. The passer-by and the witnesses from the neighboring house of Liebig 12/Rigaer 12 could only testify to the final situation of the dispute. Their representations do not contradict the other statements in any way.

The ‚brutal attack‘ could not be confirmed and turned out to be a created but failed construct. Nevertheless, the defense’s request to release Isa from custody was rejected by the judge. This result can hardly be surpassed in absurdity! It shows the arbitrariness of the judiciary.

Like the inhabitants of Rigaer 94 and many other people in the neighborhood, we also stand in solidarity behind Isa.

We condemn the German state and its judiciary policy for its everyday practice of wrapping injustice in the mantle of justice. We systematically condemn the practice of the Berlin police in our neighborhood of intimidating people, demonstrating their power in a sexist, racist and other ways. We condemn her attempt to divide the neighborhood and to take personal revenge against our neighbor Isa. We condemn its strategy to make absurd insinuations to him, to incite neighbors to ban Isa from our neighborhood. We wish for a solidary neighborhood and condemn the denunciations of Isa by the neighbors Schnitzmeier, Ott and Benitez-Lopez in favor of the state logic.

The third and probably last day of the trial against Isa will take place on 23 July at 9 am. We stand together when he is individualized by a legal system! Come to the trial and show your solidarity with Isa and against the repression in the Nordkiez of Friedrichshain.

Resist gentrification, capitalism, state, and patriarchy!

Monday, 23 July

09:00 Moabit Criminal Court, Room 500 or B 129

see the blog:https://verfahrengebiet.noblogs.org/

NSU-Watch Soli Küfa

Wenn am Mittwoch nach 437 Prozesstagen das Urteil im NSU-Prozess gesprochen wird heißt es – egal wie das Urteil ausfällt – auf die Straße zu gehen. Der NSU waren nicht nur Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, nicht nur das kleine Netzwerk der Angeklagten. Es braucht eine konsequente Aufklärung des NSU, ihrer Anschläge und der Rolle von neonazistischen und staatlichen Strukturen. Das Ende des Prozesses bedeutet keinen Abschluss, sondern einen Anfang!
In Berlin geht es am Tag X um 17 Uhr mit der Demo am Platz der Luftbrücke los. 5 Jahre NSU-Prozess – Kein Schlussstrich!
Die Liebig34 und die Rigaer94 erklären sich solidarisch mit den Opfern und Betroffenen des NSU und laden nach der Demonstration zur veganen Küfa ein. Die Spenden gehen an NSU-Watch.
Mittwoch 11.08, 20Uhr am Dorfplatz

Soli-bar at FAQ

**english below**

Am 20.06. findet im Faq- Infoladen ein Soli-Tresen für das anarcha-queerfeministische Hausprojekt Liebig34 statt:

Die Liebig34 ist ein einzigartiges Projekt, in dem seit vielen Jahren FLTIQ*Personen einen Raum zum leben und gestalten finden. Doch leider läuft zum Ende des Jahres der Pachtvertrag aus und die Zukunft der L34 ist somit stark gefährdet.
Wir wollen das natürlich nicht einfach so hinnehmen, die L34 unterstützen und gemeinsam für das Bestehen des Hauses kämpfen. Kommt zum Tresen wenn ihr mehr über das Projekt und Möglichkeiten des Supports erfahren wollt.

ab 19:30 h | Küfa
gg. 20:00 h | Input & Diskussion zur derzeitigen Lage der Liebig34

**english version**

Soli-Bar for the anarcha-queer-feminist selforganized house-project Liebig34 at the Faq.
At the 31.12.2018 the leasing contract of the L34 is over. We want to support the house and inform you about the current situation of the houseproject Liebig34.

around 7:30 pm | Küfa (kitchen for all)
8 pm | input & dicussion about the situation