Concert + Cumbia Party

Saturday, 02.02.2019

doors open: 21:00

concert: 22:00

djs: 23:0-05:00

„Anti Corpos“ (feminist hardcore) concert and after show party with cumbia and latin music with Dj Edna Martinez and Marie Leão.
Cocktails, fire bin in the yard!
Dance with us for resistance! Liebig 34 stays!

Küfa & Film über die Liebig 34 „Indoor“

31. 1. 2019, 7pm
Indoor is a short first person Point-Of-View documentation of the 28-year-old self-organised, anarcha -queer feminist house-project Liebig34 in Berlin. The film deviates from the common documentary formats. Instead, it opts for a short film, guiding the viewers through a journey to an alternative space.
Through the eyes of a person walking around the house, the viewers get to experience the vibrant life within Liebig34. They accompany the person as she walks through the rooms and staircases and drawn into the stories and scenes happening around the house. The journey gets artistic, emotional, political and erotic. Liebig34 faces eviction danger later this year, like 30 other project houses who were evicted in the last decade in Berlin. This film seeks to raise awareness to the disappearance of such alternative spaces in the face of gentrification. english with german sub

Soliaktion für Potse/Drugstore und Liebig34: Gegen Verdrängung und Gentrifizierung

https://de.indymedia.org/node/28013

In der Nacht vom 17.12. zum 18.12. wurden in Berlin die Büros von der Hausverwaltungsfirma „Dr.House“ in der Herzbergstraße 82 in Lichtenberg und von rent24 in der Potsdamer Straße in Schöneberg mit Farbe markiert. Im Gebäude in der Potsdamer Straße sitzt auch die Unternehmensgruppe DIM, die an der Verdrängung der Kiez Kneipe Syndikat in Neukölln beteiligt sind.

Die Unternehmen sind massiv an der Verdrängung von Freiräumen beteiligt und stehen beispielhaft für eine Stadt der Reichen.

rent24 ist eine Firma, die im selben Gebäude wie Potse/Drugstore Räume mietet und nun auch aus dem selbstverwalteten Jugendzentrum ein „co-living space“ machen möchte. Um das zu erreichen, hat rent24 in der Vergangenheit immer wieder Securities und Bullen auf Potse/Drugstore gehetzt.

Die Hausverwaltungsfirma „Dr.House“ ist ein Teil der Unternehmensgruppe Padovicz, welcher der Eigentümer des ebenfalls bedrohten Hausprojekts Liebig34 ist. Padovicz ist schon seit den 90ern bekannt für sein rücksichtsloses Profitstreben. So berichten Mieter*innen von angesägten Gasleitungen, dem Abstellen von Warmwasser und vielen anderen Schikanen, um sie zum „freiwilligen“ Auszug zu drängen. „Dr.House“ ist das Unternehmen, welches die menschenfeindliche Politik der Unternehmensgruppe Padovicz für die Mieter*innen real werden lässt.

In Zeiten, in denen rechte und antifeministische Positionen an Zulauf gewinnen und Wohnraum für immer weniger Menschen zugänglich gemacht wird, sind selbstverwaltete, unkommerzielle Orte unglaublich wichtig. In ihnen können sich Menschen auf Augenhöhe begegnen, sich organisieren und gemeinsam Perspektiven entwickeln.

Die Berliner Politik schaut bei der Verdrängung dieser Projekte nicht nur tatenlos zu, sondern unterstützt Padovicz & co. mit Investitionsprogrammen und Fördergeldern. In einem kapitalistischen Staat mit verfassungsmäßig geschützter Eigentumsordnung ist das der Normalzustand.

Ein Normalzustand, der uns als alternativlos verkauft wird, der die Ungerechtigkeiten von Gentrifizierung individualisiert und unsichtbar machen soll. Durch das Markieren von Profiteur*innen werden sie aus dieser Anonymität herausgerissen. Ihnen wird gezeigt, dass ihr Handeln nicht unbeantwortet bleibt.

Eine bunte, radikale Praxis ist notwendig, um eine solidarische Stadt von unten zu erkämpfen.

Zur Situation der Liebig34! Einladung zur Vollversammlung am 27.1.

Am 31.12.2018, also vor nicht mal zwei Wochen schrieben wir noch, dass Padovicz unser Haus rein rechtlich nicht ohne Weiteres räumen lassen kann, dass er zunächst einen Antrag auf Räumung bei Gericht stellen und einen Titel erwirken muss. Wir berichteten darüber, dass der Bezirk und Padovicz noch in Verhandlungen über einen Grundstückstausch stünden, um eine Räumung möglicherweise abzuwenden. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass der Antrag auf Räumung schon längst gestellt worden war:

Am 13.11. 2018 hatten LASCAR Rechtsanwälte, in Persona Ferdinand Wrobel, im Auftrag von Siganadia Grundbesitz GmbH und co KG die Klage gegen Raduga e.V. eingereicht und die Herausgabe der Liebig34 gefordert. Anscheinend hatte Rechtsanwalt Ferdinand Wrobel seine Hausaufgaben gemacht. Wie ein Fuchs hatte er aus Veröffentlichungen auf dem Liebig34-Blog geschlussfolgert, dass wir die Bewohner*innen unser Haus nicht einfach verlassen würden. So begründet er die vorzeitige Einreichung der Klage mit folgendem Zitat:

„Viele Projekte wurden schon geräumt und zerstört, viele werden es bald. Wir können nicht zulassen, dass uns ein weiteres Haus genommen wird. Denn es ist nicht nur das Haus, das uns genommen wird bei einer Räumung, sondern auch Formen von Selbstverwaltung und ein Ort politischen Widerstands. Wir werden kämpfen unser Haus zu behalten! Dafür brauchen wir Unterstützung!

Malt ein Transpi, schreibt einen Support-Text, gibt die Info weiter! Macht ein Soli-Event, helft uns mit Anwalts- und Antirepressionskosten, plant Aktionen!

Bleibt widerständig gegen Gentrifizierung, Kapitalismus, Staat und Patriarchat!

WE WILL FIGHT!

L34 RESISTS!“

Die Einreichung der Klage zeigt, dass Padovicz die Zukunft unseres Hauses, der Bewohner*innen und unseres Kiezes gleich ist. Ihn interessieren lediglich sein Geldbeutel und sein Stolz, der durch „unsere Hetzkampagne gegen ihn“ angekratzt wurde. Dass die Klage bereits im November eingereicht wurde, wo noch Verhandlungen zwischen Padovicz und dem Baustadtrat Schmidt liefen, zeigt erneut, dass diese „Verhandlungen“ wie erwartet eine Farce von beiden Seiten war, um uns ruhig zu halten. Wenn wir tatsächlich in schönen Stunden mal an einen Ausgang aus der Situation glaubten, den wir mittragen könnten, dann war das eine naive Hoffnung, die wir uns leider nicht leisten können.

Als Padovicz dem Liebig34 Kollektiv vor 10 Jahren das Haus vor der Nase weg kaufte und es zu seinem neuen Spekulationsobjekt machte, stellte er dem Verein Raduga e.V. lediglich einen Pachtvertrag für 10 Jahre aus, sodass die Bewohner*innen eine Perspektive für diesen Zeitraum hatten. Dieser Gewerbemietvertrag ist der Grund warum Mietrecht nicht greift und wir juristisch kaum Chancen sehen unser Haus zu halten. In den letzten 10 Jahren hat Padovicz an uns etwa 600.000 € Pacht verdient ohne auch nur irgendetwas in das Haus zu investieren. In diesem Zeitraum dürfte sich der Immobilienpreis verdoppelt haben.

Seit 11 Tagen sind wir, Potse und Syndikat nun ohne Verträge in unseren Räumen und haben fest vor auch zu bleiben! Die Räumungsklage gegen Raduga e.V. macht uns Liebig34-Bewohner*innen stinksauer! Aber wir wollen unsere Wut nicht in Rückzug und Resignation verwandeln, sondern sie kanalisieren und an die adressieren, die sie zu verantworten haben. Wir wollen mit euch gemeinsam die Liebe zu unserem Haus, sowie unsere Wut auf das kapitalistische System und ihre Repräsentant*innen wie Padovicz und Wrobel in kreativem und vielfältigem Widerstand ausdrücken! Wir haben nur den Druck, den wir auf der Straße erzeugen können. Lasst uns aktiv werden!

Gegen Kapitalismus und das Patriarchat!

Gegen den Ausverkauf der Stadt und die Stadt der Reichen!

Für die Liebe zum Leben und eine Stadt von unten!

Liebig34 resists!

Aus gegebenen Anlass laden wir ein zur Vollversammlung am 27.1 um 17Uhr ins Jugendwiederstandsmuseum in der Rigaerstraße. Dort informieren wir über unseren aktuellen Stand der Dinge und unterstützungs Möglichkeiten.
Kommt alle wir freuen uns!